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Schlafen bei Krankheit: Was bei Fieber, Husten und Gliederschmerzen helfen kann

Klinische Prüfung ausstehend

Schlafen während einer Erkrankung: Wie Beschwerden die Nachtruhe beeinflussen und welche unterstützenden Maßnahmen je nach Situation infrage kommen.

Blaue Papierbänder bilden eine liegende menschliche Silhouette neben einer gelben Scheibe.

Warum fällt Schlaf gerade dann schwer, wenn der Körper besonders viel Ruhe braucht? Bei einer Erkrankung steigt oft das Schlafbedürfnis. Gleichzeitig halten eine verstopfte Nase, Fieber, Husten oder Schmerzen wach. Je nach Beschwerde können eine angenehmere Schlafumgebung, eine entlastende Liegeposition oder gezielte Linderung helfen, nachts zur Ruhe zu kommen. Für genaue Temperaturwerte, Einnahmezeiten und Schlafziele gelten allerdings nicht durchweg verlässliche allgemeine Vorgaben.

Warum steigt das Schlafbedürfnis bei Krankheit?

Wie das Immunsystem den Schlaf beeinflusst

Wenn Viren oder Bakterien in den Körper eindringen, setzt das Immunsystem entzündungsfördernde Botenstoffe frei, darunter Interleukin-1 und Tumornekrosefaktor. Diese sogenannten Zytokine helfen bei der Abwehr der Infektion und beeinflussen auch die Schlafregulation. Die Übersichtsarbeit zu Schlaf und Immunfunktion beschreibt diesen Zusammenhang als evolutionär erhaltene Reaktion: Mehr Schlaf während einer Erkrankung gehört demnach zu den Anpassungen des Körpers an eine Infektion.

Wie die Signale im Einzelnen auf das Gehirn wirken, lässt sich dabei nicht auf einen einzigen Weg reduzieren. Die Erklärung, dass die genannten Zytokine die Blut-Hirn-Schranke überwinden und im Hypothalamus direkt schlaffördernde Nervenzellen aktivieren, ist hier noch nicht ausreichend abgesichert.

Wie der Körper seine Energie nutzt

Eine Infektion zu bekämpfen, kostet Energie. Der Körper erhöht seine Temperatur, steigert die Produktion weißer Blutkörperchen und bildet Antikörper. Schlaf senkt den Energiebedarf anderer Körperfunktionen und kann damit Energie für die Immunabwehr verfügbar machen. Vereinfacht gesagt werden weniger dringende Aktivitäten zurückgestellt, während der Körper auf die Infektion reagiert.

Das kann erklären, warum sich die ersten Tage einer Erkältung oder Grippe ungewöhnlich erschöpfend anfühlen. Die Müdigkeit ist kein Zeichen von Faulheit, sondern lässt sich als Teil der Krankheitsreaktion verstehen. Ein erhöhtes Schlafbedürfnis kann eine sinnvolle Anpassung sein. Auch bei älteren Menschen kann der Schlafbedarf unter gesundheitlichen Belastungen steigen.

Warum fällt Schlafen bei Krankheit trotzdem schwer?

Eine verstopfte Nase erschwert die Atmung

Ist die Nase verstopft, wird häufiger durch den Mund geatmet. Das trocknet den Rachen aus und kann Husten auslösen. Im flachen Liegen können die Beschwerden zunehmen, weil die Schwerkraft den Abfluss von Schleim aus den Nasennebenhöhlen weniger unterstützt. Das trägt dazu bei, dass Schlafen mit verstopfter Nase so schwierig sein kann.

Fieber stört den gewohnten Temperaturverlauf

Zum Einschlafen sinkt normalerweise die Körperkerntemperatur. Fieber kann diesen Ablauf stören: Hebt der Körper seinen Temperatursollwert an, entsteht ein Kältegefühl. Sinkt das Fieber wieder, kann sich der Körper überhitzt anfühlen. Der Wechsel zwischen Frösteln und Schwitzen kann den Schlaf immer wieder unterbrechen, sodass nur kurze, wenig erholsame Abschnitte bleiben.

