Welche Arten von Bauchfett gibt es und was bedeuten sie?
Klinische Prüfung ausstehend
Wie sich Unterhautfett und viszerales Bauchfett unterscheiden, welche Rolle Hormone und Lebensstil spielen und was Bauchumfang und Messverfahren aussagen können.
Bauchfett liegt entweder direkt unter der Haut oder tiefer im Bauchraum. Das weiche Unterhautfett lässt sich greifen. Das sogenannte viszerale Fett umgibt die inneren Organe und hängt stärker mit Stoffwechselerkrankungen zusammen. Die sichtbare Bauchform verrät allerdings weder zuverlässig, wie viel von diesem inneren Fett vorhanden ist, noch ob eine Hormonstörung vorliegt.
Auch bei ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und sinkendem Gewicht kann sich am Bauch zunächst wenig verändern. Manchmal verteilt sich das Fett anders, etwa am Unterbauch oder rings um die Taille. Für die Gesundheit zählt dabei auch, in welchem Gewebe der Körper Fett speichert. Diese Verteilung hängt unter anderem mit Hormonen, dem Stoffwechsel und der Reaktion auf Stress zusammen.
Was passiert, wenn sich Fett am Bauch ansammelt?
Subkutanes Fett, also Unterhautfett, bildet die weiche Schicht direkt unter der Haut. Viszerales Fett liegt zwischen und um Leber, Darm und andere Organe in der Bauchhöhle. Von außen lässt es sich weder direkt sehen noch ertasten. Beide Fettarten speichern Energie, wirken aber unterschiedlich auf den Stoffwechsel.
Viszerales Fett bildet Hormone und andere Botenstoffe. Es setzt entzündungsfördernde Stoffe, sogenannte Zytokine, frei und gibt freie Fettsäuren in den Pfortaderkreislauf ab, der zur Leber führt. Diese Vorgänge können die Wirkung von Insulin beeinträchtigen. Zwei Menschen mit demselben Taillenumfang können deshalb unterschiedliche Stoffwechselrisiken haben: Bei einem liegt möglicherweise mehr Fett unter der Haut, beim anderen mehr um die Organe. Ein höherer Anteil viszeralen Fetts kann zu Insulinresistenz, erhöhten Triglyzeriden, also Blutfetten, und Entzündungsprozessen im Körper beitragen. Studie zu viszeralem Fett und Glukose-Insulin-Regulation
Hormone beeinflussen, wo der Körper überschüssige Energie als Fett speichert. Insulin fördert die Einlagerung in Fettzellen, Cortisol begünstigt die Speicherung im Bauchbereich. Östrogen fördert bei ausreichendem Spiegel eher die Fettablagerung an Hüften und Oberschenkeln; Testosteron beeinflusst die Verteilung am Oberkörper. Solche Einflüsse können sich über Wochen und Monate in der Körperform zeigen. Hormonwerte lassen sich daraus jedoch nicht ablesen.
Wie Bauchfett Stoffwechsel, Hormone und Entzündungen beeinflusst
Fettgewebe setzt Botenstoffe frei, die an anderen Stellen des Körpers wirken. Sie heißen Adipokine. Dazu gehört Adiponektin, das bei höheren Konzentrationen die Empfindlichkeit gegenüber Insulin verbessert. Bei vermehrtem viszeralem Fett bildet der Körper weniger Adiponektin und setzt zugleich mehr entzündungsfördernde Zytokine frei, etwa Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-alpha. Diese können die Funktion der Insulinrezeptoren beeinträchtigen und Entzündungen fördern.
Freie Fettsäuren aus dem viszeralen Fettgewebe, das an den Pfortaderkreislauf angeschlossen ist, gelangen zunächst zur Leber. Kommen dort große Mengen an, kann das die Fettverarbeitung überfordern, eine Insulinresistenz der Leber begünstigen und die Triglyzeridproduktion erhöhen. Die Leber verpackt überschüssiges Fett in VLDL-Partikel, die es durch das Blut transportieren. Dabei können die Triglyzeridwerte steigen und das HDL-Cholesterin sinken. Dieses Muster der Blutfettwerte gehört zusammen mit Insulinresistenz zu den typischen Merkmalen des metabolischen Syndroms.
Unterhautfett an Hüften und Oberschenkeln löst diese entzündlichen Vorgänge nicht im selben Maß aus. Dieses sogenannte gluteofemorale Fett bildet mehr Adiponektin und gibt weniger entzündungsfördernde Signale ab. Eine eher birnenförmige Fettverteilung hängt daher tendenziell mit einer günstigeren Stoffwechselgesundheit zusammen, auch bei höherem Körpergewicht.
