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Asthma: Was Eosinophile und CRP über Entzündungen aussagen

Klinische Prüfung ausstehend

Was Blutwerte wie Eosinophile und CRP bei Asthma zeigen können, welche Faktoren die Ergebnisse beeinflussen und warum Symptome und Lungenfunktion für die Einordnung wichtig bleiben.

Blutwerte können helfen, Entzündungen bei Asthma einzuordnen. Eosinophile geben Hinweise auf bestimmte Immunreaktionen; das C-reaktive Protein (CRP) zeigt allgemeiner an, ob im Körper eine Entzündung vorliegt. Beide Werte können die Beurteilung des Krankheitsverlaufs ergänzen. Für eine Asthmadiagnose reichen sie allein nicht aus. Entscheidend bleibt, wie sie zu Beschwerden, Krankengeschichte und Lungenfunktion passen.

Welche Entzündungssignale bei Asthma eine Rolle spielen

Messbare Merkmale, die Hinweise auf Vorgänge im Körper geben, heißen Biomarker. Bei Asthma können bestimmte Blutwerte helfen, die Immunreaktionen zu beschreiben, die zur Schwellung und Verengung der Bronchien beitragen. Sie liefern Anhaltspunkte dafür, ob die Entzündung allergisch geprägt ist oder einem anderen Muster folgt. Wie stark die Atemwege entzündet sind, lässt sich aus einem Blutwert allein jedoch nicht ablesen.

Zu diesen Markern gehören Eosinophile, eine Art weißer Blutkörperchen, und Immunglobulin E (IgE), ein Antikörper, der an allergischen Reaktionen beteiligt ist. Beide Werte können bei sogenannten Typ-2-Immunreaktionen erhöht sein. Für diese Form der Entzündung ist auch die Bezeichnung T2-Entzündung gebräuchlich. Beteiligt sind Immunzellen und die Zellen, die die Atemwege auskleiden. Sie wirken über Botenstoffe zusammen, darunter die Zytokine IL-5 und IL-13. Diese fördern die Schleimproduktion, die Überempfindlichkeit der Atemwege und akute Verschlechterungen des Asthmas. Solche Verschlechterungen heißen Exazerbationen. Auch das Blutprotein Periostin kann Hinweise darauf geben, wie die Atemwegsauskleidung auf die Entzündung reagiert.

Je nach Marker können die Messwerte helfen, die Aktivität der Erkrankung und das Risiko für Beschwerden oder Exazerbationen einzuschätzen. Sie können außerdem Hinweise auf mögliche Ansatzpunkte für Biologika liefern. Diese Medikamente greifen gezielt in bestimmte biologische Prozesse ein. Zusammen mit den übrigen Befunden unterstützen Biomarker die ärztliche Entscheidung, welche Behandlung zum jeweiligen Erkrankungsmuster passt.

Wie Eosinophile und CRP das Asthmamuster einordnen helfen

Eosinophile und CRP beantworten unterschiedliche Fragen. Eosinophile können auf eine allergisch oder durch Typ-2-Reaktionen geprägte Entzündung hindeuten. CRP gibt Hinweise auf Entzündungen im übrigen Körper, etwa im Zusammenhang mit einer Infektion. Zusammen mit anderen Befunden können die Werte helfen, das Asthmamuster und das Risiko akuter Verschlechterungen einzuschätzen. Die beiden Werte allein trennen allergisches Asthma jedoch nicht zuverlässig von Beschwerden, bei denen Reizstoffe oder Infektionen im Vordergrund stehen.

Eosinophile machen typischerweise etwa 1 bis 4 % der weißen Blutkörperchen aus. Neben diesem Anteil lässt sich ihre absolute Zahl bestimmen, also wie viele Eosinophile in einem bestimmten Blutvolumen vorkommen. Anteil und absolute Zahl sind unterschiedliche Angaben; beim Vergleich mit einem Laborbefund gehören deshalb Einheit und Referenzbereich dazu. Konkrete Zahlen stehen im Abschnitt zur Interpretation der Ergebnisse.

Erhöhte Eosinophile können auf eine Typ-2-Entzündung der Atemwege hindeuten. Ein solches Muster kann mit vermehrter Schleimproduktion, einem höheren Risiko für pfeifende Atmung und nächtlichen Beschwerden einhergehen. Auch Nebenhöhlenbeschwerden und Ekzeme können gleichzeitig auftreten. Ein höherer CRP-Wert weist dagegen allgemeiner auf eine Entzündung hin. Mögliche Zusammenhänge sind eine Exazerbation, eine Infektion, Adipositas oder eine Begleiterkrankung. Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein können diese Entzündung begleiten; auch Zusammenhänge mit Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System werden beschrieben. Der CRP-Wert allein zeigt weder die Ursache noch die Folgen an.

