Ist es sicher, mit Ohrstöpseln zu schlafen?
Klinische Prüfung ausstehend
Mit Ohrstöpseln schlafen: Welche Vorteile und Grenzen sie bei Lärm haben und was bei Passform, Reinigung und möglichen Ohrbeschwerden zu beachten ist.

Ohrstöpsel können Verkehrslärm, Schnarchen und andere störende Geräusche dämpfen und so das Einschlafen erleichtern. Doch eignen sie sich auch für jede Nacht? Das hängt von der Passform, dem Material, der Hygiene und der Gesundheit der Ohren ab. Gut sitzende, sachgerecht verwendete Stöpsel können eine Hilfe sein; Schmerzen, Reizungen oder Hörveränderungen sprechen dafür, die Anwendung zu unterbrechen und die Ursache zu klären.
Ist es sicher, jede Nacht mit Ohrstöpseln zu schlafen?
Entscheidend sind Passform, Hygiene und gesunde Ohren
Für gesunde Erwachsene kann das nächtliche Tragen von Ohrstöpseln bei guter Hygiene sicher sein. Eine uneingeschränkte Zusage lässt sich daraus nicht ableiten. Der Gehörgang ist ein warmer, enger Raum, in dem sich unter einem Verschluss Feuchtigkeit stauen kann. Verschmutzte oder abgenutzte Stöpsel können dort das Wachstum von Bakterien begünstigen.
Eine Untersuchung zu Ausrüstung, die den Gehörgang verschließt, wird als Hinweis auf eine stärkere bakterielle Besiedlung bei regelmäßiger Nutzung angeführt. Außerdem wird berichtet, klinische Infektionen seien bei angemessener Hygiene selten geblieben. Offen ist jedoch, ob diese Ergebnisse speziell für Ohrstöpsel beim Schlafen gelten und wie gut sich daraus das Infektionsrisiko bei nächtlicher Nutzung abschätzen lässt. Brook und Coolbaugh, 1984, auf PubMed, DOI.
Was bedeutet regelmäßige Nutzung?
Auch an sieben Nächten pro Woche kommen Ohrstöpsel grundsätzlich infrage. Ob die Ohren das gut vertragen, lässt sich aber nicht allein an der Häufigkeit festmachen. Saubere, gut passende Stöpsel sind besonders wichtig, wenn der Lärm keine Nächte ohne Gehörschutz zulässt.
Die Empfehlung, eine oder zwei Nächte pro Woche auszusetzen, soll dem Gehörgang Zeit zur Belüftung geben und den natürlichen Transport von Ohrenschmalz nach außen ermöglichen. Für genau diesen Pausenrhythmus fehlt allerdings eine belastbare Begründung. Er ist deshalb keine feste Sicherheitsregel. Auch der Rat, die Ohren alle paar Tage vorsichtig zu reinigen, braucht eine klare Grenze: Gemeint sein darf nicht, den Gehörgang mit Gegenständen zu säubern.
Arten von Ohrstöpseln und ihre Sicherheitsmerkmale
Ohrstöpsel aus Schaumstoff
Schaumstoffstöpsel sind die verbreitetste Variante. Sie werden schmal zusammengerollt und in den Gehörgang eingesetzt, wo sie sich wieder ausdehnen. Zu einem sehr niedrigen Preis bieten sie eine hohe angegebene Geräuschdämmung: einen NRR-Wert von 25 bis 33 Dezibel. NRR steht für „Noise Reduction Rating“.
Das poröse Material nimmt bei der Anwendung Feuchtigkeit, Hautfett und Bakterien auf. Deshalb spielt die Frage, ob ein Paar nur einmal oder mehrfach verwendet werden darf, eine wichtige Rolle. Eine pauschale Einstufung der Wiederverwendung als besonders riskant ist jedoch nicht ausreichend begründet. Ob ein Produkt für die einmalige Nutzung bestimmt ist, geht aus seinen Anwendungshinweisen hervor.
Eine Untersuchung befasst sich mit der Schalldämmung von Schaumstoffstöpseln unter Praxisbedingungen. Diese Frage ist von der Hygiene bei wiederholter Verwendung zu unterscheiden: Copelli et al., 2021, auf PubMed, DOI.
