Nesselsucht (Urtikaria): Ursachen, Verlauf und mögliche Zusammenhänge
Klinische Prüfung ausstehend
Wie Quaddeln entstehen, wie sich akute und chronische Nesselsucht unterscheiden und welche Auslöser, Begleiterkrankungen und Laborwerte bei der Abklärung eine Rolle spielen können.
Juckende Quaddeln, die plötzlich auftauchen, verschwinden und an anderer Stelle wieder entstehen, sind typisch für Nesselsucht. Dahinter stehen aktivierte Immunzellen: Sie setzen Botenstoffe frei, durch die Flüssigkeit aus kleinen Blutgefäßen in die Haut tritt. Einzelne Quaddeln verschwinden meist innerhalb von 24 Stunden, während neue hinzukommen können. Halten die Beschwerden länger als sechs Wochen an, spricht man von chronischer Urtikaria. Ein eindeutiger äußerer Auslöser lässt sich dann häufig nicht finden.
Was Nesselsucht ist und wie sie entsteht
An Nesselsucht sind Mastzellen beteiligt, eine Gruppe von Immunzellen. Allergische und nichtallergische Reize können sie dazu bringen, gespeicherte Botenstoffe in das umliegende Gewebe abzugeben. Diesen Vorgang nennt man Degranulation. Zu den beteiligten Botenstoffen gehören Histamin und Prostaglandine. Sie erweitern die Blutgefäße und lassen Flüssigkeit in die Haut austreten. Dadurch bilden sich die erhabenen, blassen oder roten Quaddeln. Mayo Clinic
Quaddeln können überall am Körper auftreten. Innerhalb weniger Stunden verschwinden sie mitunter an einer Stelle und entstehen an einer anderen. Eine einzelne Quaddel bildet sich typischerweise innerhalb von 24 Stunden zurück. Solange Mastzellen weiter aktiviert werden, können neue Quaddeln hinzukommen. Dieses wechselnde Bild spricht gegen eine Hautveränderung, die dauerhaft an derselben Stelle bestehen bleibt.
Nesselsucht und andere Hautausschläge: Woran lassen sie sich unterscheiden?
Quaddeln sind erhaben und blassen unter Druck ab, werden also weiß. Unter der Hautoberfläche hat sich Flüssigkeit angesammelt. Ekzeme oder eine Kontaktdermatitis sehen häufig anders aus: Die Haut kann schuppig, trocken oder rau sein, und die Veränderungen bleiben eher längere Zeit an derselben Stelle. Cleveland Clinic
Hitzepickel bilden kleine, gruppierte Knötchen an Stellen, an denen sich Schweiß staut, meist am Hals, auf der Brust oder in Hautfalten. Sie klingen ab, wenn die Haut abkühlt und die Schweißgänge wieder frei sind. Nesselsucht kann dagegen weiterbestehen oder erneut auftreten, obwohl der ursprüngliche Auslöser nicht mehr vorhanden ist.
Akute und chronische Urtikaria: Was die Dauer verrät
Akute Nesselsucht dauert weniger als sechs Wochen. Häufig kommen erkennbare Auslöser wie Lebensmittel, Medikamente oder Infektionen infrage. Bestehen die Beschwerden länger als sechs Wochen, handelt es sich um chronische Urtikaria. Oft fehlt dann ein klarer äußerer Auslöser. Mayo Clinic
Ein chronischer Verlauf kann mit veränderten Immunprozessen zusammenhängen und setzt keinen anhaltenden Kontakt mit einem Allergen voraus. Mastzellen können dabei überempfindlich reagieren. Als mögliche Einflüsse werden Autoimmunprozesse, hormonelle Störungen und anhaltende Entzündungen diskutiert. Aus der Dauer der Beschwerden allein lässt sich jedoch keiner dieser Mechanismen ableiten. Vermutete Auslöser zu meiden reicht deshalb nicht immer aus; ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Verlauf ab.
Was Nesselsucht auslöst und warum manche Menschen anfälliger sind
Für akute Nesselsucht kommen unterschiedliche Auslöser infrage. Bei einigen der folgenden Zusammenhänge ist allerdings unklar, wie sie genau zur Reaktion beitragen:
- Lebensmittel wie Schalentiere, gereifter Käse und fermentierte Lebensmittel. Als Erklärungen werden ein hoher Histamingehalt oder eine Freisetzung von Histamin diskutiert; das ist von einer allergischen Reaktion auf ein Lebensmittel zu unterscheiden.
