Warum stöhne ich im Schlaf?
Klinische Prüfung ausstehend
Nächtliches Stöhnen kann als Katathrenie auftreten und unterscheidet sich von Schnarchen. Wie es entsteht, untersucht wird und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.

Redaktioneller Entwurf. Die medizinischen Aussagen wurden redaktionell anhand zugänglicher Fachquellen geprüft und bei Bedarf korrigiert. Die klinische Freigabe steht aus.
Langgezogenes Stöhnen beim Ausatmen kann auf Katathrenie hinweisen. Die Geräusche entstehen offenbar an den Stimmbändern und können in verschiedenen Schlafphasen auftreten. Isolierte Katathrenie ist bislang nicht mit schweren gesundheitlichen Folgen verbunden; belastend können jedoch die Geräusche und nicht erholsamer Schlaf sein. Eine Untersuchung hilft, sie von Schlafapnoe und anderen Ursachen zu unterscheiden. Überblick
Was ist Katathrenie (Schlafstöhnen)?
Ein ungewöhnliches Atemmuster im Schlaf
Katathrenie wurde früher zu den Parasomnien gerechnet und in der dritten Internationalen Klassifikation der Schlafstörungen den schlafbezogenen Atmungsstörungen zugeordnet. Typisch sind tiefes Einatmen und ein verlängertes Ausatmen mit monotonem Stöhnen. Die häufig genannte Dauer von 2 bis 49 Sekunden ist keine feste Grenze: Untersuchungen beschreiben auch kürzere und längere Episoden. Einordnung
Der Ursprung der Laute an den Stimmbändern ist durch akustische Untersuchungen und einzelne direkte Beobachtungen gestützt. Warum dieses Atemmuster entsteht, ist dagegen offen. Ein stöhnender Laut allein sagt nichts darüber aus, ob jemand träumt oder Schmerzen hat.
Wie es sich anhört
Bettpartner beschreiben Katathreniegeräusche als Stöhnen, Ächzen, Summen oder sogar ein hohes Quietschen. Der Ton folgt typischerweise einem Muster: ein tiefes Einatmen, eine lange Pause und dann ein langsames, lautstarkes Ausatmen. Episoden können gehäuft auftreten und zwischen einigen Minuten und über einer Stunde dauern. Menschen, die im Schlaf Geräusche machen, sind sich der Vielfalt der Geräusche, die sie erzeugen, oft nicht bewusst.
Warum stöhnen Menschen im Schlaf?
Atemwegsdynamik beim Ausatmen
Die führende Theorie geht davon aus, dass sich Ihre Stimmbänder beim Ausatmen im Schlaf teilweise schließen. Wenn Luft durch eine verengte Stimmritze (die Öffnung zwischen Ihren Stimmbändern) strömt, erzeugt sie Vibrationen und Geräusche. Stellen Sie sich das vor, als würde Luft aus einem teilweise zusammengeschnürten Ballon entweichen: Die verengte Öffnung macht Geräusche.
Eine kleine Untersuchung von Vetrugno und Kollegen beschrieb verlängertes Ausatmen ohne Sauerstoffabfall; die Kehlkopfuntersuchung am Tag war unauffällig. Eine andere, im Überblick von Alonso und Kollegen besprochene Fallbeobachtung zeigte unter Sedierung das Schließen und Schwingen der Stimmbänder beim Ausatmen. Das spricht für eine andere Lautbildung als beim Schnarchen. Vetrugno · Überblick zur Kehlkopfbeobachtung
Gehirnaktivierung während der Schlafphasen
Viele Fallserien beschreiben eine Häufung im REM-Schlaf, andere überwiegend im Nicht-REM-Schlaf. Eine Untersuchung von Yu und Kollegen fand Episoden in allen Schlafstadien. Eine veränderte Steuerung der Atmung und der Kehlkopfmuskeln ist eine mögliche Erklärung; ein konkretes fehlerhaftes Signal des Gehirns ist damit noch nicht nachgewiesen. Akustische und Schlafmessungen
Die Geräusche können deshalb innerhalb einer Nacht in Gruppen auftreten und sich mit unauffälliger Atmung abwechseln. Aus dem Klang lässt sich die Schlafphase nicht zuverlässig erkennen.
