Wie lange dauert der REM-Schlaf?
Klinische Prüfung ausstehend
Wie lange REM-Schlaf dauert, wie er sich über die Nacht verteilt und warum einzelne Trackerwerte keine verlässliche Diagnose der Schlafqualität erlauben.

Wie viel REM-Schlaf gehört zu einer Nacht? Die erste REM-Phase ist meist kurz, die späteren werden länger. Deshalb machen die frühen Morgenstunden einen besonders großen Teil der REM-Schlafzeit aus. Die Zeitangaben in diesem Artikel beschreiben dieses Muster als grobe Orientierung. Sie ergeben keinen festen nächtlichen Sollwert; einige der genannten Minuten- und Prozentbereiche stimmen rechnerisch nicht vollständig überein.
Wie lange dauert der REM-Schlaf pro Schlafzyklus?
Wie sich die REM-Phasen im Laufe der Nacht verlängern
Schlaf verläuft in Zyklen von jeweils ungefähr 90 Minuten. Im hier beschriebenen vereinfachten Modell enthält jeder Zyklus eine REM-Phase. Die erste beginnt etwa 70 bis 90 Minuten nach dem Einschlafen und dauert typischerweise nur 10 bis 15 Minuten.
In den folgenden Zyklen werden die REM-Phasen länger. Im dritten oder vierten Zyklus, also ungefähr vier bis sechs Stunden nach dem Einschlafen, dauern sie etwa 20 bis 30 Minuten. In den letzten ein bis zwei Zyklen am frühen Morgen können sie jeweils 45 bis 60 Minuten erreichen. Diese Abfolge gehört zur sogenannten Schlafarchitektur: Der Begriff beschreibt, wie sich die Schlafstadien über eine Nacht verteilen. Das Muster dient als Orientierung für gesunde Erwachsene, nicht als genauer Zeitplan für jede Nacht.
Warum am Anfang der Nacht mehr Tiefschlaf vorkommt
Zu Beginn der Nacht überwiegt der Tiefschlaf, auch Slow-Wave-Schlaf genannt. Er ist an der körperlichen Erholung, der Ausschüttung von Wachstumshormon und der Immunfunktion beteiligt. Eine vereinfachte Erklärung für die zunächst kurzen REM-Phasen lautet, dass das Gehirn dem Tiefschlaf zuerst Vorrang gibt. Sobald genügend Tiefschlaf zusammengekommen sei, verschiebe sich das Verhältnis zugunsten längerer REM-Phasen, die der kognitiven und emotionalen Verarbeitung dienen.
Anschaulich ist die Reihenfolge: zunächst mehr Tiefschlaf, später mehr REM-Schlaf. Daraus folgt aber nicht, dass der Körper seine Aufgaben streng nacheinander abarbeitet oder erst eine bestimmte Menge Tiefschlaf erreichen muss. Beide Schlafstadien sind wichtig und erfüllen unterschiedliche, nicht austauschbare Funktionen.
REM-Schlaf im Verlauf der Nacht
Wie sich REM-Schlaf über eine achtstündige Nacht verteilt
In einer üblichen achtstündigen Nacht finden vier bis sechs vollständige Schlafzyklen statt. Wie die REM-Phasen dabei länger werden können, veranschaulicht diese schematische Verteilung:
- Zyklus 1, Minute 0 bis 90: 10 bis 15 Minuten REM-Schlaf
- Zyklus 2, Minute 90 bis 180: 15 bis 20 Minuten REM-Schlaf
- Zyklus 3, Minute 180 bis 270: 20 bis 30 Minuten REM-Schlaf
- Zyklus 4, Minute 270 bis 360: 30 bis 40 Minuten REM-Schlaf
- Zyklus 5, Minute 360 bis 450: 40 bis 60 Minuten REM-Schlaf
Als grober Gesamtwert werden ungefähr 90 bis 120 Minuten REM-Schlaf pro Nacht genannt. Die aufgeführten Einzelspannen ergeben jedoch zusammen 115 bis 165 Minuten. Das Schema veranschaulicht daher die Zunahme im Laufe der Nacht, liefert aber keine mit dem Gesamtwert übereinstimmende Berechnung.
Bei sechs statt acht Stunden Schlaf könnten bis zu zwei vollständige Zyklen entfallen, gerade jene mit den längsten REM-Phasen. Die dafür genannte Schätzung von nur 50 bis 70 Minuten REM-Schlaf lässt sich nicht ohne Weiteres mit den übrigen Zeitangaben vereinbaren. Auch die Beschreibung als „weniger als die Hälfte“ einer achtstündigen Nacht trifft beim Vergleich mit 90 bis 120 Minuten nicht grundsätzlich zu.