Schmerzen und Unwohlsein halten wach

Hals-, Kopf-, Glieder- und Ohrenschmerzen können nachts stärker auffallen. Ohne die Ablenkungen des Tages treten Schmerzsignale möglicherweise deutlicher ins Bewusstsein. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle diese Schmerzen bei jeder Erkrankung nachts tatsächlich zunehmen.

Auch die Erklärung, Entzündungsmediatoren erreichten generell am Abend ihren Höchststand und verursachten deshalb vor dem Schlafengehen stärkere Beschwerden als am Nachmittag, lässt sich nicht pauschal auf unterschiedliche Erkrankungen übertragen.

Was bei Fieber den Schlaf erleichtern kann

Ein angenehm kühles Schlafzimmer

Ein kühler Raum kann helfen, sich trotz erhöhter Körpertemperatur wohler zu fühlen. Als Orientierung werden 65 und 68 °F, also etwa 18,3 bis 20 °C, als untere und obere Grenze genannt. Ob gerade dieser Bereich bei Fieber besondere Vorteile bietet, ist jedoch nicht ausreichend geklärt.

Leichte, atmungsaktive Bettwäsche lässt sich an wechselnde Bedürfnisse anpassen: bei Hitze zurückschlagen, bei Frösteln wieder überziehen. Entscheidend ist, dass sich der Raum angenehm anfühlt.

Mehrere leichte Schichten

Feuchtigkeitsableitende Schlafkleidung und eine leichte Decke können praktischer sein als ein schwerer Pyjama. So lässt sich auf Schwitzen oder Frösteln reagieren, ohne jedes Mal ganz wach zu werden. In einem gemeinsam genutzten Bett können auch getrennte Bettdecken helfen, die Wärme individuell anzupassen.

Ausreichend trinken, ohne den Schlaf zu unterbrechen

Bei Fieber geht durch Schwitzen und eine schnellere Atmung mehr Flüssigkeit verloren. Wasser, Kräutertee oder eine Elektrolytlösung in der Stunde vor dem Zubettgehen werden als Möglichkeiten genannt, Flüssigkeit aufzunehmen. Sehr große Mengen können allerdings zu häufigen Toilettengängen führen und den Schlaf zusätzlich unterbrechen.

Die weitergehende Aussage, schon ein leichter Flüssigkeitsmangel verstärke Müdigkeit und beeinträchtige die Erholung, ist mit der hier angeführten Literatur nicht abgesichert. Das betrifft die behaupteten Folgen für Müdigkeit und Genesung, nicht die Bedeutung des Flüssigkeitsverlusts bei Fieber.

Fiebersenkende Mittel passend einsetzen

Eine vorübergehende Senkung der Temperatur und Linderung von Schmerzen kann das Einschlafen erleichtern. Ob dafür Paracetamol oder Ibuprofen infrage kommt, richtet sich nach ärztlichem Rat beziehungsweise der Packungsbeilage, einschließlich Einnahmeabständen, Höchstdosis und Gegenanzeigen.

30 Minuten vor dem Schlafengehen sind kein allgemeingültiger Einnahmezeitpunkt. Ebenso wenig lässt sich pauschal empfehlen, einen Wecker für die nächste Dosis zu stellen, um beispielsweise nicht um 3 Uhr morgens mit Schmerzen aufzuwachen. Ein Wecker allein ist kein Grund für eine weitere Einnahme; entscheidend bleiben die jeweiligen Einnahmevorgaben und der Bedarf.

Schlafen trotz verstopfter Nase und Husten

Kopf und Oberkörper höher lagern

Ein Keilkissen oder mehrere Kissen können Kopf und Oberkörper anheben. Dadurch soll Schleim leichter abfließen, statt sich in den Nasennebenhöhlen und im Rachen zu sammeln. Als konkrete Neigung werden 30 Grad vorgeschlagen; ob dieser Winkel besonders geeignet ist, bleibt offen.