Mögliche beitragende Faktoren
Die Ursachen werden noch untersucht. Einige Beobachtungen und praktische Fragen sind dabei interessant, haben aber unterschiedliche Aussagekraft:
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Bei einem Teil der Betroffenen wurden engere obere Atemwege beschrieben; das gilt nicht für alle Formen. Untersuchung verschiedener Erscheinungsformen
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Familiäre Häufungen werden berichtet, ohne dass damit ein bestimmter Erbgang feststeht.
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Manche Betroffene vermuten einen Zusammenhang mit Stress oder Schlafmangel; dessen Bedeutung ist noch unklar.
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Ob die Schlafposition die Geräusche verändert, lässt sich individuell beobachten. Ein allgemeiner Zusammenhang ist nicht gesichert.
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Eine verstopfte Nase oder gleichzeitig bestehende Atemstörung verdient eigene Aufmerksamkeit, erklärt Katathrenie aber nicht automatisch.
Wie sich Schlafstöhnen von anderen Schlafgeräuschen unterscheidet
Katathrenie vs. Schnarchen
Schnarchen entsteht durch Schwingungen von Gewebe der oberen Atemwege und kann beim Ein- oder Ausatmen auftreten. Katathrenie hat dagegen meist einen anhaltenden, stimmhaften Klang während der Ausatmung. Der Unterschied kann auffallen, reicht allein aber nicht zur sicheren Diagnose.
Katathrenie vs. Schlafgespräche
Schlafgespräche beinhalten erkennbare Wörter, Sätze oder Gemurmel und haben ihren Ursprung in Sprachzentren im Gehirn. Katathrenie bringt keine Worte hervor. Die Geräusche sind monoton und mechanisch, eher wie eine anhaltende Lautäußerung als ein Kommunikationsversuch. Wenn Sie erkennbare Wörter sprechen, handelt es sich um Somniloquie und nicht um Katathrenie.
Katathrenie vs. Schlafapnoe
Bei obstruktiver Schlafapnoe verengt oder verschließt sich der Atemweg wiederholt; bei zentraler Schlafapnoe setzt der Atemantrieb aus. Katathrenie kann in Atemkurven einer zentralen Apnoe ähneln und zugleich mit Schlafapnoe vorkommen. Eine Schlafuntersuchung mit Ton- und möglichst Videoaufzeichnung hilft bei der Unterscheidung.
Wer bekommt Katathrenie?
Wer betroffen ist und wie häufig es vorkommt
Katathrenie wird in Schlafzentren selten diagnostiziert; wie häufig sie in der Gesamtbevölkerung vorkommt, ist unsicher. Berichte betreffen Frauen und Männer, Kinder und Erwachsene. Häufig fällt sie schon in jungen Jahren auf, manchmal aber erst, wenn jemand die Geräusche bemerkt. Übersicht der Fallberichte
Wenn der Partner nicht schlafen kann
Viele Menschen bemerken ihr Stöhnen selbst nicht. Andere berichten über Müdigkeit oder nicht erholsamen Schlaf; ob dafür die Katathrenie oder eine begleitende Störung verantwortlich ist, muss individuell geklärt werden. Auch die Belastung des Bettpartners ist ein guter Grund, Hilfe zu suchen.
Wie Katathrenie diagnostiziert wird
Die Polysomnographie als Standarduntersuchung
Bei einer Polysomnographie werden unter anderem Gehirnströme, Augenbewegungen, Muskelaktivität, Atmung und Sauerstoffsättigung erfasst. Ton- und Videoaufnahmen sind bei ungewöhnlichen Lauten besonders hilfreich. So lassen sich das Ausatemmuster und gleichzeitig bestehende Schlafstörungen beurteilen; eine REM-Häufung ist keine Voraussetzung für die Diagnose.
Auch Audioaufnahmen helfen
Eine kurze Aufnahme zu Hause kann den Klang und den Ablauf für den Arzt verständlicher machen. Sie ersetzt jedoch keine Messung der Atmung oder Sauerstoffsättigung. Nehmen Sie andere Personen nur mit deren Einverständnis auf.
