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Kann man im Schlaf einen Schlaganfall bekommen?

Klinische Prüfung ausstehend

Schlaganfall im Schlaf: Symptome nach dem Erwachen, mögliche Risiken und die Bedeutung schneller medizinischer Hilfe.

Blaue Papierbänder bilden eine liegende menschliche Silhouette neben einer gelben Scheibe.

Ja, ein Schlaganfall kann während des Schlafs auftreten und erst beim Aufwachen bemerkt werden. Ein solcher „Wake-up-Stroke“ ist ein medizinischer Notfall. Entscheidend ist, die Warnzeichen nach dem Aufwachen zu erkennen und sofort Hilfe zu holen. Für die Vorbeugung spielen unter anderem Blutdruck, Schlafapnoe und weitere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren eine Rolle.

Was ist ein Wake-up-Stroke?

Definition und Häufigkeit

Bei einem Wake-up-Stroke werden die Symptome eines ischämischen Schlaganfalls erstmals nach dem Schlafen bemerkt: Die betroffene Person schläft ohne erkennbare Beschwerden ein und wacht mit ihnen auf. „Ischämisch“ bedeutet, dass ein Blutgefäß im Gehirn verschlossen wird.

Eine in Neurology veröffentlichte Studie zu Wake-up-Strokes ergab, dass ungefähr 14 % aller ischämischen Schlaganfälle zu dieser Gruppe gehören. Wann der Schlaganfall tatsächlich begonnen hat, bleibt unbekannt. Früher führte diese Unsicherheit häufig dazu, dass Betroffene von zeitkritischen Behandlungen ausgeschlossen wurden.

Warum der Zeitpunkt so wichtig ist

Der Gewebeplasminogenaktivator, kurz tPA, löst Blutgerinnsel auf und kann dadurch Hirngewebe retten und bleibende Schäden begrenzen. Für diese Behandlung wird ein Zeitfenster von 4,5 Stunden nach Symptombeginn beschrieben. Ist der Beginn unbekannt, lässt sich auch nicht sicher feststellen, ob dieses Zeitfenster noch offen ist.

Neuere bildgebende Verfahren können Ärztinnen und Ärzten helfen einzuschätzen, ob noch rettbares Hirngewebe vorhanden ist. Dazu gehört die Beurteilung eines Diffusions-Perfusions-Mismatch im MRT. Eine solche Untersuchung kann auch dann Hinweise für die Behandlung geben, wenn der genaue Beginn nicht bekannt ist. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von den individuellen Befunden und den geeigneten bildgebenden Auswahlkriterien ab.

Warum Schlaganfälle im Schlaf auftreten können

Blutdruckschwankungen

Der Blutdruck folgt einem zirkadianen Rhythmus, also einem Tages-Nacht-Rhythmus. Während des Schlafs sinkt er normalerweise um 10 bis 20 %. In den frühen Morgenstunden steigt er wieder, wenn sich der Körper auf das Aufwachen vorbereitet. Dazu tragen unter anderem steigende Cortisolwerte und die Aktivierung des sympathischen Nervensystems bei.

Dieser Anstieg belastet die Gefäßwände. Bei Menschen mit bestehender Atherosklerose kann die Belastung dazu beitragen, dass Ablagerungen instabil werden oder sich Blutgerinnsel bilden. Stergiou und Kollegen untersuchen in ihrer Arbeit den morgendlichen und abendlichen Anstieg von Schlaganfallbeginn, Blutdruck und körperlicher Aktivität.

Veränderungen der Blutviskosität

Auch die Zähflüssigkeit des Blutes, die sogenannte Viskosität, kommt als möglicher Einfluss infrage. Nach der hier beschriebenen Erklärung können Stunden ohne Flüssigkeitsaufnahme zusammen mit einer langsameren Durchblutung im Schlaf die Viskosität erhöhen und die Gerinnselbildung begünstigen. Dies könnte dazu beitragen, dass Herz-Kreislauf-Ereignisse gehäuft in den frühen Morgenstunden auftreten, typischerweise zwischen 4 und 10 Uhr. Der ursächliche Zusammenhang ist hier jedoch nicht ausreichend belegt; die Erklärung lässt sich nicht pauschal auf jeden Menschen übertragen.

