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Motixafortide (Aphexda): Einsatz, Wirkung und Nebenwirkungen

Klinische Prüfung ausstehend

Motixafortide wird zusammen mit Filgrastim eingesetzt, um vor einer Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom körpereigene Stammzellen zu gewinnen. Wie es wirkt und welche Risiken bestehen.

Motixafortide hilft zusammen mit Filgrastim, vor einer Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom körpereigene blutbildende Stammzellen zu gewinnen. Die Wirkstoffe sorgen dafür, dass Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut gelangen. Dort lassen sie sich sammeln und später derselben Person zurückgeben. Weil unter anderem schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten können, gehören vorbereitende Medikamente und ärztliche Überwachung zur Anwendung.

Was ist Motixafortide?

Motixafortide wird unter dem Handelsnamen Aphexda angeboten. Es ist ein synthetisches zyklisches Peptid, also ein künstlich hergestelltes Molekül aus ringförmig verbundenen Aminosäuren. Der Wirkstoff blockiert den Rezeptor CXCR4 und hilft so, vor einer Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom genügend körpereigene blutbildende Stammzellen zu gewinnen. Während der Entwicklung trug er die Bezeichnungen BL-8040 und BKT140. In den USA wurde er 2023 zugelassen.

Wie wirkt Motixafortide?

Ein Signal im Knochenmark hält blutbildende Stammzellen dort zurück: Der Signalstoff CXCL12, auch SDF-1 genannt, bindet an den CXCR4-Rezeptor auf ihrer Oberfläche. Motixafortide bindet ebenfalls stark an diesen Rezeptor und blockiert ihn über längere Zeit. Deshalb wird es als lang wirkender CXCR4-Antagonist bezeichnet. Die Blockade unterbricht das Rückhaltesignal, sodass Stammzellen ins Blut gelangen. Dort lassen sie sich durch Apherese sammeln, ein Verfahren, das bestimmte Bestandteile aus dem Blut abtrennt.

Motixafortide wird zusammen mit dem Wachstumsfaktor Filgrastim eingesetzt, der ebenfalls Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut mobilisiert. Die Kombination kann die Zahl der gesammelten Zellen erhöhen. Für eine autologe Transplantation, bei der die behandelte Person ihre eigenen Stammzellen erhält, müssen genügend Zellen gewonnen werden. Gelingt das in wenigen Apheresesitzungen, verringert sich der Aufwand für die Sammlung.

In der Phase-3-Studie GENESIS erreichten mit Motixafortide plus Filgrastim deutlich mehr Patientinnen und Patienten die angestrebte Sammelmenge innerhalb von bis zu zwei Apheresesitzungen als mit Filgrastim allein. Erfasst wurden CD34-positive Zellen: Sie tragen ein Oberflächenmerkmal, anhand dessen sich die gesammelten Stammzellen bestimmen lassen. Das Ergebnis beschreibt die Stammzellsammlung vor der Transplantation. 1

Ist Motixafortide von der FDA zugelassen?

Ja. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Motixafortide 2023 in Kombination mit Filgrastim zugelassen. Die Kombination mobilisiert Stammzellen für die Sammlung vor einer autologen Transplantation bei Menschen mit multiplem Myelom. Motixafortide wird subkutan, also unter die Haut, gespritzt. Vor der Injektion erhalten die Patientinnen und Patienten Medikamente, die das Risiko von Reaktionen verringern sollen. 2

Wofür wird Motixafortide verschrieben?

Motixafortide wird zusammen mit Filgrastim zur Vorbereitung einer autologen Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom verschrieben. Die Wirkstoffe bringen blutbildende Stammzellen aus dem Knochenmark in den Blutkreislauf, wo sie gesammelt werden können. „Autolog“ bedeutet, dass die Stammzellen von der behandelten Person selbst stammen. Vor der Gabe erhält sie ein Antihistaminikum sowie weitere vorbereitende Medikamente, um das Risiko von Reaktionen zu verringern.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die US-amerikanische Fachinformation [2] nennt unter anderem folgende häufige Nebenwirkungen:

  • Schmerzen, Rötung und Juckreiz an der Injektionsstelle
  • Flush, eine plötzlich auftretende Hautrötung mit Wärmegefühl
  • Rückenschmerzen und Übelkeit

Zu den schwerwiegenderen Risiken gehören:

  • Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen oder Reaktionen, die den gesamten Körper betreffen. Deshalb erhalten Patientinnen und Patienten vorbereitende Medikamente und werden während der Anwendung überwacht.
  • Die mögliche Mobilisierung von Tumorzellen: Auch diese könnten aus dem Knochenmark ins Blut gelangen. Aus diesem Grund wird Motixafortide nicht bei Leukämie eingesetzt.
  • Eine mögliche Schädigung des Embryos oder Fötus, in der Fachsprache als embryofetale Toxizität bezeichnet.