Welche Symptome hat Schwangerschaftsdiabetes?
Klinische Prüfung ausstehend
Schwangerschaftsdiabetes verursacht meistens keine spürbaren Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, sind sie oft mild: etwa stärkerer Durst oder häufigeres Wasserlassen. An den Beschwerden allein lässt sich die Erkrankung nicht zuverlässig erkennen, weil viele davon auch bei einer Schwangerschaft ohne Diabetes vorkommen. Deshalb sind Blutzuckertests zur vorgesehenen Zeit wichtig.
Schwangerschaftsdiabetes bleibt meist unbemerkt. Mögliche Beschwerden wie stärkerer Durst oder häufigeres Wasserlassen sind oft mild und kommen auch in einer Schwangerschaft ohne Diabetes vor. An Symptomen allein lässt sich die Erkrankung deshalb nicht zuverlässig erkennen. Dafür sind Blutzuckertests zu den vorgesehenen Zeitpunkten nötig.
Welche Beschwerden auftreten können
Die meisten Schwangeren mit Schwangerschaftsdiabetes haben keine spürbaren Symptome. Manche bemerken mehr Durst oder müssen häufiger Wasser lassen. Der medizinische Begriff Gestationsdiabetes mellitus, kurz GDM, bezeichnet erhöhte Blutzuckerwerte, die erstmals während der Schwangerschaft festgestellt werden. Die Werte liegen dabei unter den Schwellen für einen manifesten, also eindeutig ausgeprägten Diabetes. NIDDK: Symptoms & causes of gestational diabetes, Sweeting et al., 2024.
Nach herkömmlichen Diagnosekriterien betrifft Schwangerschaftsdiabetes in den USA zwischen 5,8 % und 9,2 % der Schwangerschaften; weltweit werden etwa 14 % angegeben. Die Früherkennung richtet sich ausdrücklich auch an Schwangere ohne Beschwerden. Die meisten Fälle werden bei einem planmäßigen Blutzuckertest entdeckt. US Preventive Services Task Force, 2021, Sweeting et al., 2024.
Mögliche Anzeichen eines erhöhten Blutzuckers
Ein erhöhter Blutzucker kann sich während der Schwangerschaft durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen, aber auch ohne Symptome bleiben. Die folgenden Anzeichen werden allgemein bei erhöhtem Blutzucker beschrieben. Sie sind nicht spezifisch für Schwangerschaftsdiabetes und reichen für eine Diagnose nicht aus. NIDDK: Symptoms & causes of diabetes.
- Verstärkter Durst führt dazu, dass deutlich mehr Wasser getrunken wird als gewöhnlich.
- Häufiges Wasserlassen bedeutet, wesentlich öfter als sonst zur Toilette zu müssen.
- Müdigkeit kann sich als Erschöpfung äußern, die über die übliche Schwangerschaftsmüdigkeit hinausgeht.
- Verschwommenes Sehen macht sich durch unscharfe Sicht oder Schwierigkeiten beim Fokussieren bemerkbar.
- Verstärkter Hunger kann schon kurz nach einer Mahlzeit wieder auftreten.
- Harnwegs-, Haut- oder Pilzinfektionen können wiederkehren.
- Zucker im Urin kann bei einer Untersuchung auffallen. Die Nieren nehmen Glukose normalerweise wieder ins Blut auf. Mehr als geringe Spuren im Urin können deshalb auf zu viel Glukose im Blut hinweisen. Ein Urinbefund allein bestätigt jedoch keinen Schwangerschaftsdiabetes. MedlinePlus: Glucose in urine test.
Schwangerschaftsdiabetes oder normale Schwangerschaftsbeschwerden?
Viele dieser Beschwerden gehören auch zum normalen Verlauf einer Schwangerschaft. In einer Untersuchung berichteten 52,2 % der Schwangeren über häufiges Wasserlassen; 45,5 % gaben häufige Müdigkeit an. Meist spiegeln körperliche Beschwerden die normalen Veränderungen während der Schwangerschaft wider. Eher auffällig kann daher sein, wie stark eine Beschwerde ausgeprägt ist, als dass sie überhaupt auftritt. Foxcroft et al., 2013.