Der sogenannte „Nebennieren-Körpertyp“ und stressbedingte Fettspeicherung
„Nebennieren-Körpertyp“ ist keine belegte diagnostische Kategorie. Der Ausdruck bezeichnet eine rundere Körpermitte, häufig mit ausgeprägtem Unterbauch und vergleichsweise schlanken Armen und Beinen. Als Ursache wird eine länger anhaltende Cortisolerhöhung angenommen. Aus dieser Körperform lässt sich eine solche Ursache jedoch nicht ableiten.
Dauerhafte Belastungen durch Arbeit, Schlafmangel oder seelischen Stress können die Cortisolregulation beeinflussen. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Nebennieren ständig zu viel Cortisol ausschütten oder dadurch eine bestimmte Bauchform entsteht.
Cortisol fördert die Fettspeicherung und unterstützt den Abbau von Muskelgewebe. Dabei werden Aminosäuren frei, aus denen die Leber Glukose bilden kann. Dieser Vorgang heißt Glukoneogenese und hilft unter anderem, wenn der Blutzucker sinkt. Anhaltend erhöhte Cortisolspiegel können somit mehr Bauchfett und weniger Muskelmasse begünstigen. Dadurch kann der Energieumsatz sinken. Ob dieser Mechanismus bei einer individuellen Stressbelastung eine Rolle spielt, lässt sich am Aussehen nicht erkennen.
Apfelförmige Fettverteilung und Insulinresistenz
Sammelt sich Fett vor allem um Taille und Oberbauch, spricht man von einer apfelförmigen Fettverteilung. Sie hängt eng mit Insulinresistenz zusammen: Die Zellen reagieren schlechter auf das Signal von Insulin, Glukose aufzunehmen. Zum Ausgleich schüttet die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin aus. Hohe Insulinspiegel fördern wiederum die Fettspeicherung, auch am Bauch. So können sich diese Vorgänge gegenseitig verstärken.
Viszerales Fett kann die Insulinresistenz verschlechtern. Die freigesetzten Fettsäuren und entzündungsfördernden Moleküle beeinträchtigen die Insulinwirkung in Muskeln und Leber. Der Taillenumfang liefert deshalb Hinweise auf das Stoffwechselrisiko, die der Body-Mass-Index (BMI) allein nicht erfasst.
Als mögliche Risikoschwellen werden mehr als 40 Zoll bei Männern und mehr als 35 Zoll bei Frauen genannt. Ihre Bedeutung hängt jedoch von der Bevölkerungsgruppe und der Messmethode ab. Ein entsprechend erhöhter Taillenumfang kann auf mehr viszerales Fett und ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleber hinweisen. Er misst das innere Bauchfett nicht direkt; die genannten Werte sind keine universellen Diagnosegrenzen.
Menopause und die Verlagerung von Fett zum Bauch
In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel deutlich. Östrogen beeinflusst die Fettverteilung unter anderem über die Lipoproteinlipase, ein Enzym, das an der Fetteinlagerung beteiligt ist. Bei höheren Östrogenspiegeln sammelt sich Fett eher an Hüften und Oberschenkeln. Sinkt der Spiegel, speichert der Körper mehr Fett am Bauch. Das erklärt zum Teil, warum viele Frauen schon in der Perimenopause, der Übergangsphase vor der Menopause, und während der Wechseljahre eine veränderte Körperform bemerken, obwohl ihr Gewicht stabil bleibt.
Nimmt dabei der Anteil viszeralen Fetts gegenüber Unterhautfett zu, steigt das Stoffwechselrisiko. Nach der Menopause treten Insulinresistenz, ungünstige Blutfettwerte und Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufiger auf. Die veränderte Fettverteilung trägt teilweise dazu bei. Eine medizinisch angemessene Hormonersatztherapie kann die Verteilung über die Östrogenwirkung teilweise günstig beeinflussen. Die Fettverteilung allein ist jedoch kein Grund, eine solche Behandlung zu beginnen.
Was die verschiedenen Formen von Bauchfett beeinflusst
Stress und Schlafmangel
Chronischer Stress kann den Cortisolspiegel erhöhen, die Speicherung viszeralen Fetts begünstigen und den Appetit auf energiereiche Lebensmittel steigern. Schlechter Schlaf kann diese Effekte verstärken. Bei Schlafmangel können Cortisol und das Hungerhormon Ghrelin steigen, während Leptin, das Sättigung signalisiert, abnimmt. Das kann dazu beitragen, dass mehr Energie aufgenommen und mehr Fett im Bauchbereich gespeichert wird. Diese Zusammenhänge erklären jedoch nicht bei jedem Menschen die Fettverteilung.
