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Welche Symptome treten bei einer Allergie auf?

Klinische Prüfung ausstehend

Niesen, juckende Augen, Hautausschlag oder Atembeschwerden: Welche Symptome zu einer Allergie passen, wie sie sich von Infekten unterscheiden und wann sofort Hilfe nötig ist.

Eine Hand hält ein aufgeschlagenes unbeschriebenes Buch mit drei farbigen Fenstern.

Typische Allergiesymptome sind Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase, juckende oder tränende Augen sowie Hautjucken, Ausschläge und Schwellungen. Auch Husten und pfeifende Atmung können dazugehören. Welche Beschwerden entstehen, hängt unter anderem davon ab, wo der Körper mit dem Auslöser in Kontakt kommt. Atemnot, Schluckbeschwerden oder Kreislaufprobleme können auf eine schwere Reaktion hinweisen. Dann ist sofort Hilfe nötig.

Die Symptome einer Allergie

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf einen Stoff, der den meisten anderen Menschen keine Beschwerden bereitet. Je nachdem, wo der Kontakt stattfindet, treten unterschiedliche Symptome auf: Die Nase läuft oder ist verstopft, die Augen jucken oder tränen, die Haut juckt, schwillt an oder zeigt einen Ausschlag. Auch Niesen und Beschwerden durch Asthma können dazugehören. Die Beschwerden reichen von leicht bis schwer.

Im Jahr 2024 hatten 31,7 % der Erwachsenen in den USA eine diagnostizierte saisonale Allergie, ein Ekzem oder eine Nahrungsmittelallergie. Die Zahl zeigt, wie verbreitet diese Erkrankungen sind. Ob ein einzelnes ungeklärtes Symptom auf eine Allergie zurückgeht, lässt sich daraus nicht ableiten. Bottoms-McClain et al., 2026

Die häufigsten Allergiesymptome

Allergene können Beschwerden an verschiedenen Körperstellen auslösen. Zwei Menschen können deshalb auf dieselben Pollen unterschiedlich reagieren. Auch der Zeitpunkt variiert: Manche Symptome beginnen kurz nach dem Kontakt, andere entwickeln sich erst später. MedlinePlus: Allergische Rhinitis

Körperbereich Häufige Symptome Typische Situation
Nase Niesen, laufende Nase, verstopfte Nase Kontakt mit Pollen, Staub oder Tieren
Augen Tränende oder juckende Augen, dunkle Augenringe, Schwellungen Allergene in der Luft, in Innenräumen und im Freien
Haut Ausschläge, Schwellungen, Juckreiz, Nesselsucht Reaktionen auf Kontakt, Nahrungsmittel oder Insektenstiche
Verdauung Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall Nahrungsmittelallergie; eine US-Befragung schätzte ihre Häufigkeit auf 10,8 % anhand der beschriebenen Symptome
Atemwege Husten, pfeifende Atmung, Asthma Kontakt mit Pollen, Schimmel, Hausstaubmilben oder Hautschuppen von Haustieren
Beschwerden in weiteren Körperbereichen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, verstopfte Ohren, vermindertes Riechvermögen Über Wochen anhaltender Kontakt mit saisonalen Allergenen

Die Angabe von 10,8 % bezieht sich auf Nahrungsmittelallergien insgesamt. Sie beschreibt nicht, wie viele Erwachsene Verdauungsbeschwerden haben, und beruht auf Befragungskriterien, nicht auf Provokationstests bei allen Teilnehmenden. Quellen zur Tabelle: MedlinePlus: Allergische Rhinitis, MedlinePlus: Allergien, MedlinePlus: Anaphylaxie, Gupta et al., 2019. Zum Umgang mit Beschwerden in der Nacht: Schlafen mit Halsschmerzen.