Niedrige Werte können zu einer geringen Entzündungsaktivität passen. Bei niedrigen Eosinophilenwerten kann die eosinophile Aktivität gering sein. Husten oder Engegefühl im Brustkorb können dennoch bestehen, etwa im Zusammenhang mit Reizstoffen, kalter Luft oder Viren. Aus dem niedrigen Wert lässt sich nicht ableiten, welcher Auslöser verantwortlich ist, und eine allergische Beteiligung ist damit nicht sicher ausgeschlossen. Ein niedriger CRP-Wert spricht für wenig systemische Entzündung, also eine geringe Entzündungsbelastung im Körper insgesamt. Auch er belegt für sich genommen keine stabile Atemwegsfunktion. Medikamente und andere Einflüsse auf die Messwerte müssen bei der Beurteilung berücksichtigt werden.

Alter und Lebenssituation können ebenfalls eine Rolle spielen: Bei Kindern mit allergischer Veranlagung sind Eosinophilenwerte häufiger erhöht. In der Schwangerschaft kann CRP auch ohne Infektion leicht höher liegen.

Wiederholte Messungen können helfen, das Erkrankungsmuster, den sogenannten Asthma-Phänotyp, und das Exazerbationsrisiko im Verlauf zu beurteilen. Zur ärztlichen Gesamteinschätzung gehören außerdem Nebenhöhlenerkrankungen, atopische Hautbeschwerden wie Ekzeme und das Körpergewicht. Ob die Blutwerte darüber hinaus strukturelle Veränderungen der Atemwege oder die langfristige Herz- und Lungengesundheit vorhersagen können, bleibt hier offen.

Was die Blutwerte zum Gesamtbild beitragen

Entzündungs- und Immunprozesse bei Asthma können auch über die Lunge hinaus eine Rolle spielen. Blutwerte können Hinweise auf solche Zusammenhänge liefern. Wie sich diese Prozesse auf das Energieniveau, den Stoffwechsel, die Herz-Kreislauf-Gesundheit oder kognitive Funktionen auswirken, lässt sich aus Eosinophilen und CRP allein aber nicht bestimmen.

Eosinophile sind sowohl an allergischen Reaktionen als auch an der Abwehr bestimmter Infektionen beteiligt. Ihre Zahl kann bei Asthma steigen und auf eine ausgeprägte Immunreaktion auf Umweltreize hindeuten. Ein erhöhter Wert beschreibt jedoch nicht die Aktivität des gesamten Immunsystems.

CRP bildet die Leber als Reaktion auf Entzündungen. Es ist kein spezifischer Asthmamarker. Erhöhte Werte können bei einer akuten Asthmaverschlechterung oder schlecht kontrolliertem Asthma vorkommen, aber auch andere entzündliche Ursachen haben. Ein einzelner Wert zeigt zudem nicht, ob eine Entzündung anhält.

Unauffällige Eosinophilenwerte können zu einer geringeren eosinophilen Aktivität und einem Verlauf mit stabileren Atemwegen und weniger Beschwerden passen. Ein niedriger CRP-Wert kann einen stabilen allgemeinen Gesundheitszustand begleiten. Aus beiden Werten lässt sich dennoch nicht sicher schließen, dass das Asthma gut kontrolliert oder das Immunsystem insgesamt „im Gleichgewicht“ ist. Sie ergänzen die Beurteilung der entzündlichen Prozesse, deren Kontrolle für den Erhalt der Lungenfunktion wichtig ist.

Für die Einordnung zählen auch kürzlich durchgemachte Infektionen, Allergien, Alter, Schwangerschaft und Medikamente wie Kortikosteroide. Hinzu kommen Unterschiede zwischen Labormethoden und Referenzbereichen. Aussagekräftig werden die Ergebnisse deshalb erst zusammen mit der Krankengeschichte und dem aktuellen Gesundheitszustand.

Häufig gestellte Fragen

Was wird bei einer Blutuntersuchung im Zusammenhang mit Asthma gemessen?

Zu den untersuchten Werten gehören Eosinophile und CRP. Eosinophile sind weiße Blutkörperchen, die Hinweise auf eine allergische beziehungsweise Typ-2-Entzündung der Atemwege geben können. Das C-reaktive Protein, kurz CRP, zeigt allgemeiner Entzündungen im Körper an. Keiner der beiden Werte reicht für eine Asthmadiagnose aus. Zusammen mit den Beschwerden und der Lungenfunktion können sie helfen, das Erkrankungsmuster zu beschreiben, die Entzündungsbelastung einzuschätzen und das Ansprechen auf eine Behandlung zu verfolgen.

Warum kann eine Blutuntersuchung bei Asthma sinnvoll sein?

Sie kann Hinweise darauf geben, welche Entzündungsprozesse an der Erkrankung beteiligt sind. Höhere Eosinophilenwerte können für eosinophiles beziehungsweise Typ-2-Asthma sprechen und mit einem höheren Risiko akuter Verschlechterungen einhergehen. Ein erhöhter CRP-Wert kann auf eine zusätzliche systemische Entzündung hinweisen, die die Asthmakontrolle beeinträchtigen kann. CRP zeigt dabei nicht, woher die Entzündung kommt. Im ärztlichen Gespräch lassen sich die Werte mit den Beschwerden abgleichen. Wiederholte Messungen können außerdem helfen, das Exazerbationsrisiko einzuschätzen und zu verfolgen, ob die Entzündung unter der Behandlung zurückgeht.

