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Daptomycin: Wirkung, Einsatzgebiete und Nebenwirkungen

Klinische Prüfung ausstehend

Daptomycin ist ein intravenös verabreichtes Antibiotikum gegen bestimmte grampositive Bakterien. Wie es wirkt, wofür es zugelassen ist, warum es bei Lungenentzündungen ungeeignet ist und welche Nebenwirkungen auftreten können.

Daptomycin kommt bei bestimmten komplizierten Hautinfektionen und bei Blutstrominfektionen durch Staphylococcus aureus zum Einsatz. Das Antibiotikum wirkt auch gegen einige resistente grampositive Bakterien. Für die Behandlung einer Lungenentzündung eignet es sich jedoch nicht: Eine Substanz in der Lunge inaktiviert den Wirkstoff.

Was ist Daptomycin?

Daptomycin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der zyklischen Lipopeptide und unter dem Handelsnamen Cubicin erhältlich. Es besteht aus einem ringförmigen Peptid mit einem Fettsäureanteil. Dieser ermöglicht es dem Wirkstoff, sich in die Zellmembran von Bakterien einzulagern.

Daptomycin wirkt gegen grampositive Bakterien, darunter resistente Erreger wie MRSA und Vancomycin-resistente Enterokokken. Es kann daher eine Behandlungsoption sein, wenn Mittel der ersten Wahl versagen. Entwickelt wurde es unter der Bezeichnung LY146032; 2003 erhielt es die Zulassung in den USA.

Wie wirkt Daptomycin?

Daptomycin greift die Zellmembran der Bakterien an, nicht deren Zellwand. In Gegenwart von Calcium lagert sich sein Fettsäureanteil in die Membran grampositiver Bakterien ein. Vereinfacht lässt sich der weitere Ablauf so beschreiben: Mehrere Wirkstoffmoleküle schließen sich zusammen und bilden Kanäle, durch die Kalium und andere Ionen aus der Zelle austreten. Die elektrische Spannung über der Membran bricht dadurch rasch zusammen. Ohne diese Spannung kann das Bakterium keine DNA, RNA und Proteine mehr herstellen. Es stirbt schnell ab, ohne dass die Zelle aufplatzt.

Wie stark Daptomycin Bakterien abtötet, hängt von seiner Konzentration ab. In der Lunge begrenzt allerdings eine besondere Substanz die Wirkung: Das sogenannte Lungensurfactant, eine oberflächenaktive Substanz, inaktiviert Daptomycin. Deshalb eignet es sich nicht zur Behandlung von Lungenentzündungen.

Eine maßgebliche Studie untersuchte Daptomycin bei einer S. aureus-Bakteriämie und bei rechtsseitiger Endokarditis. Bakteriämie bedeutet, dass Bakterien im Blut nachgewiesen werden; eine rechtsseitige Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut im rechten Herzen. In dieser Studie war Daptomycin der Standardtherapie nicht unterlegen. Unter Daptomycin traten zudem weniger Nierenfunktionsstörungen auf. 1

Ist Daptomycin von der FDA zugelassen?

Ja. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA ließ Daptomycin 2003 zur Behandlung komplizierter Infektionen der Haut und der zugehörigen Gewebe zu. Später erweiterte sie die Zulassung auf S. aureus-Blutstrominfektionen einschließlich rechtsseitiger Endokarditis. Daptomycin wird intravenös verabreicht, also über eine Vene. Die Gabe erfolgt in der Regel einmal täglich. 2

Wofür wird Daptomycin verschrieben?

Daptomycin wird zur Behandlung komplizierter Infektionen der Haut und der zugehörigen Gewebe sowie bei S. aureus-Blutstrominfektionen verschrieben. Dazu zählt auch die rechtsseitige infektiöse Endokarditis. Für den Einsatz müssen die verursachenden grampositiven Bakterien empfindlich gegenüber Daptomycin sein, damit der Wirkstoff sie bekämpfen kann. Bei einer Lungenentzündung wird es nicht eingesetzt.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Fachinformation nennt unter den häufigen Nebenwirkungen:

  • Durchfall, Kopfschmerzen und Schwindel
  • Hautausschlag
  • Auffällige Leberwerte und einen Anstieg des Muskelenzyms Kreatinphosphokinase (CPK)
  • Harnwegsinfektionen
  • Niedrigen Blutdruck und Atemnot

Daneben können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Einige erfordern besondere Kontrollen während der Behandlung:

  • Muskelschädigungen (Myopathie) und selten ein Zerfall von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse). Deshalb wird der CPK-Wert überwacht. Gegebenenfalls wird die Einnahme von Statinen während der Behandlung pausiert.
  • Eosinophile Pneumonie, eine seltenere entzündliche Reaktion der Lunge
  • Periphere Neuropathie, also eine Schädigung von Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark
  • Schwere allergische Reaktionen, darunter die als DRESS bezeichnete schwere Arzneimittelreaktion
  • Eine Nierenentzündung, die als tubulointerstitielle Nephritis bezeichnet wird