Auch Müdigkeit, Kopfschmerzen und verstopfte Ohren können bei einer Allergie auftreten. Bei Menschen mit allergischer Rhinitis, häufig als Heuschnupfen bezeichnet, beobachteten Studien zudem schlechtere Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und morgendliche Kopfschmerzen. Die Evidenz zum Zusammenhang mit Schlafproblemen wurde als niedrig bis sehr niedrig eingestuft. Dass die allergische Rhinitis diese Probleme verursacht, ist damit nicht nachgewiesen. Liu et al., 2020

Warum Allergien diese Symptome verursachen

Bei einer allergischen Reaktion stuft das Immunsystem einen normalerweise harmlosen Stoff als Bedrohung ein. Bei allergischer Rhinitis läuft das so ab: Ein eingeatmetes Allergen trifft in der Nasenschleimhaut auf IgE-Antikörper an sogenannten Mastzellen. Voraussetzung ist, dass das Immunsystem bereits auf diesen Stoff eingestellt, also sensibilisiert ist. Die Mastzellen gehören zur Immunabwehr. Sie setzen Histamin und weitere Botenstoffe frei, die die Beschwerden auslösen. Zoabi et al., 2022

Dieser Mechanismus hilft zu erklären, warum Nase und Augen oft gleichzeitig betroffen sind. Bei allergischer Rhinitis vermitteln IgE-Antikörper die Reaktion auf ein eingeatmetes Allergen. Die Erkrankung tritt häufig zusammen mit einer Bindehautentzündung und Asthma auf. Bousquet et al., 2020

Eine laufende Nase hat allerdings nicht immer eine allergische Ursache. In einer Übersicht verschiedener Studien lag die mediane Häufigkeit einer allergischen Rhinitis bei 18,1 %. Für Rhinitis ohne nähere Ursachenangabe betrug sie 29,4 %. Der Median ist der Wert in der Mitte, wenn man die Studienergebnisse der Größe nach ordnet. Definitionen und Populationen unterschieden sich erheblich; die Mediane sind daher weder allgemeingültige Prävalenzen noch ein direkter diagnostischer Vergleich. Um Nasenbeschwerden einzuordnen, ist auch wichtig, mit welchen möglichen Auslösern jemand Kontakt hatte. Savouré et al., 2022

Was Allergiesymptome auslöst

Die Stoffe, die eine allergische Reaktion auslösen, heißen Allergene. Menschen mit Allergien reagieren häufig auf mehrere davon. MedlinePlus: Allergien

  • Zu den Allergenen in der Luft gehören Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelsporen und Hautschuppen von Haustieren. Nach dem Kontakt können Beschwerden auftreten. MedlinePlus: Allergische Rhinitis
  • In der US-Befragung von 2015–2016 waren anhand überzeugender Symptombeschreibungen eingeordnete Allergien gegen Schalen- und Krustentiere mit 2,9 % am häufigsten. Es folgen Milch mit 1,9 % und Erdnüsse mit 1,8 %. Gupta et al., 2019
  • Insektenstiche können eine örtliche Schwellung, aber auch eine schwere, lebensbedrohliche allergische Reaktion auslösen. MedlinePlus: Allergien
  • Auch allergische Reaktionen auf Medikamente können leicht bis schwer ausfallen. MedlinePlus: Allergien

Eine Allergie kann erstmals im Erwachsenenalter auftreten. Unter Erwachsenen mit überzeugend beschriebener Nahrungsmittelallergie gaben 48 % an, dass mindestens eine ihrer Nahrungsmittelallergien erst im Erwachsenenalter begonnen hatte. Manche hatten zusätzlich schon als Kind andere Nahrungsmittelallergien. Schon die erste Reaktion kann schwer ausfallen. Gupta et al., 2019

Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion

Eine Anaphylaxie ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Ihre Anzeichen können sich innerhalb von Sekunden oder Minuten nach dem Kontakt entwickeln und verschiedene Körperbereiche betreffen. Die folgenden sechs Gruppen beschreiben mögliche Anzeichen, keine Checkliste, die vor dem Hilferuf vollständig erfüllt sein muss. MedlinePlus: Anaphylaxie, Cardona et al., 2020

  • Atmung: Atemnot, Husten, pfeifende Atmung oder hohe Atemgeräusche. MedlinePlus: Anaphylaxie
  • Schwellungen: Schwellungen im Gesicht, an den Augen oder an der Zunge sowie Schluckbeschwerden.
  • Kreislauf: Schwindel, Benommenheit oder Herzklopfen.
  • Haut: Nesselsucht, Juckreiz oder Hautrötung.
  • Verdauung: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.
  • Nervensystem: verwaschene Sprache oder Bewusstlosigkeit.