| Symptom | Was in der Schwangerschaft häufig vorkommt | Was auf erhöhten Blutzucker hindeuten kann |
|---|---|---|
| Häufiges Wasserlassen | Häufig schon zu Beginn der Schwangerschaft und erneut gegen Ende, wenn die Gebärmutter auf die Blase drückt | Große Urinmengen zusammen mit ständigem Durst, tagsüber und nachts |
| Müdigkeit | Häufig zu Beginn und gegen Ende der Schwangerschaft; lässt durch Ruhe nach | Müdigkeit, die sich durch Ruhe nicht bessert |
| Durst | Leichter Durst, der sich durch Trinken stillen lässt | Kaum stillbarer Durst, der zu einer deutlich höheren Flüssigkeitsaufnahme führt |
| Verschwommenes Sehen | Leichte Veränderungen beim Fokussieren durch Flüssigkeitsverschiebungen und trockene Augen | Unscharfes Sehen, das über mehrere Tage kommt und geht |
Auch diese Unterschiede erlauben keine zuverlässige Abgrenzung zwischen normalen Schwangerschaftsveränderungen und Schwangerschaftsdiabetes. Die Diagnose erfolgt deshalb üblicherweise durch Tests. NIDDK: Symptoms & causes of gestational diabetes.
Wann Symptome von Schwangerschaftsdiabetes auftreten können
Während der Schwangerschaft reagieren die Körperzellen zunehmend schwächer auf Insulin. Diese sogenannte Insulinresistenz nimmt in der zweiten Schwangerschaftshälfte deutlich zu und kann stark ausgeprägt sein. Erhöhte Blutzuckerwerte und damit verbundene Beschwerden treten daher eher später auf, auch im dritten Trimester. Kampmann et al., 2019.
Für Diagnosen vor der 20. Schwangerschaftswoche wird ein Anteil von 30 % bis 70 % der Fälle genannt. Ohne nähere Angaben zu den untersuchten Gruppen und Testverfahren lässt sich diese breite Spanne nicht auf eine bestimmte Versorgungssituation übertragen. Früh festgestellter Schwangerschaftsdiabetes ist mit ungünstigeren Schwangerschaftsergebnissen verbunden als eine Diagnose zwischen der 24. und 28. Woche. Dieser Zusammenhang belegt nicht, dass die frühe Diagnose selbst die Ursache ist. Sweeting et al., 2024.
Welche Faktoren das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes erhöhen
Wie hoch das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einige hängen deutlich stärker mit der Erkrankung zusammen als andere.
Eine Metaanalyse hat diese Zusammenhänge als zusammengefasste Odds Ratios angegeben. Eine Odds Ratio setzt die statistischen Chancen einer Erkrankung in zwei Vergleichsgruppen ins Verhältnis. Sie beschreibt keine persönliche Erkrankungswahrscheinlichkeit und ist nicht mit einem relativen Risiko gleichzusetzen. Zhang et al., 2021.
- Schwangerschaftsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft war mit einer zusammengefassten Odds Ratio von 21,14 der mit Abstand stärkste der aufgeführten Faktoren.
- Für Übergewicht oder Adipositas vor der Schwangerschaft betrug die Odds Ratio 2,64.
- Bei einem früher geborenen, sehr großen beziehungsweise schweren Kind, medizinisch Makrosomie genannt, lag die Odds Ratio bei 2,54.
- Für ein Alter der Mutter von mindestens 25 Jahren wurde eine Odds Ratio von 2,47 angegeben.
- Bei Diabetes in der Familie betrug die Odds Ratio 2,33.
- Für Rauchen vor der Schwangerschaft lag die Odds Ratio bei 2,32.
Risikofaktoren beeinflussen, wann untersucht wird; sie ersetzen keine Tests. Nach einer Übersicht nationaler und internationaler Leitlinien sehen die meisten bei erhöhtem Risiko einen zusätzlichen Test im ersten Trimester vor. Ist das Ergebnis unauffällig, folgt später ein weiterer Test. Tsakiridis et al., 2021.
Wie Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert wird
Blutzuckertests zeigen, ob ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. Die US Preventive Services Task Force empfiehlt die Früherkennung bei Schwangeren ohne Symptome ab der 24. Schwangerschaftswoche. US Preventive Services Task Force, 2021.
Die zitierten US-Patienteninformationen beschreiben folgendes Vorgehen:
- Die Untersuchung findet üblicherweise zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche statt, bei erhöhtem Risiko auch früher. NIDDK: Tests & diagnosis for gestational diabetes.
- Beim Glukose-Suchtest wird 1 Stunde nach einem zuckerhaltigen Getränk Blut abgenommen. Vorher muss nicht gefastet werden.
