Zum Inhalt springen
EN

Schlafen mit einer Zerrung der Zwischenrippenmuskulatur

Klinische Prüfung ausstehend

Schlaf bei einer Zerrung der Zwischenrippenmuskeln: Was die Beschwerden beeinflussen kann und wie Lagerung, Erholung und medizinische Einordnung zusammenpassen.

Blaue Papierbänder bilden eine liegende menschliche Silhouette neben einer gelben Scheibe.

Welche Schlafposition entlastet, wenn jede Drehung im Bett und selbst das Atmen schmerzt? Bei einer Zerrung der Zwischenrippenmuskulatur können eine angenehmere Lage, stützende Kissen und eine geeignete Schmerzbehandlung helfen, nachts zur Ruhe zu kommen. Welche Position am besten passt, hängt von den Beschwerden ab. Atemnot oder ausstrahlende Brustschmerzen erfordern dagegen rasche medizinische Hilfe und sollten nicht einer vermeintlichen Zerrung zugeschrieben werden.

Was ist eine Zerrung der Zwischenrippenmuskulatur?

Wie die Muskeln zwischen den Rippen arbeiten

Die Zwischenrippenmuskulatur besteht aus drei dünnen Muskelschichten, die benachbarte Rippen miteinander verbinden. Sie steuert die Ausdehnung des Brustkorbs beim Atmen und stabilisiert ihn beim Drehen, Beugen und Greifen. Werden diese Muskelfasern überdehnt oder reißen sie, entsteht eine Muskelverletzung. Häufige Auslöser sind eine plötzliche Drehbewegung, schweres Heben oder kräftiges Husten.

Ärztinnen und Ärzte unterscheiden bei solchen Verletzungen drei Schweregrade. Bei Grad eins sind die Fasern leicht überdehnt und die Schmerzen gering. Grad zwei bezeichnet einen teilweisen Faserriss mit mäßigen Schmerzen und einer gewissen Schwellung. Grad drei ist ein vollständiger Muskelriss. Er kommt selten vor, ist aber sehr schmerzhaft.

Warum Schmerzen nachts stärker erscheinen

Tagsüber konkurrieren viele Eindrücke um die Aufmerksamkeit. Nachts fehlen diese Ablenkungen, sodass Schmerzen stärker auffallen können. Das allein bedeutet jedoch nicht, dass eine „zentrale Sensibilisierung“ vorliegt, also eine verstärkte Verarbeitung von Schmerzsignalen im zentralen Nervensystem. Auch die Liegeposition kann Beschwerden beeinflussen. Die pauschale Erklärung, der Brustkorb trage beim flachen Liegen mehr Last und verursache deshalb stärkere Schmerzen, ist bislang nicht ausreichend abgesichert.

Auch der Tagesrhythmus von Cortisol, einem körpereigenen Hormon mit entzündungshemmender Wirkung, wird als mögliche Erklärung diskutiert. Als Zeitraum für die niedrigsten Werte wird zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens genannt. Ob dieses genaue Zeitfenster zutrifft und daraus unmittelbar eine geringere körpereigene Schmerzdämpfung bei einer Zwischenrippenmuskelzerrung folgt, bleibt offen. Die Arbeit von Shimba und Ikuta behandelt Glukokortikoide und den Tagesrhythmus des Immunsystems; sie ist damit nicht automatisch ein Nachweis für diese Erklärung nächtlicher Schmerzen.

Welche Schlafpositionen können entlasten?

Seitenlage auf der unverletzten Seite

Eine mögliche Ausgangsposition ist die Seitenlage auf der unverletzten Seite. Ein festes Kissen zwischen den Knien hilft, die Wirbelsäule möglichst gerade zu halten. Ein zweites Kissen lässt sich sanft vor der Brust und an der verletzten Seite halten. Es soll die Rippen stützen und schmerzhafte Bewegungen begrenzen, ohne die Atmung einzuengen. Dass diese Lage grundsätzlich die beste ist, lässt sich aus den hier angeführten Belegen nicht ableiten.

Direkter Druck auf die verletzte Seite kann die gezerrten Fasern belasten und stechende Schmerzen auslösen, die den Schlaf unterbrechen. Wenn das Drehen auf diese Seite schmerzt, kann ein langes Körperkissen hinter dem Rücken als Begrenzung dienen. Das kommt besonders infrage, wenn im Schlaf häufige Bewegungen auftreten.

Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper

Ist die Seitenlage unangenehm, kommt eine Rückenlage mit einem um 30 bis 45 Grad erhöhten Oberkörper infrage. Dafür eignen sich ein Keilkissen oder zwei bis drei feste Kissen hinter dem oberen Rücken und Kopf. Die Idee dahinter: Weniger Zug auf den Brustkorb könnte die Zwischenrippenmuskeln beim Atmen entlasten. Ob dieser Winkel die Atemarbeit tatsächlich verringert, ist jedoch nicht geklärt; entscheidend ist zunächst, ob die Lage angenehm ist.

Bei zusätzlichen Rückenschmerzen kann diese Position beide schmerzenden Bereiche stützen. Ein Kissen unter den Knien kann helfen, Spannung im unteren Rücken zu vermeiden. Die Behauptung, Menschen mit beiden Beschwerden bevorzugten diese Lage häufig, ist bislang nicht abgesichert.

Welche Positionen Beschwerden verstärken können

Die Bauchlage kann direkten Druck auf die Rippen ausüben und die verletzten Muskeln gegen die Matratze drücken. Als weitere mögliche Belastung wird eine stärkere Streckung der Wirbelsäule genannt. Ob die Bauchlage tatsächlich am unangenehmsten ist, hängt von der jeweiligen Verletzung und Liegesituation ab. Auch bei gewohnter Bauchlage kann vorübergehend eine andere Position angenehmer sein.

Weniger Schmerzen beim Liegen sind ein sinnvoller Maßstab. Daraus folgt aber noch nicht, dass ein Positionswechsel die Heilungszeit deutlich verkürzt.

Das Bett bei Rippenschmerzen anpassen

Kissen gezielt platzieren

Kissen können den Brustkorb stützen und helfen, schmerzhafte Bewegungen im Schlaf zu begrenzen. In Seitenlage lässt sich ein Kissen zwischen den Knien und eines an der verletzten Seite platzieren. Ein kleines, zusammengerolltes Handtuch unter der Taille kann zusätzlich seitlichen Halt geben. Die Anordnung sollte sich angenehm anfühlen und die Atmung frei lassen.

Ein Keilkissen wird insbesondere bei Verletzungen zweiten oder dritten Grades als Möglichkeit genannt, den Oberkörper zu lagern. Es soll weniger verrutschen oder zusammensinken als aufeinandergelegte Kissen. Eine Garantie dafür gibt es nicht: Wie stabil die Unterstützung bleibt, hängt vom Kissen und seiner Verwendung ab. Eine besondere Eignung je nach Verletzungsgrad ist bisher nicht belegt.

Festigkeit und Liegefläche der Matratze

Eine mittelfeste Matratze wird als Kompromiss zwischen Unterstützung und Druckentlastung vorgeschlagen. Eine zu weiche Unterlage lässt den Oberkörper einsinken, wodurch die verletzte Seite ungünstig liegen kann. Auf einer sehr harten Matratze können Druckstellen stärker spürbar sein. Welche Festigkeit bei einer Verletzung im Rippenbereich am angenehmsten ist, lässt sich dennoch nicht allgemein festlegen.

Für eine zu weiche Matratze wird gelegentlich eine Sperrholzplatte zwischen Matratze und Federunterbau als vorübergehende Lösung genannt. Ob sie zum jeweiligen Bettsystem passt und die Beschwerden lindert, ist damit nicht geklärt. Auch die Behauptung, orthopädische Fachleute empfählen diese Maßnahme weiterhin bei kurzfristigen Beschwerden des Bewegungsapparats, ist nicht ausreichend abgesichert.

Schmerzen vor dem Schlafengehen lindern

Kühlen vor dem Zubettgehen

Kälte wird zur Linderung akuter Schmerzen nach Weichteilverletzungen eingesetzt. Als Anwendung vor dem Zubettgehen werden 15 bis 20 Minuten mit einem in ein dünnes Tuch gewickelten Kühlbeutel auf der verletzten Stelle vorgeschlagen. Die angeführte Arbeit von Collins zur Kältetherapie bei akuten Weichteilverletzungen befasst sich mit der Frage, ob Kühlen die Behandlungsergebnisse verbessert.

Als mögliche Erklärung für eine Schmerzlinderung werden eine langsamere Nervenleitung und geringere lokale Entzündungsreaktionen genannt. Wie gut die Arbeit diese Wirkungen stützt, ist noch offen. Ebenso wenig ist gesichert, dass eine Anwendung 20 bis 30 Minuten vor dem Einschlafen die schmerzdämpfende Wirkung gerade beim Hinlegen besonders stark macht. Dieses Zeitfenster ist daher keine nachgewiesene optimale Planung.

