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Können die Wechseljahre zu Gewichtsverlust führen?

Klinische Prüfung ausstehend

Gewichtsverlust kann während der Wechseljahre auftreten, ist aber weniger typisch als eine Gewichtszunahme. Muskelabbau, Appetitveränderungen, Stress oder Schilddrüsenerkrankungen können eine Rolle spielen. Unbeabsichtigtes Abnehmen sollte abgeklärt und nicht automatisch dem Hormonwandel zugeschrieben werden.

Während der Wechseljahre kann das Gewicht sinken, auch wenn eine Gewichtszunahme häufiger ist. Das Abnehmen lässt sich jedoch nicht automatisch durch die hormonelle Umstellung erklären. Wer unbeabsichtigt Gewicht verliert, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen.

Neben der Zahl auf der Waage zählt, was sich im Körper verändert: Geht Fett verloren, Muskelmasse oder beides? Davon hängt mit ab, wie eine Gewichtsabnahme gesundheitlich einzuordnen ist.

Was sich während der Wechseljahre im Körper verändert

Die Menopause bezeichnet die letzte Regelblutung. Der Übergang beginnt jedoch bereits Jahre zuvor mit der Perimenopause. In dieser Phase schwanken die Östrogen- und Progesteronspiegel, bevor sie langfristig sinken; die Östrogenproduktion der Eierstöcke nimmt deutlich ab. Diese hormonellen Veränderungen können den Stoffwechsel beeinflussen. Sie können verändern, wie der Körper Fett speichert und verbrennt, und das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse verschieben.

Östrogen trägt zum Erhalt der Muskelmasse bei. Sinkt der Östrogenspiegel, kann das dazu beitragen, dass mehr Muskelgewebe abgebaut als neu aufgebaut wird. Muskeln verbrauchen auch in Ruhe Energie. Mit weniger Muskelmasse kann deshalb der Grundumsatz sinken, also die Energiemenge, die der Körper für seine grundlegenden Funktionen benötigt.

Muskelgewebe ist dichter als Fettgewebe. Für die Gewichtsveränderung zählt allerdings, wie viel Masse verloren geht oder hinzukommt. Geht mehr Muskelmasse verloren, als Fettmasse hinzukommt, kann die Waage weniger anzeigen, obwohl sich die Körperzusammensetzung ungünstig verändert.

Auch der Appetit kann sich während der Wechseljahre verändern. Östrogen beeinflusst Leptin und Ghrelin, Hormone, die an Hunger- und Sättigungssignalen beteiligt sind. Manche Frauen bemerken bei sinkenden Östrogenspiegeln weniger Appetit oder andere Vorlieben beim Essen. Zusätzlich können Stresshormone wie Cortisol eine Rolle spielen. Stress dämpft bei manchen Menschen den Appetit, während er bei anderen das Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln verstärkt.

Wie die Wechseljahre Stoffwechsel, Muskeln und Appetit beeinflussen

Grundumsatz und Energieverbrauch

Der Energieverbrauch kann in den Wechseljahren zurückgehen. Eine Studie zum Ruhe- und Gesamtenergieverbrauch verglich Frauen vor und nach der Menopause mit vergleichbarer abdominaler Adipositas, also einer ähnlich ausgeprägten Fettansammlung im Bauchbereich. Bei den Frauen nach der Menopause war der Energieverbrauch niedriger. Dieser Gruppenvergleich zeigt allerdings nicht, dass jede Frau während des Übergangs dieselbe Veränderung erlebt oder dass allein die hormonelle Umstellung dafür verantwortlich ist.

Zum geringeren Energieverbrauch kann der Verlust von Muskelmasse beitragen. Muskelgewebe benötigt für seinen Erhalt mehr Energie als Fettgewebe. Nimmt die Muskelmasse ab, kann deshalb auch der tägliche Energieverbrauch sinken. Wie groß dieser Beitrag im Einzelfall ist, lässt sich aus den hier beschriebenen Daten nicht ableiten.