Wie man mit Schlafstöhnen umgeht
Positionstherapie
Wenn Sie einen Unterschied zwischen Rücken- und Seitenlage bemerken, können Sie eine bequemere Position ausprobieren und die Beobachtung beim Termin ansprechen. Die Forschung zeigt bislang keinen verlässlichen allgemeinen Effekt einer Positionstherapie auf Katathrenie. Bei gleichzeitig bestehender lageabhängiger Schlafapnoe kann die Position dagegen Teil der gezielten Behandlung sein.
CPAP-Therapie
CPAP hält die oberen Atemwege durch positiven Luftdruck offen. Fallberichte und kleine Serien zeigen bei manchen Menschen weniger Stöhnen, bei anderen keinen ausreichenden Effekt. Vor allem bei gleichzeitig bestehender Atemwegsverengung kann ein ärztlich begleiteter Versuch sinnvoll sein. Wie CPAP bei Katathrenie genau wirkt, ist nicht abschließend geklärt. Behandlungserfahrungen
Stressreduktion und Schlafhygiene
Regelmäßige Schlafzeiten und Entspannung können den Umgang mit Schlafproblemen erleichtern. Ob Meditation, Atemübungen oder weniger Stress auch die Katathrenie selbst verringern, ist eine offene Forschungsfrage. Wer einen persönlichen Zusammenhang bemerkt, kann ihn in einem Schlaftagebuch festhalten.
Den Schlaf des Partners schützen
Ohrstöpsel oder leise Hintergrundgeräusche können einen Versuch wert sein. Prüfen Sie dabei, ob wichtige Warnsignale noch wahrgenommen werden; Ohrstöpsel lassen Wecker nicht automatisch durch. Wenn nötig, kann zeitweiliges Schlafen in getrennten Räumen Entlastung schaffen. Getrennte Bettdecken dämpfen das Stöhnen nicht.
Wenn das Stöhnen im Schlaf ärztliche Hilfe erfordert
Anzeichen, die eine Untersuchung rechtfertigen
Suchen Sie einen Schlafspezialisten auf, wenn Ihr Stöhnen von Folgendem begleitet wird:
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Tagesschläfrigkeit oder Müdigkeit trotz ausreichender Schlafstunden
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Von Ihrem Partner beobachtetes Keuchen, Würgen oder Atemaussetzer
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Morgendliche Kopfschmerzen oder trockener Mund
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Neu auftretende oder deutlich veränderte nächtliche Geräusche
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Alle anderen neurologischen Symptome wie Zittern oder Schluckbeschwerden
Neu auftretende Geräusche mit Schluckbeschwerden, auffälligen Bewegungen oder anderen neurologischen Symptomen sollten ärztlich eingeordnet werden. Welche weiteren Untersuchungen nötig sind, ergibt sich aus den Beschwerden und der Untersuchung; Bildgebung gehört nicht automatisch zur Abklärung von Katathrenie.
Schlafmuster und mögliche Einflussfaktoren verstehen
Hilfreich sind konkrete Beobachtungen: Seit wann treten die Geräusche auf, wie klingen sie, und gibt es Atempausen oder Müdigkeit am Tag? Damit lässt sich im Gespräch oft mehr anfangen als mit einem einzelnen Tiefschlafwert der Smartwatch.
Häufig gestellte Fragen
Ist Katathrenie gefährlich?
Isolierte Katathrenie ist in den bisherigen kleinen Studien nicht mit erheblichen körperlichen Langzeitfolgen verbunden. Das ist beruhigend, ersetzt aber nicht die Abklärung von Atempausen, Keuchen oder ausgeprägter Tagesmüdigkeit. Auch eine gleichzeitig bestehende Schlafapnoe ist möglich.
Kann Stress zu Schlafstöhnen führen?
Manche Betroffene berichten über einen Zusammenhang mit Stress. Ob Stress Katathrenie auslöst oder verstärkt, ist noch offen. Entspannung und ein regelmäßiger Schlafrhythmus können trotzdem hilfreich sein, besonders wenn die Sorge vor den Geräuschen selbst den Schlaf belastet.
Warum stöhnen Menschen im Schlaf, wachen aber nicht auf?