Eine erhöhte Position kann auch bei verstopfter Nase durch Allergien oder eine Nasennebenhöhlenentzündung angenehm sein. Welche Lagerung hilft, hängt von den jeweiligen Beschwerden ab.

Trockene Raumluft vermeiden

Trockene Luft kann Schleim zäher machen und entzündete Atemwege reizen. Ein Kaltnebel-Luftbefeuchter kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Als Zielbereich werden 40 bis 60 Prozent genannt. Eine höhere Feuchtigkeit soll Sekrete verflüssigen und gereiztes Gewebe bei Halsschmerzen beruhigen; der konkrete Zielbereich ist hier nicht als klinisch geprüfte Vorgabe zu verstehen.

Zum Gebrauch gehört die tägliche Reinigung des Geräts, damit sich darin möglichst keine Schimmelpilze oder Bakterien vermehren.

Salzlösung für die Nase

Ein salzhaltiges Nasenspray oder eine Nasendusche entfernt Schleim mechanisch. Dabei entsteht nicht der Gewöhnungs- beziehungsweise Rebound-Effekt, der bei abschwellenden Arzneimittelsprays auftreten kann. Für Nasenspülungen ist steriles, destilliertes oder zuvor abgekochtes und abgekühltes Wasser erforderlich. Auch die Anleitung des Geräts ist zu beachten.

Als Zeitpunkt werden 15 bis 20 Minuten vor dem Hinlegen vorgeschlagen. Dass dieses Zeitfenster den größtmöglichen Nutzen bietet, ist jedoch nicht abgesichert. Eine dünne Schicht Vaseline auf der äußeren Haut um die Nasenlöcher soll anschließend vor dem Austrocknen über Nacht schützen. Gemeint ist ausschließlich die äußere Haut, nicht das Einbringen in die Nase.

Nächtlichen Husten lindern

Ein Teelöffel Honig vor dem Schlafengehen kann nächtlichen Husten lindern. Die dazu angeführte Studie verglich Honig, Dextromethorphan und keine Behandlung bei Kindern mit nächtlichem Husten. Sie betrifft also Kinder und bestimmte Vergleichsbehandlungen. Daraus folgt keine allgemeine Gleichwertigkeit von Honig mit beliebigen rezeptfreien Hustenmitteln. Kinder unter zwölf Monaten dürfen keinen Honig erhalten.

Wenn Husten im Schlaf wiederholt zum Aufwachen führt, können eine erhöhte Liegeposition und Wasser in Reichweite helfen, den gereizten Rachen zwischen den Hustenepisoden zu beruhigen.

Was bei Gliederschmerzen den Schlaf erleichtern kann

Eine entlastende Schlafposition finden

Gliederschmerzen während einer Erkrankung können mit denselben entzündlichen Botenstoffen zusammenhängen, die auch am Fieber beteiligt sind. In Seitenlage kann ein Kissen zwischen den Knien die Wirbelsäule in einer angenehmen Position halten und schmerzende Gelenke entlasten.

Bei schmerzenden Schultern kommt stattdessen eine Rückenlage mit einem Kissen unter den Knien infrage. Welche Position sich angenehm anfühlt, lässt sich vorsichtig ausprobieren. Eine passende Lagerung kann auch beim Schlafen mit Rückenschmerzen hilfreich sein.

Sanft dehnen, ohne sich anzustrengen

Fünf Minuten leichtes Dehnen können Muskelverspannungen lösen, ohne den Puls stark zu erhöhen. Als Beispiele werden sanftes Kreisen des Nackens, Schulterheben und vorsichtige Dehnungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur genannt. Anstrengende Bewegungen sind dabei nicht das Ziel: Durch die Erkrankung ist der Körper bereits belastet.

