RDW: Was die Größenverteilung roter Blutkörperchen aussagt
Klinische Prüfung ausstehend
Was der RDW-Wert im Blutbild misst, welche Ursachen erhöhte Werte haben können und wie MCV, Ferritin, Vitamin B12 und Entzündungsmarker bei der Einordnung helfen.
Ein erhöhter RDW-Wert im Blutbild zeigt, dass sich die roten Blutkörperchen stärker in ihrer Größe unterscheiden. Das kann bei einem Eisen-, Vitamin-B12- oder Folatmangel vorkommen, hat aber auch andere mögliche Ursachen. Welche davon infrage kommt, lässt sich erst zusammen mit weiteren Blutwerten, Beschwerden und bestehenden Erkrankungen beurteilen.
RDW: Der Laborwert einfach erklärt
RDW steht für „Red cell distribution width“, auf Deutsch Erythrozytenverteilungsbreite. Der Wert beschreibt, wie stark die Größe der roten Blutkörperchen schwankt. Die hier besprochene Form RDW-CV wird in Prozent angegeben. Bei einem niedrigen Wert sind die Zellen ähnlich groß. Ein hoher Wert zeigt größere Unterschiede und kann darauf hindeuten, dass sich die Bildung oder der Abbau der Zellen verändert hat.
Der MCV-Wert erfasst dagegen die durchschnittliche Zellgröße. Die Abkürzung steht für mittleres korpuskuläres Volumen. Kommen gleichzeitig große und kleine rote Blutkörperchen vor, kann das auf eine Belastung des Knochenmarks oder einen Nährstoffmangel hinweisen, der die Blutbildung beeinträchtigt. Der Fachbegriff für solche Größenunterschiede lautet Anisozytose.
Warum Größenunterschiede zwischen roten Blutkörperchen wichtig sind
Rote Blutkörperchen entstehen im Knochenmark. Dafür braucht der Körper unter anderem Eisen, Vitamin B12, Folat und Energie. Läuft die Blutbildung regelgerecht ab, sind die Zellen relativ einheitlich groß. Fehlen benötigte Stoffe oder stören Entzündungen und oxidativer Stress die Abläufe, können größere Unterschiede entstehen. Beispielsweise können ältere, kleinere und neu gebildete, größere Zellen gleichzeitig im Blut vorkommen. Dadurch steigt der RDW-Wert.
Bei einem entstehenden Mangel kann RDW steigen, bevor der Hämoglobinwert sinkt. Das Knochenmark bildet dann bereits veränderte Zellen, während die vorhandenen roten Blutkörperchen den Hämoglobinwert noch im Referenzbereich halten. RDW kann also früh auf eine gestörte Blutbildung hinweisen. Welcher Nährstoff fehlt oder ob eine andere Belastung vorliegt, lässt sich daraus allein nicht erkennen.
Mehrere Mängel können sich im Blutbild gegenseitig verdecken. Eisenmangel kann kleinere rote Blutkörperchen zur Folge haben und dadurch MCV senken. Ein Vitamin-B12- oder Folatmangel kann größere Zellen entstehen lassen und MCV erhöhen. Bestehen beide Mängel gleichzeitig, können sich ihre Auswirkungen auf den Durchschnitt ausgleichen: MCV liegt dann im Normalbereich, obwohl ungewöhnlich kleine und ungewöhnlich große Zellen vorhanden sind. RDW kann diese Größenstreuung zeigen. Deshalb ergänzen sich die beiden Werte.
Auch Zusammenhänge mit chronischen Erkrankungen werden untersucht. In Forschungsarbeiten gingen höhere RDW-Werte mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Gesamtsterblichkeit einher, teilweise unabhängig vom Hämoglobinwert oder einer bestehenden Anämie. Die Arbeiten von Pilling et al. (2018) und Patel et al. (2010) in der Quellenliste befassen sich mit Erkrankungsrisiken beziehungsweise Sterblichkeit. Solche Beobachtungen erklären noch nicht, wodurch der Zusammenhang entsteht. RDW misst auch nicht unmittelbar, wie gut der Körper Zellen repariert oder wie widerstandsfähig er insgesamt ist.