- Medikamente, insbesondere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Antibiotika. Auch ACE-Hemmer werden in diesem Zusammenhang genannt, ihre Zuordnung zur Urtikaria ist hier jedoch nicht abgesichert.
- Infektionen, vor allem Virusinfektionen der oberen Atemwege.
- Körperliche Reize wie Druck, Kälte, Wärme oder Vibration. Mayo Clinic zur Kälteurtikaria
- Stress. Als mögliche Erklärung werden erhöhte Cortisolwerte und eine veränderte Stabilität von Mastzellen vorgeschlagen; diese Kausalkette ist nicht gesichert.
Wie leicht Nesselsucht entsteht, könnte unter anderem davon abhängen, wie empfindlich Mastzellen reagieren, wie aktiv das Immunsystem ist und welche genetischen Voraussetzungen vorliegen. Bei atopischen Erkrankungen wie Asthma, Ekzemen oder allergischem Schnupfen wird eine erhöhte Aktivierungsbereitschaft der Mastzellen als Erklärung diskutiert. Auch hormonelle Schwankungen könnten beeinflussen, ab welchem Reiz Mastzellen ihre Botenstoffe freisetzen, etwa bei einem Anstieg des Östrogenspiegels. Diese Erklärungen zeigen jedoch nicht, wie häufig Nesselsucht in der Schwangerschaft oder speziell im dritten Trimester auftritt.
Nesselsucht in der Schwangerschaft
Steigende Östrogen- und Progesteronspiegel beeinflussen die Immunfunktion. Ob sie Mastzellen während der Schwangerschaft so verändern, dass diese leichter reagieren und Nesselsucht auslösen, ist eine mögliche Erklärung. Ein gehäuftes Auftreten besonders im dritten Trimester ist hier nicht abgesichert.
Von Urtikaria zu unterscheiden ist die polymorphe Schwangerschaftsdermatose, auch polymorphic eruption of pregnancy (PEP). Sie ist eine eigenständige Erkrankung, die in Schwangerschaftsstreifen beginnt und sich von dort ausbreiten kann.
Cetirizin und Loratadin werden als geeignete Antihistaminika in der Schwangerschaft genannt. Ob eines dieser Mittel infrage kommt, muss für die jeweilige Schwangerschaft beurteilt werden. Hormonelle und immunologische Veränderungen könnten auch erklären, weshalb Beschwerden bis nach der Geburt anhalten. Wie der Ausschlag verläuft, hängt jedoch auch davon ab, welche Hauterkrankung tatsächlich vorliegt.
Warum dieselbe Erkrankung bei verschiedenen Menschen anders aussieht
Hinter ähnlichen Hautreaktionen können unterschiedliche Ursachen stehen. Mastzellen sind nicht bei allen Menschen gleich dicht verteilt und reagieren unterschiedlich stark. Auch genetische Varianten könnten beeinflussen, wie heftig eine Reaktion auf denselben Auslöser ausfällt. Diskutiert werden dabei Varianten von Histaminrezeptoren und von Enzymen, die Histamin abbauen, etwa der Diaminoxidase. Welche Bedeutung sie für den einzelnen Menschen haben, lässt sich daraus nicht bestimmen.
Eine weitere mögliche Erklärung liegt in der Art der Immunantwort. Bei einem sogenannten Th2-dominierten Immunprofil stehen bestimmte Immunreaktionen im Vordergrund, die mit erhöhten Werten von Immunglobulin E (IgE) und eosinophilen Granulozyten einhergehen. Letztere gehören zu den weißen Blutkörperchen. Ein solches Profil wird mit einer höheren Neigung zu allergisch bedingten Quaddeln in Verbindung gebracht. Bei Menschen mit einer Neigung zu Autoimmunerkrankungen können außerdem Autoantikörper an einer chronischen Urtikaria beteiligt sein.
Auch das Darmmikrobiom, also die Gemeinschaft der Mikroorganismen im Darm, wird als möglicher Einfluss diskutiert. Es könnte Entzündungsprozesse im Körper und die Reaktionsbereitschaft von Mastzellen beeinflussen. Solche Mechanismen könnten erklären, warum bei zwei Menschen mit derselben Diagnose unterschiedliche Faktoren beteiligt sind. Eine konkrete Ursache lässt sich damit im Einzelfall aber nicht feststellen.
