Plecanatid (Trulance): Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen
Klinische Prüfung ausstehend
Plecanatid wird in den USA bei Erwachsenen mit chronischer idiopathischer Verstopfung oder Reizdarmsyndrom mit Verstopfung eingesetzt. Wie es wirkt, welche Studiendaten vorliegen und welche Risiken zu beachten sind.
Plecanatid wird in den USA bei Erwachsenen mit chronischer idiopathischer Verstopfung und Reizdarmsyndrom mit Verstopfung eingesetzt. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass mehr Flüssigkeit in den Darm gelangt. Das macht den Stuhl weicher und erleichtert seinen Transport durch den Darm. Die häufigste Nebenwirkung ist Durchfall. Bei schwerem Durchfall kann der Körper erheblich an Flüssigkeit verlieren.
Was ist Plecanatid?
Plecanatid ist unter dem Markennamen Trulance erhältlich. Es ist ein Peptid und ähnelt dem körpereigenen Hormon Uroguanylin, das den Flüssigkeitshaushalt im Darm reguliert. Eingesetzt wird es bei chronischer idiopathischer Verstopfung, also anhaltender Verstopfung ohne bekannte Ursache, sowie bei Reizdarmsyndrom mit Verstopfung. Der Wirkstoff wurde unter der Bezeichnung SP-304 entwickelt und 2017 in den USA zugelassen.
Wie wirkt Plecanatid?
Plecanatid aktiviert die Guanylatcyclase C in der Darmschleimhaut. Dadurch steigt dort die Menge eines Botenstoffs namens zyklisches GMP. Dieser fördert die Abgabe von Chlorid, Bicarbonat und Wasser in den Darm. Die zusätzliche Flüssigkeit macht den Stuhl weicher und unterstützt seinen Transport.
Wie beim körpereigenen Uroguanylin hängt die Aktivität von Plecanatid vom pH-Wert ab: Das leicht saure Milieu im oberen Dünndarm begünstigt seine Wirkung. Nach Darstellung der Entwickler ähnelt diese Eigenschaft der natürlichen Signalübertragung, die sich je nach Darmabschnitt unterscheidet.
Plecanatid bleibt, wie andere Medikamente dieser Wirkstoffklasse, weitgehend im Darm. Nur sehr geringe Mengen gelangen in den übrigen Körper; der Wirkstoff wirkt daher lokal.
In einer Phase-3-Studie bei chronischer idiopathischer Verstopfung sprach ein größerer Anteil der Teilnehmenden anhaltend auf Plecanatid an als auf Placebo:
| Gruppe | Anteil mit anhaltendem Ansprechen |
|---|---|
| Plecanatid | Etwa 21 Prozent 1 |
| Placebo | Rund 10 Prozent |
Für die Einordnung dieser Zahlen fehlen hier die Kriterien für ein „anhaltendes Ansprechen“, die Dosis, die Beobachtungsdauer und Angaben zur statistischen Unsicherheit. Deshalb lässt sich daraus noch nicht ablesen, wie stark und wie lange sich die Beschwerden besserten. Durchfall war in dieser Studie die häufigste Nebenwirkung.
Ist Plecanatid von der FDA zugelassen?
Ja. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA ließ Plecanatid 2017 zur Behandlung der chronischen idiopathischen Verstopfung bei Erwachsenen zu. Später folgte die Zulassung für Erwachsene mit Reizdarmsyndrom mit Verstopfung. 2
Die US-Produktinformation warnt besonders hervorgehoben vor schwerer Dehydratation bei Kindern, also einem schweren Flüssigkeitsmangel. Ein solcher Warnhinweis heißt in den USA „Boxed Warning“. Kinder unter 6 Jahren dürfen Plecanatid nicht erhalten. Bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis unter 18 Jahren soll die Anwendung vermieden werden.
Wofür wird Plecanatid verschrieben?
Ärztinnen und Ärzte verschreiben Plecanatid Erwachsenen mit chronischer idiopathischer Verstopfung oder Reizdarmsyndrom mit Verstopfung. Es wird einmal täglich eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Für Kinder ist das Medikament nicht vorgesehen.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Durchfall ist laut Produktinformation die häufigste Nebenwirkung. Schwerer Durchfall kann zu Dehydratation führen, also zu einem erheblichen Flüssigkeitsmangel.
Kinder unter 6 Jahren dürfen Plecanatid nicht einnehmen. Das gilt auch für Menschen mit einem bekannten oder vermuteten mechanischen Darmverschluss.