Trofinetid: Frühere Entwicklungsprogramme vor der Rett-Zulassung
Klinische Prüfung ausstehend
Was frühere Studien zu Trofinetid bei Fragilem-X-Syndrom und traumatischer Hirnverletzung zeigten und wo ihre Grenzen liegen. Für diese Anwendungen besteht keine FDA-Zulassung.
Trofinetid wurde vor seiner Zulassung für das Rett-Syndrom auch beim Fragilen-X-Syndrom und bei traumatischen Hirnverletzungen untersucht. Für diese Anwendungen erhielt der Wirkstoff keine Zulassung. Eine kurze Studie beim Fragilen-X-Syndrom gab zwar erste Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit, doch die Ergebnisse waren begrenzt und blieben unbestätigt.
Was ist Trofinetid?
Trofinetid ist eine synthetisch hergestellte Variante eines kleinen Fragments des insulinähnlichen Wachstumsfaktors 1 (IGF-1). Neuren Pharmaceuticals entwickelte den Wirkstoff ursprünglich zur Einnahme über den Mund. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat ihn unter dem Handelsnamen DAYBUE zur Behandlung des Rett-Syndroms zugelassen. Das Rett-Syndrom ist eine seltene neurologische Entwicklungsstörung.
Zuvor untersuchten Forschende Trofinetid vor allem beim Fragilen-X-Syndrom und bei traumatischen Hirnverletzungen. Beide Anwendungen blieben experimentell.
Wie wirkt Trofinetid?
Das mit IGF-1 verwandte Peptid soll die Reifung von Synapsen unterstützen (1), also der Kontaktstellen, über die Nervenzellen Signale weitergeben. Außerdem wird angenommen, dass Trofinetid Entzündungsprozesse im Nervensystem und Funktionsstörungen der Gliazellen verringert. Diese Zellen unterstützen die Nervenzellen im Gehirn.
Diese Annahmen zum Wirkmechanismus waren ein Grund, Trofinetid bei verschiedenen neurologischen Entwicklungsstörungen zu untersuchen. Ob eine Behandlung Menschen mit einer bestimmten Erkrankung hilft, lässt sich daraus allein jedoch nicht ableiten. In den früheren Entwicklungsprogrammen reichten die Ergebnisse beim Menschen nicht für eine Zulassung aus.
Ist Trofinetid von der FDA zugelassen?
Die FDA hat Trofinetid für das Rett-Syndrom zugelassen. Für das Fragile-X-Syndrom und traumatische Hirnverletzungen besteht keine FDA-Zulassung.
| Entwicklungsprogramm | FDA-Status |
|---|---|
| Rett-Syndrom | Zugelassen als DAYBUE |
| Fragiles-X-Syndrom | Keine Zulassung für diese Indikation |
| Traumatische Hirnverletzung | Nicht zugelassen; das Entwicklungsprogramm war nicht erfolgreich |
Die Zulassung für das Rett-Syndrom gilt somit nicht für die anderen untersuchten Erkrankungen.
Was zeigt die Forschung?
Beim Fragilen-X-Syndrom lieferte eine kurze doppelblinde, placebokontrollierte Phase-2-Studie (1) erste Hinweise auf eine mögliche Wirksamkeit. Teilgenommen hatten männliche Jugendliche und Erwachsene mit Fragilem-X-Syndrom. Die Studie verglich Trofinetid mit einem Scheinpräparat; weder die Teilnehmenden noch das betreuende Studienteam wussten während der Untersuchung, wer welches Präparat erhielt.
Bei der höheren Dosis erfüllten die Ergebnisse über 28 Tage vorab festgelegte Kriterien für erste Hinweise auf Wirksamkeit. Das galt für mehrere Messgrößen, die speziell auf das Fragile-X-Syndrom ausgerichtet waren. Die Autoren werteten die Befunde als vorläufiges Signal. Die kurze, explorative Studie konnte damit Hinweise liefern, aber die Wirksamkeit nicht bestätigen.
Auf diese Ergebnisse folgte keine erfolgreiche Zulassungsstudie. Trofinetid ist für das Fragile-X-Syndrom nicht zugelassen. Auch die früheren Untersuchungen bei traumatischen Hirnverletzungen führten zu keiner Zulassung für diese Anwendung. Ob Trofinetid bei diesen Erkrankungen einen verlässlichen Nutzen bietet, bleibt anhand der begrenzten und unbestätigten Ergebnisse offen.