Wann Nesselsucht auf eine systemische Erkrankung hinweisen kann
Chronische spontane Urtikaria wird mit autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen in Verbindung gebracht. Dabei sind eine diagnostizierte Schilddrüsenerkrankung und der Nachweis von Schilddrüsenautoantikörpern zu unterscheiden. Der Zusammenhang ist nicht vollständig erklärt. Eine Hypothese lautet, dass Schilddrüsenautoantikörper auch mit Rezeptoren auf Mastzellen reagieren und so die Freisetzung von Botenstoffen auslösen könnten. Dieser Mechanismus ist nicht gesichert. Selvendran und Aggarwal, 2018
Weitere beschriebene Zusammenhänge betreffen Zöliakie, Lupus und das Sjögren-Syndrom. Erhöhte Entzündungsmarker können auch ohne bekannte Autoimmunerkrankung auf Entzündungsprozesse im Körper hinweisen. Eine mögliche Erklärung ist, dass eine chronische, geringgradige Entzündung Mastzellen dauerhaft empfindlicher reagieren lässt. Aus erhöhten Laborwerten allein lässt sich das jedoch nicht schließen. Wenn eine chronische Urtikaria auf die übliche Behandlung mit Antihistaminika nicht anspricht, kann eine weitergehende ärztliche Abklärung infrage kommen.
Welche Laborwerte bei anhaltender Nesselsucht infrage kommen
Hält Nesselsucht trotz Antihistaminika an, können weitere Untersuchungen helfen, mögliche Begleiterkrankungen oder Einflussfaktoren zu erkennen. Für die Schilddrüse kommen je nach Fragestellung TSH, freies T3, freies T4 sowie Antikörper gegen Thyreoperoxidase (TPO) und Thyreoglobulin in Betracht. Der Zusammenhang zwischen chronischer Urtikaria und autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen bedeutet jedoch nicht, dass alle Betroffenen sämtliche Werte benötigen. Erhöhte Antikörperwerte können auch bei normalen Schilddrüsenhormonwerten auf einen Autoimmunprozess hinweisen. Sie zeigen für sich genommen nicht, ob dieser Prozess Mastzellen aktiviert.
Hochsensitives C-reaktives Protein (hs-CRP) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG; englisch ESR) können Hinweise auf Entzündungen im Körper geben. Diskutiert wird, ob eine chronische, geringgradige Entzündung die Reaktionsbereitschaft von Mastzellen erhöht. Die Laborwerte allein können diesen Zusammenhang nicht nachweisen.
Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Darms wird eine Zöliakiediagnostik mit IgA-Antikörpern gegen Gewebstransglutaminase (tTG-IgA) und Gesamt-IgA angeführt. Auch Nährstoffmängel, insbesondere ein Vitamin-D-Mangel, werden mit schwereren und länger anhaltenden Urtikariabeschwerden in Verbindung gebracht. Vitamin D beeinflusst die Immunfunktion; als mögliche Erklärung wird ein Einfluss auf die Stabilität von Mastzellen diskutiert. Der beobachtete Zusammenhang belegt jedoch nicht, dass der Mangel die Beschwerden verursacht.
Bei vermuteten hormonellen Einflüssen werden auch Messungen von Testosteron, DHEA-S und Cortisol vorgeschlagen. Sie sollen hormonelle Abweichungen erfassen, die mit einer veränderten Immunregulation zusammenhängen könnten. Ob solche Tests bei Urtikaria diagnostisch helfen, ist hier nicht belegt. Das gilt ebenso für den Vorschlag, Werte wiederholt über längere Zeit zu messen statt nur während einzelner Schübe: Ein verlässlicherer Weg zur Ursache ist damit nicht nachgewiesen.
Den Ursachen wiederkehrender Hautreaktionen nachgehen
Kehrt Nesselsucht trotz Antihistaminika und trotz Meidung vermuteter Auslöser wieder, lohnt sich eine ärztliche Einordnung des Verlaufs. Je nach Befund können Untersuchungen auf Schilddrüsenautoimmunität, Entzündungen im Körper oder Veränderungen des Nährstoffstatus infrage kommen. Entscheidend ist, welche Frage ein Test im konkreten Fall beantworten soll. Ein auffälliger Wert allein erklärt die Hautreaktion noch nicht.