Den RDW-Prozentwert im Zusammenhang verstehen
Für Erwachsene wird häufig ein Referenzbereich von 11,5–14,5 % angegeben. Die Grenzen unterscheiden sich etwas zwischen Laboren; maßgeblich ist der Bereich auf dem jeweiligen Befund. Ein niedrigerer Wert innerhalb dieses Bereichs zeigt geringere Größenunterschiede. Er belegt für sich genommen weder eine bessere Nährstoffversorgung noch eine gesündere Erneuerung der Blutzellen.
Leichte Schwankungen können während einer Erkrankung, in der Erholungsphase oder in der Schwangerschaft auftreten. Bleibt RDW erhöht, sollte die Ursache anhand der übrigen Befunde geklärt werden.
Wenn RDW erhöht ist
Ein hoher RDW-Wert zeigt ausgeprägte Größenunterschiede zwischen den roten Blutkörperchen. Mögliche Ursachen sind Eisenmangel, eine unzureichende Versorgung mit Vitamin B12 oder Folat sowie chronische Entzündungen. Sie können die Blutbildung so verändern, dass unterschiedlich große Zellen entstehen.
Auch oxidativer Stress im Zusammenhang mit Rauchen, ungünstiger Ernährung oder Stoffwechselstörungen könnte beitragen. Infektionen und Erkrankungen, die den ganzen Körper betreffen, können zudem das Knochenmark belasten.
MCV hilft dabei, die möglichen Ursachen einzugrenzen. Ist RDW hoch und MCV niedrig, kommt Eisenmangel infrage. Bei hohem MCV sind unter anderem ein Vitamin-B12- oder Folatmangel mögliche Erklärungen. Ein normales MCV schließt einen gemischten Mangel nicht aus: Kleine und große Zellen können gleichzeitig vorkommen, ohne den Durchschnitt auffällig zu verändern. Diese Kombinationen liefern Hinweise, aber keine eindeutige Diagnose.
Wenn RDW niedrig ist
Ein niedriger RDW-Wert bedeutet zunächst, dass die roten Blutkörperchen ähnlich groß sind. Sind auch die übrigen Zelleigenschaften und Blutwerte unauffällig, passt das zu einer regelrechten Blutbildung. Sehr niedrige Werte sind selten und haben üblicherweise keine eigenständige klinische Bedeutung.
Faktoren, die die Größenverteilung verbreitern
Ein nachgewiesener Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folat gehört zu den behandelbaren Ursachen eines erhöhten RDW-Werts. Diese Nährstoffe erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Eisen wird für den Aufbau von Hämoglobin benötigt. Vitamin B12 und Folat helfen bei der Vervielfältigung der DNA, die die Vorläuferzellen für ihre regelrechte Reifung brauchen. Auch Kupfer unterstützt indirekt die Bildung roter Blutkörperchen, die sogenannte Erythropoese. Fehlen diese Stoffe, können unterschiedlich große Zellen entstehen.
Chronische Entzündungen können RDW auch ohne Nährstoffmangel erhöhen, etwa bei Autoimmunerkrankungen, metabolischem Syndrom oder Nierenerkrankungen. Dabei kann sich die Wiederverwertung von Eisen verändern oder die Lebensdauer roter Blutkörperchen verkürzen. Bestimmte Medikamente, beispielsweise Chemotherapeutika oder antivirale Arzneimittel, können ebenfalls beeinflussen, wie die Zellen gebildet und abgebaut werden.
Als weiterer Einfluss wird die Trainingsbelastung diskutiert. Dabei geht es um die Frage, ob regelmäßige moderate Bewegung die Erneuerung der Blutzellen unterstützt und ob Übertraining RDW vorübergehend erhöhen kann, besonders bei unzureichender Erholung oder geringer Eisenzufuhr. Auch für chronischen Stress und schlechten Schlaf gibt es eine mögliche Erklärung: Hormonelle Veränderungen, insbesondere bei Cortisol und Erythropoetin, könnten die Blutbildung beeinflussen. Wie verlässlich sich diese Zusammenhänge im RDW-Wert zeigen, bleibt offen; aus einem erhöhten Wert lässt sich keine dieser Ursachen sicher ablesen.
Rote Blutkörperchen leben ungefähr 120 Tage. Ältere und neu gebildete Zellen können deshalb längere Zeit nebeneinander im Blut vorkommen. Veränderungen der Blutbildung können sich über Monate im RDW-Verlauf bemerkbar machen. Der Wert bildet jedoch keinen einfachen Durchschnitt aller Einflüsse über genau diese Lebensdauer ab.