Ohrstöpsel aus Silikon
Formbare Silikonstöpsel liegen über der Öffnung des Gehörgangs, statt in ihn eingeführt zu werden. Dadurch ragt nichts in den Gehörgang hinein. Ob diese Bauart tatsächlich seltener zu Ohrenschmalzpfropfen oder Reizungen führt, ist damit allein noch nicht geklärt.
Die angegebene Geräuschdämmung liegt bei etwa 22 Dezibel und damit etwas niedriger als bei den zuvor beschriebenen Schaumstoffstöpseln. Ob das für eine Schlafumgebung ausreicht, hängt vom störenden Lärm ab; die pauschale Einschätzung, es genüge in den meisten Fällen, ist nicht abgesichert. Auch Waschbarkeit und eine Wiederverwendung über mehrere Wochen lassen sich nicht für alle Silikonstöpsel voraussetzen. Dafür gelten die Pflege- und Nutzungshinweise des jeweiligen Produkts.
Ohrstöpsel aus Wachs
Ohrstöpsel aus natürlichem Wachs funktionieren ähnlich wie formbare Silikonstöpsel: Sie passen sich dem äußeren Ohr an und verschließen den Eingang zum Gehörgang. Sie werden nicht tief hineingeschoben.
Wachsstöpsel werden als bequem und für empfindliche Haut geeignet beschrieben. Ob sie gut verträglich sind, hängt jedoch von ihrer Zusammensetzung und individuellen Empfindlichkeiten ab. Auch die Bezeichnung „hypoallergen“ garantiert keine Verträglichkeit. Als Anzeichen für einen nötigen Austausch werden eine nachlassende Formbarkeit und Verfärbungen genannt.
Individuell angepasste Ohrstöpsel
Für maßgefertigte Ohrstöpsel nimmt eine audiologische Fachkraft einen Abdruck des Gehörgangs. Daraus entsteht eine Form, die zur individuellen Anatomie passt. Das kann die Suche nach einem bequemen Sitz erleichtern.
Bei richtiger Reinigung können solche Stöpsel mehrere Jahre halten. Ihre Anschaffung kostet mehr; bei täglicher Nutzung kann die individuelle Passform diesen Aufwand wert sein. Ob Maßanfertigungen insgesamt die beste Kombination aus Komfort, Geräuschdämmung und Sicherheit bieten, lässt sich daraus aber nicht ableiten. Auch sie müssen gut sitzen und vertragen werden.
Ohrstöpsel beim Schlafen richtig verwenden
Die passende Einsetztechnik
Wer Ohrstöpsel mit Kraft in den Gehörgang drückt, kann Ohrenschmalz tiefer hineinschieben und die empfindliche Haut reizen. Bei Schaumstoffstöpseln beginnt das Einsetzen deshalb mit sauberen Fingern: Der Stöpsel wird zu einem dünnen Zylinder gerollt. Anschließend greift die gegenüberliegende Hand über den Kopf und zieht den oberen Teil des Ohrs nach oben und hinten, um den Gehörgang zu begradigen.
Der Stöpsel lässt sich dann vorsichtig einsetzen und 10 bis 15 Sekunden lang festhalten, während er sich ausdehnt. Er sollte gut sitzen, ohne Schmerzen zu verursachen. Diese Technik gilt für Schaumstoff; andere Bauarten werden anders eingesetzt.
Saubere Hände vor dem Einsetzen
Bakterien können von den Händen auf den Ohrstöpsel und damit in den Gehörgang gelangen. Händewaschen vor dem Einsetzen ist eine einfache Hygienemaßnahme. Wie stark es das Infektionsrisiko bei der Nutzung von Ohrstöpseln senkt, lässt sich hier nicht beziffern.
Beim Camping, auf Reisen oder wenn Wasser und Seife fehlen, wird Händedesinfektionsmittel als Ersatz genannt. Vor dem Berühren der Stöpsel müssen die Hände vollständig trocken sein.
Reinigung und Austausch richten sich nach dem Produkt
Nicht jedes Material lässt sich gleich reinigen. Die folgenden Pflege- und Austauschregeln werden häufig als einfache Orientierung dargestellt, lassen sich aber nicht pauschal auf alle Produkte übertragen. Insbesondere bei Wachs und formbarem Silikon darf Waschbarkeit nicht vorausgesetzt werden. Vorrang haben die jeweiligen Herstellerangaben:
- Schaumstoffstöpsel: Für Einmalprodukte gilt, sie nach jeder einzelnen Anwendung zu entsorgen. Die pauschale Empfehlung, das mit sämtlichen Schaumstoffstöpseln zu tun, muss mit den Produktangaben abgeglichen werden.