Rezeptfreie Möglichkeiten

Nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR, wie Ibuprofen lindern Schmerzen und wirken entzündungshemmend. Eine geeignete Schmerzbehandlung kann das Ein- und Durchschlafen erleichtern. Der konkret vorgeschlagene Einnahmezeitpunkt 30 Minuten vor dem Schlafengehen ist jedoch nicht als allgemeine Empfehlung abgesichert. Ob und wie ein Mittel infrage kommt, hängt unter anderem von Gegenanzeigen, Wechselwirkungen und den Angaben in der Packungsbeilage ab.

Paracetamol lindert ebenfalls Schmerzen, wirkt aber nicht in gleicher Weise entzündungshemmend. Aus diesem Unterschied allein lässt sich nicht schließen, dass es bei Muskelzerrungen grundsätzlich weniger wirksam ist.

Lidocainpflaster können eine Stelle örtlich betäuben und werden als weitere Möglichkeit zur Schmerzlinderung genannt. Ob sie bei diesen Beschwerden geeignet sind und wie lange sie auf der Haut bleiben dürfen, hängt vom jeweiligen Präparat und der individuellen Situation ab. Eine örtliche Anwendung schließt Nebenwirkungen im übrigen Körper nicht vollständig aus.

Sanftes Dehnen vor dem Schlafengehen

Leichtes, schmerzfreies Dehnen kann die Schutzanspannung der Muskeln rund um eine Verletzung verringern. Als mögliche Übung wird eine Dehnung im Türrahmen beschrieben: Im Stehen liegt der Unterarm auf Schulterhöhe am Rahmen. Durch vorsichtiges Vorneigen entsteht eine leichte Dehnung über der Brust. Die vorgeschlagene Haltedauer beträgt 15 bis 20 Sekunden. Sobald die Schmerzen zunehmen, sollte die Übung sofort beendet werden.

Atemtechniken für angenehmere Nächte

Zwerchfellatmung bewusst wahrnehmen

Das Zwerchfell übernimmt einen wesentlichen Teil der Atemarbeit; auch die Zwischenrippenmuskeln tragen zur Atmung bei. Mit bewusster Zwerchfellatmung soll ein größerer Teil dieser Arbeit auf das Zwerchfell verlagert werden, um die verletzte Muskulatur zu entlasten. Wie stark das bei einer Zerrung gelingt, ist nicht geklärt.

Für die Übung liegt eine Hand auf der Brust, die andere auf dem Bauch. Beim Atmen soll sich möglichst nur die Hand auf dem Bauch heben. Vorgeschlagen werden fünf Minuten vor dem Einschlafen.

Langsames Atmen soll außerdem den Parasympathikus, einen Teil des für Ruhe und Erholung zuständigen Nervensystems, aktivieren, die Herzfrequenz senken und Entspannung fördern. Die angeführte systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersucht langsame Atmung, Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität. Ob die Technik auch Rippenschmerzen lindert oder das Einschlafen beschleunigt, lässt sich daraus bislang nicht sicher ableiten. Ebenso offen bleibt, ob sie bei Angst rund um das Schlafen besonders hilfreich ist.

Lippenbremse bei plötzlich stärkeren Schmerzen

Die Lippenbremse wird als Möglichkeit beschrieben, nach dem Aufwachen mit stechenden Schmerzen ruhiger zu atmen: langsam durch die Nase einatmen und dabei bis zwei zählen, anschließend durch locker gespitzte Lippen ausatmen und bis vier zählen. Atemtherapeutinnen und Atemtherapeuten vermitteln diese Technik unter anderem Menschen mit Bronchitis und chronischen Lungenerkrankungen.

Bei einer Zwischenrippenmuskelzerrung soll sie die Atmung verlangsamen und die Bewegung des Brustkorbs begrenzen. Ob sie hier ebenso gut hilft wie bei den genannten Lungenerkrankungen und tatsächlich das Volumen jedes Atemzugs verringert, ist nicht belegt. Die Atmung sollte deshalb nicht absichtlich stark abgeflacht werden. Bei Atemnot ist eine medizinische Abklärung erforderlich.