Insulinresistenz und Ernährungsmuster
Eine Ernährung mit vielen raffinierten Kohlenhydraten und wenig Ballaststoffen kann mit Insulinresistenz zusammenhängen. Reagieren die Zellen schlechter auf Insulin, bildet der Körper mehr davon, um die geringere Wirkung auszugleichen. Hohe Insulinspiegel hemmen die Fettverbrennung und fördern die Fettspeicherung, auch im Bauchbereich.
Viel zugesetzter Zucker und Transfette können die Ansammlung viszeralen Fetts begünstigen. Eiweiß, Ballaststoffe und günstige Fettquellen unterstützen dagegen die Sättigung und einen stabileren Blutzucker. Darüber könnten sie auch hormonelle Signale beeinflussen, die die Fettspeicherung fördern. Alkohol verarbeitet der Körper in der Leber. Besonders hoher Konsum begünstigt sowohl Fettablagerungen in der Leber als auch viszerales Fett.
Bewegung und Muskelmasse
Viel Sitzen und wenig Bewegung vermindern die Insulinempfindlichkeit und begünstigen viszerales Fett. Krafttraining baut Muskelmasse auf und verbessert die Insulinempfindlichkeit. Das kann auch dazu beitragen, Fett als Energiequelle zu nutzen. Moderate Ausdauerbewegung kann viszerales Fett reduzieren und die Cortisolregulation längerfristig günstig beeinflussen.
Warum dieselbe Ernährung bei verschiedenen Menschen zu unterschiedlichen Fettmustern führt
Genetische Veranlagung
Gene beeinflussen wesentlich, wo der Körper Fett speichert. Manche Menschen lagern aufgrund ihrer Veranlagung eher Fett an Hüften und Oberschenkeln ein. Dieses Muster hängt mit einer günstigeren Stoffwechselgesundheit zusammen. Andere speichern eher Fett am Bauch, was mit höheren Risiken verbunden ist. Beteiligt sind unter anderem Gene, die die Entwicklung von Fettzellen, die Empfindlichkeit von Hormonrezeptoren und Entzündungsreaktionen regulieren.
Sexualhormone und hormonelle Erkrankungen
Männer haben im Allgemeinen höhere Testosteron- und niedrigere Östrogenspiegel und speichern Fett eher am Bauch. Bei Frauen begünstigen höhere Östrogenspiegel bis zu den Wechseljahren eher die Speicherung an Hüften und Oberschenkeln. Danach kann sich die Verteilung verändern. Auch beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS), einer Erkrankung, bei der erhöhte Androgenspiegel auftreten können, entwickelt sich häufig eine eher apfelförmige Fettverteilung.
Frühere Diäten und altersbedingte Veränderungen
Wiederholtes Abnehmen und anschließendes Zunehmen könnte den Anteil viszeralen Fetts gegenüber Unterhautfett erhöhen. Eine mögliche Erklärung lautet, dass sich das stoffwechselaktivere viszerale Fett nach einer Gewichtsabnahme schneller wieder auffüllt. Ob das allgemein zutrifft, bleibt offen. Muskelmasse, die während einer Kalorienreduktion verloren geht, kehrt dagegen nicht ohne Weiteres zurück. Nach einer erneuten Gewichtszunahme kann deshalb der Körperfettanteil höher liegen; möglicherweise gilt das auch für den Anteil des Fetts um die Organe.
Mit zunehmendem Alter kann die Muskelmasse abnehmen und die Fettmasse zunehmen, selbst wenn sich das Gewicht nicht verändert. Treffen ausgeprägter Muskelverlust und Adipositas zusammen, spricht man von sarkopenischer Adipositas. Sie geht mit mehr viszeralem Fett und einer ungünstigeren Stoffwechselgesundheit einher. Hormonelle Veränderungen, insbesondere sinkende Wachstumshormon- und Sexualhormonspiegel, können diese Entwicklung beschleunigen. Eine altersbedingte Verschiebung von Muskel- zu Fettmasse allein bedeutet jedoch noch keine sarkopenische Adipositas.
Individuelle Stressreaktion
Wie stark der Körper auf Stress reagiert, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Daran beteiligt ist die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, ein Regulationssystem, das Gehirn und Nebennieren verbindet. Eine ausgeprägte Reaktion kann zu einer stärkeren Cortisolausschüttung führen und könnte die Fettansammlung am Bauch begünstigen.