Warm baden oder duschen

Warmes Wasser kann verspannte Muskeln entspannen. Das anschließende Abkühlen ähnelt dem natürlichen Temperaturabfall, der Schläfrigkeit begünstigt. Als Möglichkeit wird eine warme, nicht heiße Dusche 60 bis 90 Minuten vor dem Schlafengehen genannt. Ein besonderer Nutzen dieses genauen Zeitfensters bei Krankheit ist hier nicht abgesichert.

Die Wärme kann außerdem vorübergehend das Gefühl einer freieren Nase vermitteln und dadurch das Atmen erleichtern.

Eine Schlafumgebung, die Ruhe ermöglicht

Dunkelheit und Ruhe

Der Wechsel von Hell und Dunkel beeinflusst die Melatoninausschüttung. Licht von einem Smartphonebildschirm kann die Freisetzung von Melatonin unterdrücken und das Einschlafen erschweren. Ein dunkles Schlafzimmer schafft dafür günstigere Bedingungen.

Falls nachts Licht nötig ist, etwa zum Trinken oder zur Einnahme eines Medikaments, kommt ein gedämpftes rotes oder bernsteinfarbenes Nachtlicht infrage. So bleibt die Beleuchtung auf das Nötige begrenzt.

Alles Wichtige in Reichweite

Wasser, Taschentücher, benötigte Medikamente, Hustenbonbons und ein Thermometer lassen sich vor dem Zubettgehen am Bett bereitlegen. Das erspart nächtliche Wege. Denn jedes Aufstehen kann vollständig wach machen und den Schlaf unterbrechen.

Vorübergehend getrennt schlafen

Bei einer akuten ansteckenden Erkrankung kann getrenntes Schlafen das Ansteckungsrisiko für die Partnerin oder den Partner verringern. Es kann auch beiden mehr Ruhe ermöglichen: Husten, Umdrehen oder ein Wechsel der Liegeposition wecken dann nicht so leicht die andere Person.

Während der stärksten Beschwerden können ein Gästezimmer, eine Couch oder ein Ruhesessel zum Schlafen in aufrechter Position eine vorübergehende Möglichkeit sein, ungestörter zu ruhen.

Hilft Schlaf tatsächlich dabei, gesund zu werden?

Was der Zusammenhang mit dem Immunsystem aussagt

Schlaf ist eng mit der Immunfunktion verbunden. Dabei sind zwei Fragen zu unterscheiden: Beeinflusst Schlaf die Anfälligkeit für eine Infektion? Und beschleunigt er die Genesung, wenn eine Erkrankung bereits besteht?

Für die erste Frage wird folgende Beobachtung angeführt: Menschen mit weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht hätten nach Kontakt mit einem Erkältungsvirus ein fast dreimal so hohes Risiko für eine Erkältung gehabt wie Menschen mit acht oder mehr Stunden Schlaf. Diese Zahlen müssen noch mit der passenden Originalstudie abgeglichen werden. Die dazu verlinkte Übersichtsarbeit zu Schlaf und Immunfunktion ist keine Originalstudie zur Virusgabe. Die Untersuchung „Sleep habits and susceptibility to the common cold“ von Cohen et al. passt thematisch zur beschriebenen Fragestellung.

Selbst eine bestätigte Verbindung zwischen Schlafdauer und Erkältungsanfälligkeit würde nicht unmittelbar zeigen, dass mehr Schlaf eine bereits bestehende Erkältung schneller abklingen lässt.

Im Tiefschlaf schüttet der Körper Wachstumshormon aus. Eine stärkere Durchblutung der Muskulatur und eine gesteigerte, besonders effiziente Bildung von T-Zellen werden ebenfalls als mögliche Erklärungen für die Bedeutung des Schlafs angeführt. T-Zellen gehören zum adaptiven Immunsystem. Die vereinfachte Aussage, sie würden im Schlaf verstärkt produziert, ist hier allerdings noch nicht ausreichend abgesichert.