Wann Rippenschmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten

Warnzeichen ernst nehmen

Als übliche Heilungsdauer einer Zerrung der Zwischenrippenmuskulatur werden vier bis sechs Wochen genannt. Dieser Zeitraum ist nur eine Orientierung und erklärt nicht jede anhaltende Beschwerde. Folgende Zeichen können auf etwas Ernsteres als eine Muskelzerrung hinweisen:

  • Schmerzen, die trotz Schonung und Behandlung über 7 bis 10 Tage zunehmen.
  • Schwierigkeiten beim Atmen oder Atemnot in Ruhe.
  • Sichtbare Schwellungen, Blutergüsse oder Verformungen im Rippenbereich.
  • Fieber zusammen mit Rippenschmerzen, möglicherweise als Hinweis auf eine Infektion oder eine Herzbeutelentzündung.
  • Brustschmerzen, die in den Arm, den Kiefer oder den Rücken ausstrahlen.

Bei ausgeprägter Atemnot oder Brustschmerzen mit solchen Ausstrahlungen ist eine sofortige medizinische Abklärung nötig. Hier gilt keine Wartezeit von 7 bis 10 Tagen.

Bildgebung und Diagnose

Zur Abklärung eines möglichen Rippenbruchs kann eine Ärztin oder ein Arzt eine Röntgenaufnahme veranlassen. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) kann Schäden an den Weichteilen genauer darstellen. Die Übersichtsarbeit im „Journal of Science and Medicine in Sport“ wird dafür angeführt, dass Ultraschall und MRT Risse der Zwischenrippenmuskulatur und der seitlichen Rumpfmuskulatur sichtbar machen können, die auf Röntgenbildern nicht erkennbar sind. Solche Untersuchungen könnten insbesondere bei Sportlerinnen und Sportlern mit Verletzungen im Rippenbereich hilfreich sein. Wie weit die Arbeit diese Aussagen speziell zur Zwischenrippenmuskulatur trägt, muss noch geklärt werden.

Eine weitere angeführte Arbeit behandelt Ermüdungsbrüche der unteren Brustkorbrippen bei Baseball-Pitchern. Ihr Thema sind knöcherne Verletzungen. Ergebnisse dazu lassen sich nicht ohne Weiteres auf Muskelzerrungen übertragen.

Was während der Genesung helfen kann

Für angenehmere Nächte zählt zunächst, welche Lage den Brustkorb entlastet und freies Atmen erlaubt. Kissen können dabei unterstützen; eine geeignete Schmerzbehandlung kann Beschwerden lindern. Atemübungen kommen als Versuch infrage, ruhiger zu atmen, wobei ihre Wirkung auf Schmerzen durch eine Zwischenrippenmuskelzerrung noch offen ist. Weniger Beschwerden können den Schlaf erleichtern, belegen aber keine schnellere Heilung.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis eine Zerrung der Zwischenrippenmuskulatur verheilt ist?

Für die meisten Verletzungen ersten und zweiten Grades wird bei ausreichender Schonung und angemessener Schmerzbehandlung eine Heilungsdauer von vier bis sechs Wochen angegeben. Bei Verletzungen dritten Grades, also vollständigen Muskelrissen, kann sie bis zu drei Monate betragen. Diese Zeiträume sind als Orientierung zu verstehen. Die Erholung hängt vom Schweregrad, dem allgemeinen Gesundheitszustand und davon ab, ob während der Genesung eine erneute Verletzung auftritt. Halten die Schmerzen länger als sechs Wochen an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll; dabei kann gegebenenfalls auch Bildgebung infrage kommen.

Kann vor dem Schlafengehen ein Heizkissen auf die gezerrte Zwischenrippenmuskulatur gelegt werden?

Als Orientierung wird vorgeschlagen, Wärme erst nach den ersten 48 bis 72 Stunden einzusetzen. Dahinter steht die Annahme, Kälte eigne sich in der akuten Phase besser, um Entzündungsreaktionen und Schmerzen zu verringern. Eine allgemeine Überlegenheit von Kälte und ein genauer Zeitpunkt für den Wechsel zu Wärme sind hier jedoch nicht ausreichend belegt.

Ist die anfängliche Schwellung zurückgegangen, wird ein Heizkissen auf niedriger Stufe für 15 bis 20 Minuten vor dem Schlafengehen als Möglichkeit genannt. Die Wärme könnte die muskuläre Schutzanspannung lösen und die Durchblutung des verletzten Bereichs fördern. Die konkrete Anwendungsempfehlung bedarf noch einer klinischen Prüfung.

Sollte der Brustkorb zum Schlafen bandagiert werden?

Von einer festen Umwicklung des Brustkorbs bei Rippenschmerzen wird abgeraten. Eine Bandage kann sich zwar stützend anfühlen, zugleich aber die Atemtiefe einschränken und flache Atmung begünstigen. Dadurch kann das Risiko einer Lungenentzündung steigen. Kissen bieten eine Möglichkeit, den Bereich sanft zu stützen, ohne die Atmung einzuengen.

