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Glukagon: Wirkung, Einsatzgebiete und Nebenwirkungen

Klinische Prüfung ausstehend

Glukagon erhöht den Blutzucker und wird bei schwerer Unterzuckerung als Notfallmedikament eingesetzt. Wie es wirkt, welche Anwendungen in den USA zugelassen sind und welche Risiken bestehen.

Glukagon erhöht den Blutzucker. Als Notfallmedikament kommt es bei schwerer Unterzuckerung zum Einsatz, wenn Betroffene nicht sicher essen oder trinken können. Wie gut es wirkt, hängt auch von den Zuckerspeichern der Leber ab: Sind sie etwa nach längerem Fasten erschöpft, kann die Wirkung schwächer ausfallen.

Was ist Glukagon?

Die Bauchspeicheldrüse bildet Glukagon, ein Hormon aus 29 Aminosäuren. Es wirkt als Gegenspieler von Insulin und hebt den Blutzucker an, wenn dieser sinkt. Als Medikament hilft es bei einer schweren Hypoglykämie, also einer gefährlichen Unterzuckerung. Sie kann bei Menschen mit Diabetes auftreten, insbesondere wenn sie mit Insulin behandelt werden.

Glukagon gibt es beispielsweise als gebrauchsfertigen Gvoke-Injektor und als Nasenpulver unter dem Namen Baqsimi. Der Vertrieb des GlucaGen HypoKit-Notfallsets wurde in den USA 2024 eingestellt. 1

Wie wirkt Glukagon?

Glukagon bindet an Rezeptoren auf Leberzellen. Dadurch regt es die Leber an, gespeichertes Glykogen zu Glukose abzubauen und neue Glukose zu bilden. Diese Vorgänge heißen Glykogenolyse und Glukoneogenese. Die Leber gibt die Glukose ins Blut ab; der Blutzucker steigt innerhalb weniger Minuten. Deshalb lässt sich Glukagon im Notfall einsetzen, wenn eine Person mit Unterzuckerung nicht essen oder trinken kann.

Sind die Zuckerspeicher der Leber erschöpft, wirkt Glukagon unter Umständen weniger gut. Das kann nach längerem Fasten oder bei Hungerzuständen der Fall sein.

Glukagon entspannt außerdem die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts. Diese Wirkung nutzt man bei bestimmten bildgebenden Untersuchungen als diagnostisches Hilfsmittel.

In einer Studie mit Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes erhöhte Glukagon als Nasenpulver den Blutzucker ungefähr ebenso wirksam wie injiziertes Glukagon. Das Nasenpulver lässt sich ohne Injektion und ohne vorheriges Anmischen verabreichen, was die Anwendung im Notfall erleichtert. 2

Ist Glukagon von der FDA zugelassen?

Ja. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Glukagon zur Behandlung schwerer Unterzuckerungen und als diagnostisches Hilfsmittel bei bildgebenden Untersuchungen des Magen-Darm-Trakts zugelassen. Welche Anwendung zugelassen ist, hängt vom jeweiligen Präparat ab.

Präparat Darreichungsform FDA-Zulassung
Glukagon zur Injektion, einschließlich des rekombinant hergestellten GlucaGen Injektion Seit Jahrzehnten zugelassen
Gvoke 3 Gebrauchsfertiger Injektor 2019
Baqsimi 4 Gebrauchsfertiges Nasenpulver 2019

Wofür wird Glukagon verschrieben?

Menschen mit Diabetes erhalten Glukagon als Notfallmedikament gegen schwere Unterzuckerungen. Meist verabreicht es eine betreuende Person, wenn Betroffene Zucker nicht sicher über den Mund aufnehmen können. Injizierbare Formen kommen außerdem bei radiologischen Untersuchungen zum Einsatz, um die Darmmuskulatur zu entspannen.

Bei einem Phäochromozytom oder einem Insulinom darf Glukagon nicht angewendet werden. Ein Phäochromozytom ist ein Tumor, der Hormone aus der Gruppe der Katecholamine produziert; ein Insulinom ist ein insulinproduzierender Tumor.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Häufige Nebenwirkungen sind laut den Produktinformationen zur Injektionsform (3) und zum Nasenpulver (4):

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Reaktionen an der Injektionsstelle beziehungsweise Beschwerden an Nase und Augen bei Anwendung des Nasenpulvers

Zu den schwerwiegenderen Risiken gehören:

  • Ein starker Anstieg des Blutdrucks bei Menschen mit einem Phäochromozytom
  • Eine erneute Unterzuckerung bei Menschen mit einem Insulinom
  • Seltene allergische Reaktionen