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Freies T3: Was der Schilddrüsenwert bedeutet

Klinische Prüfung ausstehend

Was freies T3 über den Schilddrüsenstoffwechsel aussagt, wie niedrige und hohe Werte eingeordnet werden und welche Rolle Medikamente, Ernährung und andere Blutwerte spielen.

Ein gefalteter Papierschmetterling balanciert auf einer gebogenen blauen Linie.

Freies T3 zeigt, wie viel des Schilddrüsenhormons Trijodthyronin ungebunden im Blut zirkuliert. Das Hormon beeinflusst unter anderem Energieverbrauch, Wärmeproduktion und Herzfrequenz. Ob ein Messwert auf eine Schilddrüsenstörung hinweist, lässt sich aber erst zusammen mit Beschwerden, Medikamenten und weiteren Blutwerten beurteilen, vor allem TSH und freiem T4. Für die Einordnung gilt der Referenzbereich des untersuchenden Labors.

Was freies T3 im Blut ist

Trijodthyronin vermittelt einen großen Teil der Stoffwechselwirkung der Schilddrüsenhormone. Im Blut ist das meiste T3 an Transportproteine gebunden. Nur ein kleiner Anteil zirkuliert frei, kann in Zellen gelangen und dort Wärmeproduktion, Herzfrequenz und Energieverbrauch beeinflussen.

Die Messung von freiem T3 erfasst diesen ungebundenen, biologisch verfügbaren Anteil. Er ist weder an thyroxinbindendes Globulin (TBG) noch an andere Proteine gebunden. Gesamt-T3 umfasst dagegen auch das gebundene Hormon, das dem Gewebe nicht unmittelbar zur Verfügung steht. Die Verfahren zur Messung freier Hormone unterscheiden sich. Deshalb gehören zum Befund immer der jeweilige Referenzbereich, die Beschwerden und die übrigen Schilddrüsenwerte.

Wie freies T3 den Stoffwechsel steuert

Gehirn und Schilddrüse regeln gemeinsam, wie viele Schilddrüsenhormone der Körper bereitstellt. Der Hypothalamus im Gehirn signalisiert der Hirnanhangsdrüse, TSH auszuschütten. TSH regt die Schilddrüse an, T4 und T3 zu bilden. Vereinfacht lässt sich T4 als Vorrat verstehen, aus dem wirksames T3 entsteht: Enzyme namens Deiodinasen wandeln T4 im Gewebe in T3 um, unter anderem in Leber, Muskeln und Gehirn. Dadurch kann sich die Versorgung nach dem örtlichen Bedarf richten.

Bei einer Infektion oder nach einer größeren Operation sinkt T3 häufig. Zugleich kann sich die Umwandlung zugunsten des inaktiven Stoffwechselprodukts reverses T3 verschieben. Eine mögliche Erklärung für dieses bei schweren Erkrankungen beobachtete „Low-T3“-Muster ist, dass der Körper Energie spart. Ob diese Anpassung schützt, lässt sich daraus nicht ableiten. Auch eine stark verringerte Kalorienzufuhr oder intensives Training bei unzureichender Energiezufuhr können T3 senken. Als weitere mögliche Einflüsse gelten Schlafmangel und ein hoher Cortisolspiegel: Sie könnten die Deiodinasen und die Steuerung durch das Gehirn verändern und so die T3-Verfügbarkeit beeinflussen.

Bei einer autoimmun bedingten Überfunktion wie Morbus Basedow kann T3 dagegen überproportional ansteigen. Dann übersteigt die Hormonwirkung den Bedarf des Gewebes. Manche Betroffene entwickeln eine T3-dominante Thyreotoxikose, also eine überschießende Wirkung der Schilddrüsenhormone, bei der T3 im Vordergrund steht. Herzklopfen und Hitzeempfindlichkeit können auftreten, obwohl T4 nicht stark erhöht ist.

Dauerhaft zu viel freies T3 wird mit Vorhofflimmern und Knochenverlust in Verbindung gebracht. Bei zu wenig T3 werden Zusammenhänge mit höherem LDL-Cholesterin, langsamerer Darmbewegung und Müdigkeit beschrieben. Wie gut diese Zusammenhänge für einen isoliert veränderten freien T3-Wert gelten, bleibt hier offen. Freies T3 bezeichnet dabei den ungebundenen, für Zellen unmittelbar verfügbaren Anteil; Gesamt-T3 schließt das proteingebundene Hormon ein.

