Zum Inhalt springen
EN

Schlafen neben jemandem, der schnarcht: Was helfen kann

Klinische Prüfung ausstehend

Wenn Schnarchen den gemeinsamen Schlaf stört: Praktische Möglichkeiten für die Nacht und Hinweise, wann eine schlafbezogene Atemstörung abgeklärt werden sollte.

Blaue Papierbänder bilden eine liegende menschliche Silhouette neben einer gelben Scheibe.

Was hilft, wenn Schnarchen auf der anderen Bettseite den Schlaf unterbricht? Ohrstöpsel oder Hintergrundgeräusche können den Lärm erträglicher machen; eine andere Schlafposition und Veränderungen im Alltag können am Schnarchen selbst ansetzen. Welche Maßnahme passt, hängt von der Ursache ab. Kommen Atempausen oder Luftschnappen hinzu, braucht es eine ärztliche Abklärung: Dann könnte eine behandlungsbedürftige Schlafstörung dahinterstecken.

Warum Menschen schnarchen

Wie Schnarchen entsteht

Schnarchen entsteht, wenn Luft an entspanntem Gewebe im Rachen vorbeiströmt und es zum Schwingen bringt. Im Schlaf lässt die Spannung der Muskeln nach, die die Atemwege offen halten. Werden die Atemwege dadurch enger, können Luftverwirbelungen entstehen. Sie erzeugen das typische Brummen, Rasseln oder Pfeifen.

Wie stark sich die Atemwege verengen, hängt von mehreren Faktoren ab: zusätzlichem Gewebe im Halsbereich, häufig nach einer Gewichtszunahme, einer verstopften Nase, Alkohol vor dem Schlafengehen und der Schlafposition. Auch anatomische Besonderheiten wie ein langes Gaumensegel oder vergrößerte Mandeln spielen eine Rolle. Zu erkennen, welche dieser Faktoren beteiligt sind, hilft bei der Suche nach einer passenden Lösung.

Schnarchen ist nicht gleich Schnarchen

Leichtes, gelegentliches Schnarchen während einer Erkältung oder nach ein paar alkoholischen Getränken ist meist harmlos. Lautes Schnarchen in den meisten Nächten kann dagegen auf eine obstruktive Schlafapnoe hinweisen, besonders wenn Luftschnappen, Erstickungsgefühle oder Atempausen hinzukommen. Schlafapnoe geht mit Risiken für das Herz-Kreislauf-System einher. Diese Risiken lassen sich nicht ohne Weiteres auf einfaches Schnarchen übertragen.

Wie Schnarchen den Schlaf und die Gesundheit der Person daneben beeinflusst

Wiederholte Schlafunterbrechungen können Folgen haben

Schnarchgeräusche können kurze Weckreaktionen auslösen, auch wenn man sich morgens nicht daran erinnert. Dabei wird der normale Wechsel zwischen tiefen und leichteren Schlafstadien gestört. Eine lange Nacht im Bett kann sich deshalb trotzdem wenig erholsam anfühlen.

Wiederholt schlechter Schlaf kann schläfrig machen und Aufmerksamkeit sowie Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Veränderungen von Stresshormonen oder Immunfunktionen sind als Folgen gestörten Schlafs grundsätzlich plausibel. Die hier besprochenen Studien an Bettpartnern belegen solche langfristigen Auswirkungen durch Schnarchgeräusche jedoch nicht. Auch ohne diesen Nachweis ist die eigene Erschöpfung ein guter Grund, eine Lösung zu suchen.

Auch die Beziehung kann darunter leiden

Eine kleine Untersuchung macht das Problem anschaulich: Zehn Ehepaare wurden gleichzeitig im Schlaflabor untersucht, während bei den Männern eine mögliche OSA abgeklärt wurde. In der zweiten Nachthälfte kam CPAP hinzu. Bei den Partnerinnen sank der mediane Arousal-Index von 21 auf 12 pro Stunde, die mediane Schlafeffizienz stieg von 74 % auf 87 %. Das war ein kleiner Vorher-nachher-Vergleich innerhalb einer Nacht, keine Garantie für eine zusätzliche Stunde Schlaf zu Hause. Beninati und Kollegen

Eine weitere prospektive Studie begleitete 55 Paare, von denen 45 regelmäßig ein Bett teilten. Nach im Median acht Wochen CPAP berichteten die Bettpartner über weniger Schläfrigkeit und Verbesserungen mehrerer Lebensqualitätsbereiche. Zusammengenommen sprechen die Ergebnisse dafür, dass die Behandlung einer OSA beiden helfen kann. Eine gleich große Verbesserung bei Betroffenen und Partnern zeigen sie nicht. Doherty und Kollegen

