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Palopegteriparatid (Yorvipath): Anwendung, Wirkweise und Nebenwirkungen

Klinische Prüfung ausstehend

Palopegteriparatid ersetzt bei Erwachsenen mit Hypoparathyreoidismus fehlendes Parathormon. Wie das Arzneimittel wirkt, wofür es eingesetzt wird und welche Risiken beschrieben sind.

Palopegteriparatid ersetzt bei Erwachsenen mit einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen fehlendes Parathormon. Die Behandlung soll den Kalziumspiegel im Blut im Normalbereich halten und den Bedarf an zusätzlichem Kalzium und aktivem Vitamin D verringern. Das Arzneimittel wird einmal täglich unter die Haut gespritzt.

Was ist Palopegteriparatid?

Palopegteriparatid ist unter dem Handelsnamen Yorvipath erhältlich und wirkt als lang anhaltender Ersatz für Parathormon. Es nutzt ein Freisetzungssystem namens TransCon: Der aktive Hormonbestandteil PTH(1-34) ist über ein Verbindungsstück an einen Träger gebunden, der selbst keine hormonelle Wirkung hat. Diese Verbindung löst sich nach und nach, sodass das Hormon über den Tagesverlauf freigesetzt wird. So soll der Körper kontinuierlich Parathormon erhalten, wenn die Nebenschilddrüsen nicht genug davon bilden.

Ascendis Pharma hat Palopegteriparatid entwickelt. In den Vereinigten Staaten wurde es 2024 zugelassen.

Wie wirkt Palopegteriparatid?

Palopegteriparatid ist zunächst inaktiv. Erst nach der Injektion setzt es nach und nach aktives PTH(1-34) frei. Eine solche Wirkstoffvorstufe heißt Prodrug. Die verzögerte Freisetzung soll über 24 Stunden für gleichmäßige Hormonspiegel sorgen. Bei herkömmlichem Teriparatid steigt der Spiegel dagegen zunächst stark an und fällt rasch wieder ab.

Das freigesetzte Hormon bindet an eine Andockstelle, den PTH-1-Rezeptor. Es beeinflusst die Nieren, die Aktivierung von Vitamin D und die Knochen und reguliert so den Kalziumhaushalt. Bei Hypoparathyreoidismus, der Unterfunktion der Nebenschilddrüsen, soll es damit die Aufgabe des fehlenden körpereigenen Hormons übernehmen.

Die Behandlung zielt darauf ab, den Kalziumspiegel im Blut im Normalbereich zu halten und den Bedarf an hoch dosiertem Kalzium und aktivem Vitamin D zu verringern. In der Phase-3-Studie PaTHway erreichten nach 26 Wochen die meisten mit Palopegteriparatid behandelten Personen das kombinierte Studienziel: einen normalen Kalziumspiegel und Unabhängigkeit von der konventionellen Therapie mit Kalzium und aktivem Vitamin D. Die große Mehrheit erfüllte das Studienkriterium dafür, diese Mittel nicht mehr zu benötigen. Daraus lässt sich jedoch kein vollständiger Verzicht auf jede zusätzliche Kalziumzufuhr ableiten. 1

Ist Palopegteriparatid von der FDA zugelassen?

Ja. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Palopegteriparatid 2024 unter dem Namen Yorvipath zur Behandlung von Hypoparathyreoidismus bei Erwachsenen zugelassen. In Europa war es bereits zuvor zugelassen worden. Das Arzneimittel wird einmal täglich subkutan, also unter die Haut, injiziert. 2

Die US-amerikanische Fachinformation warnt vor einem möglichen Risiko für ein Osteosarkom, einen bösartigen Knochentumor. Grundlage der Warnung sind Studien mit Parathormon-Analoga an Ratten. Für Menschen mit erhöhtem Risiko für diese Krebsart wird Palopegteriparatid nicht empfohlen.

Wofür wird Palopegteriparatid verschrieben?

Ärztinnen und Ärzte verschreiben Palopegteriparatid Erwachsenen mit Hypoparathyreoidismus als Parathormon-Ersatztherapie. Durch die gleichmäßige Freisetzung des Hormons soll der Kalziumspiegel im Blut im Normalbereich bleiben. Zugleich soll die Behandlung den Bedarf an ergänzendem Kalzium und aktivem Vitamin D senken. Palopegteriparatid ist damit eine Alternative zu anderen Formen des Parathormon-Ersatzes.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Fachinformation nennt unter den häufigen Nebenwirkungen:

  • Reaktionen an der Injektionsstelle
  • Anfallsartige Hautrötung mit Wärmegefühl (Flush), Benommenheit oder einen Abfall des Blutdrucks beim Aufstehen
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Durchfall
  • Einen erhöhten Kalziumspiegel im Blut
  • Halsschmerzen

Zu den schwerwiegenderen Risiken zählen:

  • Ein mögliches Risiko für ein Osteosarkom; die Warnung beruht auf Studien mit Parathormon-Analoga an Ratten
  • Ein zu hoher oder zu niedriger Kalziumspiegel im Blut, insbesondere bei Dosisanpassungen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen