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Histrelin: ein lang wirkendes GnRH-Implantat

Klinische Prüfung ausstehend

Histrelin unterdrückt die Bildung von Sexualhormonen. Das Implantat wird bei zentraler vorzeitiger Pubertät eingesetzt und wurde auch bei Prostatakrebs verwendet.

Was ist Histrelin?

Histrelinacetat ist ein synthetisches GnRH-Analogon aus neun Aminosäuren. Es wird als Supprelin LA und wurde früher als Vantas vertrieben. Histrelin gehört zu den stärker wirksamen GnRH-Agonisten. Ein flexibles Implantat unter der Haut setzt es über ungefähr 12 Monate gleichmäßig frei. So ist statt wiederholter Injektionen normalerweise eine Implantation pro Jahr nötig. Frühere Formulierungen wurden täglich gespritzt; die heutigen Produkte sind Implantate.

Wie wirkt Histrelin?

Histrelin bindet an GnRH-Rezeptoren der Hypophyse. Wie andere Agonisten dieser Klasse regt es die Drüse zunächst kurz an. Luteinisierendes Hormon und Sexualhormone steigen vorübergehend an; dieser Effekt heißt „Flare“. Bei anschließender kontinuierlicher Freisetzung werden die Rezeptoren weniger empfindlich und ihre Zahl nimmt ab. Die Gonadotropinfreisetzung sinkt. Bei Kindern fallen die Sexualhormone auf präpubertäre Werte, bei Männern auf Kastrationsniveau.

Bei zentraler vorzeitiger Pubertät bremst diese Unterdrückung die zu früh begonnene Pubertätsentwicklung. Knochenreifung sowie Brust- oder Hodenentwicklung werden aufgehalten, bis ein geeigneterer Zeitpunkt erreicht ist. Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs wird hormonempfindlichen Tumorzellen Testosteron entzogen. In der zulassungsrelevanten pädiatrischen Studie senkte ein einzelnes Implantat den stimulierten LH-Spitzenwert von etwa 28 auf unter 1 mIU/mL. Die Unterdrückung von luteinisierendem Hormon und Sexualhormonen hielt ein ganzes Jahr an 1.

Ist Histrelin von der FDA zugelassen?

Ja. Die Tabelle fasst die im Ausgangstext beschriebene US-Zulassungs- und Marktgeschichte zusammen.

Laut Ausgangstext ist Supprelin LA inzwischen das einzige in den USA vertriebene Histrelin-Implantat. Es ist für eine Wirkstofffreisetzung über ungefähr 12 Monate ausgelegt und wird anschließend entfernt und ersetzt.

Wofür wird Histrelin verschrieben?

Supprelin LA wird bei zentraler vorzeitiger Pubertät im Kindesalter eingesetzt. Vantas wurde zur palliativen Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms bei Erwachsenen verwendet, bis der Vertrieb dieses Implantats eingestellt wurde. Einsetzen und Entfernen erfolgen in einem kurzen ambulanten Eingriff.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Die Fachinformation zu Supprelin LA 2 nennt Reaktionen an der Implantationsstelle als häufigste Nebenwirkung. In klinischen Studien waren etwa die Hälfte der Kinder betroffen:

  • Schmerzen, Blutergüsse, Druckempfindlichkeit oder Schwellungen an der Implantationsstelle

Weitere wichtige Risiken sind:

  • Bruch des Implantats oder Schwierigkeiten bei seiner Entfernung

  • Ein kurzer Anstieg der Sexualhormone in der ersten Woche, der Beschwerden vorübergehend verstärken kann

  • Veränderungen von Stimmung und Verhalten, etwa Reizbarkeit, Weinen, Wut oder Aggressivität

  • Krampfanfälle

  • Erhöhter Druck im Schädel, auch Pseudotumor cerebri genannt, mit möglichen Kopfschmerzen und Sehstörungen

  • Schwere Hautreaktionen

Studien im Überblick

Zeitpunkt Ereignis
Anfang der 1990er-Jahre Zulassung einer früheren Histrelin-Form zur täglichen Injektion
2004 Zulassung des Vantas-Implantats für fortgeschrittenen Prostatakrebs
2007 Zulassung von Supprelin LA bei zentraler vorzeitiger Pubertät [2]
2021 Einstellung von Vantas durch den Hersteller [3]

Quelle Quelle

Quellenangaben des Ausgangstextes

Sources: FDA prescribing information for Supprelin LA; KFF Health News reporting on the discontinuation of Vantas; the pediatric implant trial (Eugster et al., Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2007, DOI: 10.1210/jc.2006-2479 1 ), indexed on PubMed.

Herkunft und redaktioneller Prüfstatus

Für Nutrient Desk aus dem Ausgangsartikel übertragen. Die Aussagen und Quellenzuordnungen des Ausgangstextes sind noch klinisch zu prüfen. Dieser Entwurf ist nicht zur Indexierung freigegeben.