Niedriges, normales und hohes freies T3

Ein Referenzbereich beschreibt, welche Werte in einer untersuchten Bevölkerungsgruppe vorkommen. Er ist kein persönlicher Zielbereich. Welche Menschen untersucht wurden, aber auch Ernährung, Medikamente und Lebensphase beeinflussen die Einordnung. Ein häufig genannter Bereich liegt bei ungefähr 2,3–4,2 pg/mL. Da sich die Grenzen je nach Labor und Messverfahren unterscheiden, zählt der Referenzbereich auf dem jeweiligen Befund.

Ein „normaler“ Wert liegt innerhalb dieses Bereichs. Damit ist noch nicht geklärt, ob Beschwerden mit der Schilddrüse zusammenhängen. Bei anhaltenden Symptomen kann sich auch die Frage stellen, ob sich die Umwandlung von T4 zu T3 verändert hat. Aus Beschwerden und einem normalen Einzelwert lässt sich eine solche Störung jedoch nicht ableiten. Mehr Aufschluss gibt das gemeinsame Muster aus TSH, freiem T4 und freiem T3.

Normales freies T3

Liegt freies T3 im Referenzintervall des Labors, entspricht die gemessene Menge dem statistischen Vergleichsbereich. Alter und Schwangerschaft verändern den Zusammenhang: Bei älteren Erwachsenen fällt T3 tendenziell etwas niedriger aus. In der Schwangerschaft verändern sich Transportproteine und Referenzintervalle. Dann muss der Befund zum Schwangerschaftsdrittel und zum Messverfahren passen.

Bei der ersten Abklärung stehen im Allgemeinen TSH und freies T4 im Vordergrund. Freies T3 kann bei Verdacht auf eine Überfunktion zusätzliche Informationen liefern. Auch wenn Beschwerden und grundlegende Laborwerte nicht zusammenpassen, kann ärztlich geprüft werden, ob eine T3-Messung weiterhilft. Ein normaler Einzelwert beantwortet nicht jede Frage zur Hormonumwandlung. Umgekehrt ist nicht gesichert, dass eine zusätzliche T3-Messung bei unauffälligem TSH und freiem T4 die Ursache anhaltender Beschwerden aufdeckt.

Hohes freies T3

Ein hoher Wert weist häufig auf eine verstärkte Schilddrüsenhormonwirkung hin. Dazu passen schneller Puls, Hitzeempfindlichkeit, Angst oder innere Unruhe, Zittern und unbeabsichtigter Gewichtsverlust. Eine typische Ursache ist Morbus Basedow: Antikörper stimulieren die Schilddrüse, sodass sie mehr Hormone bildet. Auch autonome Knoten, die eigenständig Hormone produzieren, und eine Schilddrüsenentzündung kommen infrage. Bei einer T3-Thyreotoxikose steigt T3 stärker als T4, während TSH unterdrückt ist.

Ein hoher Messwert kann allerdings auch durch die Untersuchung selbst entstehen. Hoch dosiertes Biotin kann bei vielen immunologischen Messverfahren fälschlich erhöhte Werte für freies T3 verursachen. Heparin kann die Messung freier Hormone ebenfalls verfälschen. Liothyronin und manche Kombinationstherapien mit Schilddrüsenhormonen können dagegen die Menge an freiem T3 erhöhen.

Zur Befundbesprechung gehören deshalb die Messbedingungen und alle eingenommenen Medikamente. Der Abgleich mit TSH, freiem T4 und gegebenenfalls passenden Antikörperwerten hilft zu beurteilen, ob tatsächlich eine anhaltende Erhöhung vorliegt und welche Ursache dazu passt.

Niedriges freies T3

Niedriges freies T3 kann mit einem geringeren Energieverbrauch zusammenhängen oder auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen. Akute Erkrankungen, ein großes Kaloriendefizit und eine zu hohe Trainingsbelastung können dazu führen, dass weniger T4 in T3 umgewandelt wird. Bei Erkrankungen außerhalb der Schilddrüse heißt dieses Muster „Non-Thyroidal-Illness-Syndrom“. Es kann deutlich ausgeprägt sein und sich wieder zurückbilden, wenn die Belastung abklingt.