- Für einen zweiten Test unter Nüchternbedingungen wird eine Schwelle von mindestens 140 genannt. Ein Ergebnis von mindestens 200 wird als möglicher Hinweis auf Typ-2-Diabetes angeführt. Für beide Zahlen fehlt die Maßeinheit; ohne sie lassen sich die Angaben nicht als diagnostische Grenzwerte verwenden. NIDDK: Tests & diagnosis for gestational diabetes.
- Vor dem oralen Glukosetoleranztest, einem Test der Blutzuckerreaktion auf eine Glukoselösung zum Trinken, wird mindestens 8 Stunden gefastet. Danach wird über 2 bis 3 Stunden stündlich Blut abgenommen. Im beschriebenen Verfahren bestätigen mindestens zwei erhöhte Werte einen Schwangerschaftsdiabetes. Die geltenden Grenzwerte hängen vom verwendeten Verfahren ab. NIDDK: Tests & diagnosis for gestational diabetes.
Wann die betreuende Praxis kontaktiert werden sollte
Da Symptome einen Schwangerschaftsdiabetes nicht zuverlässig anzeigen, können auffällige Messwerte Anlass sein, sich auch zwischen den Vorsorgeterminen beim Behandlungsteam zu melden.
Die NIDDK-Patienteninformation beschreibt eine Untersuchung von Urin oder Blut auf Ketone, wenn der Blutzucker einen vereinbarten Wert überschreitet. Als Beispiel wird 200 genannt, allerdings ohne Einheit; als eigenständige Handlungsschwelle ist diese Angabe daher nicht verwendbar. Ketone entstehen beim Fettabbau. Bei erhöhten Ketonwerten kann es nötig sein, Art, Menge oder Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme im Rahmen des Behandlungsplans anzupassen. Welcher Blutzuckerwert maßgeblich ist und was dann zu tun ist, wird mit dem betreuenden Team festgelegt. NIDDK: Managing & treating gestational diabetes.
Unabhängig vom Blutzucker sollten anhaltende Kopfschmerzen, neu auftretendes verschwommenes Sehen oder Flecken im Sichtfeld ernst genommen werden. Sie können auf eine Präeklampsie hinweisen. Bei dieser Schwangerschaftskomplikation treten erhöhter Blutdruck und eine Beteiligung von Organen auf. Solche Beschwerden sind ein Grund, sich zwischen den Vorsorgeterminen zu melden. Mit dem Team der Schwangerschaftsvorsorge sollte vereinbart werden, welche Beobachtungen und Messwerte einen Anruf erfordern. MedlinePlus: High blood pressure in pregnancy.
Wie sich Schwangerschaftsdiabetes auf das Kind auswirkt
Mit steigendem Blutzucker der Mutter nimmt die Wahrscheinlichkeit eines hohen Geburtsgewichts kontinuierlich zu, auch unterhalb der diagnostischen Grenze. In der HAPO-Studie war jeder Anstieg der mütterlichen Glukose um eine Standardabweichung mit höheren statistischen Chancen für ein Geburtsgewicht oberhalb der 90. Perzentile verbunden. Eine Standardabweichung beschreibt, wie stark Messwerte streuen. Oberhalb der 90. Perzentile bedeutet, dass das Geburtsgewicht höher liegt als bei 90 % der jeweiligen Vergleichsgruppe. Die adjustierten, also um weitere Einflussfaktoren bereinigten Odds Ratios betrugen 1,38 für den Nüchternwert und 1,46 für den Wert nach 1 Stunde. HAPO Study Cooperative Research Group et al., 2008.
Im Zusammenhang mit Schwangerschaftsdiabetes werden wiederholt drei Komplikationen beschrieben, die teils die Mutter, teils das Kind betreffen: US Preventive Services Task Force, 2021.
- Bei einer Präeklampsie treten erhöhter Blutdruck und eine Beteiligung von Organen auf.
- Fetale Makrosomie bezeichnet ein besonders großes beziehungsweise schweres Kind. Dadurch steigt das Risiko einer Schulterdystokie und von Geburtsverletzungen. Bei einer Schulterdystokie bleiben die Schultern während der Geburt hängen.
- Neonatale Hypoglykämie bedeutet, dass der Blutzucker beim Neugeborenen zu niedrig ist.
Die Behandlung wirkt sich nicht auf alle diese Ergebnisse gleichermaßen aus. Eine systematische Übersichtsarbeit bewertet die Evidenz dafür, dass weniger Präeklampsien, Schulterdystokien und Makrosomien auftreten, als moderat. Die Evidenz für eine ausbleibende Veränderung bei Unterzuckerungen des Neugeborenen ist dagegen schwach. Ob die Behandlung hier tatsächlich keinen Effekt hat, bleibt damit unsicher. Hartling et al., 2013.