Die Beschwerden können in unterschiedlichen Kombinationen auftreten. Nesselsucht oder Hautrötung allein bedeuten nicht automatisch Anaphylaxie. Umgekehrt kann eine Anaphylaxie ohne Hautausschlag auftreten. Bei Anzeichen einer schweren Reaktion darf jedoch nicht auf weitere Symptome gewartet werden.

Wann der Notruf nötig ist und wann ein Arzttermin sinnvoll ist

Bei Atemnot, Schwellungen, die die Atemwege betreffen könnten, Schluckbeschwerden oder Schwindel mit drohender Ohnmacht im Rahmen einer allergischen Reaktion sofort den Rettungsdienst rufen: in Deutschland unter 112, in den USA unter 911. Einen verordneten Adrenalin-Autoinjektor sofort anwenden, wenn er verfügbar ist; nicht auf einen Test oder den Rettungsdienst warten. MedlinePlus: Anaphylaxie

Ärztinnen und Ärzte erkennen eine Anaphylaxie anhand der Beschwerden und Untersuchungsbefunde. Im Notfall warten sie nicht auf einen bestätigenden Test. Adrenalin, das in einen Muskel verabreicht wird, ist das Notfallmedikament der ersten Wahl. Anschließend wird fachärztlich abgeklärt, was die Reaktion ausgelöst hat. Cardona et al., 2020, Muraro et al., 2022

Auch ohne Notfall sollten wiederkehrende Beschwerden ärztlich abgeklärt werden. Das gilt ebenso, wenn die üblichen Medikamente nicht mehr ausreichend helfen. Im Gespräch geht es zunächst darum, ob eine Allergie die Symptome erklären könnte; zur weiteren Abklärung kann ein Allergietest gehören. MedlinePlus: Allergische Rhinitis

Allergiesymptome, Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung?

Ein einzelnes Symptom reicht zur Unterscheidung nicht aus. Mehr Aufschluss geben die Kombination der Beschwerden, ihr Beginn und ihre Dauer. Allergiesymptome beginnen kurz nach dem Kontakt mit einem Allergen. Eine Erkältung setzt dagegen einige Tage nach der Infektion mit einem von mehr als 200 möglichen Viren ein. MedlinePlus: Allergische Rhinitis, MedlinePlus: Erkältung

Merkmal Allergien Erkältung Nasennebenhöhlenentzündung
Beginn Kurz nach dem Kontakt mit einem Allergen Einige Tage nach der Infektion Häufig im Anschluss an eine Erkältung
Dauer Solange der Kontakt mit dem Allergen anhält Manche Symptome 10–14 Tage Akut: bis zu 4 Wochen
Fieber Kein Merkmal eines gewöhnlichen Heuschnupfens Kann auftreten, ist aber selten Kann auftreten
Juckreiz Juckende Nase, Augen oder juckender Rachen sind typisch Kein kennzeichnendes Merkmal Kein kennzeichnendes Merkmal
Verlauf, Häufigkeit oder weitere Einteilung nach Dauer Zeitweise oder anhaltend 2–3 Erkältungen pro Jahr bei Erwachsenen Subakut: 4–12 Wochen; chronisch: länger als 12 Wochen

Die Fieberunterscheidung bezieht sich auf gewöhnliche Atemwegsallergien wie Heuschnupfen, nicht auf jede mögliche Immun- oder Arzneimittelreaktion. NIH-Vergleich von Atemwegssymptomen. Die letzte Zeile beschreibt bei Allergien den Verlauf, bei Erkältungen die jährliche Häufigkeit und bei einer Nasennebenhöhlenentzündung weitere Formen nach ihrer Dauer. Diese Angaben lassen sich nicht direkt miteinander vergleichen.