Bei einer Unterfunktion kommt es darauf an, wo die Störung liegt. Bei einer primären Hypothyreose liegt die Ursache in der Schilddrüse: Typischerweise sinkt freies T4 und TSH steigt. Freies T3 kann anfangs noch normal oder nur leicht erniedrigt sein. Eine zentrale Hypothyreose betrifft dagegen die übergeordnete Steuerung. Dabei kann freies T4 erniedrigt sein, während TSH niedrig bleibt oder im Verhältnis dazu unangemessen normal ausfällt. Auch freies T3 kann sinken.

Amiodaron, Glukokortikoide und manche Betablocker können die Umwandlung zu T3 verringern. Mit dem Alter sinkt T3 ebenfalls tendenziell. Ein niedriger Messwert bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Behandlung nötig ist. Bleibt der Wert niedrig und treten Beschwerden auf, sollte er zusammen mit TSH und freiem T4 ärztlich eingeordnet werden.

Was den Wert für freies T3 verändern kann

Ernährung, körperliche Belastung und Medikamente können freies T3 beeinflussen, auch ohne dass die Schilddrüse selbst erkrankt ist.

  • Die Enzyme, die T4 in aktives T3 umwandeln, benötigen Selen. Ein Selenmangel kann mit niedrigerem freiem T3 einhergehen, obwohl die Schilddrüse normal arbeitet. Auch Jod, Eisen und Zink sind an der Bildung und Verarbeitung von Schilddrüsenhormonen beteiligt. Eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung unterstützt diese Abläufe. Daraus folgt keine allgemeine Empfehlung, Selen als Präparat einzunehmen.
  • Eine starke Kalorienrestriktion oder intensives Training ohne ausreichende Energiezufuhr können die Umwandlung von T4 verändern. Dabei können weniger aktives T3 und mehr inaktives reverses T3 verfügbar sein. Das niedrigere freie T3 wird als mögliche Anpassung zur Energieeinsparung beschrieben. Steht wieder ausreichend Energie zur Verfügung, kann sich der Wert erholen.
  • Erhöhtes Cortisol beeinflusst Deiodinasen und Schilddrüsenhormonrezeptoren und kann bei körperlicher Belastung mit weniger verfügbarem T3 einhergehen. Auch unregelmäßiger Schlaf und anhaltender psychischer Stress kommen als Einflüsse auf die Signale von Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse infrage. Wie sich das im einzelnen T3-Wert niederschlägt, lässt sich daraus nicht vorhersagen.
  • Bei Infektionen, nach Operationen oder während eines Krankenhausaufenthalts tritt häufig das Non-Thyroidal-Illness-Muster auf: freies T3 ist niedrig, TSH normal oder niedrig. Dieses Muster wird als Anpassungsreaktion beschrieben und sollte für sich allein nicht als primäre Schilddrüsenerkrankung gelten. Im Vordergrund steht die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung.
  • Amiodaron hemmt die Umwandlung von T4 zu T3 und kann freies T3 deutlich senken. Glukokortikoide und manche Betablocker verringern die Umwandlung ebenfalls. Eine Östrogentherapie erhöht dagegen die Menge an Transportproteinen. Das verändert Gesamthormonwerte stärker als freie Hormonanteile; auch das Messverfahren kann das Ergebnis beeinflussen.
  • Hoch dosiertes Biotin, das häufig für Haare oder Nägel eingenommen wird, kann bei vielen Immunoassays fälschlich hohe Werte für freies T3 ergeben. Immunoassays sind Messverfahren, die mit Antikörpern arbeiten. Als mögliche Einnahmepause vor der Blutabnahme werden mindestens 48 Stunden genannt. Das ist keine allgemeine Vorgabe: Maßgeblich sind die konkreten Anweisungen der behandelnden Praxis und des Labors.
  • In der Schwangerschaft verändern sich die Schilddrüsenphysiologie und die Transportproteine. Manche Verfahren zur Messung von freiem T3 sind dann weniger zuverlässig. Der Befund muss deshalb anhand des Schwangerschaftsdrittels und des verwendeten Verfahrens eingeordnet werden.