Bei anderen Menschen fällt die Cortisolreaktion schwächer aus. Ob damit Müdigkeit oder eine erschwerte Freisetzung von Fett zur Energiegewinnung zusammenhängen, ist hier nicht geklärt. Aus der Stärke einer Stressreaktion lässt sich jedenfalls keine individuelle Ursache für Bauchfett ableiten.
Was die Fettverteilung über den Stoffwechsel aussagen kann
Die Fettverteilung kann Hinweise auf Stoffwechselrisiken geben. Bei vermehrtem viszeralem Fett sind vor allem die Insulinempfindlichkeit und Entzündungsprozesse im Körper von Interesse. Zur Einordnung kommen unter anderem die Blutzuckerregulation, Nüchterninsulin und Hämoglobin A1c (HbA1c) sowie Entzündungsmarker wie hochsensitives C-reaktives Protein (hs-CRP) zur Sprache. Welche Messungen im Einzelfall sinnvoll sind, lässt sich aus der Bauchform allein nicht entscheiden.
Bei Verdacht auf eine gestörte Cortisolregulation gehören Stressbelastung, Schlafdauer und Schlafqualität zur ärztlichen Einordnung. Ob morgendliches Cortisol oder eine Cortisol-Tageskurve mit vier Messzeitpunkten geeignet sind, eine erhöhte oder abgeschwächte Reaktion zu erfassen, hängt von der konkreten Fragestellung und dem Testverfahren ab. Eine bestimmte Fettverteilung allein begründet solche Untersuchungen nicht. Das subjektiv empfundene Stressniveau kann zusätzlichen Kontext liefern.
Auch Messungen von Estradiol, follikelstimulierendem Hormon (FSH) und luteinisierendem Hormon (LH) sind bei veränderter Fettverteilung in der Perimenopause oder Menopause nicht automatisch erforderlich oder aussagekräftig. Ihr Nutzen hängt vom klinischen Zusammenhang ab. Beobachtungen der Körperzusammensetzung im Verlauf können zeigen, ob Muskelmasse verloren geht oder Fettmasse zunimmt, obwohl das Gewicht stabil bleibt. Ob ein Verfahren dabei auch viszerales Fett erfasst, hängt von seiner Methode ab.
Der Taillenumfang ist ein leicht zugänglicher Anhaltspunkt. Bei einer Messung auf Nabelhöhe liegt das Maßband an, ohne straff gezogen zu werden. Die genannten Schwellen von mehr als 40 Zoll bei Männern und mehr als 35 Zoll bei Frauen sollen auf vermehrtes viszerales Fett und ein höheres Stoffwechselrisiko hinweisen. Sie lassen sich jedoch nur beurteilen, wenn Messstelle und Bevölkerungsgruppe dazu passen. Wiederholte Messungen können zusammen mit Werten wie Nüchterninsulin, Triglyzeriden und HDL-Cholesterin helfen, Veränderungen einzuordnen. Konsenspapier zum Taillenumfang in der klinischen Praxis
Verfahren wie DEXA-Scan, bioelektrische Impedanz und Hautfaltenmessung können helfen, Fettmasse und fettfreie Masse abzuschätzen oder zu unterscheiden. Sie erfassen jedoch nicht dieselben Fettdepots mit derselben Genauigkeit. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn das Gewicht sinkt: Geht dabei zugleich Muskelmasse verloren, kann das die Stoffwechselgesundheit ungünstig beeinflussen. Beim Fettabbau geht es deshalb auch darum, Muskelmasse zu erhalten oder aufzubauen und insbesondere viszerales Fett zu verringern.
Häufige Fragen
Was unterscheidet viszerales Bauchfett von Unterhautfett?
Viszerales Fett liegt tief im Bauchraum um die Organe. Es ist stoffwechselaktiv und setzt entzündungsfördernde Moleküle sowie freie Fettsäuren frei, die zur Insulinresistenz beitragen können. Subkutanes Fett liegt direkt unter der Haut und lässt sich greifen. Es birgt vergleichsweise geringere Stoffwechselrisiken. Viszerales Fett hängt stärker mit Stoffwechselerkrankungen zusammen, auch wenn es von außen nicht sichtbar ist.
Kann auch bei einem flachen Bauch zu viel viszerales Fett vorhanden sein?
Ja. Auch bei normalem oder sogar niedrigem Körpergewicht kann zu viel viszerales Fett vorhanden sein, insbesondere bei wenig Bewegung oder nach einem Verlust an Muskelmasse. Umgangssprachlich fällt dafür der Ausdruck „skinny fat“. Bei einem erhöhten Körperfettanteil trotz Normalgewicht ist auch von „Normalgewichtsadipositas“ die Rede. Der Taillenumfang und geeignete Untersuchungen der Körperzusammensetzung können mehr Hinweise liefern als Gewicht oder Aussehen allein. Sie messen viszerales Fett jedoch auf unterschiedliche Weise und lassen sich nicht beliebig gegeneinander austauschen.