Quellen zur Tabelle: MedlinePlus: Erkältung, MedlinePlus: Nasennebenhöhlenentzündung, MedlinePlus: Allergische Rhinitis, Bousquet et al., 2020. Zum Umgang mit Beschwerden in der Nacht: Schlafen mit einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Auch in der ärztlichen Praxis ist die Unterscheidung nicht immer einfach. Bei Menschen mit Verdacht auf eine akute Rhinosinusitis, also eine Entzündung von Nase und Nasennebenhöhlen, bestätigte die Bildgebung die Entzündung bei 51 %. Bei 31 % entsprach der Befund einer akuten bakteriellen Rhinosinusitis. Dafür diente Eiter bei einer Nebenhöhlenpunktion oder eine positive Bakterienkultur als Referenz, nicht die Bildgebung allein. Einzelne Zeichen hatten nur begrenzte diagnostische Aussagekraft. Die Zahlen gelten für Menschen mit Verdacht auf eine akute Rhinosinusitis, nicht für alle Menschen mit Schnupfen. Ebell et al., 2019

Allergien können außerdem eine Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen. Beide Erkrankungen können somit auch zusammenhängen. Wie lange die Beschwerden anhalten, hilft bei der Einordnung häufig mehr als ein einzelnes Symptom. MedlinePlus: Nasennebenhöhlenentzündung

Wie lange Allergiesymptome anhalten

Solange der Kontakt mit dem Allergen besteht, können auch die Beschwerden anhalten. Eine feste Zahl von Tagen lässt sich deshalb nicht nennen. Bei allergischer Rhinitis unterscheidet man einen zeitweisen Verlauf, fachsprachlich „intermittierend“, und einen anhaltenden Verlauf, „persistierend“. Zusätzlich wird die Erkrankung nach ihrer Schwere eingeteilt: leicht oder mittelschwer bis schwer. Bousquet et al., 2020

Innerhalb einer Episode treten häufig zuerst Juckreiz an Nase, Augen oder Rachen, Niesen, eine laufende Nase und tränende Augen auf. Eine verstopfte Nase, Husten, verstopfte Ohren, ein vermindertes Riechvermögen, Halsschmerzen, Müdigkeit und Kopfschmerzen entwickeln sich eher später. Aus dieser Abfolge allein lässt sich allerdings nicht erkennen, welches Allergen die Beschwerden auslöst. MedlinePlus: Allergische Rhinitis

Wie Allergien untersucht und bestätigt werden

Nicht jeder Verdacht auf eine Allergie bestätigt sich. In einer Untersuchung gaben 19 % der Erwachsenen in den USA an, eine Nahrungsmittelallergie zu haben. Bei 10,8 % entsprachen die geschilderten Beschwerden den Studienkriterien für eine überzeugend beschriebene Nahrungsmittelallergie. Das bedeutet nicht, dass die Diagnose bei allen Betroffenen durch einen Provokationstest bestätigt wurde. Gupta et al., 2019

  • Am Anfang steht ein Gespräch über die Beschwerden, ihren zeitlichen Verlauf und mögliche Auslöser. Diese Anamnese hilft, den Verdacht einzugrenzen. Bei anhaltender oder unzureichend behandelter Rhinitis können Hauttests oder spezifische IgE-Bluttests die allergische Ursache klären. Ein Verdacht auf eine Nahrungsmittel- oder Arzneimittelreaktion braucht eine eigene Abklärung; dafür müssen die Symptome nicht erst anhalten. Bousquet et al., 2020
  • Der Haut-Pricktest ist bei vielen vermuteten IgE-vermittelten Allergien ein Verfahren der ersten Wahl, aber nicht für jede Art allergischer Reaktion geeignet. Ansotegui et al., 2020
  • Eine Blutuntersuchung auf IgE-Antikörper gegen bestimmte Allergene kann den Hauttest ergänzen oder bei ungeeigneten Hauttestbedingungen ersetzen. Ansotegui et al., 2020
  • Bleibt bei einer möglichen Nahrungsmittelallergie unklar, wie die Ergebnisse einzuordnen sind, gilt ein medizinisch überwachter oraler Provokationstest als Referenzverfahren. Dabei wird das betreffende Nahrungsmittel unter medizinischer Aufsicht verabreicht. Santos et al., 2023

Ein positiver Haut- oder IgE-Test zeigt zunächst, dass das Immunsystem auf das Allergen sensibilisiert ist. Für die Diagnose einer Allergie muss dieses Allergen auch tatsächlich entsprechende Beschwerden auslösen. Ansotegui et al., 2020

Häufig gestellte Fragen

Was sind die 7 häufigen Allergiesymptome?