Muskelgewebe und Sarkopenie

Sarkopenie bezeichnet einen altersbedingten Verlust von Muskelmasse und Muskelfunktion. Die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre können dazu beitragen. Östrogen unterstützt die Muskelproteinsynthese, bei der der Körper Muskelgewebe aufbaut und repariert. Sinkt der Östrogenspiegel, kann sich das Gleichgewicht zwischen Muskelaufbau und Muskelabbau verschieben.

Unter Verweis auf eine Übersichtsarbeit zur Sarkopenie bei Frauen in den Wechseljahren wird ein möglicher Verlust von ungefähr 0,6 % der Muskelmasse pro Jahr nach der Menopause beschrieben, mit einer Beschleunigung während des Übergangs. Gemeint ist ein Anteil der vorhandenen Muskelmasse, nicht des gesamten Körpergewichts. Der Wert ist keine persönliche Prognose.

Muskelverlust kann das Körpergewicht senken, zugleich aber die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, das Sturzrisiko erhöhen und den Ruheenergieverbrauch verringern.

Hunger- und Sättigungssignale

Östrogen beeinflusst den Appetit unter anderem über Leptin, das an Sättigungssignalen beteiligt ist, und Ghrelin, das Hunger vermittelt. Bei sinkenden Östrogenspiegeln kann die Empfindlichkeit gegenüber Leptin abnehmen. Das Gehirn reagiert dann möglicherweise weniger deutlich auf Sättigungssignale.

Manche Frauen haben dennoch weniger Appetit oder werden früher satt. Mögliche Erklärungen sind individuelle hormonelle Reaktionen, die Stressbelastung und die bereits bestehende Stoffwechselgesundheit. Aus einem einzelnen Hormonwert lassen sich solche Unterschiede nicht vorhersagen. Eine Übersichtsarbeit zu Sexualhormonen, Appetit und Essverhalten bei Frauen behandelt diese Zusammenhänge.

Was hinter Gewichtsverlust in den Wechseljahren stecken kann

Stress und erhöhte Cortisolwerte

Die Wechseljahre fallen häufig in eine belastende Lebensphase. Nachtschweiß kann den Schlaf stören; Stimmungsschwankungen, die Betreuung von Angehörigen oder berufliche Veränderungen können zusätzlichen Stress verursachen. Solche Belastungen können die Regulation von Cortisol, einem wichtigen Stresshormon, beeinflussen.

Dauerhaft erhöhte Cortisolspiegel werden häufig mit Gewichtszunahme in Verbindung gebracht, besonders im Bauchbereich. Als mögliche Erklärung für Gewichtsverlust wird dagegen diskutiert, ob ein akuter oder mäßiger Cortisolanstieg bei manchen Menschen den Appetit unterdrücken und den Energieverbrauch steigern könnte. Für diese Erklärung ist hier kein eindeutig zugeordneter wissenschaftlicher Beleg vorhanden.

Wie sich Stress auf das Gewicht auswirkt, hängt von der individuellen Stressreaktion, dem Essverhalten und weiteren Faktoren ab. Aus der Höhe des Cortisolspiegels allein lässt sich nicht zuverlässig ableiten, ob jemand zu- oder abnimmt.

Veränderungen der Schilddrüsenfunktion

Schilddrüsenerkrankungen können während und nach den Wechseljahren auftreten und ähnliche Beschwerden wie die hormonelle Umstellung verursachen. Eine Schilddrüsenüberfunktion, medizinisch Hyperthyreose, beschleunigt den Stoffwechsel und kann unbeabsichtigten Gewichtsverlust, Hitzeempfindlichkeit und einen schnellen Herzschlag auslösen.

Bei einer subklinischen Hyperthyreose ist das schilddrüsenstimulierende Hormon TSH erniedrigt, während die Schilddrüsenhormone noch im Referenzbereich liegen. Auch bei dieser Konstellation kommt ein Anstieg des Stoffwechsels als Erklärung infrage. Ob und in welchem Umfang sie einen konkreten Gewichtsverlust erklärt, muss individuell beurteilt werden.

Bei unbeabsichtigtem Abnehmen ist es sinnvoll, die Schilddrüsenfunktion in die ärztliche Abklärung einzubeziehen. Je nach Befund können TSH, freies T4 und freies T3 dabei helfen, eine Funktionsstörung zu erkennen.