Episoden von Vorhofflimmern

Vorhofflimmern gehört zu den wichtigen Ursachen eines Schlaganfalls. Bei manchen Menschen treten solche Episoden nur während des Schlafs auf und können über Jahre unentdeckt bleiben. Durch die unregelmäßige Herzaktivität kann sich Blut in den Herzvorhöfen stauen. Dabei können Gerinnsel entstehen, die über den Blutkreislauf ins Gehirn gelangen.

Den Zusammenhang zwischen Vorhofflimmern, Schlaganfall und Thromboembolien behandelt die Übersichtsarbeit von Pisters und Kollegen. Bei nächtlichem Herzrasen sollte ärztlich abgeklärt werden, ob Vorhofflimmern dahintersteckt.

Risikofaktoren für nächtliche Schlaganfälle

Herz-Kreislauf-Risikofaktoren

Die Risikofaktoren, die tagsüber einen Schlaganfall begünstigen, gelten auch nachts. Einige spielen während des Schlafs eine besondere Rolle:

  • Bluthochdruck gilt als einer der wichtigsten beeinflussbaren Schlaganfallrisikofaktoren und beeinflusst auch das nächtliche Blutdruckverhalten.
  • Diabetes kann Blutgefäße schädigen und die Gerinnungsneigung erhöhen.
  • Hohes LDL-Cholesterin und erhöhte Triglyceride können Ablagerungen in den Arterien begünstigen.
  • Adipositas, also starkes Übergewicht, kann nahezu alle anderen genannten Risikofaktoren verstärken.
  • Rauchen beschleunigt die Atherosklerose und kann die Blutviskosität erhöhen.

Schlafbezogene Risikofaktoren

Die obstruktive Schlafapnoe ist ein bedeutender eigenständiger Risikofaktor für Schlaganfälle. Bei jeder Atempause kann der Sauerstoffgehalt im Blut sinken und eine Stressreaktion ausgelöst werden. Über Jahre können diese wiederholten Belastungen die Innenauskleidung der Gefäße schädigen und die Gerinnselbildung fördern. Mit diesem Zusammenhang befasst sich die Sleep Heart Health Study zu obstruktiver Schlafapnoe und neu auftretenden Schlaganfällen.

Ob auch Herzklopfen oder Herzstolpern im Zusammenhang mit schlechtem Schlaf auf ein erhöhtes Schlaganfallrisiko hinweisen, bleibt anhand der hier herangezogenen Belege offen.

Die Anzeichen nach dem Aufwachen erkennen

Typische Schlaganfallsymptome

Die FAST-Regel bietet eine schnelle Orientierung bei Schlaganfallverdacht:

  • Face (Gesicht): Beim Versuch zu lächeln hängt eine Gesichtshälfte herab.
  • Arms (Arme): Beim Anheben beider Arme sinkt ein Arm ab.
  • Speech (Sprache): Die Sprache klingt verwaschen, Wörter werden verwechselt oder das Sprechen fällt schwer.
  • Time (Zeit): Sofort den Rettungsdienst rufen. In Deutschland und der EU gilt die 112, in der Schweiz die 144.

FAST erfasst nicht alle möglichen Schlaganfallsymptome. Ein unauffälliger Test schließt einen Schlaganfall deshalb nicht aus.

Symptome, die mit morgendlicher Benommenheit verwechselt werden

Ein Wake-up-Stroke kann zunächst wie gewöhnliche morgendliche Benommenheit wirken. Einseitige Taubheitsgefühle, Ungeschicklichkeit, Verwirrtheit oder Schwierigkeiten beim Sprechen werden dann möglicherweise als „noch nicht richtig wach“ abgetan.

Treten solche Beschwerden plötzlich auf oder betreffen sie eine Körperseite, ist von einem möglichen Schlaganfall auszugehen. Dann sofort den Rettungsdienst rufen, denn jede Minute zählt.

Wie Schlafapnoe mit Schlaganfällen zusammenhängt

Der Kreislauf des Sauerstoffmangels

Bei einer obstruktiven Schlafapnoe, kurz OSA, fallen die oberen Atemwege während des Schlafs wiederholt zusammen. Dadurch kann der Sauerstoffgehalt im Blut Dutzende oder sogar Hunderte Male pro Nacht abfallen. Jeder Abfall kann das sympathische Nervensystem aktivieren und so Blutdruck und Herzfrequenz sprunghaft steigen lassen.