Verursacht Cortisol tatsächlich Bauchfett oder wird seine Rolle überschätzt?
Chronisch erhöhtes Cortisol fördert die Ansammlung viszeralen Fetts. Es steigert unter anderem den Appetit, besonders auf energiereiche Lebensmittel, und aktiviert Enzyme im Bauchfettgewebe, die inaktives Cortison in aktives Cortisol umwandeln. Ohne Energieüberschuss erzeugt Cortisol allein jedoch keine zusätzliche Fettmasse. Es beeinflusst, wo Fett gespeichert wird, und kann den Fettabbau insbesondere am Bauch erschweren. Eine bestimmte Bauchform belegt keinen erhöhten Cortisolspiegel.
Warum kann in den Wechseljahren mehr Bauchfett entstehen, obwohl das Gewicht gleich bleibt?
Sinkende Östrogenspiegel können dazu führen, dass der Körper Fett stärker am Bauch und weniger an Hüften und Oberschenkeln speichert. Östrogen reguliert unter anderem Enzyme, die an der Fetteinlagerung beteiligt sind. Verändert sich diese Verteilung, kann die Körpermitte an Umfang gewinnen, obwohl das Gesamtgewicht gleich bleibt.
Lässt sich eine apfelförmige Fettverteilung verändern?
Ja, die Fettverteilung kann sich verändern. Ernährung, Bewegung und Gewichtsabnahme können die Insulinempfindlichkeit verbessern und viszerales Fett verringern. Krafttraining baut Muskeln auf und verbessert dadurch die Aufnahme und Verwertung von Glukose. Stressbewältigung und besserer Schlaf können die Cortisolregulation günstig beeinflussen. Solche Veränderungen des Stoffwechsels können sich auch auf die Fettverteilung auswirken. Eine bestimmte Körperform lässt sich damit aber nicht garantieren.
Wie lässt sich viszerales Fett am schnellsten abbauen?
Welche Methode individuell am schnellsten wirkt, lässt sich nicht pauschal sagen. Viszerales Fett spricht gut auf eine verringerte Kalorienzufuhr und Bewegung an, insbesondere auf eine Kombination aus moderatem Ausdauer- und Krafttraining. Wegen seiner hohen Stoffwechselaktivität gehört es häufig zu den Fettdepots, die bei einer Gewichtsabnahme früh abnehmen. Fett lässt sich jedoch nicht gezielt nur an einer ausgewählten Körperstelle abbauen.
Ein Energiedefizit, eine bessere Insulinempfindlichkeit und ein angemessener Umgang mit Stress können den Abbau viszeralen Fetts unterstützen. Wie schnell er gelingt, lässt sich aus diesen Voraussetzungen allein nicht bestimmen.
Lässt sich viszerales Fett zu Hause messen?
Zu Hause lässt sich viszerales Fett über den Taillenumfang nur indirekt einschätzen. Bei der hier beschriebenen Messung auf Nabelhöhe wird das Maßband nicht straff gezogen. Mehr als 40 Zoll bei Männern oder mehr als 35 Zoll bei Frauen werden als Hinweise auf vermehrtes viszerales Fett genannt. Ob diese Schwellen passen, hängt von der Bevölkerungsgruppe und der Messmethode ab.
Einige Körperanalysewaagen schätzen viszerales Fett mithilfe bioelektrischer Impedanz. Diese Schätzungen sind weniger genau als bildgebende Verfahren. DEXA-Scans und Computertomografie können viszerales Fett genauer erfassen: DEXA schätzt es methodenabhängig, während eine CT sein Volumen bildgebend bestimmen kann.
Bedeutet eine Vorwölbung am Unterbauch etwas anderes als Fett am Oberbauch?
Aus der Lage des Bauchfetts lässt sich keine bestimmte hormonelle Ursache ableiten. Zwar wird eine Vorwölbung am Unterbauch häufig mit gestörter Cortisolregulation, chronischem Stress oder schlechtem Schlaf erklärt. Fett am Oberbauch wird, besonders bei großem Taillenumfang, eher mit Insulinresistenz und metabolischem Syndrom verknüpft. Diese Zuordnung erlaubt aber keine verlässliche Unterscheidung der Ursachen.
Beide Muster können mit Stoffwechselfaktoren zusammenhängen. Weder eine Cortisolstörung noch eine Insulinresistenz lässt sich anhand der Bauchform diagnostizieren.
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