Wie Schwangerschaftsdiabetes behandelt wird
Die Behandlung erfolgt schrittweise. Viele Frauen können ihre Blutzuckerwerte mit einem geeigneten Ernährungsplan und körperlicher Aktivität kontrollieren. Manche benötigen zusätzlich Diabetesmedikamente. Die verglichenen Leitlinien empfehlen übereinstimmend, mit Änderungen des Lebensstils zu beginnen; bei der medikamentösen Behandlung unterscheiden sie sich. Tsakiridis et al., 2021, NIDDK: Managing & treating gestational diabetes.
In Studien wurde eine Kombination aus Ernährungsanpassung, Blutzuckerkontrollen und bei Bedarf Insulin mit keiner Behandlung verglichen. Unter dieser Behandlung traten weniger Präeklampsien und Makrosomien auf. Bei Kaiserschnitten und Aufnahmen auf eine Neugeborenen-Intensivstation, kurz NICU, zeigte sich kein Unterschied. Mit der Geburt endet die schwangerschaftsbezogene Behandlungsphase. Ob danach weiter behandelt werden muss, hängt von den anschließenden Befunden ab; das längerfristige Diabetesrisiko bleibt bestehen. Hartling et al., 2013.
Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt
Meistens bildet sich Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt zurück. Spätestens 12 Wochen nach der Geburt sollte ein Blutzuckertest klären, ob sich die Werte normalisiert haben. Bleiben sie erhöht, kann ein Typ-2-Diabetes vorliegen. Bei einem normalen Ergebnis empfiehlt die zitierte US-Patienteninformation weitere Tests alle 3 Jahre. NIDDK: Gestational diabetes: after your baby is born.
Auch nach einem Rückgang der Blutzuckerwerte bleibt das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht. Eine Metaanalyse ermittelte nach Schwangerschaftsdiabetes ein zusammengefasstes relatives Risiko von 9,51 gegenüber Frauen mit normalen Blutzuckerwerten in der Schwangerschaft. Der Wert beschreibt einen Unterschied zwischen Gruppen, keine persönliche Erkrankungswahrscheinlichkeit. Die weitere Beobachtung ist deshalb auch in den Jahren unmittelbar nach der Schwangerschaft relevant. Vounzoulaki et al., 2020.
Häufige Fragen
Kann Schwangerschaftsdiabetes ohne Symptome auftreten?
Ja, meistens verursacht Schwangerschaftsdiabetes keine spürbaren Beschwerden. Die US Preventive Services Task Force empfiehlt deshalb die Früherkennung bei Schwangeren ohne Symptome ab der 24. Woche. Wenn Beschwerden auftreten, sind sie oft mild und ähneln gewöhnlichen Schwangerschaftsbeschwerden. US Preventive Services Task Force, 2021, NIDDK: Symptoms & causes of gestational diabetes.
Wann beginnen die Symptome von Schwangerschaftsdiabetes?
Mögliche Beschwerden treten eher später in der Schwangerschaft auf. Die Körperzellen reagieren zunehmend schwächer auf Insulin; diese Insulinresistenz steigt in der zweiten Hälfte deutlich an und kann dann stark ausgeprägt sein. Erhöhte Blutzuckerwerte und mögliche Symptome folgen häufig dieser Entwicklung. Festgestellt werden kann die Erkrankung allerdings schon wesentlich früher. Für Diagnosen vor der 20. Woche wird ein Anteil von 30 % bis 70 % der Fälle genannt. Wie gut diese Spanne übertragbar ist, hängt von der untersuchten Gruppe und dem Testverfahren ab. Kampmann et al., 2019, Sweeting et al., 2024.
Welche Anzeichen kann Schwangerschaftsdiabetes im dritten Trimester haben?
Die möglichen Anzeichen sind grundsätzlich dieselben wie zu anderen Zeitpunkten der Schwangerschaft: stärkerer Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, verschwommenes Sehen, verstärkter Hunger und wiederkehrende Harnwegs-, Haut- oder Pilzinfektionen. Auch bei einer Vorsorgeuntersuchung kann Zucker im Urin auffallen. Die Nieren nehmen Glukose normalerweise wieder ins Blut auf; mehr als geringe Spuren im Urin können daher auf erhöhten Blutzucker hinweisen. Diese Anzeichen sind nicht spezifisch für Schwangerschaftsdiabetes und reichen allein nicht für eine Diagnose aus. MedlinePlus: Glucose in urine test, NIDDK: Symptoms & causes of diabetes.