RDW gemeinsam mit MCV und Nährstoffwerten betrachten
Andere Laborwerte helfen zu klären, warum RDW erhöht ist und ob die Blutbildung beeinträchtigt ist:
- MCV gibt die durchschnittliche Zellgröße an. Ein hoher RDW-Wert zusammen mit niedrigem MCV kann auf Eisenmangel hinweisen, zusammen mit hohem MCV auf einen Vitamin-B12- oder Folatmangel. Bei normalem MCV bleibt ein gemischter Mangel möglich.
- Ferritin hilft, die Eisenspeicher zu beurteilen. Niedriges Ferritin bei erhöhtem RDW spricht für Eisenmangel als mögliche Ursache, auch wenn der Hämoglobinwert noch nicht gesunken ist.
- Vitamin B12: Ein Mangel kann die Zellreifung beeinträchtigen und zu großen roten Blutkörperchen führen. Ist Vitamin B12 niedrig und RDW erhöht, kann der Mangel zu den Größenunterschieden beitragen, auch bei normalem MCV.
- Hämoglobin kann bei einem entstehenden Mangel erst nach dem RDW-Anstieg sinken. Beide Werte im Verlauf zu betrachten, hilft dabei, Veränderungen der Blutbildung und eine mögliche Anämie einzuschätzen.
- hs-CRP kann auf Entzündungen hinweisen. Chronische Entzündungen können zu einer Anämie bei chronischer Erkrankung beitragen und RDW unabhängig von einem Nährstoffmangel erhöhen. Sind hs-CRP und RDW gleichzeitig erhöht, kommt daher ein entzündlicher Anteil infrage. Entzündliche und ernährungsbedingte Ursachen lassen sich mit diesen beiden Werten allein nicht sicher trennen.
Warum sich RDW über einen längeren Zeitraum verändert
Rote Blutkörperchen leben ungefähr 120 Tage, also rund vier Monate. Deshalb kann RDW auch länger zurückliegende Veränderungen der Blutbildung widerspiegeln. Daraus ergibt sich aber keine feste Wartezeit bis zu einer sinnvollen erneuten Messung.
Wann eine Kontrolle sinnvoll ist, hängt vom Anlass und vom Behandlungsverlauf ab. Ohne laufende Behandlung zur Unterstützung der Blutbildung lässt sich eine Kontrolle nach 8–12 Wochen nicht pauschal als zu früh einstufen. Wird ein bestätigter Mangel behandelt, etwa durch Auffüllen der Eisenspeicher oder Gabe von Vitamin B12, können nach 12 Wochen genügend neue Zellen entstanden sein, um einen Trend zu erkennen. Auch ein Abstand von 6–12 Monaten ohne aktive Behandlung ist kein allgemein gültiges Kontrollschema. Für diese Zeitangaben fehlt eine einheitliche Begründung.
RDW kann sich langsamer normalisieren als Hämoglobin. Der Hämoglobinwert liegt dann bereits wieder im Referenzbereich, während noch unterschiedlich große ältere und neue Zellen im Blut zirkulieren. Ein weiterhin erhöhter RDW-Wert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Behandlung wirkungslos geblieben ist.
Wann ein erhöhter RDW-Wert genauer abgeklärt werden sollte
RDW wird im Rahmen eines Blutbilds erfasst. Veränderungen können Hinweise auf einen Nährstoffmangel oder Entzündungen geben, auch wenn noch keine Müdigkeit, Schwäche oder Anämie vorliegt. Welche Bedeutung der Wert hat, entscheidet sich an den übrigen Befunden.
Bleibt RDW erhöht, sollte die Ursache näher geklärt werden, besonders wenn zugleich MCV auffällig, Ferritin oder Vitamin B12 niedrig oder hs-CRP erhöht ist. Das gilt auch bei chronischer Erkrankung, unerklärter Müdigkeit oder Hinweisen auf eine gestörte Knochenmarkfunktion. RDW trägt zur Beurteilung bei, stellt aber für sich genommen keine Diagnose dar.
Ein stabiler Wert im unteren Normalbereich zeigt eine relativ gleichmäßige Zellgröße. Er erlaubt keinen weitergehenden Schluss auf eine besonders gute Zellstabilität oder einen insgesamt gesunden Stoffwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Was ist RDW (Red cell distribution width), und was misst der Wert?