- Silikon- und Wachsstöpsel: Die Empfehlung, sie täglich mit milder Seife und warmem Wasser zu waschen und alle zwei bis vier Wochen zu ersetzen, ist keine allgemeingültige Pflegeregel. Ob Waschen und eine solche Nutzungsdauer vorgesehen sind, hängt vom Produkt ab.
- Individuell angepasste Ohrstöpsel: Als Pflege werden eine tägliche Reinigung mit Wasser und Seife oder einer von der audiologischen Fachkraft empfohlenen Lösung sowie eine Prüfung auf Verschleiß einmal im Monat genannt. Auch hier müssen Reinigungsmittel und Vorgehen zum Produkt passen.
- Alle Varianten: Verfärbungen, unangenehmer Geruch oder eine verlorene Form sind Gründe, die Stöpsel sofort auszutauschen.
Für mehr Ruhe nicht tiefer hineinschieben
Dämpfen Ohrstöpsel zu wenig Lärm, kommen ein Modell mit höherem NRR-Wert oder eine andere Bauart infrage. Tieferes Hineinschieben ist keine geeignete Lösung: Es kann Ohrenschmalz verdichten und die empfindliche Haut im Gehörgang verletzen.
Die richtige Position hängt von der Bauart ab. Ein Sitz am oder knapp innerhalb des Gehörgangseingangs ist keine passende Anleitung für jedes Modell. Formbare Wachs- und Silikonstöpsel verschließen den Eingang; Schaumstoffstöpsel werden anders eingesetzt. Entscheidend ist die konkrete Einsetzanleitung des Produkts.
Mögliche Risiken beim Schlafen mit Ohrstöpseln
Ohrenschmalzpfropfen
Beim Einsetzen können Ohrstöpsel Ohrenschmalz nach innen schieben. Das muss nicht bei jedem Einsetzen geschehen. Über mehrere Wochen nächtlicher Nutzung kann sich Ohrenschmalz jedoch verdichten und einen Pfropf bilden. Dieser kann bis zum Trommelfell reichen und gedämpftes Hören, ein Völlegefühl oder Beschwerden verursachen.
Normalerweise reinigen sich die Ohren selbst: Ohrenschmalz wird langsam nach außen transportiert. Ohrstöpsel können diesen Vorgang behindern. Eine ärztliche Kontrolle alle sechs Monate wird für die tägliche nächtliche Nutzung als Vorsorgemaßnahme genannt; als allgemeines Kontrollintervall für alle Betroffenen ist sie hier jedoch nicht abgesichert.
Eine Leitlinie behandelt den Umgang mit Ohrenschmalzpfropfen: Schwartz et al., 2017, auf PubMed, DOI.
Bakterielle Infektionen und Pilzinfektionen
Ein warmer, feuchter und durch einen Ohrstöpsel verschlossener Gehörgang kann Bakterien und Pilzen günstige Wachstumsbedingungen bieten. Eine mögliche Folge ist eine Otitis externa, also eine Gehörgangsentzündung, auch „Badeotitis“ genannt. Ob sie die häufigste Folge der Ohrstöpselnutzung ist, lässt sich hier nicht zuverlässig sagen.
Mögliche Symptome sind Juckreiz, Rötung und Schmerzen, die beim Ziehen am Ohrläppchen zunehmen. Gelegentlich tritt Ausfluss auf. Saubere Hände und frische oder sachgerecht gereinigte Stöpsel können helfen, das Risiko zu verringern. Auch regelmäßige Pausen werden dafür vorgeschlagen; wie viel sie beitragen, bleibt offen. Dass sich mit diesen Maßnahmen die meisten Infektionen verhindern lassen, ist nicht ausreichend belegt.
Bei einer Neigung zu Ohrinfektionen stellt sich außerdem die Frage nach der Bauart. Formbare Silikonstöpsel liegen am Gehörgangseingang. Maßanfertigungen liegen dagegen nicht grundsätzlich außerhalb des Gehörgangs. Eine geringere Infektionsgefahr lässt sich deshalb für keine dieser Varianten pauschal zusagen.