Ein Schlafdefizit fällt nicht immer auf

Man kann sich an Müdigkeit gewöhnen, ohne die frühere Leistungsfähigkeit zurückzugewinnen. Morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder Übelkeit können mit schlechtem Schlaf einhergehen, haben aber auch andere Ursachen. Anhaltende Beschwerden sollten deshalb nicht automatisch dem Schnarchen zugeschrieben werden. Bei gefährlicher Schläfrigkeit sind Autofahren und andere aufmerksamkeitsabhängige Tätigkeiten zu vermeiden.

Was in der nächsten Nacht helfen kann

Früher ins Bett gehen

Vor Beginn des Schnarchens einzuschlafen kann manchen Menschen das Einschlafen erleichtern. Vor späterem Aufwachen schützt das nicht zuverlässig. Ein Vorsprung von genau 15, 20 oder 30 Minuten ist keine belegte Regel gegen Schnarchstörungen. Eine frühere Schlafenszeit ist einen Versuch wert, wenn sie zur eigenen Müdigkeit und zum Tagesablauf passt. Länger wach im Bett zu liegen ist nicht das Ziel.

Einen sanften Positionswechsel anregen

Ein leichter Stupser, der zum Drehen auf die Seite anregt, kann das Schnarchen unmittelbar verringern oder beenden. In Rückenlage zieht die Schwerkraft Zunge und Gaumensegel nach hinten und begünstigt so das Schnarchen. Ein kräftiger Stoß kann dagegen vollständig wecken und zu Spannungen führen. Manche Paare vereinbaren deshalb ein einfaches Signal, etwa ein leichtes Antippen der Schulter als Bitte, sich umzudrehen.

Getrennte Decken nutzen

Bei der skandinavischen Schlafmethode liegen zwei einzelne Bettdecken auf einem gemeinsamen Bett. Das stoppt das Schnarchen nicht, kann aber zusätzliches Ziehen an der gemeinsamen Decke beim Umdrehen vermeiden. Es ist ein Versuch für mehr Komfort, keine belegte Schnarchtherapie. Wenn beide kaum noch schlafen, kann auch ein vorübergehend getrennter Schlafplatz eine praktische gemeinsame Entscheidung sein, während die Ursache abgeklärt wird.

Schlafpositionen, die Schnarchen verringern können

Wann die Seitenlage helfen kann

Bei manchen Menschen verengt sich der obere Atemweg in Rückenlage leichter. Seitenlage kann helfen, wenn Schnarchen oder Atemstörung von der Position abhängen. Eine systematische Übersicht zur Lagerungstherapie fand bei rückenlageabhängiger OSA Verbesserungen des Apnoe-Hypopnoe-Index und weniger Zeit in Rückenlage. CPAP senkte den AHI allerdings stärker.

Das ist eine echte Behandlungsoption für ausgewählte Betroffene, aber kein Beleg für eine allgemeine Verringerung um mehr als 50 %. Zudem ist ein besserer AHI nicht derselbe Endpunkt wie leiseres Schnarchen. Eine Übersicht von 2024 speziell zum Schnarchen beschreibt ebenfalls ermutigende Ergebnisse zu Lagerung und erhöhtem Kopfende, bei Unterschieden zwischen Geräten und begrenzter Evidenz. Bei Schlafapnoe bleiben gesicherte Diagnose und Kontrolle wichtig.

So lässt sich die Seitenlage unterstützen

Der traditionelle Tennisball im Rücken des Schlafanzugs ist nicht die einzige Möglichkeit. Angenehmere Varianten können sein:

  • Ein stützendes Kissen hinter dem Rücken, das das Zurückrollen erschwert.
  • Ein Lagerungsgerät, das Rückenlage erkennt und sanft vibriert; die Trageposition hängt vom Modell ab.
  • Ein langes Körperkissen, das eine bequeme Seitenlage unterstützt.
  • Ein verstellbares Bett oder geeigneter Keil, der den Oberkörper anhebt, ohne den Nacken unangenehm zu beugen.

Entscheidend sind Verträglichkeit und richtige Anwendung. Eine OSA gilt nicht schon deshalb als behandelt, weil ein Hilfsmittel die Rückenlage verhindert.

