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Goserelin (Zoladex): Wie die Hormonunterdrückung wirkt

Klinische Prüfung ausstehend

Goserelin senkt über eine dauerhafte GnRH-Stimulation die Bildung von Sexualhormonen. Es wird unter anderem bei hormonabhängigen Tumoren und Endometriose eingesetzt.

Was ist Goserelin?

Goserelinacetat, Handelsname Zoladex, ist ein synthetisches Analogon des Gonadotropin-Releasing-Hormons, kurz GnRH oder LHRH, aus zehn Aminosäuren. GnRH wird im Hypothalamus gebildet und regt die Hypophyse zur Freisetzung von luteinisierendem und follikelstimulierendem Hormon an. Diese stimulieren wiederum Hoden und Eierstöcke. Goserelin wirkt stärker und länger als das natürliche Signal. Ein kleines, wachsartig festes Implantat wird unter die Bauchhaut eingebracht und setzt den Wirkstoff langsam frei. Entwickelt wurde Goserelin unter dem Code ICI-118630; die US-Zulassung erfolgte 1989. Quelle Quelle

Wie wirkt Goserelin?

Goserelin bindet an GnRH-Rezeptoren der Hypophyse. Zu Beginn wird die Hormonfreisetzung kurz angeregt: Luteinisierendes Hormon und Sexualhormone steigen vorübergehend an. Dieser Effekt heißt „Flare“. Anschließend wirkt das Implantat kontinuierlich statt in natürlichen Pulsen. Die Rezeptoren werden weniger empfindlich und ihre Zahl nimmt ab. Innerhalb einiger Wochen sinken luteinisierendes und follikelstimulierendes Hormon. Testosteron erreicht bei Männern Kastrationsniveau, Östrogen bei Frauen Werte wie nach der Menopause.

Die Hormonabsenkung verfolgt je nach Erkrankung unterschiedliche Ziele. Bei Prostatakrebs entzieht sie hormonempfindlichen Tumorzellen Testosteron. Bei prämenopausalem, östrogenrezeptorpositivem Brustkrebs vermindert sie das Wachstumssignal aus den Eierstöcken. Bei Endometriose erzeugt sie vorübergehend einen östrogenarmen Zustand. Die Tabelle ordnet diese Zusammenhänge zu.

In der langfristigen ZEBRA-Studie war Goserelin einer Standardchemotherapie mit CMF hinsichtlich krankheitsfreien und gesamten Überlebens gleichwertig 1. Untersucht wurden prämenopausale Frauen mit frühem, östrogenrezeptorpositivem Brustkrebs und befallenen Lymphknoten. Dabei entfiel die akute Toxizität der Chemotherapie.

Ist Goserelin von der FDA zugelassen?

Die FDA ließ Goserelin 1989 zu 2. Entwickelt wurde es von ICI Pharmaceuticals, später Zeneca und heute AstraZeneca. Das Implantat ist in einer Stärke von 3,6 mg für die monatliche und 10,8 mg für die dreimonatliche Anwendung erhältlich. Die zugelassenen Einsatzgebiete in Onkologie und Gynäkologie wurden im Laufe der Zeit erweitert.

Wofür wird Goserelin verschrieben?

Der Ausgangstext nennt folgende Anwendungsgebiete:

  • Fortgeschrittener Prostatakrebs, allein oder zusammen mit Strahlentherapie beziehungsweise einem Antiandrogen

  • Fortgeschrittener Brustkrebs bei prä- und perimenopausalen Frauen

  • Endometriose

  • Verdünnung der Gebärmutterschleimhaut vor einer operativen Ablation bei starken Gebärmutterblutungen

Wegen seiner hormonellen Wirkung ist Goserelin in der Schwangerschaft kontraindiziert.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Viele häufige Nebenwirkungen entstehen durch die niedrigen Sexualhormonspiegel. Die Fachinformation 2 nennt unter anderem:

  • Hitzewallungen und Schwitzen

  • Sexuelle Funktionsstörungen und Scheidentrockenheit

  • Kopfschmerzen

  • Reaktionen an der Implantationsstelle

  • Abnahme der Knochendichte bei längerer Anwendung

Weitere wichtige Risiken sind:

  • Eine vorübergehende Verschlechterung der Erkrankung durch den anfänglichen „Flare“ bei Prostatakrebs; gegebenenfalls wird dagegen ein Antiandrogen eingesetzt.

  • Ein erhöhtes Risiko für Hyperglykämie und kardiovaskuläre Ereignisse bei langfristigem Androgenentzug

  • Selten eine Hypophysenapoplexie, eine akute Schädigung der Hypophyse durch Blutung oder Durchblutungsstörung

Studien im Überblick

Erkrankung Gesenkter Hormonspiegel Behandlungsziel
Prostatakrebs Testosteron Hormonempfindlichen Tumorzellen ein Wachstumssignal entziehen
Brustkrebs vor der Menopause Östrogen aus den Eierstöcken Östrogenrezeptorpositive Tumoren können durch dieses Hormon wachsen
Endometriose Östrogen, vorübergehend Der östrogenarme Zustand kann Endometrioseherde verkleinern

Quellenangaben des Ausgangstextes

Sources: FDA prescribing information for Zoladex; the ZEBRA trial (Kaufmann et al., European Journal of Cancer, 2003, DOI: 10.1016/s0959-8049(03)00392-7 1 ), indexed on PubMed.

Herkunft und redaktioneller Prüfstatus

Für Nutrient Desk aus dem Ausgangsartikel übertragen. Die Aussagen und Quellenzuordnungen des Ausgangstextes sind noch klinisch zu prüfen. Dieser Entwurf ist nicht zur Indexierung freigegeben.