Warum die letzten zwei Stunden für den REM-Schlaf wichtig sind
Sich nach sechs Stunden Schlaf wach zu fühlen, sagt noch nicht, wie viel REM-Schlaf in dieser Nacht stattgefunden hat. Weil die späteren REM-Phasen länger sind, kann eine verkürzte Nacht die REM-Schlafzeit besonders betreffen. Aus sechs Stunden Schlaf allein lässt sich jedoch kein individuelles REM-Defizit mit hoher Wahrscheinlichkeit ableiten. Ebenso wenig lassen sich eingeschränkte Kreativität, stärkere emotionale Reaktionen oder Schwierigkeiten beim Lernen neuer Informationen ohne Weiteres unmittelbar darauf zurückführen.
Welche Aufgaben die einzelnen Schlafstadien erfüllen, ist eine eigene Forschungsfrage. Eine hier angeführte Arbeit in Current Biology beschäftigt sich mit REM-Schlaf und der Verarbeitung früherer emotionaler Erfahrungen. Offen bleibt, ob sie auch den behaupteten direkten Vergleich trägt: Gezielter REM-Schlafentzug soll die Verarbeitung emotionaler Erinnerungen beeinträchtigt haben, Tiefschlafentzug dagegen vor allem das deklarative Gedächtnis, also die Erinnerung an Fakten und Ereignisse. Dieser Vergleich ist bislang nicht als gesichertes Ergebnis der Arbeit einzuordnen. Angeführte Studie
Verschiedene Schlafstadien erfüllen unterschiedliche Funktionen und werden beide gebraucht. Ausreichend lange Nächte lassen zudem Raum für die späteren Zyklen mit ihren längeren REM-Phasen. Diese allgemeine Einordnung hängt nicht davon ab, ob sich der konkrete Studienvergleich bestätigen lässt.
Wie viel REM-Schlaf ist üblich?
Was der Richtwert von 20 bis 25 Prozent bedeutet
Bei gesunden Erwachsenen macht REM-Schlaf ungefähr 20 bis 25 Prozent der gesamten Schlafzeit aus. Für eine Nacht mit sieben bis neun Stunden Schlaf werden häufig grob 90 bis 120 Minuten angesetzt. Die Bereiche sind nicht gleichbedeutend: 20 bis 25 Prozent von sieben bis neun Stunden entsprechen rechnerisch etwa 84 bis 135 Minuten. Die engere Minutenangabe eignet sich deshalb nur als ungefähre Orientierung.
Schlaftracker zeigen häufig einen geschätzten REM-Anteil an. Wie genau diese Angaben sind, unterscheidet sich je nach Gerät. Wiederkehrende Muster können dennoch einen Anlass bieten, genauer auf die Schlafgewohnheiten zu schauen.
Bei regelmäßig weniger als 15 Prozent REM-Schlaf auf dem Tracker stellt sich zunächst die Frage, wie verlässlich die Schätzung ist. Alkohol, Medikamente, Schlafstörungen oder zu wenige Schlafstunden kommen als mögliche Einflüsse infrage. Auch spätes Zubettgehen oder frühes Aufstehen können die Schlafzeit verkürzen. Dass kurze Nächte die häufigste und einfachste Erklärung für einen niedrigen Wert sind, ist damit jedoch nicht gesichert. Die Anzeige allein bestimmt weder die Ursache noch bestätigt sie eine Schlafstörung; auch 15 Prozent sind hier kein belegter diagnostischer Schwellenwert.
Wie sich der REM-Anteil mit dem Alter verändert
Neugeborene verbringen ungefähr 50 Prozent ihrer Schlafzeit im REM-Schlaf, der die rasche Entwicklung des Gehirns unterstützt. Im Erwachsenenalter liegt der Anteil bei 20 bis 25 Prozent. Für die Zeit ab einem Alter von 60 Jahren wird ein weiterer typischer Rückgang beschrieben, bei älteren Erwachsenen bis auf nur noch 15 Prozent. Dieser Rückgang wird mit altersbedingten Veränderungen beim Festigen von Erinnerungen, der Gedächtniskonsolidierung, und bei der Regulation von Gefühlen in Verbindung gebracht. Dazu ist eine Metaanalyse zu Schlafparametern über die Lebensspanne aufgeführt. Ergänzende Informationen bietet der Artikel über Schlaf im höheren Alter.