Das Kopfende anheben

Ein erhöhtes Kopfende mit angehobenem Oberkörper kann bei manchen Menschen die Atemwegsverengung verringern. Studien verwenden unterschiedliche Neigungen und Hilfsmittel. Genau 20 bis 30 Grad oder 10 bis 15 Zentimeter sind deshalb keine allgemeine Vorgabe. Wichtig sind ein dafür geeigneter stabiler Aufbau und eine angenehme Nackenposition. Die Übersicht zur Lagerung beschreibt mögliche Vorteile ebenso wie Beschwerden und Schwierigkeiten bei der dauerhaften Anwendung.

Mehrere Kissen nur unter dem Kopf erzeugen nicht unbedingt dieselbe Haltung; der Hals kann dabei unangenehm abknicken. Eine bequeme erhöhte Position kann auch bei Schleimfluss in den Rachen oder einer verstopften Nase angenehm sein, klärt und behandelt aber nicht automatisch deren Ursache.

Geräusche auf der anderen Bettseite erträglicher machen

Geräte mit weißem Rauschen

Weißes Rauschen beseitigt Schnarchen nicht. Ein gleichmäßiges Geräusch kann plötzliche Lautstärkewechsel weniger auffällig machen. Manche schlafen damit besser, andere schlechter. Eine systematische Übersicht bewertete die Evidenz für kontinuierliches Rauschen als Schlafhilfe als sehr unsicher und fand unterschiedliche Ergebnisse.

Wer es ausprobieren möchte, sollte eine leise, angenehme Lautstärke wählen, statt starkes Schnarchen mit immer lauterem Rauschen zu übertönen. Auf dem Nachttisch lässt sich das Gerät gut einstellen. Stört das Rauschen selbst, ist es keine Hilfe. Wichtige Alarme oder eine Person, die Unterstützung braucht, sollten weiterhin wahrnehmbar sein.

Ohrstöpsel

Gut sitzende Ohrstöpsel aus Schaumstoff oder Silikon können Geräusche weniger störend machen. Die Dämpfungsangabe auf der Verpackung ist ein Laborwert, keine zugesicherte Verringerung direkt am eigenen Ohr. Sitz, Einsetzen, Frequenz und Produkt beeinflussen die Wirkung. NIOSH erläutert diese Unterschiede zwischen Kennzeichnung und tatsächlicher Schutzwirkung. Eine Verpackungszahl lässt sich deshalb nicht einfach von einer Schnarchmessung abziehen.

Für die Auswahl zählen Komfort und die jeweiligen Hinweise zu Reinigung und Austausch. Nicht jeder Schaumstoffstöpsel hat dieselbe Nutzungsdauer; Silikon oder Maßanfertigungen sind nicht für jedes Ohr grundsätzlich schonender. Bei Schmerzen oder Reizungen sollte das Produkt nicht weiterverwendet werden. Anhaltende Ohrbeschwerden gehören abgeklärt. Auch die notwendige Wahrnehmung von Kindern, Alarmen oder anderen wichtigen Geräuschen spielt eine Rolle.

Kopfhörer und Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung

Einige Schlaf-Ohrhörer verwenden aktive Geräuschunterdrückung, andere dichten vor allem ab oder spielen überdeckende Geräusche ab. Flache Modelle können in Seitenlage angenehmer sein. Sitz, Druck auf das Ohr, Akkulaufzeit und Geräuschreduzierung unterscheiden sich jedoch.

Solche Produkte können einen Versuch wert sein, wenn einfachere Hilfen unbequem sind. Eine grundsätzlich beste Gerätekategorie für starkes Schnarchen ist damit nicht belegt. Schwache Geräuschreduzierung sollte nicht durch laute Wiedergabe ausgeglichen werden. Eine ruhigere Nacht für die zuhörende Person behandelt außerdem keine Atemstörung beim Schnarchenden.

Veränderungen im Alltag, die an den Ursachen des Schnarchens ansetzen

Gewichtsmanagement

Zusätzliches Gewebe um die Atemwege kann zur Verengung beitragen; bei relevantem Übergewicht kann eine Gewichtsabnahme helfen. Fettverteilung und andere anatomische Merkmale spielen ebenfalls eine Rolle. Die Studie von Grunstein fand Zusammenhänge zwischen zentraler Adipositas und Schlafapnoe bei Männern. Sie war keine Gewichtsabnahmestudie und erklärt OSA nicht allein durch Halsfett.