Eiweißstoffwechsel und Muskelumbau

Sinkende Östrogenspiegel können den Eiweißstoffwechsel beeinflussen und damit auch die Fähigkeit, Nahrungsprotein für den Aufbau und Erhalt von Muskeln zu nutzen. Selbst bei unveränderter Proteinzufuhr reagiert die Muskulatur möglicherweise weniger stark auf den vorhandenen Baustoff.

Dadurch kann sich das Verhältnis von Muskelaufbau und Muskelabbau ungünstig verschieben. Geht Muskelmasse verloren, kann das Körpergewicht sinken, während zugleich der Ruheenergieverbrauch und die Kraft im Alltag abnehmen. Eine Arbeit zur Rolle von Estradiol bei Sarkopenie und Menopause behandelt diesen Zusammenhang.

Warum sich das Gewicht von Frau zu Frau unterschiedlich verändert

Körperzusammensetzung und Muskelmasse zu Beginn

Die Muskelmasse zu Beginn der Wechseljahre könnte mit erklären, warum sich das Gewicht unterschiedlich entwickelt. Bei Frauen mit mehr Muskelmasse könnte ein Muskelverlust auf der Waage deutlicher auffallen; bei geringerer Ausgangsmuskelmasse könnte die Gewichtsveränderung kleiner ausfallen.

Das ist eine mögliche Erklärung, keine allgemeine Regel. Wer zu Beginn mehr Muskelmasse hat, verliert deshalb nicht automatisch mehr Muskeln.

Hormonempfindlichkeit und Rezeptoraktivität

Frauen reagieren unterschiedlich auf sinkende Östrogenspiegel. Das könnte unter anderem mit den Östrogenrezeptoren zusammenhängen, den Bindungsstellen, über die Östrogen in Zellen wirkt. Ihre Aktivität kann sich aufgrund genetischer Unterschiede unterscheiden.

Eine mögliche Erklärung lautet, dass eine stärker erhaltene Rezeptoraktivität trotz sinkender Östrogenkonzentrationen den Muskelverlust und den Rückgang des Energieverbrauchs abmildern könnte. Weniger empfindliche Rezeptoren könnten dagegen mit ausgeprägteren Veränderungen einhergehen. Dieser mechanistische Erklärungsansatz erlaubt bisher keine verlässliche Aussage über den individuellen Gewichtsverlauf.

Stressreaktion und Cortisolmuster

Auch die Cortisolreaktion auf Stress unterscheidet sich von Frau zu Frau. Bei manchen steigt der Cortisolspiegel als Reaktion auf Schlafstörungen, Hitzewallungen oder andere Belastungen stärker an, während die Werte bei anderen vergleichsweise stabil bleiben.

Ob ausgeprägte Cortisolreaktionen eher mit Appetitverlust und Gewichtsabnahme einhergehen und schwächere Reaktionen eher mit Gewichtszunahme, ist nicht verlässlich belegt. Diese Vermutung bleibt eine zu prüfende Erklärung dafür, weshalb Stress bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Auswirkungen auf Essen und Gewicht haben kann.

Schilddrüsengesundheit und Autoimmunerkrankungen

Zu den Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse gehören die Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow. Morbus Basedow kann eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen und zu raschem, unbeabsichtigtem Gewichtsverlust führen.

Kommen zum Abnehmen innere Unruhe, Zittern oder Hitzeempfindlichkeit hinzu, sollte eine Schilddrüsenerkrankung als mögliche Ursache abgeklärt werden. Je nach Verdacht können dabei auch Antikörpertests sinnvoll sein. Antikörper gegen Thyreoperoxidase, kurz TPO-Antikörper, und Thyreoglobulin-Antikörper können Hinweise auf eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung geben. Welche Antikörper untersucht werden, muss zum konkreten Krankheitsverdacht passen. Die Tests garantieren nicht, dass sich eine Erkrankung zuverlässig vor ihrem Fortschreiten erkennen lässt.

