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Magnesiumspray: Aufnahme durch die Haut ist nicht ausreichend belegt

Klinische Prüfung ausstehend

Warum eine kleine Cremestudie weder zuverlässige Aufnahme noch eine Behandlung von Magnesiummangel beweist.

Drei weiße Mineralskulpturen stehen vor unterschiedlich geformten Fenstern.

Ein Magnesiumspray lässt sich einfach auftragen. Ob dabei eine verlässlich nutzbare Magnesiummenge in den Körper gelangt, ist eine andere Frage. Die hier geprüfte Humanstudie reicht nicht aus, um ein Spray als gleichwertigen Ersatz für eine begründete orale Behandlung oder als zuverlässige Mangeltherapie einzuordnen.

Was der häufig zitierte Pilotversuch tatsächlich maß

2017 wurden 25 Personen einer Magnesiumcreme oder einer Placebocreme zugeteilt. Über zwei Wochen wurden Magnesium im Serum und die Ausscheidung im Urin untersucht. Im Gesamtkollektiv waren die Veränderungen unter der Magnesiumcreme nicht statistisch signifikant. Ein signifikanter Serumanstieg zeigte sich nur in einer Untergruppe ohne sportlich aktive Teilnehmende. [1]

Der Befund in dieser Untergruppe könnte in einer größeren Untersuchung überprüft werden. Ob alle Nutzer ausreichend Magnesium aufnehmen, bleibt damit offen. Zudem wurde eine Creme geprüft, kein beliebiges Spray. Eine Autorin legte eine mögliche künftige finanzielle Beteiligung an einer anderen Magnesiumcreme offen. [1]

Drei Behauptungen brauchen drei verschiedene Nachweise

„Magnesium gelangt durch die Haut“ beschreibt zunächst einen Transport. „Das Produkt behebt einen Mangel“ verlangt einen klinisch geeigneten Wirksamkeitsnachweis. „Dadurch verschwinden Krämpfe oder Schlafprobleme“ geht noch einen Schritt weiter und verlangt Untersuchungen dieser Beschwerden.

Für jeden dieser Schritte wären eigene Daten nötig. Auch wenn ein Laborwert messbar steigt, kann ein bestimmtes Symptom unverändert bleiben. In der Werbung werden diese Fragen häufig in einem Satz zusammengezogen, obwohl die nötigen Nachweise fehlen.

Warum Kribbeln kein Aufnahmetest ist

Das subjektive Gefühl nach dem Auftragen sagt nicht, welche Menge aufgenommen wurde. Auch ein angenehmer Massageeffekt kann nicht zeigen, welcher Anteil auf Magnesium zurückgeht. Für einen belastbaren Produktvergleich müssten unter anderem Rezeptur, aufgetragene Menge, Vergleichsbehandlung und Messmethode feststehen.

Auch „Magnesiumöl“ ist zunächst eine Produktbezeichnung. Ob und wie viel Magnesium aufgenommen wird und welchen klinischen Nutzen dies hat, müsste am konkreten Mittel untersucht werden.

Wenn orale Präparate schlecht vertragen werden

Dann sollte geklärt werden, ob eine Ergänzung nötig ist und welche Behandlung zum Anlass passt. Ein Wechsel zur Hautanwendung setzt voraus, dass sich das Produkt dafür eignet; schlechte Verträglichkeit einer Kapsel allein beantwortet diese Frage nicht. Der Grundlagenartikel trennt Ernährung, Laborbefund und Behandlungsanlass; der Formenvergleich erklärt, warum Aufnahme und Wirkung unterschiedliche Größen sind.

Für eine kosmetische Anwendung oder aus persönlicher Vorliebe kann ein anderes Urteil gelten als für eine Mangelbehandlung. Die Behauptung, damit werde der Magnesiumbedarf zuverlässig gedeckt, verlangt stärkere Daten als den kleinen Pilotversuch. Diese Grenze gilt auch dann, wenn viele Erfahrungsberichte eine Verbesserung schildern: Ohne Vergleich lassen sich Wirkung, Erwartung und natürlicher Verlauf nicht sauber auseinanderhalten.

Quelle

  1. Kass et al., 2017: Transdermale Magnesiumcreme — randomisierte Pilotstudie; Abstract, Untergruppenbefund und Interessenkonflikt geprüft. Kein belastbarer Wirksamkeitsnachweis für beliebige Sprays.