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Gutartige Prostatavergrößerung: Was PSA-Werte über BPH aussagen

Klinische Prüfung ausstehend

Wie Gesamt-PSA und freies PSA bei einer gutartigen Prostatavergrößerung eingeordnet werden, welche Einflüsse die Werte verändern und warum Bluttests allein keine Diagnose ermöglichen.

Ein Bluttest allein kann eine gutartige Prostatavergrößerung weder feststellen noch von Prostatakrebs unterscheiden. Gesamt-PSA und freies PSA liefern jedoch Hinweise auf Veränderungen der Prostata. Zusammen mit Beschwerden und Untersuchungsbefunden helfen sie zu entscheiden, ob weitere Untersuchungen nötig sind. Bei der Einordnung zählen auch Medikamente, Entzündungen und vorübergehende Einflüsse, die die Werte verändern können.

Benigne Prostatahyperplasie und die Rolle von PSA

Bei einer benignen Prostatahyperplasie, kurz BPH, vermehrt sich gutartiges Prostatagewebe. Blutwerte können Hinweise auf die Größe der Drüse und die Aktivität ihrer Zellen geben. Solche messbaren biologischen Merkmale heißen Biomarker. Der wichtigste ist das prostataspezifische Antigen, kurz PSA. Zellen, die die Drüse auskleiden, bilden dieses Protein. Es befindet sich vor allem in den Prostatagängen und in der Samenflüssigkeit. Vergrößert sich die Drüse oder erneuern sich die auskleidenden Zellen schneller, kann mehr PSA ins Blut gelangen.

Neben dem Gesamt-PSA lassen sich verschiedene Formen und verwandte Proteine untersuchen: freies, also ungebundenes PSA, die PSA-Vorstufe proPSA, insbesondere [-2]proPSA, und humanes Kallikrein 2 (hK2). Sie gehören zur Familie der Kallikrein-verwandten Peptidasen, einer Gruppe proteinspaltender Enzyme. Die Messungen sollen unterschiedliche Vorgänge im Prostatagewebe erfassen, etwa die Sekretbildung und Veränderungen an den Drüsengängen. Welche dieser Werte zur Beurteilung einer BPH beitragen, lässt sich aber nicht aus ihrer biologischen Funktion allein ableiten. Die hier aufgeführten Arbeiten zu p2PSA untersuchen dessen Nutzen bei der Erkennung von Prostatakrebs, nicht bei der Verlaufskontrolle einer BPH. Jansen et al., 2010; Sokoll et al., 2010.

Keiner dieser Blutwerte weist für sich genommen eine BPH nach. Bestimmte Kombinationen können helfen, mögliche Ursachen einer Prostataveränderung einzugrenzen, weitere Untersuchungen zu planen und den Verlauf zu beobachten. Auch die Androgene Testosteron und Dihydrotestosteron beeinflussen das Wachstum der Prostata. Diese Hormone wirken jedoch an vielen Stellen im Körper und sind keine prostataspezifischen Biomarker.

Warum das PSA-Muster bei einer Prostatavergrößerung wichtig ist

Bei der Abklärung stehen vor allem Gesamt-PSA und freies PSA im Vordergrund. Gesamt-PSA umfasst das im Blut gebundene und das ungebundene PSA. Freies PSA lässt sich als eigener Messwert oder als prozentualer Anteil am Gesamt-PSA angeben. Da die Drüsengröße und die Erneuerung der auskleidenden Zellen die PSA-Produktion beeinflussen, können die Werte Hinweise auf Veränderungen der Prostata liefern. Ob die vergrößerte Drüse den Harnabfluss behindert und dadurch Blase oder Nieren belastet, müssen weitere Untersuchungen klären.

Gesamt-PSA steigt tendenziell mit dem Alter und dem Prostatavolumen. Zur Einordnung werden auch altersbezogene Referenzbereiche herangezogen. Ein für das Alter niedriger Wert kann zu einer kleineren Prostata passen, belegt aber allein nicht, dass die Prostata gesund ist.

Der prozentuale Anteil des freien PSA hilft dabei, einen erhöhten Gesamt-PSA-Wert einzuordnen. Ein höherer Anteil passt eher zu einer gutartigen Gewebevermehrung; ein niedrigerer Anteil kann auf eine höhere Wahrscheinlichkeit für Prostatakrebs hinweisen. Er liefert damit einen Anhaltspunkt für die weitere Abklärung, keine Diagnose. Die Unterscheidung mithilfe des freien PSA ist Gegenstand der Arbeit von Catalona et al., 1995.

Bei BPH kann ein Gesamt-PSA-Wert im mittleren bis oberen Teil des altersbezogenen Referenzbereichs mit einer größeren Prostata einhergehen. Mit zunehmender Größe können Beschwerden wie ein schwacher Harnstrahl, plötzlicher Harndrang oder nächtliches Wasserlassen, die sogenannte Nykturie, wahrscheinlicher werden. Ein höherer Anteil freien PSA stützt in diesem Zusammenhang die Annahme einer gutartigen Ursache, bestätigt sie aber nicht.