Wie sich Stoffwechselveränderungen in den Wechseljahren sinnvoll untersuchen lassen

Gewichtsverlust in den Wechseljahren ist nicht automatisch ein positives Zeichen. Bei unbeabsichtigtem Abnehmen ist zunächst wichtig zu klären, ob Muskelmasse, Fettmasse oder beides verloren geht. Angaben zur Körperzusammensetzung ergänzen deshalb die Zahl auf der Waage. Laborwerte können je nach Beschwerden und Befunden weitere Hinweise auf die Stoffwechselgesundheit und hormonelle Veränderungen geben. Zur Abklärung gehören aber auch die Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung.

Für die Einordnung von Blutzuckerregulation und Insulinempfindlichkeit kommen unter anderem Nüchterninsulin und Hämoglobin A1c, kurz HbA1c, infrage. Dabei zeigt HbA1c die längerfristige Blutzuckerbelastung an; die Insulinempfindlichkeit misst dieser Wert nicht unmittelbar. Das hochsensitive C-reaktive Protein, hs-CRP, ist ein unspezifischer Entzündungsmarker. Entzündungsprozesse können zum Muskelabbau beitragen. Ein hs-CRP-Wert allein erklärt dessen Ursache jedoch nicht.

Mit Cortisolmessungen lässt sich ein möglicher Beitrag von Stresshormonen zu Appetit- oder Stoffwechselveränderungen nicht ohne Weiteres klären. Ein einzelner Wert kann einen ursächlichen Zusammenhang nicht nachweisen. Schilddrüsenwerte wie TSH, freies T3 und freies T4 können je nach Untersuchungssituation zur Abklärung einer Schilddrüsenfunktionsstörung beitragen.

Wenn eine medizinische Fragestellung es erfordert, können Messungen im Verlauf aussagekräftiger sein als eine einzelne Momentaufnahme. Die Wechseljahre erstrecken sich über einen längeren Zeitraum, in dem sich Hormonspiegel und Stoffwechselwerte verändern können. Verlaufsdaten können Trends und mögliche Warnzeichen sichtbar machen und helfen, das weitere Vorgehen anzupassen. Daraus ergibt sich jedoch keine pauschale Notwendigkeit, sämtliche genannten Werte regelmäßig zu bestimmen.

Häufige Fragen

Können die Wechseljahre statt zu einer Gewichtszunahme auch zu Gewichtsverlust führen?

Ja, während der Wechseljahre kann das Gewicht sinken, auch wenn eine Zunahme häufiger beschrieben wird. Die zeitliche Überschneidung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Menopause selbst die Ursache ist. Muskelverlust, weniger Appetit, Stressreaktionen oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung können beteiligt sein.

Weniger Gewicht bedeutet zudem nicht zwangsläufig weniger Fett. Wenn Muskelmasse abnimmt und gleichzeitig Fettmasse zunimmt, kann das Gesamtgewicht dennoch sinken. Die Körperzusammensetzung kann sich also ungünstig verändern, obwohl die Waage einen niedrigeren Wert anzeigt.

Warum nehme ich während der Perimenopause ab?

Mögliche Erklärungen sind Muskelverlust im Zusammenhang mit sinkenden Östrogenspiegeln, weniger Appetit, Stress und Schlafstörungen oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung. Auch erhöhte Cortisolwerte werden als möglicher Beitrag diskutiert, erklären aber im Einzelfall nicht die Ursache. Entwickelt sich eine Schilddrüsenüberfunktion, kann der Energieverbrauch steigen.

Unbeabsichtigtes Abnehmen sollte abgeklärt werden. Dabei können die Schilddrüsenfunktion und die Körperzusammensetzung relevant sein. Ob zusätzlich eine Cortisoluntersuchung sinnvoll ist, hängt vom klinischen Verdacht ab. Die Abklärung soll unterscheiden helfen, ob die Veränderung beabsichtigt beziehungsweise unbedenklich ist oder ob eine Erkrankung, Muskelverlust oder andere Stoffwechselveränderungen dahinterstecken.

Ist Gewichtsverlust in den Wechseljahren ein Zeichen für ein Gesundheitsproblem?