Eine häufig zitierte Studie im New England Journal of Medicine wird mit der Aussage in Verbindung gebracht, dass eine schwere, unbehandelte OSA das Schlaganfallrisiko mehr als verdoppelte. Diese genaue Zuordnung ist noch ungeklärt: Die Arbeit behandelt ihrem Titel nach Schlaganfall und Tod. Ob die beschriebene Risikoverdopplung allein für Schlaganfälle und speziell für schwere, unbehandelte OSA gilt, lässt sich hier nicht sicher sagen.

Warum eine Behandlung wichtig ist

Die CPAP-Therapie ist eine Standardbehandlung bei mittelgradiger bis schwerer OSA. Dabei hält ein kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck die Atemwege offen. Die Behandlung kann nächtliche Blutdruckspitzen verringern und die Sauerstoffversorgung normalisieren.

Möglicherweise senkt CPAP auch das Schlaganfallrisiko. Die Einschätzung, die Evidenz sei für die Vorbeugung stärker als für die Erholung nach einem bereits erlittenen Schlaganfall, ist hier allerdings nicht ausreichend belegt.

Bei Verdacht auf Schlafapnoe kann es ein sinnvoller erster Schritt sein, sich über den Ablauf einer Untersuchung im Schlaflabor zu informieren. Auch eine Untersuchung der nächtlichen Sauerstoffsättigung kann frühe Hinweise auf eine beeinträchtigte Atmung im Schlaf geben. Einzelne Messwerte ersetzen jedoch keine diagnostische Abklärung.

Blutwerte, die auf ein Schlaganfallrisiko hinweisen können

Entzündungsmarker

Das hochsensitive C-reaktive Protein, kurz hs-CRP, ist ein Marker für systemische Entzündungen. Erhöhte Werte stehen unabhängig von anderen Faktoren mit Herz-Kreislauf-Ereignissen einschließlich Schlaganfällen in Zusammenhang. hs-CRP könnte über die herkömmliche Cholesterinbestimmung hinaus zusätzliche Informationen zur Risikoeinschätzung liefern. Für diesen zusätzlichen Nutzen ist hier jedoch kein konkreter Studienbeleg zugeordnet.

Stoffwechselmarker

Der HbA1c-Wert spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen drei Monate wider. Werte über 5,7 % werden als Hinweis auf Prädiabetes genannt; höhere Werte können allerdings auch im Diabetesbereich liegen. Für Diabetes wird ein ungefähr doppelt so hohes Schlaganfallrisiko beschrieben.

Nüchterninsulin kann Hinweise auf eine Insulinresistenz liefern, noch bevor der HbA1c-Wert steigt. Daraus können sich unter Umständen frühere Ansatzpunkte für Maßnahmen ergeben. Wie hilfreich dieser zusätzliche Messwert ist, muss ebenso wie die diagnostische Bestätigung und die Einordnung der Grenzwerte im klinischen Kontext beurteilt werden.

Lipidprofil

LDL-Cholesterin und insbesondere Apolipoprotein B, kurz ApoB, können Informationen über das Risiko für Ablagerungen in den Arterien liefern. ApoB wird als Maß für die Zahl atherogener Partikel beschrieben, also jener Partikel, die Atherosklerose fördern. Es ist ein eigener Messwert und keine Unterform des LDL-Cholesterins.

ApoB wird außerdem eine genauere Risikoeinschätzung als LDL-C allein zugeschrieben. Ob und unter welchen Bedingungen dieser Vergleich gilt, bedarf einer klinischen Einordnung.

Erhöhte Triglyceride zusammen mit niedrigem HDL-Cholesterin können auf ein metabolisches Syndrom hindeuten, das wiederum mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden ist.

Das eigene Risiko senken

Den Blutdruck kontrollieren

Eine gute Blutdruckkontrolle ist ein wesentlicher Bestandteil der Schlaganfallprävention. Welcher Zielwert angemessen ist, muss individuell ärztlich festgelegt werden. Ein Blutdruck unter 130/80 mmHg lässt sich daher nicht als allgemeines Ziel für alle Menschen empfehlen.

Zur Behandlung kann auch gehören, den morgendlichen Blutdruckanstieg zu berücksichtigen. Manche Ärztinnen und Ärzte verordnen Blutdruckmedikamente für den Abend, um diesen frühen Anstieg abzumildern. Einnahmezeitpunkt und Dosierung sollten jedoch nicht eigenständig verändert werden.

Die Schlafqualität verbessern

Als Orientierung werden 7 bis 8 Stunden möglichst ununterbrochenen Schlafs empfohlen. Eine vorhandene Schlafapnoe sollte behandelt werden. Alkohol kurz vor dem Zubettgehen sollte vermieden werden: Er kann die Schlafarchitektur stören, den Schlaf unterbrechen und sowohl die Schlafqualität als auch die Blutdruckregulation verschlechtern. Ausreichender Tiefschlaf wird mit regenerativen Prozessen des Herz-Kreislauf-Systems in Verbindung gebracht.

Die Grundlagen eines gesunden Lebensstils

Regelmäßige Ausdauerbewegung, eine Ernährung mit viel Gemüse und Vollkornprodukten, ein gesundes Körpergewicht und der Verzicht auf Rauchen bilden die Grundlage der Schlaganfallprävention. Diese vertrauten Empfehlungen betreffen einen großen Teil der beeinflussbaren Risikofaktoren.

Im Alltag fällt es oft schwer, sie dauerhaft umzusetzen. Blutwerte über längere Zeit zu beobachten, könnte dabei als Motivationshilfe dienen, wenn Willenskraft allein nicht ausreicht. Ob und welche Verlaufskontrollen sinnvoll sind, hängt allerdings von der persönlichen Risikosituation und der ärztlichen Einschätzung ab.

Die eigenen Werte kennen, bevor ein Notfall entsteht

Ein Schlaganfall kann auch im Schlaf auftreten. Zur Vorbeugung gehört, das eigene Risikoprofil zu kennen: Auffälliger Blutdruck, erhöhte Blutzucker- oder Cholesterinwerte und entzündliche Prozesse können lange ohne erkennbare Beschwerden bestehen.

Die Kenntnis dieser Werte erfasst das individuelle Schlaganfallrisiko jedoch nicht vollständig und kann einen Schlaganfall nicht sicher verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Kann man im Schlaf einen Schlaganfall bekommen, ohne es zu bemerken?

Ja. Manche Schlaganfälle, insbesondere kleine lakunäre Infarkte, können nur unauffällige Symptome verursachen. Dazu gehören leichte Taubheitsgefühle oder geringe Ungeschicklichkeit, die nach dem Aufwachen möglicherweise nicht bemerkt werden.

Wiederholte unbemerkte Hirninfarkte können sich im Laufe der Zeit summieren und zu einem Abbau kognitiver Fähigkeiten beitragen. Bei bildgebenden Untersuchungen des Gehirns finden sich gelegentlich Hinweise auf frühere Infarkte, obwohl die betroffene Person nie entsprechende Symptome wahrgenommen hat. Schlaganfälle mit schwachen, übersehenen Symptomen und vollständig „stumme“ Hirninfarkte sind dabei begrifflich zu unterscheiden.

Welche Anzeichen sprechen nach dem Aufwachen für einen Schlaganfall?

Wichtige Warnzeichen sind eine einseitig herabhängende Gesichtshälfte, Schwäche eines Arms oder Taubheit auf einer Körperseite, verwaschene Sprache, Verwirrtheit, plötzliche Sehstörungen oder starke Kopfschmerzen ohne bekannte Ursache.

Solche Beschwerden können wie morgendliche Benommenheit wirken. Insbesondere plötzlich auftretende einseitige Symptome nach dem Aufwachen müssen deshalb als medizinischer Notfall behandelt werden. Sofort den Rettungsdienst rufen.

Erhöht Schlafapnoe das Schlaganfallrisiko?

Ja. Obstruktive Schlafapnoe ist ein eigenständiger Risikofaktor für Schlaganfälle. Wiederholte Abfälle des Sauerstoffgehalts im Schlaf können die Gefäßinnenwände schädigen, den Blutdruck erhöhen und die Gerinnselbildung begünstigen.

Mit einer Studie im New England Journal of Medicine wird die Aussage verbunden, schwere unbehandelte Schlafapnoe habe das Schlaganfallrisiko mehr als verdoppelt. Diese genaue Zuordnung ist jedoch ungeklärt: Der Studientitel nennt „stroke and death“. Ob die Risikozahl ausschließlich Schlaganfälle betrifft und speziell für schwere, unbehandelte Schlafapnoe gilt, bleibt offen.