Häufige Fragen
Was ist Nesselsucht und wie entsteht sie?
Bei Nesselsucht aktivieren allergische oder nichtallergische Reize bestimmte Immunzellen, die Mastzellen. Diese geben gespeicherte Botenstoffe in das umliegende Gewebe ab; der Vorgang heißt Degranulation. Histamin und Prostaglandine tragen dazu bei, dass sich Blutgefäße erweitern und Flüssigkeit in die Haut tritt. So bilden sich erhabene, blasse oder rote Quaddeln, die überall am Körper auftreten können. Eine einzelne Quaddel verschwindet typischerweise innerhalb von 24 Stunden. Werden weiterhin Mastzellen aktiviert, können neue hinzukommen.
Was löst Nesselsucht aus und wie entstehen die Quaddeln in der Haut?
Sowohl allergische als auch nichtallergische Reize können Mastzellen aktivieren. Die Zellen setzen dann Botenstoffe wie Histamin und Prostaglandine frei. Dieser Vorgang heißt Degranulation. Die Botenstoffe erweitern Blutgefäße und lassen Flüssigkeit in das umliegende Hautgewebe austreten. Dadurch entstehen die typischen erhabenen, blassen oder roten Quaddeln. Meist bildet sich eine einzelne Quaddel innerhalb von 24 Stunden zurück. Solange die Mastzellaktivierung anhält, können jedoch weitere entstehen.
Wie unterscheidet sich Nesselsucht von anderen Hautausschlägen oder Hitzepickeln?
Für Nesselsucht sind erhabene Quaddeln typisch, die unter Druck abblassen. Sie entstehen, weil sich Flüssigkeit unter der Hautoberfläche sammelt. Bei Ekzemen oder einer Kontaktdermatitis ist die Haut dagegen häufig schuppig, trocken oder rau; die Veränderungen bleiben eher an derselben Stelle. Hitzepickel bilden kleine, gruppierte Knötchen dort, wo sich Schweiß staut. Sie klingen ab, wenn die Haut abkühlt. Nesselsucht kann weiterbestehen oder erneut auftreten, auch wenn der ursprüngliche Auslöser bereits weggefallen ist.
Was unterscheidet akute von chronischer Urtikaria?
Akute Nesselsucht dauert weniger als sechs Wochen und hängt häufig mit erkennbaren Auslösern wie Lebensmitteln, Medikamenten oder Infektionen zusammen. Chronische Urtikaria besteht länger als sechs Wochen. Oft lässt sich dann kein eindeutiger äußerer Auslöser finden. Veränderte Immunprozesse und überempfindlich reagierende Mastzellen sind mögliche Erklärungen für den chronischen Verlauf. Dabei werden unter anderem Autoimmunprozesse oder hormonelle Störungen als Einflüsse diskutiert. Ein dauerhafter Kontakt mit einem Allergen muss also nicht vorliegen. Welche Erklärung zutrifft, lässt sich aus der Dauer der Beschwerden allein nicht bestimmen.
Warum entwickeln manche Menschen leichter Nesselsucht als andere?
Mastzellen reagieren nicht bei allen Menschen gleich empfindlich. Auch die Aktivität des Immunsystems und genetische Faktoren könnten beeinflussen, wie leicht Nesselsucht entsteht. Bei atopischen Erkrankungen wie Asthma, Ekzemen oder allergischem Schnupfen wird eine erhöhte Aktivierungsbereitschaft der Mastzellen diskutiert. Als weitere mögliche Einflüsse gelten genetische Varianten von Histaminrezeptoren und der Diaminoxidase, einem Enzym zum Abbau von Histamin. Auch das Darmmikrobiom könnte über Entzündungsprozesse im Körper und die Reaktionsbereitschaft von Mastzellen eine Rolle spielen. Bei Menschen mit derselben Diagnose können somit unterschiedliche Faktoren beteiligt sein. Aus diesen allgemeinen Erklärungen lässt sich aber keine sichere Ursache für den Einzelfall ableiten.
Kann chronische Nesselsucht auf ein autoimmunes oder systemisches Gesundheitsproblem hinweisen?