Solche Mechanismen erklären auch nicht für sich genommen, wie stark Schlaf die Genesung beeinflusst. Die Einordnung als eine der „wirkungsvollsten“ Maßnahmen lässt sich daraus nicht ableiten. Ausreichend Schlaf bleibt für die Immunfunktion relevant; eine Rangfolge gegenüber anderen Maßnahmen ist damit nicht belegt. Eine verwandte Frage ist, ob sich Schlaf nachholen lässt.

Wann ärztlicher Rat nötig ist

Ausgeprägter Schlafmangel während einer Erkrankung kann die Erholung beeinträchtigen und auf ein Problem hinweisen, das medizinisch abgeklärt werden sollte. Als Anlässe für ärztlichen Rat werden mehr als zwei Nächte hintereinander überhaupt kein Schlaf, Fieber über 103 °F, also etwa 39,4 °C, sowie Atemprobleme genannt. Diese Zeit- und Temperaturangaben sind jedoch keine allgemeingültigen Schwellen, bis zu denen Abwarten sicher wäre.

Bei ausgeprägter oder plötzlich auftretender Atemnot ist sofort medizinische Hilfe erforderlich. Wie dringend Fieber abgeklärt werden muss, hängt unter anderem von Alter, Begleitsymptomen und Vorerkrankungen ab. Ergänzende Informationen behandeln Kopfschmerzen bei Schlafmangel.

Häufig gestellte Fragen

Warum steigt das Schlafbedürfnis bei Krankheit?

Das Immunsystem setzt Zytokine frei, die schlafregulierende Bereiche im Gehirn beeinflussen und das Bedürfnis nach Tiefschlaf erhöhen können. Dieser Zusammenhang wird als evolutionäre Anpassung verstanden: Energie, die sonst für alltägliche Aktivitäten benötigt wird, kann stärker der Bekämpfung der Infektion zugutekommen. Das erhöhte Schlafbedürfnis lässt sich damit als Teil der körperlichen Reaktion auf die Erkrankung erklären.

Warum fällt Schlafen bei Krankheit so schwer?

Auch bei großer Müdigkeit können eine verstopfte Nase, Fieber, Husten und Schmerzen den Schlaf immer wieder unterbrechen. Flaches Liegen kann die verstopfte Nase verschlimmern, Fieber stört die Temperaturregulation, und Schmerzen fallen nachts ohne die Ablenkungen des Tages möglicherweise stärker auf. So können Erschöpfung und Schlafprobleme gleichzeitig auftreten.

Hilft Schlaf bei einer Erkältung?

Ausreichend Schlaf unterstützt die Immunfunktion. Ob er eine bestehende Erkältung auch verkürzt, lässt sich aus den hier zugeordneten Quellen noch nicht sicher beantworten. Die Übersichtsarbeit in Physiological Reviews wird als Beleg dafür angeführt, dass Schlaf die Genesung von Virusinfektionen beschleunigt und Schlafmangel die Erkältungsdauer verlängern kann. Wie weit sie diese konkreten Aussagen trägt, ist noch offen.

Als Erklärungen werden eine vermehrte Bildung von T-Zellen und Wachstumshormon sowie eine stärkere Durchblutung von Gewebe genannt, das sich regeneriert. Dabei ist zwischen physiologischen Vorgängen im Tiefschlaf und einem nachgewiesenen Einfluss auf die Krankheitsdauer zu unterscheiden. Insbesondere die vereinfachte Darstellung der T-Zell-Produktion ist noch nicht abgesichert.

Sind Schlafmittel bei Krankheit sinnvoll?

Viele Erkältungsmittel für die Nacht enthalten müde machende Antihistaminika wie Diphenhydramin. Sie können schläfrig machen, aber auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Mehrere sedierende Präparate sollten nicht miteinander kombiniert werden.