Er kann darauf hinweisen, muss es aber nicht. Unbeabsichtigtes Abnehmen kann beispielsweise bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder ausgeprägtem Muskelverlust auftreten. Auch chronischer Stress, eine unzureichende Protein- oder Energiezufuhr und andere Stoffwechselstörungen kommen als Erklärungen infrage.

Besonders wenn Müdigkeit, Herzrasen oder Hitzeempfindlichkeit hinzukommen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Welche Untersuchungen benötigt werden, richtet sich nach den Beschwerden, dem Gewichtsverlauf und den Untersuchungsbefunden.

Woran lässt sich erkennen, ob in den Wechseljahren Muskeln oder Fett verloren gehen?

Die Waage allein kann das nicht unterscheiden. Eine Untersuchung der Körperzusammensetzung, etwa mittels DXA beziehungsweise DEXA oder bioelektrischer Impedanzanalyse, kann Hinweise auf das Verhältnis von fettfreier Masse zu Fettmasse geben. Fettfreie Masse umfasst dabei mehr als nur Muskelgewebe. Außerdem haben die Verfahren unterschiedliche Messgrenzen.

Ergänzend können Kreatinin Hinweise auf die Muskelmasse und Albumin Hinweise auf den Eiweißstatus geben. Beide Werte werden jedoch von weiteren Faktoren beeinflusst. Für sich allein können sie weder einen Muskelverlust noch eine unzureichende Proteinzufuhr feststellen.

Sinkt mit dem Gewicht auch die Kraft, kann das auf Muskelverlust hindeuten. Eine veränderte Passform der Kleidung kann ebenfalls Anlass sein, die Körperzusammensetzung genauer anzusehen. Beides beweist aber nicht, dass ausschließlich Muskeln statt Fett verloren gehen.

Kann Stress in den Wechseljahren Gewichtsverlust verursachen?

Ja, Stress kann zum Abnehmen beitragen, insbesondere wenn der Appetit nachlässt und weniger gegessen wird. Die Auswirkungen sind individuell: Bei anderen Menschen führt Stress zu mehr Essen und Gewichtszunahme.

Unterschiedliche Cortisolreaktionen kommen als mögliche Erklärung infrage. Eine Cortisolmessung kann jedoch für sich allein nicht klären, ob Stress die Ursache einer Gewichtsveränderung ist. Ihr Nutzen hängt von der konkreten medizinischen Fragestellung ab.

Ist Gewichtsverlust in den Wechseljahren ein Grund zur Sorge?

Eine beabsichtigte Gewichtsabnahme durch Veränderungen bei Ernährung und Bewegung ist anders einzuordnen als unbeabsichtigtes Abnehmen. Letzteres sollte untersucht werden. Mögliche Ursachen sind unter anderem eine Schilddrüsenfunktionsstörung, übermäßiger Muskelverlust, chronischer Stress oder eine unzureichende Ernährung.

Schilddrüsenwerte, Cortisol, Insulin und Entzündungsmarker können je nach Fragestellung bei der Ursachensuche helfen. Sie bilden jedoch kein Standardpaket, das für alle Betroffenen notwendig ist. Eine gezielte Auswahl kann zusammen mit der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung dazu beitragen, die Ursache zu erkennen und passende Maßnahmen einzuleiten.

Kann Abnehmen in den Wechseljahren tatsächlich bedeuten, dass Muskeln statt Fett verloren gehen?

Ja. Muskelverlust kann das Körpergewicht senken, während der Körperfettanteil steigt. Muskelgewebe ist zwar dichter als Fettgewebe; entscheidend für die Gewichtsabnahme ist aber die Menge der verlorenen Masse, nicht ihre Dichte.

Östrogen unterstützt den Aufbau von Muskelprotein. Sein Rückgang kann dazu beitragen, dass die Muskulatur schwächer auf aufbauende Reize reagiert. Das wird als anabole Resistenz bezeichnet. Dabei kann der Abbau den Aufbau übersteigen. Unter Bezug auf die Übersichtsarbeit zur Sarkopenie wird für Frauen nach der Menopause ein möglicher Muskelverlust von ungefähr 0,6 % pro Jahr genannt. Das ist keine feste Rate für jede Frau.