Kann ein Wake-up-Stroke behandelt werden?

Ja. Früher waren Wake-up-Strokes schwieriger zu behandeln, weil der Zeitpunkt des Symptombeginns unbekannt war. Neuere MRT-Verfahren können helfen festzustellen, ob noch rettbares Hirngewebe vorhanden ist.

Dadurch können Ärztinnen und Ärzte bei geeigneten Patientinnen und Patienten eine gerinnselauflösende Therapie oder eine Thrombektomie anbieten, also die Entfernung des Gerinnsels mit einem Katheter. Das kann auch möglich sein, wenn der genaue Beginn nicht feststeht. Ob eine solche Behandlung infrage kommt, hängt von den individuellen Befunden ab.

Zu welcher Tageszeit treten die meisten Schlaganfälle auf?

Beschrieben wird eine Häufung in den frühen Morgenstunden, typischerweise zwischen 4 und 10 Uhr. Sie fällt mit dem natürlichen morgendlichen Anstieg von Blutdruck, Cortisol und Aktivität des sympathischen Nervensystems zusammen. Eine Häufung bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die absolute Mehrheit aller Schlaganfälle in diesen Zeitraum fällt.

Als weitere Erklärung wird angeführt, dass die Blutviskosität nach mehreren Stunden ohne Flüssigkeitsaufnahme einen Höchststand erreiche und dadurch die Gerinnselbildung wahrscheinlicher werde. Diese Erklärung ist hier ebenso wenig ausreichend belegt wie das genaue Zeitfenster.

Kann hoher Blutdruck im Schlaf einen Schlaganfall verursachen?

Erhöhter nächtlicher Blutdruck ist ein wichtiger Schlaganfallrisikofaktor. Normalerweise fällt der Blutdruck während des Schlafs um 10 bis 20 % ab. Bleibt dieser Abfall aus, spricht man von „Non-Dipping“. Menschen mit fehlender nächtlicher Absenkung oder ausgeprägten morgendlichen Blutdruckanstiegen können ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko haben. Nächtlicher Bluthochdruck und Non-Dipping beschreiben dabei unterschiedliche Aspekte des Blutdruckverhaltens.

Einzelne Messungen am Abend bilden den Blutdruck während des Schlafs nicht zuverlässig ab. Um das nächtliche Muster zu erkennen, kann eine ärztlich veranlasste 24-Stunden-Blutdruckmessung erforderlich sein.

Wie kann ich mein Risiko für einen nächtlichen Schlaganfall senken?

Zur Vorbeugung gehören ein gut eingestellter Blutdruck, die Behandlung einer vorhandenen Schlafapnoe sowie Blutzucker- und Cholesterinwerte im individuell empfohlenen Bereich. Regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf Rauchen und die Begrenzung von Alkohol vor dem Schlafengehen sind ebenfalls wichtig.

Blutuntersuchungen zur Verlaufskontrolle von Entzündungs- und Stoffwechselmarkern könnten bislang unerkannte Risikofaktoren aufzeigen, bevor Schäden auftreten. Welche Untersuchungen sinnvoll sind und wie oft sie erfolgen sollten, muss individuell beurteilt werden. Eine pauschale Notwendigkeit regelmäßiger umfassender Bluttests lässt sich daraus nicht ableiten.

Welche Blutwerte können schon vor einem Schlaganfall auf ein erhöhtes Risiko hinweisen?

Zu den genannten Werten gehören hochsensitives CRP als Marker systemischer Entzündungen, HbA1c zur Beurteilung des durchschnittlichen Blutzuckers und Nüchterninsulin als möglicher früher Hinweis auf Insulinresistenz. Hinzu kommen ApoB als Maß für die Anzahl atherogener Partikel sowie ein vollständiges Lipidprofil einschließlich Triglyceriden.

Diese Werte können bereits vor einem Schlaganfall Informationen zum Herz-Kreislauf-Risiko liefern. Ein individuelles Ereignis lässt sich damit jedoch nicht sicher vorhersagen. Welche Rolle Nüchterninsulin und hs-CRP in der routinemäßigen Schlaganfallprävention spielen, muss gesondert klinisch eingeordnet werden. Auch die Beschreibung von ApoB als „präzise Partikelzählung“ ist vereinfacht und bedarf dieser Einordnung.

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