Eine Beratung in der Apotheke kann klären, welche Kombination zu den konkreten Beschwerden passt und mit bereits eingenommenen Medikamenten vereinbar ist. Dass ein Mittel müde macht, beantwortet diese Fragen noch nicht.

Ist es in Ordnung, bei Krankheit den ganzen Tag zu schlafen?

Mehr Schlaf während einer akuten Erkrankung ist häufig normal und kann hilfreich sein. Wenn jemand jedoch länger als zwei oder drei Tage praktisch den ganzen Tag im Bett verbringt und keine Besserung bemerkt, stellt sich die Frage nach einer zusätzlichen Infektion oder einer Komplikation. Allein aus dieser Dauer lässt sich das jedoch nicht schließen.

Bei ausgeprägter Müdigkeit über länger als eine Woche wird ärztlicher Rat empfohlen. Beide Zeitangaben sind nur Orientierungswerte, keine verlässlichen Abwartefristen. Ob eine frühere Abklärung nötig ist, hängt auch von den übrigen Beschwerden und dem Allgemeinzustand ab.

Hilft ein kühles Schlafzimmer bei Krankheit?

Ein angenehm kühler Raum kann fieberbedingte Temperaturschwankungen erträglicher machen. Für den genannten Bereich von 65 bis 68 °F, entsprechend etwa 18,3 bis 20 °C, ist ein besonderer Nutzen bei Fieber allerdings nicht ausreichend abgesichert. Auch die Aussage, diese Raumtemperatur unterstütze die Melatoninproduktion, lässt sich aus der zugeordneten Übersichtsarbeit im British Journal of Pharmacology bislang nicht sicher ableiten.

Der Raum sollte nicht so kalt sein, dass Zittern entsteht. Zittern erhöht den Energiebedarf und kann Gliederschmerzen unangenehmer machen. Mehrere leichte Schichten erleichtern es, die Wärme im Laufe der Nacht anzupassen.

Welche Schlafposition eignet sich bei Krankheit am besten?

Eine Seitenlage mit erhöhtem Oberkörper oder eine entsprechend gestützte Rückenlage kann je nach Beschwerden angenehm sein. Eine Anhebung von Kopf und Oberkörper um 30 Grad wird vorgeschlagen, um den Abfluss von Schleim aus den Nasennebenhöhlen zu fördern, Hustenreize zu reduzieren und das Atmen zu erleichtern. Dass gerade dieser Winkel bei den meisten Erkrankungen die beste Wahl ist, lässt sich daraus nicht ableiten.

In Seitenlage kann ein Kissen zwischen den Knien helfen, die Wirbelsäule angenehm auszurichten und Beschwerden durch Gliederschmerzen zu vermindern. Ausschlaggebend bleibt, welche Position die jeweiligen Beschwerden tatsächlich erleichtert.

Wie viel Schlaf braucht der Körper bei Krankheit?

Eine feste Stundenzahl gibt es nicht. Während einer Erkrankung kann der Schlafbedarf über die für Erwachsene üblichen sieben bis neun Stunden Schlaf hinausgehen. Schläfrigkeit kann ein Anlass sein, zusätzliche Ruhe und Schlaf zuzulassen.

Die Übersichtsarbeit „The Sleep-Immune Crosstalk in Health and Disease“ in Physiological Reviews behandelt die Verbindung zwischen Schlaf und Immunfunktion. Ein erhöhtes Schlafbedürfnis wird in diesem Zusammenhang als Signal gedeutet, dass das Immunsystem die durch Schlaf verfügbaren Ressourcen benötigt. Daraus ergibt sich jedoch keine feste Schlafdauer für jede akute Erkrankung.

Das genannte Ziel von mindestens acht bis zehn Stunden Schlaf ist daher nicht als allgemeingültige Vorgabe zu verstehen. Ob eine solche Zielspanne für die jeweilige Erkrankung sinnvoll ist, bleibt mit den hier zugeordneten Angaben offen.

Quellen