Bei chronischer spontaner Urtikaria sind Zusammenhänge mit autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen beschrieben. Dabei ist zwischen einer diagnostizierten Erkrankung und dem Nachweis von Schilddrüsenautoantikörpern zu unterscheiden. Eine Hypothese lautet, dass diese Antikörper auch mit Rezeptoren auf Mastzellen reagieren und so deren Degranulation auslösen könnten. Der Mechanismus ist nicht gesichert. Weitere beschriebene Zusammenhänge betreffen Zöliakie, Lupus und das Sjögren-Syndrom. Erhöhte Entzündungsmarker können auch ohne bekannte Autoimmunerkrankung auf Entzündungsprozesse hinweisen. Sie belegen jedoch nicht, dass eine chronische, geringgradige Entzündung die Mastzellen dauerhaft überempfindlich reagieren lässt.
Warum kann Nesselsucht während der Schwangerschaft auftreten?
Steigende Östrogen- und Progesteronspiegel beeinflussen die Immunfunktion. Sie könnten verändern, ab welchem Reiz Mastzellen ihre Botenstoffe freisetzen. Das ist eine mögliche Erklärung für Nesselsucht während der Schwangerschaft. Ein gehäuftes Auftreten besonders im dritten Trimester und dessen hormonelle Ursache sind hier jedoch nicht abgesichert.
Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose ist eine eigenständige Erkrankung und muss von Urtikaria unterschieden werden. Cetirizin und Loratadin werden als geeignete Antihistaminika in der Schwangerschaft genannt; welche Behandlung infrage kommt, muss im Einzelfall beurteilt werden. Hormonelle Veränderungen könnten auch dazu beitragen, dass Beschwerden bis nach der Geburt anhalten. Ob ein solcher Verlauf zu erwarten ist, hängt jedoch auch von der tatsächlich vorliegenden Hauterkrankung ab.
Welche Biomarker kommen infrage, wenn Nesselsucht nicht auf Antihistaminika anspricht?
Welche Laborwerte sinnvoll sind, hängt von der konkreten Fragestellung ab. Im Zusammenhang mit chronischer Urtikaria und autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen werden TSH, freies T3, freies T4 sowie Antikörper gegen TPO und Thyreoglobulin genannt. Das begründet keine allgemeine Notwendigkeit, bei allen Betroffenen sämtliche Werte zu bestimmen. Die Entzündungsmarker hs-CRP und Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG; englisch ESR) können auf Entzündungen im Körper hinweisen. Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Darms wird eine Zöliakiediagnostik mit tTG-IgA und Gesamt-IgA angeführt.
Ein Vitamin-D-Mangel wird mit schwereren und länger anhaltenden Urtikariabeschwerden in Verbindung gebracht. Dieser Zusammenhang allein belegt keine Ursache. Auch Messungen von Testosteron, DHEA-S und Cortisol werden vorgeschlagen, um hormonelle Abweichungen zu erfassen, die mit einer veränderten Immunregulation zusammenhängen könnten. Ihr diagnostischer Nutzen bei Urtikaria ist hier jedoch nicht belegt. Ob ein Test im Einzelfall weiterhilft und wie ein auffälliger Wert einzuordnen ist, muss gesondert beurteilt werden.
Quellen
- American Academy of Dermatology. (n.d.). Hives: Diagnosis and treatment. https://aad.org/public/diseases/a-z/hives-treatment
- Mayo Clinic. (n.d.). Symptoms causes. https://mayoclinic.org/diseases-conditions/hives-and-angioedema/symptoms-causes/syc-20354908
- Cleveland Clinic. (n.d.). Hives: How To Recognize Them and When To See a Doctor. https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/8630-hives
- Mayo Clinic. (n.d.). Symptoms causes. https://mayoclinic.org/diseases-conditions/chronic-hives/symptoms-causes/syc-20352719
- Mayo Clinic. (n.d.). Symptoms causes. https://mayoclinic.org/diseases-conditions/cold-urticaria/symptoms-causes/syc-20371046
- Selvendran SS, Aggarwal N (2018). Chronic urticaria and thyroid autoimmunity: a perplexing association. Oxford medical case reports, 2018(2), omx099. https://doi.org/10.1093/omcr/omx099 PubMed