Wie weit lässt sich dieser Verlauf durch Gewohnheiten beeinflussen? Regelmäßige Schlafzeiten, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Substanzen, die REM-Schlaf unterdrücken, könnten helfen, den REM-Anteil bis ins höhere Alter zu erhalten. Der Rückgang wäre demnach nicht vollständig unvermeidbar. Wie gut sich der REM-Anteil auf diese Weise tatsächlich erhalten lässt, bleibt offen.
Was passiert während des REM-Schlafs?
Gehirnaktivität und Träume
Im REM-Schlaf ähnelt die elektrische Aktivität des Gehirns stark der im Wachzustand. Dabei arbeiten nicht alle Bereiche gleich: Der präfrontale Kortex, der unter anderem am logischen Denken beteiligt ist, ist weniger aktiv. Die Amygdala, die an der emotionalen Verarbeitung mitwirkt, und der visuelle Kortex sind dagegen besonders aktiv. Dieses Aktivitätsmuster wird als Erklärung dafür herangezogen, dass Träume im REM-Schlaf oft lebhaft, emotional und unlogisch wirken.
REM-Schlaf umfasst mehr als das Träumen. Er wird mit dem Festigen prozeduraler Erinnerungen, etwa an erlernte Abläufe, und emotionaler Erinnerungen sowie mit der Verarbeitung von Tageserlebnissen in Verbindung gebracht. Weiter geht die Vorstellung, dass dabei auch nicht benötigte neuronale Verbindungen abgebaut werden und Träume lediglich als Begleiterscheinung notwendiger Verarbeitungsvorgänge entstehen. Ob dieser Abbau dem REM-Schlaf zuzuordnen ist und Träume tatsächlich nur ein Nebenprodukt sind, lässt sich hier nicht gesichert beantworten.
Warum die Muskelaktivität gehemmt wird
Während des REM-Schlafs wird die Muskelaktivität vorübergehend stark gehemmt. Fachleute sprechen von Atonie. Das Gehirn hemmt dabei aktiv motorische Nervenzellen und verhindert so, dass Bewegungen aus Träumen tatsächlich ausgeführt werden. Wenn dieser Schutzmechanismus gestört ist, kann beispielsweise eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung auftreten: Betroffene führen dann während ihrer Träume Bewegungen aus.
Bei einer Schlafparalyse hält die REM-Atonie noch an, obwohl die Person bereits bewusst wach ist. Das kann beunruhigend sein. Eine isolierte Schlafparalyse ist in der Regel nicht gefährlich. Diese Einordnung ersetzt aber keine individuelle Beurteilung wiederkehrender oder unklarer Beschwerden. Unregelmäßige Schlafzeiten oder ausgeprägter Schlafmangel werden als Umstände beschrieben, unter denen Schlafparalyse häufiger auftritt.
Wie lange bleibt ein Schlafdefizit bestehen?
Wie sich fehlender Schlaf summiert
Ein Schlafdefizit kann länger bestehen bleiben als bis zur nächsten Erholungsnacht. Gemeint ist die Differenz zwischen der Schlafmenge, die der Körper benötigt, und der Menge, die er tatsächlich bekommt. Fehlen eine Woche lang jede Nacht zwei Stunden Schlaf, summiert sich das rechnerisch auf 14 Stunden. Einmal am Samstagmorgen auszuschlafen gleicht dieses angesammelte Defizit nicht einfach vollständig aus.
Eine grundlegende Studie in der Fachzeitschrift Sleep beschreibt, wie sich kognitive Beeinträchtigungen bei chronisch eingeschränktem Schlaf aufbauen. Bei teilweise nur vier Stunden Schlaf pro Nacht hingen die Beeinträchtigungen vom Ausmaß der Einschränkung ab. Davon zu unterscheiden ist die Frage, wie lange die Folgen anhalten und wie langsam sie sich nach der Rückkehr zu ausreichend Schlaf zurückbilden. Ob die angeführte Arbeit auch diesen Erholungsverlauf untersuchte, ist noch ungeklärt. Angeführte Studie
Was REM-Rebound während der Erholung bedeutet
Nach einer Phase mit zu wenig Schlaf können zuvor besonders verkürzte Schlafstadien während der Erholung mehr Raum einnehmen. Beim sogenannten REM-Rebound werden die REM-Phasen länger und intensiver. In solchen Nächten können ungewöhnlich lebhafte Träume auffallen. Eine Erklärung dafür ist, dass wichtige Verarbeitungsvorgänge im REM-Schlaf nachgeholt werden.