Eine kleine Studie von 1995 begleitete 19 stark schnarchende Männer durch ein Gewichtsprogramm zusätzlich zu Seitenlage und Nasenspray. Bei neun Männern mit mindestens 3 kg Gewichtsverlust sank die Zahl der Schnarchgeräusche pro Stunde von 320 auf 176. Über alle zwölf Männer mit irgendeiner Gewichtsabnahme war die Verringerung nicht statistisch signifikant; der AHI verbesserte sich durch den zusätzlichen Gewichtsverlust nicht. Das spricht für einen möglichen Nutzen, lässt aber Fragen zu Größe, Übertragbarkeit und Einzelbeitrag der Maßnahmen offen. Gewicht und Schlafapnoe gehören daher in einen individuellen Plan, nicht in ein pauschales Heilversprechen.

Alkohol und beruhigende Medikamente

Alkohol kann die Entspannung der oberen Atemwege und schlafbezogene Atemstörungen verstärken. Eine Metaanalyse von Studien mit Alkoholgabe fand verschlechterte Atmungswerte, besonders bei Schnarchenden und Menschen mit OSA. Abendlichen Alkohol zu reduzieren oder wegzulassen ist deshalb ein sinnvoller Ansatz. Ein fester Abstand von drei oder vier Stunden garantiert nicht, dass Alkohol den Schlaf nicht mehr beeinflusst.

Auch beruhigende Medikamente, darunter Benzodiazepine und Opioide, können relevant sein. Änderungen sollten mit der verordnenden Person besprochen werden; Medikamente nicht eigenständig absetzen. Die Stellungnahme der Australasian Sleep Association empfiehlt, Alkohol und gegebenenfalls solche Arzneimittel bei der Behandlung primären Schnarchens zu berücksichtigen.

Eine verstopfte Nase behandeln

Bei behinderter Nasenatmung können Kochsalzspray, ein äußerliches Nasenpflaster oder die Behandlung einer Allergie das Atmen erleichtern. Nasendilatatoren können bei ausgewählten Menschen mit nasaler Verengung helfen, ersetzen aber keine OSA-Therapie. Eine Untersuchung kann Allergie, anhaltende Entzündung und strukturelle Ursachen unterscheiden. Eine angenehmere Nasenatmung ist auch dann nützlich, wenn nicht jedes Schnarchgeräusch verschwindet.

Ausreichend trinken

Trockenheit und zähere Sekrete bieten eine plausible Erklärung dafür, warum Flüssigkeitsmangel Nase und Rachen unangenehmer machen könnte. Ausreichendes Trinken kann solchen Beschwerden entgegenwirken. Eine zuverlässige Verringerung der Schnarchlautstärke ist damit jedoch nicht belegt; zusätzliches Trinken unmittelbar vor dem Schlafen muss nicht erzwungen werden.

Der Beitrag zur Flüssigkeitsversorgung und die Übersicht zu Dehydrierung vermitteln Hintergrundwissen, keine Studienbelege für leiseres Schnarchen. Bei ärztlich verordneter Flüssigkeitsbegrenzung gilt der individuelle Plan.

Wann Schnarchen auf ein größeres Gesundheitsproblem hinweist

Schlafapnoe erkennen

Kommen wiederholte Atempausen hinzu, geht es um mehr als störende Geräusche. Bei einer obstruktiven Schlafapnoe, kurz OSA, können sich die oberen Atemwege vollständig verschließen. Die Atmung setzt dann für 10 Sekunden oder länger aus, bevor eine Weckreaktion des Gehirns sie wieder in Gang bringt, häufig begleitet von hörbarem Luftschnappen. Wichtige Anzeichen sind:

  • Lautes Schnarchen mit hörbaren Pausen und anschließendem Luftschnappen.
  • Ausgeprägte Tagesschläfrigkeit trotz ausreichend langer Zeit im Bett.
  • Morgendliche Kopfschmerzen oder andere anhaltende Beschwerden, die nicht spezifisch für OSA sind.
  • Ängste oder Stimmungsschwankungen.
  • Beobachtete Atemstillstände während des Schlafs.

Warum eine Behandlung beiden helfen kann

OSA ist mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes verbunden. Daraus folgt nicht, dass Behandlung jedes Risiko beseitigt. Zu den unmittelbaren Zielen gehören bessere Atmung, weniger Beschwerden und erholsamerer Schlaf für beide.

Eine Schlafuntersuchung kann klären, ob OSA vorliegt. CPAP und passend ausgewählte Zahnschienen können Atemstörungen und Schnarchen verringern. Eine AASM/AADSM-Leitlinie unterstützt bei geeigneten OSA-Patienten individuell angepasste, einstellbare Schienen mit zahnärztlicher Betreuung und Kontrolle durch Schlafmessungen. Ein gemeinsames Gespräch über Abklärung ist meist hilfreicher, als das Geräusch als persönliches Fehlverhalten anzusehen.

Weitere medizinische Ursachen

Eine verkrümmte Nasenscheidewand, vergrößerte Mandeln, chronische Nasenschleimhautentzündung und gelegentlich Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion können beitragen. Der TSH-Beitrag erläutert Schilddrüsentests. Schnarchen allein begründet aber kein pauschales Schilddrüsen- oder Stoffwechselpanel.

Reichen einfache Maßnahmen nicht, können Hausarzt-, HNO- oder Schlafmedizin behandelbare Ursachen suchen. Untersuchungen richten sich nach Beschwerden und Befund. Eine Blutuntersuchung diagnostiziert keine OSA.

Gemeinsam besser schlafen

Für die nächste Nacht hilft eine gemeinsame Vereinbarung: ein angenehmer Lärmschutz, ein sanftes Signal zum Umdrehen oder bei Bedarf getrennte Schlafplätze. Bleibt das Problem bestehen, gehört die Ursache dazu. Niemand muss die Belastung kleinreden; gleichzeitig lässt sich Schnarchen nicht einfach willentlich abstellen.

Gewicht, Nasengesundheit, Medikamente, Alkohol und ausgewählte Erkrankungen können relevant sein. Blutwerte helfen bei bestimmten Verdachtsdiagnosen, erkennen aber weder zuverlässig die Ursache des Schnarchens noch, ob die Atemwege im Schlaf offen bleiben. Atemsymptome brauchen eine schlafmedizinisch ausgerichtete Abklärung.

Häufig gestellte Fragen

Was hilft beim Schlafen, wenn jemand laut schnarcht?

Bequeme Ohrstöpsel, ein leises gleichmäßiges Geräusch bei guter Verträglichkeit oder ein vereinbartes Signal zur Seitenlage können helfen. Früheres Zubettgehen erleichtert manchen das Einschlafen, hat aber keine garantierte Zeitregel. Maßnahmen dürfen kombiniert werden; Geräuschüberdeckung und Ohrstöpseldämpfung lassen sich jedoch nicht zu einer zugesicherten Dezibelzahl addieren. Anhaltend lautes Schnarchen mit Atempausen oder Tagesschläfrigkeit sollte abgeklärt werden.

Hört Schnarchen auf, wenn man auf der Seite schläft?

Seitenlage kann Schnarchen verringern, wenn Rückenlage die Atemwege stärker verengt. Lagerungstherapie verbessert bei ausgewählten Menschen mit rückenlageabhängiger OSA auch den AHI, den CPAP meist stärker senkt. Eine allgemeine Verbesserung um „mehr als 50 %“ lässt sich nicht erwarten; der AHI misst zudem nicht direkt die Schnarchlautstärke. Kissen und Lagerungsgeräte können eine bequeme Position unterstützen.

Sollte man jemanden wecken, der schnarcht?

Ein sanftes, vorher vereinbartes Antippen zum Umdrehen ist nachvollziehbar. Wiederholtes vollständiges Wecken kann beide erschöpfen. Luftschnappen und wiederkehrende Atempausen gehören abgeklärt; nächtliches Anstupsen behandelt sie nicht. Ist jemand nicht ansprechbar und atmet nicht normal, den Rettungsdienst rufen, statt von gewöhnlichem Schnarchen auszugehen.

Kann Schnarchen auch bei der Person daneben gesundheitliche Probleme verursachen?

Wiederholt gestörter Schlaf kann schläfrig machen und die Konzentration beeinträchtigen. Die kleine Paarstudie fand besseren Partnerschlaf nach CPAP-Beginn beim Betroffenen; die längere Doherty-Studie Verbesserungen von Schläfrigkeit und Lebensqualität. Sie belegen weder bestimmte langfristige Immun- oder Hormonschäden durch das gemeinsame Bett noch gleich große Behandlungseffekte bei beiden.

Funktionieren Hilfsmittel gegen Schnarchen tatsächlich?

Manche helfen, wenn sie zum Problem passen. Ärztlich verordnete Zahnschienen haben Leitlinienunterstützung für behandlungsbedürftiges primäres Schnarchen und ausgewählte OSA-Patienten. Individuelle Anpassung und Verlaufskontrolle sind wichtig. Nasenpflaster oder Dilatatoren können eine behinderte Nasenatmung erleichtern, Lagerungsgeräte passen zu positionsabhängigem Schnarchen. Für Rachensprays oder magnetische Clips sollte keine gleichwertige Evidenz angenommen werden, nur weil sie für dasselbe Symptom beworben werden.