Freies T3 und ergänzende Schilddrüsenwerte

Weitere Blutwerte können helfen zu verstehen, wo im Schilddrüsenregelkreis eine Veränderung entsteht. Keine der folgenden Kombinationen beweist für sich allein eine bestimmte Ursache.

  • TSH ist bei einer primären Überfunktion typischerweise unterdrückt und bei einer primären Unterfunktion erhöht. Zusammen mit freiem T3 kann es Hinweise darauf geben, ob die übergeordnete Steuerung oder die Hormonumwandlung im Gewebe verändert ist. Bei niedrigem freiem T3 und normalem TSH kommt eine verminderte Umwandlung als Erklärung infrage; nachgewiesen ist sie damit nicht.
  • Gesamt-T4 erfasst die gesamte Menge an T4 im Blut und liefert damit auch Informationen über die Hormonproduktion. Ist freies T3 niedrig und T4 normal, stellt sich unter anderem die Frage nach einer veränderten Umwandlung im Gewebe. Eine Ursache in der Schilddrüse lässt sich dadurch allein nicht ausschließen.
  • Erhöhte Antikörper gegen Thyreoperoxidase (TPO) können auf eine autoimmune Schilddrüsenentzündung wie Hashimoto-Thyreoiditis hinweisen. Diese ist eine häufige Ursache einer Unterfunktion, bei der auch freies T3 erniedrigt sein kann.
  • Selen wird für die Deiodinasen benötigt, die T4 in T3 umwandeln. Niedrige Selenwerte können auch bei normal arbeitender Schilddrüse mit niedrigerem freiem T3 einhergehen. Bei Verdacht auf eine veränderte Umwandlung kann deshalb die Selenversorgung eine Rolle spielen. Ob eine zusätzliche Messung weiterhilft, hängt von der konkreten Fragestellung ab.
  • hs-CRP kann Hinweise auf Entzündung liefern. Chronische Entzündung kann die Deiodinasen beeinflussen und mit niedrigerem freiem T3 trotz normalem TSH einhergehen. Der hs-CRP-Wert kann diesen Zusammenhang einzuordnen helfen, unterscheidet aber nicht sicher zwischen einer entzündungsbedingten Veränderung und einer Schilddrüsenunterfunktion.

Wann eine erneute Messung von freiem T3 sinnvoll sein kann

Nach einer Änderung der Schilddrüsenhormondosis brauchen die Werte Zeit, um sich einzupendeln. Das gilt auch, wenn sich ein Einfluss auf die Hormonumwandlung verändert, etwa durch die Behandlung eines Selenmangels oder eine wieder ausreichende Kalorienzufuhr. Als Orientierung werden etwa 6–8 Wochen bis zu einem neuen Gleichgewicht und 8–12 Wochen bis zur Verlaufskontrolle genannt. Außerhalb einer laufenden Behandlung wird auch eine jährliche Kontrolle im Rahmen eines Schilddrüsenprofils beschrieben. Diese Abstände lassen sich nicht pauschal auf freies T3 übertragen. Wann eine erneute Messung sinnvoll ist, hängt vom Anlass und von der Behandlung ab.

Ähnliche Bedingungen machen Messungen besser vergleichbar: möglichst dasselbe Labor, dieselbe morgendliche Uhrzeit und derselbe Nüchternstatus. Akute Erkrankungen oder intensives Training können freies T3 vorübergehend senken. Soll ein Ausgangswert ohne diese Einflüsse bestimmt werden, ist eine Blutabnahme während akuter körperlicher Belastung ungünstig.

Eine gemeinsame Kontrolle mit TSH kann helfen, Veränderungen der zentralen Steuerung und der Hormonumwandlung einzuordnen. Bei Verdacht auf eine veränderte Umwandlung ist auch freies T4 relevant. Welche Werte erneut gemessen werden müssen, wird im Rahmen der ärztlichen Betreuung entschieden.