In diesem Sinne beschreibt das Nachholen von Schlaf auch einen biologischen Vorgang: Das Gehirn nutzt die Gelegenheit, zuvor entstandene Defizite auszugleichen. Wie lange ausreichend Schlaf gefehlt hat, spielt nach dieser Erklärung eine wichtige Rolle. Ein REM-Rebound lässt sich dabei als Teil der Erholung verstehen; die genaue Zuordnung der beschriebenen Vorgänge zu den angeführten Forschungsarbeiten ist noch offen.
Eine der aufgeführten Arbeiten beschäftigt sich mit der Abschätzung der individuell optimalen Schlafdauer und eines möglichen Schlafdefizits.
Was verkürzt die Dauer des REM-Schlafs?
Wie Alkohol den REM-Schlaf beeinflussen kann
Alkohol kann den REM-Schlaf verringern. Für eine deutliche Reduktion bereits nach ein oder zwei alkoholischen Getränken innerhalb von drei Stunden vor dem Zubettgehen sind die genauen Mengen- und Zeitangaben hier jedoch noch nicht abgesichert. Der beschriebene Ablauf lautet: Zunächst wirkt Alkohol beruhigend und kann in der ersten Nachthälfte tieferen Schlaf begünstigen. Während des Abbaus wird der Schlaf dann unterbrochen; zugleich soll REM-Schlaf in der zweiten Nachthälfte unterdrückt werden, wenn die längsten REM-Phasen zu erwarten wären. Als Quelle ist eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zum Einfluss von Alkohol auf den Schlaf aufgeführt.
Auch nach scheinbar „genug“ Schlafstunden kann nach Alkohol beim Aufwachen die Erholung fehlen. Veränderungen des REM-Schlafs werden dafür als Erklärung angeführt. Dass dabei pauschal ein Großteil des REM-Schlafs verloren geht und dies den schlechten Schlaf nach Alkohol erklärt, ist hier jedoch nicht gesichert.
Welche weiteren Einflüsse den REM-Schlaf stören können
- Bestimmte Antidepressiva, insbesondere SSRI und SNRI, unterdrücken REM-Schlaf als bekannte pharmakologische Wirkung.
- Cannabis wird mit einer kürzeren REM-Schlafdauer in Verbindung gebracht. Beim Absetzen kann ein ausgeprägter REM-Rebound auftreten.
- Nikotin kann den Schlaf häufiger unterbrechen, dadurch die Schlafarchitektur beeinträchtigen und die gesamte REM-Schlafzeit reduzieren.
- Unregelmäßige Schlafzeiten bringen die innere Uhr durcheinander und können verschieben, wann die REM-reichen Zyklen stattfinden.
- Schlafstörungen wie Schlafapnoe unterbrechen den Schlaf und können länger anhaltende REM-Phasen verhindern.
Was kann mehr REM-Schlaf ermöglichen?
Dem letzten Drittel der Nacht genügend Zeit lassen
Weil sich REM-Schlaf in den letzten Schlafzyklen konzentriert, lohnt sich zunächst der Blick auf die verfügbare Schlafzeit. Früh genug schlafen zu gehen lässt auch für diese Zyklen Raum. Als Planungshilfe wird ein Schlaffenster von siebeneinhalb bis neun Stunden für die meisten Menschen genannt, also die Zeit im Bett. Es soll fünf vollständige Zyklen ermöglichen. Diese Zahl ist jedoch ein vereinfachtes Modell, keine individuell gesicherte Vorgabe. Auch das Zeitfenster garantiert keine bestimmte REM-Schlafmenge.
Als Ausgangspunkt für die Planung kann eine feste Aufstehzeit dienen. Von ihr lässt sich zurückrechnen, wann Zeit fürs Zubettgehen sein sollte. Wer um 6:30 Uhr aufstehen muss und um 22:30 Uhr ins Bett geht, hat ein achtstündiges Fenster. So bleibt auch Zeit für die späteren, REM-reichen Zyklen.
Bedingungen für möglichst ungestörten Schlaf schaffen
- Ein kühles, dunkles und ruhiges Schlafzimmer kann Teil der Schlafroutine sein. Als Temperaturorientierung werden 65 bis 68 Grad genannt. Falls damit Fahrenheit gemeint ist, entspricht das etwa 18 bis 20 °C; die ursprüngliche Einheit ist nicht angegeben.
