Efpeglenatid: Wirkweise, Studienergebnisse und Zulassungsstatus
Klinische Prüfung ausstehend
Efpeglenatid ist ein experimenteller GLP-1-Rezeptoragonist. Was über seine Wirkweise und Studien zu Herz-Kreislauf- und Nierenereignissen bekannt ist.
Efpeglenatid ist ein experimenteller Wirkstoff, der bei Typ-2-Diabetes als einmal wöchentliche Injektion untersucht wurde. In einer großen Phase-3-Studie traten schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse unter Efpeglenatid seltener auf als unter Placebo. Das Ergebnis gilt für die untersuchten Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und bestehender Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankung. Nach dem hier dokumentierten Entwicklungsstand ist Efpeglenatid nicht zugelassen.
Was ist Efpeglenatid?
Efpeglenatid ist ein experimenteller GLP-1-Rezeptoragonist: Der Wirkstoff aktiviert den GLP-1-Rezeptor. Er beruht auf einem Exendin-basierten Peptid. Seine Halbwertszeit wurde technisch verlängert, sodass eine einmal wöchentliche Injektion möglich ist. Die Halbwertszeit beschreibt, wie lange es dauert, bis die Konzentration des Wirkstoffs im Körper auf die Hälfte gesunken ist.
Hanmi Pharmaceutical entwickelte Efpeglenatid und lizenzierte den Wirkstoff zwischenzeitlich an Sanofi. Sanofi gab die Rechte später zurück. Forschende untersuchten Efpeglenatid bei Typ-2-Diabetes und prüften, ob es Herz-Kreislauf- und Nierenrisiken verringert. Nach dem hier dokumentierten Stand befindet sich der Wirkstoff weiterhin in der Erprobung; in den großen Arzneimittelmärkten ist er nicht zugelassen.
Wie wirkt Efpeglenatid?
Efpeglenatid aktiviert den GLP-1-Rezeptor 1. An diesen Rezeptor bindet normalerweise das Darmhormon GLP-1, das zu den sogenannten Inkretinen gehört. Auch Wirkstoffe wie Semaglutid und Dulaglutid setzen dort an. Die Aktivierung des Rezeptors:
- verstärkt die vom Glukosespiegel abhängige Ausschüttung von Insulin,
- hemmt die Ausschüttung von Glukagon,
- verlangsamt die Magenentleerung,
- verringert den Appetit.
Diese Wirkungen senken bei Menschen mit Typ-2-Diabetes den Blutzucker und das Körpergewicht. Studien zu GLP-1-Rezeptoragonisten haben außerdem Vorteile für das Herz-Kreislauf-System gezeigt. Wie sich Efpeglenatid auf Herz-Kreislauf-Ereignisse auswirkt, wurde in der Studie AMPLITUDE-O untersucht.
Ist Efpeglenatid von der FDA zugelassen?
Nach dem hier dokumentierten Stand ist Efpeglenatid weder von der US-amerikanischen FDA noch in der Europäischen Union zugelassen. Der Wirkstoff befindet sich weiterhin in der Erprobung. Nachdem Sanofi die Entwicklungsrechte zurückgegeben hatte, führte Hanmi das Programm selbst weiter und bemühte sich um regionale Lizenzvereinbarungen. Auch für andere große Arzneimittelmärkte liegt hier keine Angabe zu einer Zulassung vor.
Was zeigt die Forschung?
Die wichtigsten Ergebnisse stammen aus der Phase-3-Studie AMPLITUDE-O [2]. Daran nahmen mehr als 4.000 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes teil, die bereits eine Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankung hatten. Die Studie untersuchte Herz-Kreislauf-Ereignisse; eine weiterführende Analyse verglich den Nutzen bei Teilnehmenden mit und ohne zusätzliche Behandlung mit einem SGLT2-Hemmer.
| Endpunkt | Ergebnis |
|---|---|
| Schwere unerwünschte Herz-Kreislauf-Ereignisse | Traten unter Efpeglenatid seltener auf als unter Placebo (Hazard Ratio 0,73). |
| Kombinierter Nierenendpunkt | Ereignisse des kombinierten Nierenendpunkts traten unter Efpeglenatid seltener auf. |
| Nutzen bei Einnahme eines SGLT2-Hemmers | Eine vorab festgelegte Analyse 3 fand einen vergleichbaren Nutzen unabhängig davon, ob die Teilnehmenden bereits einen SGLT2-Hemmer einnahmen. |
Die Hazard Ratio beschreibt das Verhältnis der Ereignisraten im Verlauf der Studie. Aus dem Wert 0,73 allein lässt sich nicht ablesen, wie viele Menschen weniger ein Herz-Kreislauf-Ereignis hatten. Dafür braucht es auch die absoluten Ereignisraten und die Beobachtungsdauer. Der kombinierte Nierenendpunkt fasst mehrere Ergebnisse zusammen; ohne deren genaue Definition bleibt offen, welche Veränderungen der Nierengesundheit das Ergebnis umfasst.
Die positiven Phase-3-Ergebnisse wurden in wissenschaftlich begutachteten Fachzeitschriften veröffentlicht. Sie betreffen die untersuchte Gruppe mit Typ-2-Diabetes und bestehenden Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen. Eine Zulassung hatte Efpeglenatid nach dem hier dokumentierten Stand noch nicht erreicht.