Wie lässt sich Schwangerschaftsdiabetes von normalen Schwangerschaftsbeschwerden unterscheiden?
An den Beschwerden allein lässt sich das nicht zuverlässig erkennen. Auffallen können ihr Ausmaß und ihre Häufigkeit. In einer Untersuchung berichteten jedoch 52,2 % der Schwangeren über häufiges Wasserlassen und 45,5 % über häufige Müdigkeit. Solche Beschwerden spiegeln überwiegend normale körperliche Veränderungen wider. Kein einzelnes Symptom erlaubt eine sichere Unterscheidung; für die Diagnose sind Tests nötig. Foxcroft et al., 2013, NIDDK: Symptoms & causes of gestational diabetes.
Wie wird Schwangerschaftsdiabetes während der Schwangerschaft festgestellt?
Das beschriebene US-Verfahren hat zwei Schritte. Beim Glukose-Suchtest wird zunächst 1 Stunde nach einem süßen Glukosegetränk Blut abgenommen. Dafür muss man nicht nüchtern sein. Üblicherweise findet der Test zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche statt. Als Schwelle für einen anschließenden Nüchterntest wird mindestens 140 genannt; mindestens 200 wird als möglicher Hinweis auf Typ-2-Diabetes angeführt. Für diese Zahlen fehlen die Einheiten, sodass sie nicht als anwendbare Grenzwerte dienen können. Vor dem anschließenden oralen Glukosetoleranztest wird mindestens 8 Stunden gefastet. Dieser Test untersucht die Blutzuckerreaktion auf eine Glukoselösung zum Trinken. Im beschriebenen Verfahren bestätigen mindestens zwei erhöhte Werte einen Schwangerschaftsdiabetes. NIDDK: Tests & diagnosis for gestational diabetes.
Wie häufig ist Schwangerschaftsdiabetes?
In den USA stieg die altersstandardisierte Prävalenz zwischen 2006 und 2016 von 4,6 auf 8,2 pro 100 Frauen. Gemeint ist die Häufigkeit, bei der Unterschiede in der Altersverteilung rechnerisch berücksichtigt wurden. Das entspricht einem relativen Anstieg um 78 %. Im Jahr 2017 lag die Häufigkeit bei 8,4 pro 100. Schätzungen anhand herkömmlicher Diagnosekriterien nennen für die USA 5,8 % bis 9,2 %; weltweit sind etwa 14 % der Schwangerschaften betroffen. Die Angaben beruhen auf unterschiedlichen Auswertungen und Diagnosekriterien. Zhou et al., 2022, US Preventive Services Task Force, 2021, Sweeting et al., 2024.
Wie wirkt sich Schwangerschaftsdiabetes auf das Kind aus?
Das Risiko hängt mit der Höhe des mütterlichen Blutzuckers zusammen. In der HAPO-Studie war jeder Anstieg um eine Standardabweichung, ein Maß für die Streuung der Messwerte, mit höheren statistischen Chancen für ein Geburtsgewicht oberhalb der 90. Perzentile verbunden. Die um weitere Einflussfaktoren bereinigten, also adjustierten Odds Ratios betrugen 1,38 für den Nüchternwert und 1,46 für den Wert nach 1 Stunde. Zu den mit Schwangerschaftsdiabetes verbundenen Komplikationen gehören Präeklampsie bei der Mutter, ein besonders großes beziehungsweise schweres Kind (fetale Makrosomie) und Unterzuckerung beim Neugeborenen. Bei fetaler Makrosomie steigt das Risiko für Geburtsverletzungen und eine Schulterdystokie, bei der die Schultern während der Geburt hängen bleiben. HAPO Study Cooperative Research Group et al., 2008, US Preventive Services Task Force, 2021.
Verschwindet Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt?
Meistens ja. Ein Blutzuckertest spätestens 12 Wochen nach der Geburt soll klären, ob sich die Werte normalisiert haben. Auch bei einem normalen Ergebnis empfiehlt die zitierte US-Patienteninformation weitere Tests alle 3 Jahre. Nach Schwangerschaftsdiabetes beträgt das zusammengefasste relative Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes 9,51 gegenüber Frauen mit normalen Blutzuckerwerten in der Schwangerschaft. Dieser Wert beschreibt einen Gruppenvergleich, keine persönliche Erkrankungswahrscheinlichkeit. Vounzoulaki et al., 2020, NIDDK: Gestational diabetes: after your baby is born.
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