Die Behandlung der akuten Gehörgangsentzündung ist Thema dieser Leitlinie: Rosenfeld et al., 2014, auf PubMed, DOI.
Reizungen durch Materialkontakt
Manche Menschen reagieren empfindlich auf Bestandteile von Ohrstöpseln. Juckreiz, Rötungen und eine leichte Schwellung im Gehörgang können darauf hindeuten. Latexhaltige Schaumstoffstöpsel werden als möglicher Auslöser genannt; eine besondere Häufigkeit solcher Reaktionen ist damit nicht nachgewiesen.
Ein anderes Material kann infrage kommen, wenn eine Unverträglichkeit vermutet wird. Auch als hypoallergen bezeichnete Silikon- oder Wachsstöpsel sind jedoch keine Garantie dafür, dass die Beschwerden verschwinden. Halten Reizungen bei mehreren Materialien an, wird möglicherweise der nächtliche Verschluss selbst nicht gut vertragen.
Ein Fallbericht beschreibt eine Kontaktdermatitis durch einen Gummi-Ohrstöpsel: Deguchi und Tagami, 1996, auf PubMed, DOI.
Überhörte Warnsignale
Stark dämmende Ohrstöpsel können verhindern, dass ein Rauchmelder, eine Einbruchswarnung oder ein rufendes Kind gehört wird. Diese Frage gehört deshalb genauso zur sicheren Nutzung wie Passform und Hygiene.
Wer einen Wecker mit Ohrstöpseln überhört, kann eine Variante mit niedrigerem NRR-Wert oder einen Vibrationswecker in Betracht ziehen. Ein Vibrationswecker hilft allerdings nur beim Wecken. Er ersetzt keine geeignete Warnung bei Rauch, Feuer oder anderen Notfällen; auch eine geringere Dämmung garantiert nicht, dass jedes Warnsignal wahrgenommen wird.
Wer beim Schlafen auf Ohrstöpsel verzichten sollte
Menschen mit bestehenden Erkrankungen des Ohrs
Bei einem Loch im Trommelfell, einer akuten Ohrinfektion, einer kürzlich erfolgten Ohroperation oder einer chronischen Entzündung des Gehörgangs sollten Ohrstöpsel nur nach Freigabe durch eine HNO-Fachärztin oder einen HNO-Facharzt verwendet werden. Das Einführen in einen bereits geschädigten Gehörgang kann Beschwerden verstärken oder Krankheitserreger an empfindliches Gewebe bringen.
Menschen mit starker Ohrenschmalzbildung
Einige Menschen bilden von Natur aus mehr Cerumen, also Ohrenschmalz, als andere. Bei ihnen kann die nächtliche Nutzung von Ohrstöpseln die Bildung eines Pfropfs auch bei sorgfältiger Hygiene beschleunigen.
Wiederholte professionelle Entfernungen von Ohrenschmalz sind deshalb ein Anlass, eine dauerhafte nächtliche Nutzung ärztlich zu besprechen. Die dafür genannte Schwelle von mehr als zweimal innerhalb eines Jahres ist allerdings keine ausreichend begründete feste Grenze.
Menschen mit Tinnitus
Ohrstöpsel dämpfen Außengeräusche. Dadurch kann ein bestehender Tinnitus, etwa ein Klingeln oder Summen im Ohr, stärker auffallen und belastender wirken.
Ein Gerät für weißes Rauschen kommt als Alternative infrage: Das Hintergrundgeräusch kann Ohrgeräusche überdecken und störende Umgebungsgeräusche weniger auffällig machen, ohne den Gehörgang zu verschließen. Ob diese Geräuschmaskierung hilft, ist individuell verschieden. Sie lässt sich deshalb nicht pauschal als die meist bessere Lösung bei Tinnitus bezeichnen.
Alternativen zu Ohrstöpseln für besseren Schlaf
Weißes Rauschen und Geräuschmaskierung
Geräte für weißes Rauschen, Ventilatoren und Apps zur Geräuschmaskierung erzeugen ein gleichmäßiges Hintergrundgeräusch. Einzelne störende Geräusche können davor weniger hervorstechen. Dafür muss nichts in oder auf den Ohren getragen werden, und auch eine zweite Person im Bett kann davon profitieren.