Stimm- und Atemmuskeln können im Schlaf aktiv sein, ohne dass die Person anschließend eine bewusste Erinnerung daran hat. Katathrenie tritt in REM- und Nicht-REM-Schlaf auf und kann mit kurzen Weckreaktionen verbunden sein. Sie ist deshalb kein fest definierter Zwischenzustand zwischen Schlafen und Wachsein.
Können Kinder Katathrenie haben?
Katathrenie kann im Kindesalter auftreten, wird jedoch häufiger im Jugend- und frühen Erwachsenenalter festgestellt. Bei Kindern ist es wichtig, Katathrenie von anderen Schlafgeräuschen wie Schnarchen oder Stridor (ein hoher Ton, der auf eine Verengung der Atemwege hinweist) zu unterscheiden. Ein pädiatrischer Schlafspezialist kann beurteilen, ob die Geräusche eine weitere Untersuchung erfordern.
Hilft Mundpflaster gegen Schlafstöhnen?
Für Mundpflaster gibt es keine etablierte Behandlungsempfehlung bei Katathrenie. Die Laute entstehen am Kehlkopf; das Zukleben des Mundes behandelt diesen Mechanismus nicht gezielt und kann bei eingeschränkter Nasenatmung problematisch sein. Lassen Sie ungewöhnliche Atemgeräusche abklären, statt den Mund eigenständig zuzukleben.
Wird das Schlafstöhnen von selbst verschwinden?
Die Geräusche können schwanken oder über Jahre bestehen. Zum natürlichen Verlauf gibt es nur begrenzte Langzeitdaten. Wenn sie belasten, lässt sich in der Schlafmedizin besprechen, ob Beobachten ausreicht oder ein Behandlungsversuch, etwa mit CPAP, sinnvoll ist.
Wie hilft die CPAP-Therapie bei Schlafstöhnen?
CPAP erzeugt einen positiven Atemwegsdruck. Bei einigen Betroffenen gingen die Geräusche in kleinen Studien zurück; ein garantierter Erfolg oder ein abschließend geklärter Wirkmechanismus lässt sich daraus nicht ableiten. Eine gleichzeitig bestehende obstruktive Schlafapnoe kann ein zusätzlicher Grund für die Behandlung sein.
Was sollte ein Bettpartner tun, wenn jemand jede Nacht im Schlaf stöhnt?
Sprechen Sie das Problem gemeinsam an und dokumentieren Sie bei Bedarf eine kurze Geräuschprobe für den Arzt. Ohrstöpsel, leise Hintergrundgeräusche oder zeitweise getrennte Räume können entlasten. Stellen Sie sicher, dass wichtige Warnsignale weiterhin wahrgenommen werden. Bei beobachteten Atemaussetzern oder starker Tagesmüdigkeit ist eine Untersuchung sinnvoll.
Quellen und Literatur des Ausgangstextes
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Vetrugno R, Lugaresi E, Plazzi G, Provini F, D’Angelo R, Montagna P (2007). Catathrenia (nocturnal groaning): an abnormal respiratory pattern during sleep. European journal of neurology, 14(11), 1236-43. https://doi.org/10.1111/j.1468-1331.2007.01954.x Quellenlink
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Blaszczyk B et al. (2024). The clinical characteristic of catathrenia: a new look at an old issue—a systematic review of existing literature. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11303500/
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Yu M, Wen Y, Xu L, Han F, Gao X (2020). Polysomnographic characteristics and acoustic analysis of catathrenia (nocturnal groaning). Physiological Measurement, 41(12), 125012. https://doi.org/10.1088/1361-6579/abd235 Quellenlink
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Iriarte J, Alegre M, Urrestarazu E, Viteri C, Arcocha J, Artieda J (2006). Continuous positive airway pressure as treatment for catathrenia (nocturnal groaning). Neurology, 66(4), 609-610. https://doi.org/10.1212/01.WNL.0000198503.93340.10 Quellenlink
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Alonso J, Camacho M, Chhetri DK, Guilleminault C, Zaghi S (2017). Catathrenia (nocturnal groaning): A social media survey and state-of-the-art review. Journal of Clinical Sleep Medicine, 13(4), 613-622. https://doi.org/10.5664/jcsm.6556 Quellenlink
Herkunft und redaktioneller Prüfstatus
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