Wann freies T3 ärztlich abgeklärt werden sollte

Ein einzelner Messwert kann irreführen. Der Verlauf zusammen mit TSH und freiem T4 zeigt eher, ob die Werte stabil bleiben, sich unter Belastung verändern oder zu den Beschwerden passen. Je nach Ursache kann es sinnvoll sein, die Trainingsbelastung anzupassen, Ernährungslücken zu klären oder eine mögliche Schilddrüsenerkrankung zu untersuchen.

Bleibt freies T3 außerhalb des Referenzbereichs, ist eine ärztliche Einordnung sinnvoll. Das gilt ebenso für niedrige Werte zusammen mit Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit oder verlangsamtem Denken sowie für hohe Werte mit Herzklopfen, unbeabsichtigtem Gewichtsverlust oder Hitzeempfindlichkeit. Auch unerwartete Kombinationen von freiem T3 und TSH oder Medikamente, die die Hormonumwandlung beeinflussen können, gehören in die Befundbesprechung.

Hilfreich sind Angaben zum Befinden, zur Leistungsfähigkeit und zu Veränderungen rund um die Untersuchung. Dazu zählen der Zeitpunkt der Blutabnahme, eingenommene Nahrungsergänzungsmittel und kürzlich durchgemachte Erkrankungen.

Ob weitere Untersuchungen nötig sind, ergibt sich aus Beschwerden, Verlauf und Lebensumständen. Freies T3, TSH, freies T4 und gegebenenfalls Schilddrüsenantikörper können dabei helfen, einen unklaren Befund gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt einzuordnen.

Häufige Fragen

Was ist freies T3 und warum ist es wichtig?

Freies T3 ist der ungebundene, biologisch verfügbare Anteil des Schilddrüsenhormons Trijodthyronin. Es gelangt in Zellen und beeinflusst dort unter anderem Stoffwechselrate, Herzfrequenz, Körpertemperatur, Stimmung und Energieproduktion. Gesamt-T3 umfasst zusätzlich das an Transportproteine gebundene Hormon. Freies T3 erfasst dagegen den Anteil, der unmittelbar im Gewebe wirken kann. T3 gilt als das stoffwechselwirksamste Schilddrüsenhormon. Der Blutwert gibt Auskunft über seine Verfügbarkeit im Blut, zeigt aber nicht unmittelbar, wie das Hormon in einzelnen Zellen wirkt.

Wie wird freies T3 gemessen und welche Werte gelten als normal?

Freies T3 wird in einer Blutprobe bestimmt. Die üblichen Einheiten sind pg/mL oder pmol/L. Ein häufig genannter Referenzbereich liegt bei etwa 2,3–4,2 pg/mL; die genauen Grenzen hängen vom Labor und vom Messverfahren ab. Ein Wert innerhalb dieses Bereichs beantwortet noch nicht, ob Beschwerden von der Schilddrüse ausgehen. Dafür werden auch TSH, freies T4 und die Symptome betrachtet. Referenzbereiche beschreiben die Werte untersuchter Gruppen und sind keine persönlichen Zielwerte.

Was verursacht niedriges freies T3?

Freies T3 kann sinken, wenn die Schilddrüse bei einer Unterfunktion zu wenig Hormon produziert. Es kann auch weniger T3 entstehen, weil der übrige Körper weniger T4 umwandelt. Als mögliche Einflüsse gelten eine länger anhaltende Kalorienrestriktion, chronischer Stress, schwere Erkrankungen, Entzündungen, Eisen- oder Selenmangel und bestimmte Medikamente wie Betablocker und Kortikosteroide. Niedriges T3 bei normalem TSH und T4 wird unter anderem im Zusammenhang mit dem Low-T3-Syndrom oder Euthyroid-Sick-Syndrom beschrieben. Ein solches Muster tritt häufig bei Erkrankungen oder erheblicher körperlicher Belastung auf; die Wertekombination allein erklärt seine Ursache nicht.

Welche Beschwerden können bei niedrigem freiem T3 auftreten?

Mit niedrigem freiem T3 werden Müdigkeit, unerklärliche Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Konzentrationsprobleme oder „Brain Fog“, Verstopfung, trockene Haut und Haare sowie ein langsamerer Herzschlag in Verbindung gebracht. Diese Beschwerden passen zu einem verlangsamten Stoffwechsel, kommen aber auch bei vielen anderen Erkrankungen vor. Eine Blutuntersuchung kann zeigen, ob Schilddrüsenhormonwerte niedrig sind. Ob sie die Beschwerden erklären, muss gesondert beurteilt werden.

Manche Menschen haben grenzwertig niedriges freies T3 bei normalem TSH. Eine Untersuchung allein auf TSH erfasst diese Konstellation nicht. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass eine behandlungsbedürftige Erkrankung übersehen wurde. Ob zusätzliche Werte weiterhelfen, hängt von den Beschwerden und den übrigen Befunden ab.

Was verursacht hohes freies T3?

Erhöhtes freies T3 hängt am häufigsten mit einer Schilddrüsenüberfunktion zusammen, etwa bei Morbus Basedow oder einem autonomen Schilddrüsenknoten, der zu viel Hormon produziert. Auch eine zu hohe Dosis von Schilddrüsenhormonmedikamenten kann den Wert erhöhen. Selten kommt ein TSH-produzierender Tumor der Hirnanhangsdrüse infrage.

Mögliche Beschwerden sind Herzklopfen, Angst oder innere Unruhe, Zittern, unerklärlicher Gewichtsverlust, Hitzeempfindlichkeit, häufiger Stuhlgang und schlechter Schlaf. Bleibt der Wert erhöht, sollte die Ursache untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

Wie beeinflusst Stress den Wert für freies T3?

Als mögliche Erklärung für den Einfluss von anhaltendem psychischem oder körperlichem Stress gelten Veränderungen der Deiodinasen. Diese Enzyme wandeln T4 in aktives T3 um. Arbeiten sie weniger, kann das mit niedrigem freiem T3 bei normalem oder erhöhtem reversem T3 einhergehen. Dazu passen ein geringerer Energieverbrauch und Beschwerden, die einer Unterfunktion ähneln, obwohl die Schilddrüse selbst normal arbeitet. Daraus lässt sich aber nicht schließen, dass psychischer Stress einen niedrigen T3-Wert verursacht hat.

Weniger Stress, besserer Schlaf und die Behebung von Nährstoffmängeln, insbesondere bei Selen und Eisen, können die Bedingungen für einen normalen Schilddrüsenhormonstoffwechsel unterstützen. Ob und wie stark sich dadurch ein individueller T3-Wert verändert, lässt sich nicht verlässlich vorhersagen.

Wie häufig sollte freies T3 gemessen werden?

Bei einer bekannten Schilddrüsenerkrankung legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest, ob und wie oft freies T3 kontrolliert werden muss. Als mögliche Abstände werden 6 Wochen während einer Dosisanpassung und 6–12 Monate bei stabiler Einstellung genannt. Sie gelten nicht pauschal für jede Behandlung oder jede fT3-Messung.

Bei Erwachsenen ohne bisherige Schilddrüsendiagnose können anhaltende Beschwerden Anlass sein, die Schilddrüsenfunktion zu untersuchen. Dafür kommen TSH, freies T4 und je nach Fragestellung freies T3 infrage. Ob alle drei Werte benötigt werden, hängt von den Beschwerden und den ersten Ergebnissen ab. Auch der Abstand bis zur nächsten Kontrolle richtet sich nach diesen Befunden und danach, ob sich Behandlung oder Lebensweise verändern.

Beeinflusst die Ernährung freies T3?

Ja, die Energie- und Nährstoffzufuhr kann die Umwandlung von T4 zu T3 beeinflussen. Als mögliche Einflüsse werden eine starke Kalorienrestriktion, eine sehr kohlenhydratarme Ernährung und eine geringe Zufuhr von Selen, Eisen und Zink beschrieben. Selen benötigen die Deiodinasen unmittelbar, um T3 aus T4 zu bilden. Ein Selenmangel wird mit niedrigerem T3 und höherem reversem T3 in Verbindung gebracht; wie belastbar dieser Zusammenhang ist, bleibt hier offen.

Eine ausreichende Energiezufuhr und eine abwechslungsreiche Ernährung, die diese Mikronährstoffe liefert, unterstützen den normalen Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone. Daraus folgt keine allgemeine Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel.

Quellen