Bei Schnarchgeräuschen wird außerdem die Kombination aus weißem Rauschen und einer günstigeren Schlafposition vorgeschlagen. Sie könnte Entlastung bringen; dass sie häufig schon ausreicht, ist hier nicht belegt.
Die skandinavische Schlafmethode
Zwei getrennte Bettdecken im selben Bett können Störungen durch Bewegungen verringern. Außerdem kann jede Person ihre Schlaftemperatur unabhängig regulieren.
Geräusche werden dadurch nicht gedämpft. Wenn Bewegungen oder unterschiedliche Temperaturbedürfnisse zum Aufwachen beitragen, können getrennte Decken aber an dieser Stelle helfen. Möglicherweise fällt es dann leichter, verbleibenden Lärm zu tolerieren; eine direkte Wirkung auf den Lärm selbst ist damit nicht gemeint.
Schallschutz im Schlafzimmer
Schwere Vorhänge, Dichtungen an Türen und Teppiche auf harten Böden können Schall absorbieren oder seine Übertragung verringern. Je nach Lärmquelle und Raum erreicht dadurch weniger Lärm das Bett.
Bei wiederkehrenden Außengeräuschen, etwa durch Straßenverkehr oder Züge, können bauliche oder räumliche Maßnahmen den Bedarf an Ohrstöpseln verringern. Ob sie Ohrstöpsel ganz entbehrlich machen, hängt von der konkreten Situation ab. Auch die Kombination mit einem Gerät für weißes Rauschen ist eine Möglichkeit, mehrere Ansätze gegen störende Geräusche zu verbinden.
Speziell zum Schlafen entwickelte Ohrhörer
Flache Schlaf-Ohrhörer können passive Geräuschdämmung mit maskierenden Klängen und, je nach Modell, aktiver Geräuschunterdrückung kombinieren. Nicht jedes Modell bietet alle diese Funktionen.
Solche Ohrhörer werden als teurer als Ohrstöpsel beschrieben. Ob sie bei sehr starkem Umgebungslärm auch wirksamer sind, lässt sich nicht generell sagen. Beim Schlafen auf der Seite ist eine ausdrücklich dafür entwickelte Form wichtig, damit möglichst wenig Druck auf den Gehörgang entsteht.
Anzeichen dafür, dass Ohrstöpsel Probleme verursachen
Wann eine Anwendungspause sinnvoll ist
Beschwerden durch Ohrstöpsel können sich allmählich entwickeln. Zu den Warnzeichen gehören:
- Anhaltender Juckreiz oder Brennen im Gehörgang.
- Gedämpftes Hören oder ein Völlegefühl, das nach dem Herausnehmen nicht verschwindet.
- Schmerzen beim Einsetzen oder Tragen der Ohrstöpsel.
- Gelblicher oder grünlicher Ausfluss.
- Ein unangenehmer Geruch aus dem Gehörgang.
- Neu aufgetretenes Klingeln oder Summen.
Bei solchen Beschwerden sollten die Stöpsel herausgenommen und die weitere Anwendung überdacht werden. Eine pauschale Wartezeit von ein bis zwei Tagen ist keine verlässliche Sicherheitsregel. Besonders Schmerzen, Ausfluss oder eine neue Hörminderung können eine frühere ärztliche Abklärung erfordern.
Wann ärztlicher Rat nötig ist
Bleiben Beschwerden auch ohne Ohrstöpsel bestehen, ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll. Die dafür genannte Frist von einer Woche eignet sich nicht als allgemeine Regel: Bei plötzlich auftretendem oder deutlichem Hörverlust, starken Schmerzen oder Fieber sollte die Abklärung nicht bis dahin aufgeschoben werden.
Ohrenschmalzpfropfen und leichte Infektionen lassen sich bei frühzeitiger Erkennung häufig gut behandeln. Wird die Behandlung hinausgezögert, können sich zunächst einfache Probleme verschlimmern. Eine HNO-Fachkraft kann außerdem beurteilen, ob die Anatomie der Ohren für die nächtliche Nutzung von Ohrstöpseln geeignet ist und welche Bauart infrage kommt.
Warum ungestörter Schlaf wichtig ist
Ob Ohrstöpsel, weißes Rauschen oder Schallschutz: Ziel ist ein möglichst ungestörter Schlaf, in dem sich der Körper erholen, Hormone regulieren und Gewebe reparieren kann. Welche Maßnahme dazu beiträgt, hängt von der Art der Störung und der individuellen Verträglichkeit ab.