Muskelverlust kann den Ruheenergieverbrauch senken, das Sturzrisiko erhöhen und die Kraft im Alltag beeinträchtigen. Allerdings beruht nicht jeder Gewichtsverlust während der Wechseljahre auf Muskelabbau. Auch eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder stressbedingte Veränderungen können eine Rolle spielen.

Welche Messwerte helfen dabei zu beurteilen, ob Gewichtsverlust mit den Wechseljahren zusammenhängt?

TSH sowie bei entsprechender Fragestellung freies T4 und freies T3 können helfen, eine Schilddrüsenfunktionsstörung als mögliche Ursache ungeklärten Gewichtsverlusts zu erkennen. Nüchterninsulin und HbA1c können zusätzliche Informationen zum Stoffwechsel liefern, belegen aber keine menopausale Ursache.

Bei einer subklinischen Hyperthyreose ist TSH erniedrigt, während die Schilddrüsenhormone im Referenzbereich liegen. Sie kann ohne Laboruntersuchung unentdeckt bleiben. Ob sie einen Gewichtsverlust erklärt, muss im Einzelfall beurteilt werden.

Neben dem Gewicht kann die Entwicklung von fettfreier Masse und Fettmasse Hinweise auf Muskelverlust liefern, der mit dem Östrogenrückgang zusammenhängen könnte. Die genannten Werte helfen, weitere Untersuchungen einzugrenzen. Sie erlauben weder für sich allein eine Diagnose noch beweisen sie, dass die Wechseljahre das Abnehmen verursachen.

Literatur

Weitere im Ausgangstext verlinkte Informationsseiten

Diese Anbieterinformationen sind keine eigenständigen wissenschaftlichen Belege für die zugeordneten Aussagen.

Redaktionelle Prüfhinweise

  • Prüfstatus: Diese deutsche Fassung adaptiert den bereitgestellten Ausgangstext. Die verlinkten Quellen wurden für diese Bearbeitung nicht geöffnet oder unabhängig überprüft. Eine eigenständige klinische Prüfung steht aus.
  • Freies T4 und Gesamt-T4: Der Ausgangstext spricht mehrfach von freiem T4, verlinkt jedoch eine Seite zu Gesamt-T4. Die beiden Messgrößen dürfen nicht gleichgesetzt werden.
  • Muskelverlust von 0,6 % pro Jahr: Die Zahl wurde mit ihrer Einschränkung übernommen. Vor einer klinischen Freigabe sind die zugrunde liegende Population, die Messmethode und die Aussage zur Beschleunigung während der Wechseljahre anhand der Originalquelle zu prüfen.
  • Cortisol und individuelle Gewichtsverläufe: Für die Aussagen über mäßig erhöhte Cortisolwerte, gesteigerten Energieverbrauch sowie starke beziehungsweise schwache Cortisolreaktionen als Erklärung für Ab- oder Zunahme enthält der bereitgestellte Text keine eindeutig zugeordneten wissenschaftlichen Belege. Sie bleiben als mögliche Erklärungen erhalten und sind keine gesicherten Vorhersagen.
  • Schilddrüse: Die Aussagen zur Häufigkeit von Autoimmunerkrankungen während der Menopause und zur subklinischen Hyperthyreose als häufiger Ursache von Gewichtsverlust benötigen eine Quellenprüfung. Die aufgeführte Arbeit zu Gewichtsveränderungen bei Hyperthyreose belegt anhand ihrer bibliografischen Angaben nicht automatisch diese spezifischen Aussagen. Auch die genannte Antikörperauswahl für den Verdacht auf Morbus Basedow muss fachlich geprüft werden.
  • Weitere pauschale Aussagen: Die Erklärungen zur Ausgangsmuskelmasse und Östrogenrezeptoraktivität sowie zur diagnostischen Aussagekraft von Cortisol, Albumin und Kreatinin sind im Ausgangstext zu weitreichend formuliert. Die Themen bleiben erhalten, die Aussagen wurden jedoch eingegrenzt. Breite Laborprofile werden nicht allein aufgrund einer Gewichtsabnahme in den Wechseljahren als generell erforderlich dargestellt.