- Ein Verzicht auf Koffein ab dem frühen Nachmittag wird empfohlen, um Schlafunterbrechungen vorzubeugen.
- Für Alkohol wird empfohlen, ihn in den drei Stunden vor dem Zubettgehen zu meiden. Das genaue Zeitfenster ist anhand der angeführten Forschung noch nicht abgesichert.
- Schnarchen oder ein Verdacht auf Schlafapnoe sollten abgeklärt werden, wenn dadurch der nächtliche Schlaf unterbrochen wird.
- Magnesium und beruhigender Kräutertee werden als mögliche Bestandteile einer abendlichen Entspannungsroutine genannt. Ob sie dafür wirksam und im Einzelfall geeignet sind, lässt sich anhand der hier angeführten Referenzen noch nicht beurteilen.
Der inneren Uhr einen regelmäßigen Rhythmus geben
Die innere Uhr, auch zirkadianer Rhythmus genannt, beeinflusst, wann die REM-reichen Zyklen stattfinden. Unregelmäßige Zubettgehzeiten können diese zeitliche Abstimmung stören. Licht am Morgen wird als besonders starkes Signal für die innere Uhr beschrieben. Die konkrete Empfehlung, innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufwachen Licht zu erhalten, soll helfen, die REM-reichen Schlafphasen am frühen Morgen zeitlich zu stabilisieren. Welche Bedeutung gerade dieses Zeitfenster für den REM-Schlaf hat, ist jedoch noch offen. Weiterführender Link zum zirkadianen Rhythmus
Bei biphasischen Schlafmustern verteilt sich der Schlaf auf zwei Phasen. Solche Muster könnten funktionieren, wenn die Zeiten regelmäßig bleiben. Stark wechselnde Zeiten, etwa in einer Nacht um Mitternacht und in der nächsten erst um 3 Uhr einzuschlafen, sollen dagegen sowohl die Menge als auch die Qualität des REM-Schlafs verringern. Dass dies zuverlässig so eintritt, ist bislang nicht als allgemein gültige Folge abgesichert.
Welche Beobachtungen beim Einordnen des Schlafs helfen
Um REM-Werte einzuordnen, hilft zunächst der Blick auf Schlafdauer, regelmäßige Zeiten und mögliche Unterbrechungen. Die Schlafarchitektur erklärt, warum besonders die späteren Stunden einer Nacht für REM-Schlaf wichtig sind. Daneben können körperliche Einflüsse die Schlafqualität mitbestimmen.
Schlafgewohnheiten bieten damit einen sinnvollen Ansatzpunkt. Sie erklären aber nicht vollständig, wie lange die REM-Phasen dauern. Aus ihnen lässt sich weder eine genaue REM-Schlafzeit vorhersagen noch ableiten, dass sie allein die verfügbare Menge bestimmen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert der REM-Schlaf pro Schlafzyklus?
Die erste REM-Phase einer Nacht dauert etwa 10 bis 15 Minuten. In den folgenden Zyklen werden die Phasen typischerweise länger; in den letzten Zyklen können sie 45 bis 60 Minuten erreichen. Nach diesem vereinfachten Muster fällt der größte Teil des REM-Schlafs in das letzte Drittel einer vollständigen Nacht.
Wie viel REM-Schlaf sollte man insgesamt pro Nacht bekommen?
Als grobe Orientierung gelten für gesunde Erwachsene 90 bis 120 Minuten REM-Schlaf pro Nacht beziehungsweise ungefähr 20 bis 25 Prozent der gesamten Schlafzeit. Diese Werte werden mit sieben bis neun Stunden Schlaf verbunden, weil die längsten REM-Phasen erst in den späteren Zyklen auftreten. Daraus ergibt sich jedoch keine exakt festgelegte erforderliche Schlafdauer. Auch Prozent- und Minutenbereich sind keine übereinstimmenden Zielwerte: Sie passen, wie oben erläutert, rechnerisch nicht vollständig zusammen.
Wie lange bleibt ein Schlafdefizit bestehen?
Eine einzige längere Nacht gleicht ein angesammeltes Schlafdefizit nicht unbedingt aus. Die genannte Spanne von drei bis fünf aufeinanderfolgenden Nächten mit ausreichend Schlaf ist bislang keine bestätigte allgemeine Frist für den vollständigen Ausgleich nach dauerhaft zu kurzen Nächten.