Die Qualität dieser Erholung lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres frühzeitig aus Blutwerten ablesen. Für die Behauptung, eine Blutuntersuchung zeige Veränderungen schon lange vor der eigenen Wahrnehmung, fehlt hier eine tragfähige Grundlage. Daraus lässt sich keine gesicherte Möglichkeit ableiten, die individuelle Schlafqualität oder Erholung anhand eines Bluttests zu bestimmen.
Häufig gestellte Fragen
Ist es sicher, jede Nacht mit Ohrstöpseln zu schlafen?
Für die meisten gesunden Erwachsenen kann das nächtliche Schlafen mit Ohrstöpseln bei guter Hygiene sicher sein. Dazu gehören saubere Hände und ein sachgerechter Umgang mit dem jeweiligen Produkt. Für Schaumstoffstöpsel wird häufig ein frisches Paar pro Nacht empfohlen, für wiederverwendbare Silikonstöpsel eine tägliche Reinigung. Beides muss zu den Anwendungshinweisen des Produkts passen.
Auch eine oder zwei Nächte pro Woche ohne Ohrstöpsel werden empfohlen; für genau diesen Rhythmus gibt es hier jedoch keine belastbare Begründung. Hinweise auf angesammeltes Ohrenschmalz oder Reizungen verdienen Aufmerksamkeit. Neben der Hygiene entscheiden Passform, Produkt und die Gesundheit der Ohren darüber, wie gut die nächtliche Nutzung vertragen wird.
Ist es schädlich, regelmäßig mit Ohrstöpseln zu schlafen?
Nicht grundsätzlich. Mögliche Risiken sind Ohrenschmalzpfropfen, eine stärkere Besiedlung mit Bakterien und Reizungen des Gehörgangs. Saubere Hände, frische oder sachgerecht gereinigte Stöpsel sowie vorsichtiges Einsetzen können diese Risiken verringern. Vollständig ausschließen lassen sie sich dadurch nicht.
In einer lauten Umgebung kann weniger gestörter Schlaf ein spürbarer Vorteil sein. Ob dieser Vorteil die Risiken überwiegt, hängt jedoch von der individuellen Situation ab; eine allgemeine Aussage darüber, wie häufig das der Fall ist, lässt sich hier nicht treffen.
Welche Ohrstöpsel sind zum Schlafen am sichersten?
Eine eindeutig sicherste Variante lässt sich anhand der hier angeführten Literatur nicht benennen. Maßgefertigte Stöpsel passen zur individuellen Anatomie. Formbare Silikonstöpsel liegen am Eingang des Gehörgangs und werden nicht tief eingeführt. Bei Schaumstoffstöpseln sind saubere Hände, vorsichtiges Einsetzen und die vorgesehene Einmal- oder Mehrfachverwendung wichtig.
Diese Unterschiede ergeben noch keine Rangfolge der Sicherheit. Insbesondere ist nicht bestätigt, dass Maßanfertigungen das Infektionsrisiko senken oder formbare Silikonstöpsel die beste frei erhältliche Option sind. Die geeignete Variante hängt von Passform, Materialverträglichkeit, Pflege und möglichen Vorerkrankungen ab.
Können Ohrstöpsel Tinnitus verursachen?
Ohrstöpsel können einen bestehenden Tinnitus deutlicher hervortreten lassen, weil sie Umgebungsgeräusche dämpfen, die ihn sonst überdecken. Daraus folgt jedoch nicht, dass sich ein Zusammenhang zwischen ihrer Nutzung und neu auftretenden Ohrgeräuschen grundsätzlich ausschließen lässt.
Tritt erstmals ein Klingeln oder Summen auf, kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Ein Ohrenschmalzpfropf, der gegen das Trommelfell drückt, wird als mögliche Erklärung genannt; ohne Untersuchung lässt er sich nicht als wahrscheinlichste Ursache einstufen. Die Stöpsel sollten zunächst herausgenommen und anhaltende Beschwerden ärztlich untersucht werden, auch auf einen möglichen Pfropf.
Wie lassen sich Ohrinfektionen durch das Schlafen mit Ohrstöpseln vermeiden?