RDW ist ein Wert aus dem Blutbild. Er beschreibt, wie stark sich rote Blutkörperchen in ihrer Größe unterscheiden. Ein höherer Wert steht für größere Unterschiede; der Fachbegriff dafür lautet Anisozytose. Sie können entstehen, wenn das Knochenmark unterschiedlich große Zellen bildet. Eine mögliche Ursache ist, dass für die Blutbildung benötigte Stoffe wie Eisen, Vitamin B12 oder Folat fehlen oder nicht gleichmäßig genutzt werden.
Die hier besprochene Form RDW-CV wird in Prozent angegeben. Sie kann bereits vor einer Anämie Veränderungen anzeigen, die mit einem Nährstoffmangel oder einer chronischen Erkrankung zusammenhängen. Welche Ursache vorliegt, lässt sich mit RDW allein nicht feststellen.
Welcher RDW-Bereich ist normal?
Bei Erwachsenen liegt RDW-CV typischerweise zwischen 11,5 % und 14,5 %. Der Referenzbereich kann je nach Labor und Analysegerät etwas abweichen. Gibt das Labor eine Obergrenze von 14,5 % an, gelten darüberliegende Werte als erhöht. Sie zeigen, dass sich die roten Blutkörperchen stärker in ihrer Größe unterscheiden.
Bei einem entstehenden Mangel kann RDW steigen, bevor der Hämoglobinwert sinkt. Ein erhöhter Wert kann daher schon vor den klassischen Anämiezeichen auf ein ernährungsbedingtes oder entzündliches Problem hinweisen. Entscheidend ist, die Ursache zu klären. Die Zahl selbst ist kein eigenständiges Behandlungsziel.
Was verursacht einen hohen RDW-Wert?
Mögliche Ursachen sind Eisen-, Vitamin-B12- und Folatmangel. Jeder dieser Mängel kann die Bildung roter Blutkörperchen stören, sodass unterschiedlich große Zellen im Blut vorkommen.
RDW kann auch bei chronischen Entzündungen, Lebererkrankungen, einer Schilddrüsenunterfunktion und hämolytischen Anämien erhöht sein. Bei hämolytischen Anämien baut der Körper vermehrt rote Blutkörperchen ab; ältere und neuere Zellen unterschiedlicher Größe können gleichzeitig zirkulieren. Mehrere Nährstoffmängel können die Größenstreuung besonders deutlich erhöhen. Eisenmangel und Vitamin-B12-Mangel etwa beeinflussen die Zellgröße in entgegengesetzte Richtungen.
Kann RDW erhöht sein, ohne dass eine Anämie vorliegt?
Ja. RDW kann bereits erhöht sein, bevor Hämoglobin unter die Grenze für eine Anämie fällt. Bei beginnendem Eisenmangel können beispielsweise neu gebildete rote Blutkörperchen kleiner sein, während ältere Zellen normaler Größe noch im Blut zirkulieren. Dadurch nimmt die Größenstreuung zu.
Auch ein früher Vitamin-B12- oder Folatmangel kann RDW erhöhen, während Hämoglobin noch im Referenzbereich liegt. Zusammen mit den übrigen Blutbildwerten kann RDW damit einen Hinweis auf einen Mangel geben, bevor eine klinisch diagnostizierbare Anämie entsteht. Um den konkreten Mangel festzustellen, sind weitere Befunde nötig.
Gibt es Zusammenhänge zwischen hohem RDW und anderen Erkrankungen als Anämie?
Ja. In Studien wurden Zusammenhänge zwischen erhöhtem RDW und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinsuffizienz, chronischen Nierenerkrankungen, Diabetes und Entzündungen beobachtet. Hinzu kommt ein Zusammenhang mit der Gesamtsterblichkeit bei älteren Erwachsenen. Zu diesen Forschungsfragen gehören die in der Quellenliste aufgeführten Arbeiten von Pilling et al. (2018), Huang et al. (2014) und Patel et al. (2010).