Berichtet wird außerdem von klinischen Studien, in denen kognitive Beeinträchtigungen nach fünf Nächten mit jeweils vier Stunden Schlaf selbst nach zwei vollständigen Erholungsnächten noch bestanden. Auch dieses konkrete Studienmuster ist bisher nicht eindeutig einer passenden Arbeit zugeordnet und deshalb hier nicht als verifiziertes Ergebnis zu verstehen.
Warum zeigt sich so wenig REM-Schlaf?
Eine zu kurze Gesamtschlafzeit, Alkohol kurz vor dem Zubettgehen, bestimmte Medikamente, insbesondere SSRI, unregelmäßige Schlafzeiten und Schlafstörungen wie Schlafapnoe kommen als Ursachen infrage. Welche davon am häufigsten sind, ist hier nicht abgesichert. Weil die REM-Phasen gegen Ende der Nacht länger werden, kann schon eine Stunde weniger Schlaf den REM-Anteil deutlich verringern. Zunächst ist aber zu unterscheiden, ob tatsächlich wenig REM-Schlaf vorliegt oder nur ein niedriger Trackerwert: Die Anzeige allein bestätigt keinen REM-Mangel.
Verringert Alkohol den REM-Schlaf?
Ja, Alkohol kann den REM-Schlaf reduzieren. Eine besonders starke REM-unterdrückende Wirkung wird ihm zugeschrieben; eine gesicherte Rangfolge gegenüber anderen Einflüssen liegt hier jedoch nicht vor. Auch die konkrete Aussage, bereits mäßiger Konsum innerhalb von drei Stunden vor dem Zubettgehen verringere den REM-Schlaf in der zweiten Nachthälfte, bleibt zu prüfen. In dieser Zeit wären normalerweise die längsten REM-Phasen zu erwarten.
Veränderungen des REM-Schlafs werden als Erklärung dafür angeführt, dass Schlaf nach Alkohol beim Aufwachen trotzdem wenig erholsam wirken kann. Wie gut die konkreten Mengen- und Zeitangaben durch die aufgeführte Übersichtsarbeit zum Einfluss von Alkohol auf den Schlaf gestützt werden, ist noch ungeklärt.
Was passiert bei zu wenig REM-Schlaf?
Zu wenig REM-Schlaf wird mit Beeinträchtigungen beim Regulieren von Gefühlen, beim Festigen von Erinnerungen, beim Lernen und bei der Kreativität in Verbindung gebracht. Für chronischen REM-Mangel werden außerdem Zusammenhänge mit verstärkter Ängstlichkeit, Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Gefühlen und kognitivem Abbau beschrieben. Wie klar sich diese Folgen speziell dem REM-Mangel statt allgemeinem Schlafmangel zuordnen lassen, bleibt hier offen. Daraus lässt sich keine gesicherte individuelle Prognose ableiten.
In Erholungsnächten kann ein REM-Rebound auftreten: Die REM-Phasen werden länger, und Träume können auffällig lebhaft sein.
Kann man zu viel REM-Schlaf haben?
Ein erhöhter REM-Anteil, besonders zu Beginn der Nacht, wird als möglicher Hinweis auf eine Depression oder einen REM-Rebound nach vorherigem Schlafentzug beschrieben. Auch manche Medikamente verschieben die Schlafarchitektur zugunsten von mehr REM-Schlaf. Ein erhöhter Anteil allein erlaubt jedoch keine Diagnose.
Als Anlass für ein ärztliches Gespräch wird das Muster genannt, dass ein Tracker dauerhaft mehr als 30 Prozent REM-Schlaf anzeigt und zugleich das Gefühl fehlt, erholt zu sein. Die Zahl ist hier kein belegter diagnostischer Schwellenwert. Entscheidend für die Einordnung ist daher auch die fehlende Erholung, nicht nur die Trackeranzeige.
Zählt ein Nickerchen zum REM-Schlafbedarf?
Bei kurzen Nickerchen von 20 bis 30 Minuten bleibt der Schlaf meist in leichteren Stadien; REM-Schlaf wird typischerweise nicht erreicht. Ein längeres Nickerchen von 90 Minuten kann dagegen einen vollständigen Schlafzyklus einschließlich REM-Schlaf enthalten. Bei ausgeprägtem Schlafmangel könnte das hilfreich sein. Späte Nickerchen können allerdings den Schlafdruck verringern, also das Bedürfnis einzuschlafen, und dadurch den nächtlichen Schlaf einschließlich seiner REM-Phasen beeinträchtigen.
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