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Linaclotid (Linzess): Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen

Klinische Prüfung ausstehend

Wie Linaclotid bei Verstopfung und Reizdarmsyndrom mit Verstopfung wirkt, für welche Gruppen US-Zulassungen genannt werden und welche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen bestehen.

Linaclotid wird bei bestimmten Formen chronischer Verstopfung und beim Reizdarmsyndrom mit Verstopfung eingesetzt. Das Medikament sorgt dafür, dass mehr Flüssigkeit in den Darm gelangt. Dadurch wird der Stuhl weicher und bewegt sich schneller durch den Darm. Beim Reizdarmsyndrom kann Linaclotid auch Bauchschmerzen lindern. Eine wichtige Nebenwirkung ist Durchfall: Verläuft er schwer, kann der Körper zu viel Flüssigkeit verlieren.

Was ist Linaclotid?

Linaclotid ist unter dem Markennamen Linzess, in einigen Regionen auch als Constella, erhältlich. Der Wirkstoff besteht aus einer Kette von 14 Aminosäuren und gehört damit zu den Peptiden. Er wird über den Mund eingenommen, gelangt aber kaum in die Blutbahn und wirkt fast ausschließlich im Darm.

Zu seinen Anwendungsgebieten gehören chronische Verstopfung und das Reizdarmsyndrom mit Verstopfung, kurz IBS-C. Bei diesen Erkrankungen kann sich der Darminhalt langsamer als üblich weiterbewegen; zugleich können Bauchbeschwerden auftreten. Linaclotid wurde unter der Bezeichnung MD-1100 entwickelt und 2012 in den Vereinigten Staaten zugelassen.

Wie wirkt Linaclotid?

Linaclotid aktiviert einen Rezeptor namens Guanylatcyclase C auf den Zellen, die den Darm auskleiden. Daraufhin steigt innerhalb und außerhalb dieser Zellen die Konzentration des Botenstoffs zyklisches GMP. Über diesen Signalweg öffnen sich Kanäle für Chlorid und Bicarbonat, und die Zellen geben mehr Flüssigkeit in den Darm ab. Der Stuhl wird weicher und passiert den Darm schneller, was die Verstopfung lindert.

Möglicherweise verringert zyklisches GMP außerhalb der Zellen auch die Empfindlichkeit schmerzleitender Nerven in der Darmwand. Das könnte erklären, warum bei IBS-C unter Linaclotid die Bauchschmerzen abnahmen. Der Wirkstoff bleibt weitgehend im Darm; der Körper nimmt ihn nur in sehr geringem Umfang auf.

Im Phase-3-Studienprogramm zu IBS-C sprach ungefähr ein Drittel der mit Linaclotid Behandelten nach den kombinierten Bewertungskriterien der FDA auf die Behandlung an. Unter Placebo waren es etwa 14 %. Diese Angaben bedeuten nicht, dass die betreffenden Personen geheilt oder beschwerdefrei waren. 1

Ist Linaclotid von der FDA zugelassen?

Ja. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA ließ Linaclotid zunächst für Erwachsene und später auch für Kinder zu. Die Anwendungsgebiete unterscheiden sich je nach Altersgruppe. 2

Indikation Personengruppe FDA-Zulassung
Reizdarmsyndrom mit Verstopfung (IBS-C) Erwachsene 2012
Chronische idiopathische Verstopfung Erwachsene 2012
Reizdarmsyndrom mit Verstopfung (IBS-C) Kinder ab 7 Jahren Spätere Zulassung
Funktionelle Verstopfung Kinder ab 2 Jahren Spätere Zulassung

Für Kinder unter 2 Jahren gilt dagegen ein Anwendungsverbot. Die US-Fachinformation weist darauf mit einer „Boxed Warning“ hin, einem besonders hervorgehobenen Warnhinweis. Anlass sind Todesfälle bei sehr jungen Versuchstieren durch schwere Dehydrierung, also Flüssigkeitsmangel.

Wofür wird Linaclotid verschrieben?

In den USA umfassen die genannten Anwendungsgebiete das Reizdarmsyndrom mit Verstopfung bei Erwachsenen und Kindern ab 7 Jahren sowie chronische idiopathische Verstopfung bei Erwachsenen. „Idiopathisch“ bedeutet, dass keine eindeutige Ursache bekannt ist. Bei Kindern ab 2 Jahren gehört auch funktionelle Verstopfung dazu. Damit ist hier eine gestörte Darmfunktion gemeint, für die keine organische Ursache festgestellt wurde. US-Fachinformation, Quelle 2

Die Einnahme erfolgt einmal täglich auf nüchternen Magen. Kinder unter 2 Jahren dürfen Linaclotid nicht erhalten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die US-Fachinformation, Quelle 2, nennt folgende häufige Nebenwirkungen:

  • Durchfall, der auch am häufigsten zum Abbruch der Behandlung führt
  • Bauchschmerzen
  • vermehrte Darmgase und einen aufgeblähten Bauch

Schwerer Durchfall kann zu Flüssigkeitsmangel führen und zählt deshalb zu den schwerwiegenderen Risiken.

Bei Kindern unter 2 Jahren darf Linaclotid nicht angewendet werden; darauf bezieht sich der besonders hervorgehobene Warnhinweis der US-Fachinformation. Auch ein bekannter oder vermuteter Darmverschluss schließt die Anwendung aus.