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Palmitoyl-Pentapeptid-4 (Matrixyl): Was kann es für die Haut leisten?

Klinische Prüfung ausstehend

Was Palmitoyl-Pentapeptid-4 in Hautpflegeprodukten bewirken könnte, welche Ergebnisse eine zwölfwöchige Studie liefert und wo die Daten zu Wirkung und Verträglichkeit begrenzt sind.

Palmitoyl-Pentapeptid-4 könnte feine Linien und Falten etwas weniger sichtbar machen. Dafür spricht eine kontrollierte Studie mit 93 Frauen über zwölf Wochen. Große, unabhängige Untersuchungen und Langzeitdaten sind jedoch kaum vorhanden. Der auch als Matrixyl bekannte Inhaltsstoff steckt vor allem in Seren und Feuchtigkeitscremes, die auf die Haut aufgetragen werden. 1

Was ist Palmitoyl-Pentapeptid-4?

Palmitoyl-Pentapeptid-4, kurz pal-KTTKS, ist ein synthetisches Peptid für die äußerliche Hautpflege. Sein Kern besteht aus fünf Aminosäuren: Lysin, Threonin, Threonin, Lysin und Serin. Ihre Abfolge ergibt die Kurzbezeichnung KTTKS und stammt aus einem Abschnitt der Vorstufe von Typ-I-Kollagen, dem sogenannten Propeptid. Durch das Anhängen einer Palmitinsäurekette entsteht pal-KTTKS, die in Hautpflegeprodukten verwendete Form. 1, 2

Der Inhaltsstoff wird unter Handelsnamen wie Matrixyl angeboten. Seren und Feuchtigkeitscremes mit diesem Peptid sollen die Haut pflegen und glätten und sichtbare Zeichen der Hautalterung mildern. Das beschreibt den vorgesehenen Einsatz; wie gut er gelingt, müssen Studien am Menschen zeigen. 3

Wie wirkt es?

Die Idee hinter dem Inhaltsstoff geht auf Untersuchungen mit KTTKS zurück. Dieses Fragment stammt aus der Vorstufe von Typ-I-Kollagen. Im Labor regt es Fibroblasten, die Bindegewebszellen der Haut, dazu an, Typ-I-Kollagen, Typ-III-Kollagen und Fibronektin zu bilden. Diese Stoffe gehören zur Hautmatrix, dem stützenden Gerüst der Haut. Die Forschenden vermuteten einen Rückkopplungsmechanismus: Ein bei der Kollagenverarbeitung freigesetztes Fragment könnte den Zellen signalisieren, weitere Bestandteile dieser Matrix herzustellen. 2

Unverändertes KTTKS eignet sich allein nur schlecht für die äußerliche Anwendung. Deshalb wurde durch das Anfügen einer Palmitinsäuregruppe pal-KTTKS entwickelt. Es soll die Kollagenbildung anregen und dadurch die Haut straffer sowie feine Linien und Falten weniger sichtbar erscheinen lassen. Der Laborbefund allein belegt allerdings noch nicht, dass ein aufgetragenes Produkt diesen kosmetischen Effekt erzielt. 1

Ist Palmitoyl-Pentapeptid-4 von der FDA zugelassen?

Nein. Für kosmetische Inhaltsstoffe ist eine solche Zulassung in der Regel auch nicht vorgesehen. Die US-amerikanische Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde FDA lässt Kosmetika und die meisten ihrer Inhaltsstoffe vor dem Verkauf nicht zu. Trotzdem gelten Vorschriften: Die Produkte müssen bei bestimmungsgemäßer Anwendung sicher und korrekt gekennzeichnet sein. Dass ein Serum ein Anti-Aging-Peptid enthält, bedeutet daher nicht, dass es „FDA-zugelassen“ ist. 4

Im US-amerikanischen Recht kommt es darauf an, wofür ein Produkt bestimmt ist. Soll es das Aussehen verbessern, fällt es grundsätzlich unter die Kosmetika. Verspricht es dagegen, die Struktur oder Funktion der Haut zu verändern, kann die FDA es als Arzneimittel einstufen und bei fehlender Zulassung entsprechend behandeln. Aussagen zu kosmetischer Hautpflege beziehen sich deshalb meist auf das Erscheinungsbild der Haut. 5

Wofür wird es verwendet?

Palmitoyl-Pentapeptid-4 wird fast ausschließlich in Anti-Aging-Produkten zum Auftragen auf die Haut eingesetzt. Es soll die Haut pflegen, glätten und beruhigen. 3

Die zentrale klinische Studie untersuchte eine konkrete Frage: Macht eine Creme mit dem Peptid feine Linien und Falten bei lichtgealterter Gesichtshaut weniger sichtbar? „Lichtgealtert“ bezeichnet hier Haut, die durch Lichteinwirkung Alterungszeichen entwickelt hat. 1

Was zeigt die Forschung?

Den wichtigsten kontrollierten Hinweis auf einen kosmetischen Nutzen liefert eine klinische Studie. Frühere Laborarbeiten erklären, warum KTTKS dafür untersucht wurde; sie beantworten noch nicht, wie sich eine Creme auf sichtbare Falten auswirkt.

Studie Modell oder untersuchte Personen Ergebnis
Doppelblinde, placebokontrollierte Studie von 2005 1 93 Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren, über 12 Wochen Eine Feuchtigkeitscreme mit 3 ppm pal-KTTKS verbesserte das Erscheinungsbild feiner Linien und Falten gegenüber Placebo statistisch signifikant.
Frühere Laborarbeiten Fibroblasten Das KTTKS-Fragment regt die Kollagenbildung in Fibroblasten an. 2

Die Konzentrationsangabe ppm steht für „parts per million“, also Teile pro Million. „Statistisch signifikant“ beschreibt die statistische Auswertung des Unterschieds zur Placebogruppe. Daraus allein lässt sich nicht ablesen, wie deutlich die Veränderung im Alltag sichtbar war.

Für die Einordnung gelten mehrere Einschränkungen:

  • Forschende bei Procter & Gamble führten die zentrale Studie durch. 1
  • Die untersuchten Gruppen waren klein.
  • Große, unabhängige Untersuchungen und Langzeitdaten sind kaum vorhanden.

Die Ergebnisse sprechen damit für einen eher bescheidenen kosmetischen Nutzen. Einen ausgeprägten Effekt belegen sie nicht; ebenso bleibt offen, wie sich das Ergebnis bei längerer Anwendung entwickelt.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

In der klinischen Studie vertrugen die Teilnehmerinnen pal-KTTKS auf der Haut gut. 1 Dennoch können bei einzelnen Menschen, wie bei anderen Hautpflegeinhaltsstoffen, leichte Rötungen, Reizungen oder allergische Reaktionen auftreten. Vor der regelmäßigen Anwendung ist es deshalb sinnvoll, das Produkt zunächst an einer kleinen Hautstelle auszuprobieren.

Bei den hier beschriebenen Produkten wird das Peptid aufgetragen, nicht injiziert. Die Angaben zur Verträglichkeit beziehen sich daher auf die äußerliche kosmetische Anwendung. Auch die gute Verträglichkeit während der Studie beantwortet nicht alle Fragen zur langfristigen Anwendung.