Ist eine Blutentnahme zu Hause möglich?

Wie häufig sollten die Werte kontrolliert werden?

Das hängt vom Krankheitsverlauf und der Behandlung ab. Eine erste Messung kann als Ausgangswert dienen. Weitere Kontrollen kommen infrage, wenn sich Beschwerden verändern, die Behandlung wesentlich umgestellt wurde oder eine Exazerbation auftritt. Damit lässt sich verfolgen, wie sich die Entzündungsaktivität verändert.

Bei eosinophilen Merkmalen oder häufigen Verschlechterungen können regelmäßige Messungen helfen, den Verlauf zu beurteilen. Ein Intervall von beispielsweise ein- oder zweimal jährlich ist jedoch kein allgemeiner Testplan; für diese Häufigkeit ist hier keine konkrete Leitlinienempfehlung belegt. Bei anderen Verläufen können gelegentliche, am individuellen Krankheitsbild orientierte Kontrollen infrage kommen.

Was kann die Biomarkerwerte beeinflussen?

Kortikosteroide und Biologika, die gezielt auf Typ-2-Signalwege wirken, können die Eosinophilenwerte senken. Allergenkontakt, parasitäre Infektionen und aktive Asthmaverschlechterungen können sie erhöhen. CRP kann bei Infektionen, Adipositas, Rauchen und Autoimmunerkrankungen steigen, ebenso nach Verletzungen oder Operationen.

Intensive körperliche Belastung, akuter Stress und die Tageszeit können kleinere Schwankungen verursachen. Ein einzelner auffälliger Wert muss deshalb nicht die Asthmaaktivität widerspiegeln. Er kann auch mit einer vorübergehenden anderen Erkrankung zusammenhängen.

Ist vor der Blutuntersuchung auf Eosinophile und CRP eine Vorbereitung nötig?

Für diese beiden Werte ist es nicht nötig, nüchtern zu bleiben. Ungewöhnlich anstrengende körperliche Aktivität unmittelbar vor der Blutentnahme sollte vermieden werden, weil sie die Zahl weißer Blutkörperchen und den CRP-Wert vorübergehend verändern kann.

Bei einer Behandlung mit Kortikosteroiden oder Biologika kann auch der Zeitpunkt der Medikamentengabe die Eosinophilenwerte beeinflussen. Er sollte deshalb bei der Untersuchung dokumentiert werden. Ebenso wichtig ist, ob das Blut während einer akuten Verschlechterung oder in einer stabilen Phase abgenommen wurde: Die Messungen beschreiben unterschiedliche Krankheitssituationen und müssen entsprechend eingeordnet werden.

Können Veränderungen des Lebensstils die Biomarkerwerte beeinflussen?

Ja. Körpergewicht, Tabakrauchbelastung, Schlafqualität, Infektionen und Allergenkontakt können die Entzündungsprozesse beeinflussen, die hinter den Messwerten stehen. Geht die systemische Entzündung zurück, sinkt tendenziell auch CRP. Nimmt die allergische beziehungsweise Typ-2-Aktivierung in den Atemwegen ab, können die Eosinophilenwerte sinken. Wie sich die Werte verändern, hängt davon ab, welche Prozesse im Einzelfall beteiligt sind; nicht jeder der genannten Faktoren wirkt auf beide Marker gleichermaßen.

Wie lassen sich die Ergebnisse interpretieren?

Als typische Eosinophilenzahl wird hier ein Wert unter etwa 500 Zellen/µL genannt. Werte über etwa 150 Zellen/µL werden als Hinweis auf eine Typ-2-Entzündung beschrieben. Über etwa 300 Zellen/µL können sie auf ein höheres Exazerbationsrisiko und ein mögliches Ansprechen auf Therapien hindeuten, die sich gegen Eosinophile richten. Diese Zahlen beschreiben unterschiedliche Fragestellungen. Sie sind keine austauschbaren Grenzwerte und stellen allein keine Diagnose dar. Welche Schwelle im Einzelfall relevant ist, hängt vom klinischen Zusammenhang und der jeweiligen Therapie ab.

Bei geringer systemischer Entzündung ist CRP üblicherweise niedrig. Der hier genannte Wert von <3 mg/L lässt sich ohne Angabe des Messverfahrens und des Laborreferenzbereichs jedoch nicht als allgemeine Grenze verwenden. Deutlich erhöhte Werte sprechen häufig für eine Infektion oder einen anderen entzündlichen Auslöser. Für die Diagnose und Behandlung von Asthma ergänzen beide Blutwerte die Beschwerden und die Lungenfunktionsprüfung; sie ersetzen diese Untersuchungen nicht.

Quellen

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