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Pegcetacoplan: Wirkung, Anwendungsgebiete und Risiken

Klinische Prüfung ausstehend

Pegcetacoplan hemmt das Komplementsystem. Die Präparate für Blut-, Nieren- und Augenerkrankungen unterscheiden sich in Anwendung und Risiken.

Was ist Pegcetacoplan?

Pegcetacoplan ist ein pegyliertes ringförmiges Peptid, das den Komplementfaktor C3 und dessen Aktivierungsfragment C3b bindet. Das Komplementsystem gehört zur angeborenen Immunabwehr. C3 nimmt eine zentrale Stellung in seiner Reaktionskaskade ein; eine Blockade von C3 hemmt daher zahlreiche nachfolgende Vorgänge. Derselbe Wirkstoff wird in zwei unterschiedlichen Präparaten eingesetzt: Empaveli zur subkutanen Behandlung der paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) und Syfovre als Injektion ins Auge bei geografischer Atrophie. Der Entwicklungscode lautete APL-2. Empaveli wurde 2021 zugelassen, Syfovre 2023.

Wie wirkt Pegcetacoplan?

Pegcetacoplan bindet C3 und blockiert dessen Aktivierung sowie nachfolgende Schritte, die zur Zerstörung von Zellen führen können. Bei PNH fehlen roten Blutkörperchen Oberflächenproteine, die sie normalerweise vor dem Komplementsystem schützen. Die Zellen werden sowohl innerhalb der Blutgefäße zerstört als auch über einen früheren, durch C3 vermittelten Schritt auf ihrer Oberfläche für den Abbau markiert. Da Pegcetacoplan an C3 ansetzt, erfasst es beide Wege. Seine Wirkung reicht damit weiter als die älterer Arzneimittel, die nur den später beteiligten Faktor C5 blockieren. Quelle

Im Auge trägt eine übermäßige Komplementaktivität vermutlich zum langsamen Verlust von Netzhautzellen bei geografischer Atrophie bei. Eine Injektion von Pegcetacoplan ins Auge soll dieses Fortschreiten verlangsamen. In der PEGASUS-Studie bei PNH war Pegcetacoplan dem C5-Hemmer Eculizumab hinsichtlich der Verbesserung des Hämoglobinwerts über 16 Wochen überlegen 1.

Ist Pegcetacoplan von der FDA zugelassen?

Ja. Die FDA hat Pegcetacoplan unter zwei Handelsnamen zugelassen 2. Die Tabelle führt Präparate und Anwendungsgebiete auf.

Für Empaveli besteht ein besonders hervorgehobener Warnhinweis, eine sogenannte Boxed Warning, zu schweren Infektionen durch bekapselte Bakterien. Daher sind entsprechende Impfungen erforderlich. In den USA ist das Präparat nur über ein eingeschränktes Abgabeprogramm erhältlich.

Wofür wird Pegcetacoplan verordnet?

Empaveli wird bei Erwachsenen mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie sowie bei Menschen ab 12 Jahren mit C3-Glomerulopathie oder primärer IC-MPGN eingesetzt, um die Eiweißausscheidung im Urin zu verringern. Syfovre wird bei geografischer Atrophie verordnet, einer fortgeschrittenen Form der trockenen altersbedingten Makuladegeneration. Die Injektion ins Auge erfolgt durch eine Augenärztin oder einen Augenarzt.

Welche Nebenwirkungen sind beschrieben?

Zu den laut Fachinformationen häufigen Nebenwirkungen gehören:

  • Bei Empaveli: Reaktionen an der Injektionsstelle, Infektionen, Durchfall und Bauchschmerzen.

  • Bei Syfovre: Augenbeschwerden, schwebende Punkte oder Fäden im Blickfeld und Blutungen an der Augenoberfläche.

Zu den schwerwiegenderen Risiken und Warnhinweisen gehören:

  • Bei Empaveli: schwere Infektionen durch bekapselte Bakterien, etwa Meningokokken. Impfungen und ein Risikomanagementprogramm sind erforderlich. Nach Absetzen kann außerdem eine Hämolyse, also ein verstärkter Abbau roter Blutkörperchen, auftreten.

  • Bei Syfovre: Infektionen im Augeninneren (Endophthalmitis), Netzhautablösung, Entzündungen der Netzhautgefäße und eine höhere Rate von Übergängen in eine feuchte Makuladegeneration.

Studien im Überblick

Jahr Präparat Zugelassenes Anwendungsgebiet
2021 Empaveli PNH
2023 Syfovre Geografische Atrophie infolge altersbedingter Makuladegeneration
2025 Empaveli C3-Glomerulopathie und primäre immunkomplexvermittelte membranoproliferative Glomerulonephritis (IC-MPGN), 2 seltene Nierenerkrankungen

Quellenangaben des Ausgangstextes

Sources: FDA prescribing information for Empaveli and Syfovre; the PEGASUS trial (Hillmen et al., New England Journal of Medicine, 2021, DOI: 10.1056/NEJMoa2029073 1 ), indexed on PubMed.

Herkunft und redaktioneller Prüfstatus

Für Nutrient Desk aus dem Ausgangsartikel übertragen. Die Aussagen und Quellenzuordnungen des Ausgangstextes sind noch klinisch zu prüfen. Dieser Entwurf ist nicht zur Indexierung freigegeben.