Wann sollte eine schnarchende Person ärztlichen Rat suchen?

Eine Untersuchung ist sinnvoll, wenn das Schnarchen in den meisten Nächten so laut ist, dass es die andere Person stört, wenn Atempausen oder Luftschnappen auftreten oder wenn trotz ausreichend langer Zeit im Bett eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit bleibt. Weitere Warnzeichen sind morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Bluthochdruck. Eine Schlafuntersuchung kann feststellen, ob eine obstruktive Schlafapnoe vorliegt.

Ist es normal, dass Schnarchen mit dem Alter stärker wird?

Schnarchen kann mit dem Alter häufiger werden, wenn sich Atemwegsfunktion, Körperzusammensetzung und weitere Gesundheitsfaktoren verändern. Auch hormonelle Veränderungen rund um die Menopause können beitragen. Zunehmendes Schnarchen sollte dennoch nicht einfach als Altersfolge abgetan werden, besonders bei Atempausen, Luftschnappen oder Tagesschläfrigkeit.

Verstärkt Alkohol das Schnarchen?

Ja, Alkohol kann die Entspannung der oberen Atemwege verstärken und die Atmung im Schlaf verschlechtern. Weniger oder kein Alkohol am Abend ist ein sinnvoller Versuch, besonders bei einem erkennbaren Zusammenhang. Der Effekt hängt von Person, Menge und Zeitpunkt ab. Ein Abstand von genau drei oder vier Stunden garantiert keinen Schutz vor Schnarchen oder Apnoe.

Literatur und Quellen

  • Thomas RJ (2001). Flow-limitation and sleep: exploring the interface of a complex and dynamic system. Sleep medicine, 2(5), 375-7. https://doi.org/10.1016/s1389-9457(01)00120-4 PubMed
  • Grunstein R, Wilcox I, Yang TS, Gould Y, Hedner J (1993). Snoring and sleep apnoea in men: association with central obesity and hypertension. International journal of obesity and related metabolic disorders : journal of the International Association for the Study of Obesity, 17(9), 533-40. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8220656/
  • Barnes H, Edwards BA, Joosten SA, Naughton MT, Hamilton GS, Dabscheck E (2017). Positional modification techniques for supine obstructive sleep apnea: A systematic review and meta-analysis. Sleep Medicine Reviews, 36, 107-115. https://doi.org/10.1016/j.smrv.2016.11.004 PubMed
  • Doherty LS, Kiely JL, Lawless G, McNicholas WT (2003). Impact of nasal continuous positive airway pressure therapy on the quality of life of bed partners of patients with obstructive sleep apnea syndrome. Chest, 124(6), 2209-2214. https://doi.org/10.1378/chest.124.6.2209 PubMed
  • Beninati W, Harris CD, Herold DL, Shepard JW. (1999). The effect of snoring and obstructive sleep apnea on the sleep quality of bed partners. PubMed.
  • Braver HM, Block AJ, Perri MG. (1995). Treatment for snoring. Combined weight loss, sleeping on side, and nasal spray. PubMed.
  • Riedy SM, Smith MG, Rocha S, Basner M. (2021). Noise as a sleep aid: A systematic review. PubMed.
  • Moffa A, Giorgi L, Nardelli D, Iafrati F, Iannella G, Magliulo G, Baptista P, Vicini C, Casale M. (2024). The Potential Effect of Changing Patient Position on Snoring: A Systematic Review. PubMed.
  • Ramar K, Dort LC, Katz SG, Lettieri CJ, Harrod CG, Thomas SM, Chervin RD. (2015). Clinical Practice Guideline for the Treatment of Obstructive Sleep Apnea and Snoring with Oral Appliance Therapy: An Update for 2015. PubMed.
  • Kolla BP, Foroughi M, Saeidifard F, Chakravorty S, Wang Z, Mansukhani MP. (2018). The impact of alcohol on breathing parameters during sleep: A systematic review and meta-analysis. PubMed.
  • Sarkis LM, Jones AC, Ng A, Pantin C, Appleton SL, MacKay SG. (2023). Australasian Sleep Association position statement on consensus and evidence based treatment for primary snoring. PubMed.
  • National Institute for Occupational Safety and Health. Provide Hearing Protection. CDC.