Ein niedriger Gesamt-PSA-Wert kann zu einer kleineren Drüse und einer geringeren Aktivität ihrer Zellen passen, gegebenenfalls zusammen mit einem höheren Anteil freien PSA. Wie stark eine Entzündung oder Abflussbehinderung ist, lässt sich daraus nicht sicher ableiten. Jüngere Männer haben typischerweise sehr niedrige Werte; bei älteren Männern kann niedriges PSA auf eine weniger ausgeprägte BPH hindeuten. Wenn trotz niedriger Werte Beschwerden beim Wasserlassen bestehen, kommt auch eine Störung der Blasenfunktion als Ursache infrage. Zudem können Medikamente, die die Prostata verkleinern, den PSA-Wert senken.

Hormone, Wachstumsvorgänge und Entzündungen beeinflussen PSA. Deshalb werden Gesamt-PSA und freies PSA zusammen mit der körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls einer Bildgebung beurteilt. Eine ausgeprägte Behinderung des Harnabflusses kann längerfristig zu Harnverhalt und einer eingeschränkten Nierenfunktion führen. PSA misst allerdings weder die Belastung der Blase noch die Nierenfunktion. Aus regelmäßigen PSA-Tests lässt sich auch kein Schutz der Nieren ableiten.

Was PSA über BPH aussagen kann und was nicht

Die benigne Prostatahyperplasie ist eine häufige gutartige Vergrößerung der Prostata, die besonders mit zunehmendem Alter auftritt. Sie kann die Harnwege und die Fortpflanzungsfunktion beeinträchtigen.

Gesamt-PSA und freies PSA können Hinweise auf die Aktivität des Prostatagewebes und auf Veränderungen im Verlauf geben. Verändern sich die Werte, kann eine weitere Abklärung nötig sein, besonders wenn zugleich Beschwerden auftreten oder sich der Harnfluss verändert.

Sowohl normales als auch vergrößertes Prostatagewebe bildet PSA. Als freies PSA gilt der Anteil, der im Blut nicht an andere Proteine gebunden ist. Bei BPH können beide Messwerte erhöht sein. Ihr Verhältnis hilft dabei, mögliche Ursachen einzugrenzen: Ein höherer Anteil freien PSA ist eher typisch für eine gutartige Vergrößerung, während ein niedrigerer Anteil Anlass geben kann, unter anderem nach Prostatakrebs zu suchen.

Bleiben die PSA-Werte im erwarteten Bereich für das Alter und passt der Anteil freien PSA zu einer gutartigen Ursache, kann das mit einem stabilen Zustand der Prostata vereinbar sein. Die Werte helfen, Veränderungen zu verfolgen. Eine normale Prostatafunktion oder die allgemeine körperliche Gesundheit bestätigen sie nicht.

Auch die Umstände der Blutentnahme zählen: Alter, eine kürzlich erfolgte Ejakulation, Untersuchungen oder Eingriffe an der Prostata, Infektionen und bestimmte Medikamente können PSA verändern. Labormethoden und Referenzbereiche unterscheiden sich ebenfalls. Deshalb gehört zu jedem Ergebnis die Krankengeschichte samt den übrigen Untersuchungsbefunden.

Häufige Fragen

Was ist eine Blutuntersuchung bei BPH?

Dabei werden Proteine gemessen, die Prostatazellen bilden. Der wichtigste Wert ist PSA, das als Gesamt-PSA und freies PSA bestimmt wird. Wie groß der Anteil des freien PSA am Gesamt-PSA ist, kann helfen, einen erhöhten Wert genauer einzuordnen.

Ein erhöhter PSA-Wert kann bei einer gutartigen Vergrößerung, einer Entzündung oder Infektion der Prostata, der sogenannten Prostatitis, sowie bei Prostatakrebs auftreten. Auch kürzlich erfolgte Untersuchungen oder Eingriffe können ihn erhöhen. Der Bluttest ergänzt die Angaben zu Beschwerden und die körperliche Untersuchung. Allein kann er weder BPH noch Krebs diagnostizieren.

Wozu kann eine Blutuntersuchung bei BPH sinnvoll sein?

Ein erster Messwert kann als Vergleich für spätere Untersuchungen dienen. Gesamt-PSA gibt Hinweise auf die Größe und Aktivität der Prostata. Der prozentuale Anteil des freien PSA hilft, mögliche Ursachen eines erhöhten Werts zu unterscheiden: Ein höherer Anteil spricht eher für gutartige Ursachen wie BPH, ein niedrigerer kann den Verdacht auf andere krankhafte Veränderungen erhöhen.

Zusammen mit Beschwerden und Untersuchungsbefunden können die Werte helfen, eine gutartige Vergrößerung von einer Entzündung oder einer Erkrankung mit höherem Risiko abzugrenzen. Davon hängt auch ab, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind. Die Blutwerte allein reichen für diese Entscheidung nicht aus.

Ist eine Blutentnahme zu Hause möglich?

Ja, sofern ein entsprechender Dienst vor Ort verfügbar ist. Gesamt-PSA und freies PSA lassen sich aus einer üblichen venösen Blutprobe bestimmen, die auch bei einem Hausbesuch entnommen werden kann. Für die Blutentnahme ist dann kein Klinikbesuch nötig.