Häufige Beschwerden lassen sich in sieben Gruppen zusammenfassen: Niesen, eine laufende Nase, eine verstopfte Nase, juckende oder tränende Augen, juckende Haut oder Ausschläge, Schwellungen sowie Husten oder pfeifende Atmung. Sie müssen nicht gleichzeitig auftreten. Juckreiz, Niesen, eine laufende Nase und tränende Augen beginnen häufig kurz nach dem Kontakt mit dem Allergen. Eine verstopfte Nase, Husten und Müdigkeit entwickeln sich eher später. Welche Beschwerden entstehen, hängt davon ab, wo der Körper mit dem Allergen in Kontakt kommt. Sie können leicht bis schwer ausfallen. MedlinePlus: Allergien, MedlinePlus: Allergische Rhinitis

Was sind 5 schwere Allergiesymptome?

Zu den möglichen Zeichen einer schweren Reaktion gehören fünf Gruppen von Beschwerden: Atemnot oder pfeifende Atmung; Schwellungen im Gesicht, an den Augen oder an der Zunge mit Schluckbeschwerden; Schwindel oder Herzklopfen; Nesselsucht mit Hautrötung; sowie verwaschene Sprache oder Bewusstlosigkeit. Sie können innerhalb von Sekunden oder Minuten nach dem Kontakt auftreten. Die Gruppen sind keine Diagnosekriterien: Nesselsucht allein belegt keine Anaphylaxie, und eine schwere Reaktion kann auch ohne Hautzeichen auftreten.

Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion sofort den Notruf wählen: in Deutschland 112, in den USA 911. Einen verordneten Adrenalin-Autoinjektor sofort anwenden, wenn er verfügbar ist; nicht auf einen Test oder den Rettungsdienst warten. Adrenalin, das in einen Muskel verabreicht wird, ist das Notfallmedikament der ersten Wahl. MedlinePlus: Anaphylaxie, Cardona et al., 2020

Woran lässt sich erkennen, ob ein Infekt oder eine Allergie vorliegt?

Hinweise geben vor allem der Beginn der Beschwerden und begleitender Juckreiz. Allergiesymptome beginnen kurz nach dem Kontakt mit einem Allergen. Häufig jucken dabei Nase, Augen oder Rachen. Eine Erkältung beginnt einige Tage nach der Infektion mit einem von mehr als 200 möglichen Viren; manche Beschwerden dauern 10–14 Tage.

Auch ärztlich lassen sich die Ursachen nicht immer leicht unterscheiden. Bei Menschen mit Verdacht auf eine akute Rhinosinusitis bestätigte die Bildgebung die Entzündung in 51 % der Fälle; bei 31 % stützten eine Punktion oder eine positive Kultur die Diagnose einer akuten bakteriellen Rhinosinusitis. Diese Ergebnisse gelten für die untersuchte Gruppe mit Rhinosinusitisverdacht. Ob die eigenen Beschwerden auf eine Allergie oder einen Infekt zurückgehen, lässt sich daraus nicht ablesen. MedlinePlus: Erkältung, MedlinePlus: Allergische Rhinitis, Ebell et al., 2019

Können Allergien Halsschmerzen verursachen?

Ja. Bei allergischer Rhinitis treten Halsschmerzen eher im späteren Verlauf auf. Zu den späteren Beschwerden gehören auch eine verstopfte Nase, Husten, verstopfte Ohren und ein vermindertes Riechvermögen. Halsschmerzen, die während der Pollensaison über Wochen anhalten, können eher zu diesem Verlauf passen als zu einer einzelnen viralen Erkältung. Sicher bestimmen lässt sich die Ursache anhand dieses Musters allein aber nicht. MedlinePlus: Allergische Rhinitis

Können Allergien Kopfschmerzen verursachen?