Sind Atembeschwerden bei einer Zerrung der Zwischenrippenmuskulatur normal?

Leichte Schmerzen oder ein unangenehmes Gefühl beim Atmen kommen häufig vor, weil jeder Atemzug die verletzten Muskeln beansprucht. Deutliche Atemnot, schnelle Atmung in Ruhe oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, erfordern dagegen sofortige medizinische Hilfe. Dahinter kann eine ernstere Erkrankung stehen, etwa ein Pneumothorax, bei dem die Lunge teilweise oder vollständig zusammenfällt.

Kann die Schlafposition beeinflussen, wie schnell die Zerrung heilt?

Eine entlastende Position kann Beschwerden verringern. Ob sie auch die Heilung beschleunigt, ist damit nicht geklärt. Für die Seitenlage auf der unverletzten Seite und die Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper wird angenommen, dass sie den Druck auf den Brustkorb begrenzen und angenehmeres Atmen ermöglichen.

Die weitergehende Erklärung lautet, weniger Druck verbessere die Durchblutung und verringere erneute nächtliche Belastungen. Dass diese Positionen tatsächlich erneute Verletzungen verhindern oder die Heilungsdauer verkürzen, ist jedoch nicht nachgewiesen.

Was unterscheidet eine Zerrung der Zwischenrippenmuskulatur von einem Rippenbruch?

Eine Zerrung betrifft die Muskeln zwischen den Rippen, ein Bruch den Knochen selbst. Muskelzerrungen werden eher mit flächigen Schmerzen beschrieben, die beim Drehen oder tiefen Einatmen zunehmen. Für Rippenbrüche werden stechende, klar an einem Punkt lokalisierte Schmerzen und gelegentlich ein spürbares Klicken genannt. Diese Merkmale können sich jedoch überschneiden und erlauben keine sichere Selbstdiagnose.

Eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung kann zur Abklärung beitragen. Dass sich damit beide Verletzungen in jedem Fall eindeutig unterscheiden lassen, wäre zu pauschal.

Wie lässt sich nachts trotz Schmerzen zwischen den Rippen angenehmer atmen?

Bei der Zwerchfellatmung soll ein größerer Teil der Atemarbeit auf das Zwerchfell entfallen, um die Zwischenrippenmuskeln zu entlasten. Dafür liegt eine Hand auf dem Bauch, die andere auf der Brust. Beim Atmen soll sich möglichst nur die Hand auf dem Bauch heben. Als Übungsdauer vor dem Einschlafen werden fünf Minuten vorgeschlagen. Eine gezielte Schmerzlinderung bei dieser Verletzung ist dadurch bislang nicht nachgewiesen.

Nach dem Aufwachen mit stechenden Schmerzen wird auch die Lippenbremse als Möglichkeit genannt: Beim Einatmen bis zwei zählen, dann durch locker gespitzte Lippen ausatmen und bis vier zählen. Die Technik soll die Atemfrequenz und die Bewegung des Brustkorbs verringern; diese Wirkungen sind für eine Zwischenrippenmuskelzerrung noch nicht ausreichend geklärt. Die Atmung sollte dabei frei bleiben und nicht absichtlich stark abgeflacht werden.

Was hilft beim nächtlichen Aufwachen mit stechenden Rippenschmerzen?

Bei starken oder zunehmenden Schmerzen sowie bei gleichzeitiger Atemnot oder Schweißausbrüchen ist sofortige medizinische Notfallhilfe nötig, um ernstere Ursachen abzuklären. In dieser Situation sollte nicht auf die Wirkung eines Schmerzmittels gewartet werden.

Ohne solche Warnzeichen kann die Lippenbremse als Versuch infrage kommen, ruhiger zu atmen. Sie wird vorgeschlagen, um die Atemfrequenz zu verlangsamen und die Ausdehnung des Brustkorbs zu begrenzen; ein spezifischer Nutzen bei einer Zwischenrippenmuskelzerrung ist jedoch nicht gesichert. Ein sanft an die verletzte Seite gehaltenes Kissen kann den Bereich stützen und die Schmerzen beim Atmen lindern, solange die Atmung frei bleibt. Falls vor dem Schlafengehen Ibuprofen eingenommen wurde, kann es etwas dauern, bis die Wirkung einsetzt. Das ist kein Grund, bei den genannten Warnzeichen medizinische Hilfe aufzuschieben.

Quellen