Zum Inhalt springen
EN

Dalbavancin, Oritavancin und Telavancin: Wirkungen und Unterschiede

Klinische Prüfung ausstehend

Diese Lipoglykopeptid-Antibiotika wirken gegen grampositive Bakterien einschließlich MRSA. Einsatzgebiete, Wirkdauer und wesentliche Risiken im Vergleich.

Was sind Dalbavancin, Oritavancin und Telavancin?

Dalbavancin (Dalvance), Oritavancin (Orbactiv, auch Kimyrsa) und Telavancin (Vibativ) gehören zu den Lipoglykopeptid-Antibiotika. Die halbsynthetischen Moleküle beruhen auf der Glykopeptidstruktur von Vancomycin und tragen eine zusätzliche Lipidseitenkette. Diese verändert ihre Verweildauer im Körper; bei zwei Wirkstoffen ermöglicht sie zudem einen weiteren Angriff auf Bakterien. Alle drei wirken gegen grampositive Erreger einschließlich MRSA. In den USA wurde Telavancin 2009 zugelassen, Dalbavancin und Oritavancin folgten 2014.

Wie wirken die Antibiotika?

Wie Vancomycin hemmen die Wirkstoffe den Aufbau der bakteriellen Zellwand. Sie binden an das D-Alanyl-D-Alanin-Ende der Zellwandbausteine und verhindern deren stabilisierende Quervernetzung. Die Lipidseitenkette verankert die Moleküle in der Bakterienmembran und verlängert dadurch ihre Aktivität. Bei Oritavancin und Telavancin wird zusätzlich die Membran selbst geschädigt. Alle drei Wirkstoffe wirken bakterizid gegen grampositive Bakterien einschließlich MRSA.

Praktisch bedeutsam ist vor allem die Wirkdauer. Dalbavancin hat eine Halbwertszeit von ungefähr zwei Wochen und ermöglicht dadurch wöchentliche Gaben oder eine Einmalbehandlung. Oritavancin kann bei Hautinfektionen als einzelne Infusion eingesetzt werden. Im zulassungsrelevanten Studienprogramm war wöchentliches Dalbavancin einer Behandlung mit Vancomycin und anschließend Linezolid bei Hautinfektionen nicht unterlegen 1. Telavancin wird täglich verabreicht und ist auch für bestimmte Lungenentzündungen zugelassen.

Sind die Wirkstoffe von der FDA zugelassen?

Ja. Laut Ausgangstext sind alle drei in den USA für akute bakterielle Haut- und Hautstrukturinfektionen zugelassen. Die Tabelle zeigt die jeweiligen Zulassungsjahre und Einsatzgebiete.

Für Telavancin enthält die US-Fachinformation hervorgehobene Warnhinweise zu Nierenschädigung und Risiken für das ungeborene Kind. Vor der Anwendung ist ein Schwangerschaftstest vorgesehen.

Wofür werden sie verschrieben?

Die Antibiotika werden gegen akute bakterielle Haut- und Hautstrukturinfektionen durch empfindliche grampositive Erreger einschließlich MRSA eingesetzt. Dalbavancin und Oritavancin kommen insbesondere infrage, wenn wenige Infusionen oder eine Einmalgabe vorteilhaft sind, etwa um einen länger liegenden intravenösen Zugang zu vermeiden. Telavancin wird außerdem bei bestimmten im Krankenhaus erworbenen Lungenentzündungen eingesetzt, wenn andere Optionen ungeeignet sind.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Der Ausgangstext nennt unter Bezug auf die Fachinformationen folgende häufige Nebenwirkungen:

  • Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall

  • Erhöhte Leberenzymwerte unter Dalbavancin

  • Geschmacksstörungen und schäumenden Urin unter Telavancin

Zu den schwerwiegenderen Risiken und Vorsichtsmaßnahmen gehören:

  • Bei Telavancin: Nierentoxizität und Risiken für das ungeborene Kind. Bei Pneumonie und bereits bestehender mittelgradiger bis schwerer Nierenfunktionsstörung wurde eine erhöhte Sterblichkeit beobachtet.

  • Oritavancin kann bestimmte Blutgerinnungstests verfälschen. Intravenöses unfraktioniertes Heparin darf deshalb für einen bestimmten Zeitraum nach der Gabe nicht eingesetzt werden. Quelle

  • Infusionsbedingte Reaktionen

Studien im Überblick

Wirkstoff FDA-Zulassung Zugelassene Einsatzgebiete
Telavancin 2009 Akute bakterielle Haut- und Hautstrukturinfektionen; außerdem im Krankenhaus erworbene und beatmungsassoziierte bakterielle Pneumonie durch empfindliche S. aureus, wenn Alternativen ungeeignet sind
Dalbavancin 2014; 2021 auf Kinder ab Geburt erweitert Akute bakterielle Haut- und Hautstrukturinfektionen
Oritavancin 2014 Akute bakterielle Haut- und Hautstrukturinfektionen

Quellenangaben des Ausgangstextes

Sources: FDA prescribing information for Dalvance, Orbactiv, and Vibativ; the DISCOVER dalbavancin trials (Boucher et al., The New England Journal of Medicine, 2014, DOI: 10.1056/NEJMoa1310480 1 ), indexed on PubMed.

Herkunft und redaktioneller Prüfstatus

Für Nutrient Desk aus dem Ausgangsartikel übertragen. Die Aussagen und Quellenzuordnungen des Ausgangstextes sind noch klinisch zu prüfen. Dieser Entwurf ist nicht zur Indexierung freigegeben.