Ob der Dienst auch die sichere Verarbeitung der Probe und einen Ergebnisbericht mit Einordnung und Interpretationshinweisen umfasst, hängt vom Anbieter ab. Diese Leistungen gehören zu dem im Ausgangsmaterial beschriebenen Angebot; sie lassen sich nicht für jeden Hausbesuchsdienst voraussetzen.

Wie häufig sollte der PSA-Wert bestimmt werden?

Das Intervall hängt unter anderem vom Alter, der Prostatagröße, früheren PSA-Werten und der familiären Vorgeschichte ab. Auch kürzlich aufgetretene Infektionen oder Eingriffe spielen eine Rolle. Eine jährliche Bestimmung kann zur Verlaufsbeobachtung beitragen. Daraus folgt jedoch keine allgemeine Empfehlung, PSA bei den meisten Menschen jährlich zu messen.

Bei einem unerwartet hohen Ergebnis kann eine frühere Wiederholungsmessung klären helfen, ob der Wert anhaltend erhöht ist. Vorübergehende Einflüsse sollten dafür zunächst abgeklungen sein. Mehrere Messungen über die Zeit geben mehr Aufschluss über die Entwicklung als ein einzelner Wert.

Was kann die Biomarkerwerte beeinflussen?

PSA steigt tendenziell mit zunehmendem Alter und größerem Prostatavolumen. Vorübergehend können auch eine Prostatitis, eine Harnwegsinfektion, Harnverhalt, eine kürzlich erfolgte Ejakulation oder intensives Radfahren die Werte erhöhen. Das gilt ebenso für bestimmte Untersuchungen und Eingriffe, darunter eine Katheterisierung, Blasenspiegelung, Prostatamassage oder Biopsie.

5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid und Dutasterid senken PSA bei längerfristiger Anwendung ungefähr um die Hälfte. Eine Testosterontherapie kann den Wert dagegen erhöhen. Nach einer Infektion oder einer Untersuchung beziehungsweise Behandlung mit Instrumenten im Harntrakt können die Ergebnisse über Wochen verändert bleiben. Hinzu kommen kleinere Schwankungen von Tag zu Tag und Unterschiede zwischen Labormessungen.

Ist vor der Blutuntersuchung auf Gesamt-PSA und freies PSA eine Vorbereitung nötig?

Für die PSA-Bestimmung muss die Blutentnahme nicht nüchtern erfolgen. Als Vorbereitung wird empfohlen, für 24–48 Stunden auf Ejakulation und intensives Radfahren zu verzichten. Möglichst sollte die Blutprobe vor Untersuchungen oder Eingriffen an der Prostata entnommen werden. Nach einer Infektion, Katheterisierung oder Biopsie wird ein Abstand von mehreren Wochen genannt. Welcher Zeitpunkt passt, muss im jeweiligen Untersuchungskontext abgestimmt werden.

Finasterid und Dutasterid senken den PSA-Wert; ihre Einnahme muss deshalb bei der Einordnung bekannt sein. Außerdem wird empfohlen, ausreichend zu trinken und die Blutentnahme zu einem Zeitpunkt durchführen zu lassen, an dem keine akute Infektion Harnwegsbeschwerden verursacht.

Können Änderungen des Lebensstils die Biomarkerwerte beeinflussen?

Einzelne Aktivitäten können PSA kurzfristig verändern. Eine Ejakulation und der Druck des Fahrradsattels können den Wert vorübergehend erhöhen. Ein Verzicht darauf vor der Blutentnahme soll solche Einflüsse auf das Ergebnis verringern. Auch der Flüssigkeitshaushalt und akute Erkrankungen können kleinere Verschiebungen verursachen. Medikamente, die die Wirkung von Androgenen beeinflussen, können das PSA-Niveau längerfristig verändern.

Eine BPH entwickelt sich dagegen durch das Wachstum der Prostata über längere Zeit. Deutlichere Veränderungen der Blutwerte hängen deshalb typischerweise mit biologischen Vorgängen, Entzündungen oder medizinischen Behandlungen zusammen und weniger mit kurzfristigen Änderungen des Lebensstils.

Wie lassen sich die Ergebnisse einordnen?

Für die Einordnung zählen das Alter und besonders die Entwicklung über die Zeit. Ein weitgehend stabiler oder langsam steigender Gesamt-PSA-Wert kann zu einer gutartigen Vergrößerung passen. Ein höherer Anteil freien PSA spricht ebenfalls eher für gutartige Ursachen wie BPH. Ein niedrigerer Anteil kann mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für klinisch bedeutsamen Prostatakrebs verbunden sein. Keines dieser Muster liefert allein eine Diagnose.

Eine kürzlich aufgetretene Infektion, eine Ejakulation oder ein Eingriff können PSA vorübergehend erhöhen und die Einordnung erschweren. Zusammen mit den Beschwerden und der körperlichen Untersuchung helfen die Werte zu entscheiden, ob zunächst weiter beobachtet, die Messung wiederholt oder zusätzlich untersucht werden sollte.

Quellen

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