Kopfschmerzen können bei allergischer Rhinitis auftreten. Zusammen mit Müdigkeit und Reizbarkeit gehören sie eher zu den späteren Beschwerden; Niesen und Juckreiz stehen häufiger am Anfang. Studien beobachteten bei Menschen mit allergischer Rhinitis außerdem schlechtere Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und morgendliche Kopfschmerzen. Die Evidenz für diesen Zusammenhang wurde als niedrig bis sehr niedrig eingestuft. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass die Rhinitis über schlechteren Schlaf die Kopfschmerzen verursacht. MedlinePlus: Allergische Rhinitis, Liu et al., 2020

Können Allergien Fieber verursachen?

Gewöhnlicher Heuschnupfen verursacht kein Fieber. Fieber zusammen mit allergischen Nasenbeschwerden spricht für einen weiteren Vorgang, etwa einen Infekt. NIH-Vergleich von Atemwegssymptomen. Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann mit Fieber, Schwäche und Müdigkeit einhergehen. Typisch für eine allergische Rhinitis sind dagegen Niesen, Juckreiz und eine verstopfte Nase. Allerdings können Allergien eine Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen. Kommt nach wochenlangen Nasenbeschwerden Fieber hinzu, ist deshalb eine ärztliche Beurteilung sinnvoll. MedlinePlus: Allergische Rhinitis, MedlinePlus: Nasennebenhöhlenentzündung

Können Allergien erst im Erwachsenenalter entstehen?

Ja. Unter Erwachsenen in den USA mit überzeugend beschriebener Nahrungsmittelallergie berichteten 48 %, dass mindestens eine ihrer Nahrungsmittelallergien erst im Erwachsenenalter begonnen hatte. Das bedeutet nicht, dass alle zuvor frei von Nahrungsmittelallergien waren. Insgesamt erfüllten 10,8 % der Erwachsenen die Studienkriterien für eine überzeugend beschriebene Nahrungsmittelallergie; 19 % gaben selbst an, eine solche Allergie zu haben. Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Maßstäbe und sind nicht gleichbedeutend mit einer durch einen Provokationstest bestätigten Diagnose. Gupta et al., 2019

Auch diagnostizierte allergische Erkrankungen insgesamt sind verbreitet: 2024 hatten 31,7 % der Erwachsenen in den USA eine diagnostizierte saisonale Allergie, ein Ekzem oder eine Nahrungsmittelallergie. Bottoms-McClain et al., 2026

Wie werden Allergien ärztlich getestet?

Zunächst werden die Beschwerden und ihre Vorgeschichte im Gespräch erfasst. Diese Anamnese hilft bei der Entscheidung, welche Tests infrage kommen. Bei anhaltender oder unzureichend behandelter Rhinitis können Hauttests oder spezifische IgE-Bluttests weiterhelfen. Andere vermutete Reaktionen, etwa auf Nahrungsmittel oder Medikamente, werden gesondert beurteilt; die Beschwerden müssen dafür nicht erst dauerhaft werden. Der Haut-Pricktest ist bei vielen vermuteten IgE-vermittelten Allergien ein Verfahren der ersten Wahl, aber nicht für jede Art allergischer Reaktion geeignet. Bluttests auf IgE-Antikörper gegen bestimmte Allergene können ihn ergänzen.

Bei unklaren Ergebnissen zu einer möglichen Nahrungsmittelallergie gilt ein medizinisch überwachter oraler Provokationstest als Referenzverfahren. Ein positiver Haut- oder IgE-Test zeigt dagegen zunächst eine Sensibilisierung. Für die Diagnose einer Allergie muss das betreffende Allergen auch tatsächlich entsprechende Beschwerden auslösen. Ansotegui et al., 2020, Bousquet et al., 2020, Santos et al., 2023

Quellen

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