Saubere Hände vor dem Einsetzen und die richtige Pflege der Stöpsel können das Risiko verringern. Für Schaumstoffstöpsel wird eine Verwendung ohne Wiederbenutzung empfohlen; ob das für das konkrete Modell gilt, bestimmen die Produktangaben. Wiederverwendbare Silikonstöpsel und Maßanfertigungen können täglich mit milder Seife und Wasser gereinigt und vor dem erneuten Einsetzen vollständig an der Luft getrocknet werden, sofern diese Pflege für das Produkt vorgesehen ist.
Gelegentliche Nächte ohne Ohrstöpsel lassen den Gehörgang unverschlossen. Ob solche Pausen Infektionen verhindern, ist damit noch nicht geklärt. Auch die Empfehlung, bei einer Neigung zu Ohrinfektionen grundsätzlich formbare Silikonstöpsel am Gehörgangseingang zu wählen, ist nicht ausreichend abgesichert. Hygiene und passende Pflege können Risiken senken, garantieren aber keinen vollständigen Schutz.
Kann man auch mit engen Gehörgängen mit Ohrstöpseln schlafen?
Grundsätzlich ja. Bei engen Gehörgängen kommt es besonders auf die Passform an, denn zu große Schaumstoffstöpsel können Schmerzen und Reizungen verursachen. Kleine oder schmale Varianten kommen ebenso infrage wie formbare Silikonstöpsel, die sich der äußeren Ohrform anpassen, ohne in den Gehörgang eingeführt zu werden.
Maßgefertigte Ohrstöpsel können Passformprobleme verringern, weil sie zur individuellen Ohrform angefertigt werden. Vollständig ausschließen lassen sich solche Probleme damit nicht. Ein Stöpsel, der sich zu groß anfühlt, sollte niemals mit Gewalt hineingedrückt werden.
Beeinflussen Ohrstöpsel die Schlafqualität?
Ohrstöpsel können die Schlafqualität verbessern, wenn sie lärmbedingtes Aufwachen verringern und verhindern, dass Geräusche tiefere Schlafphasen unterbrechen. Wie groß dieser Nutzen ist, hängt von der Schlafumgebung und davon ab, ob die Stöpsel bequem sitzen.
Berichtet wird außerdem von Untersuchungen, in denen Ohrstöpsel zusammen mit Schlafmasken die subjektiv empfundene Schlafqualität und die Melatoninwerte signifikant verbessert hätten. Die genaue Studiengrundlage bleibt jedoch offen: Es ist nicht geklärt, ob Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen oder Personen unter simulierten Intensivstationsbedingungen untersucht wurden. Die Aussage lässt sich deshalb weder sicher einer untersuchten Gruppe zuordnen noch auf Ohrstöpsel allein beziehen.
Mögliche Nachteile sind Unbehagen durch die Stöpsel und die Sorge, einen Wecker zu überhören und zu verschlafen. Das sind nicht die einzigen denkbaren Probleme: Auch die zuvor beschriebenen Reizungen, Ohrenschmalzpfropfen und Infektionen müssen berücksichtigt werden.
Wie oft sollte man Ohrstöpsel zum Schlafen austauschen?
Der Austausch richtet sich nach Material, Zustand und Produktangaben. Für Schaumstoffstöpsel wird empfohlen, sie nach jeder einzelnen Anwendung zu ersetzen, weil das poröse Material Bakterien und Feuchtigkeit aufnimmt. Daraus lässt sich aber nicht pauschal schließen, dass sämtliche Schaumstoffstöpsel unreinigbar sind.
Für Silikonstöpsel wird bei täglicher Reinigung eine Nutzungsdauer von zwei bis vier Wochen genannt. Dieser Zeitraum gilt ebenso wenig für jedes Produkt wie die Annahme, alle Silikonstöpsel ließen sich waschen. Wachsstöpsel sollen ausgetauscht werden, sobald sie nicht mehr ausreichend formbar sind. Maßgefertigte Ohrstöpsel können bei sachgerechter täglicher Reinigung mehrere Jahre halten.
Unabhängig von der Variante sind Verfärbungen, unangenehmer Geruch oder eine verlorene Form Gründe für einen sofortigen Austausch. Die jeweiligen Herstellerangaben bleiben für Reinigung und Nutzungsdauer maßgeblich.
Quellen
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