Eine mögliche Erklärung ist, dass chronische Entzündungen und eine unzureichende Nährstoffversorgung den RDW-Wert beeinflussen. Beides kommt bei vielen Erkrankungen vor. Die beobachteten Zusammenhänge belegen jedoch nicht, dass ein hoher RDW-Wert diese Erkrankungen verursacht. Auch bei einem sonst unauffälligen Blutbild kann ein erhöhter Wert Anlass zur Abklärung geben. Dabei zählen vor allem Beschwerden und weitere Laborwerte.
Was bedeutet ein hoher RDW-Wert bei normalem MCV?
Eine mögliche Erklärung ist ein gemischter Nährstoffmangel: Eisenmangel besteht gleichzeitig mit einem Vitamin-B12- oder Folatmangel. Eisenmangel kann kleinere rote Blutkörperchen entstehen lassen und MCV senken. Ein Vitamin-B12- oder Folatmangel kann dagegen größere Zellen zur Folge haben und MCV erhöhen.
Diese gegenläufigen Veränderungen können sich im Durchschnitt ausgleichen. MCV liegt dann im Normalbereich, obwohl sowohl kleine als auch große Zellen vorhanden sind. RDW kann wegen dieser Größenunterschiede erhöht sein. Das Muster allein bestätigt einen gemischten Mangel allerdings nicht.
Wie lässt sich ein hoher RDW-Wert senken?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei bestätigtem Eisenmangel können eine höhere Eisenzufuhr über die Ernährung oder eine ärztlich begleitete Supplementierung dazu beitragen, dass sich RDW im Verlauf mehrerer Wochen wieder dem Normalbereich nähert.
Bei einem Vitamin-B12- oder Folatmangel kommen Ernährungsänderungen oder eine auf den jeweiligen Mangel abgestimmte Supplementierung infrage. Tragen eine Entzündung oder eine chronische Erkrankung zum erhöhten Wert bei, muss die Behandlung auch dort ansetzen. Der RDW-Verlauf hilft, die Entwicklung zu beurteilen. Eine Senkung der Zahl allein ersetzt keine Behandlung der Ursache.
Wie oft sollte RDW kontrolliert werden?
RDW wird üblicherweise zusammen mit einem Blutbild bestimmt. Ob und wann eine erneute Messung nötig ist, hängt vom Untersuchungsanlass ab. Für gesunde Erwachsene mit normalem RDW lässt sich daraus keine allgemeine Empfehlung für eine jährliche umfassende Blutuntersuchung ableiten.
Bei erhöhtem RDW und laufender Behandlung eines Nährstoffmangels sind acht bis zwölf Wochen ein möglicher Zeitraum, in dem sich die Zellgrößen erkennbar verändern können. Dieser Abstand ist jedoch keine allgemein belegte Vorgabe. Bei chronischen Erkrankungen, die die Blutbildung beeinflussen, können häufigere Kontrollen sinnvoll sein. Der passende Zeitpunkt richtet sich nach der Erkrankung und dem Behandlungsverlauf.
Quellen
- Patel KV, Semba RD, Ferrucci L, Newman AB, Fried LP, Wallace RB, Bandinelli S, Phillips CS, Yu B, Connelly S, Shlipak MG, Chaves PH, Launer LJ, Ershler WB, Harris TB, Longo DL, Guralnik JM (2010). Red cell distribution width and mortality in older adults: a meta-analysis. The journals of gerontology. Series A, Biological sciences and medical sciences, 65(3), 258-65. https://doi.org/10.1093/gerona/glp163 PubMed
- Pilling LC, Atkins JL, Kuchel GA, Ferrucci L, Melzer D (2018). Red cell distribution width and common disease onsets in 240,477 healthy volunteers followed for up to 9 years. PloS one, 13(9), e0203504. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0203504 PubMed
- Huang YL, Hu ZD, Liu SJ, Sun Y, Qin Q, Qin BD, Zhang WW, Zhang JR, Zhong RQ, Deng AM (2014). Prognostic value of red blood cell distribution width for patients with heart failure: a systematic review and meta-analysis of cohort studies. PloS one, 9(8), e104861. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0104861 PubMed
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- Semba RD, Patel KV, Ferrucci L, Sun K, Roy CN, Guralnik JM, Fried LP (2010). Serum antioxidants and inflammation predict red cell distribution width in older women: the Women’s Health and Aging Study I. Clinical nutrition, 29(5), 600-4. https://doi.org/10.1016/j.clnu.2010.03.001 PubMed