Leberschädigung
Kann ein Nahrungsergänzungsmittel hinter auffälligen Leberwerten stecken? Hier geht es um Warnzeichen, die ärztliche Abklärung und die Daten zu Präparaten, die als Leberschutz beworben werden.
Welche Beschwerden sind Warnzeichen?
Gelbe Haut oder Augen, dunkler Urin, Juckreiz, Übelkeit und Bauchschmerzen können bei Leberschäden auftreten. Neue Beschwerden nach Beginn einer Medikamenteneinnahme gehören ärztlich abgeklärt. Bei Verdacht auf eine Paracetamol-Überdosierung ist umgehend eine Notfallbehandlung nötig. 1
Wie wird ein Zusammenhang geprüft?
Ärztinnen und Ärzte prüfen Einnahmezeiten aller Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sowie die Leberwerte und schließen andere Ursachen aus. Auffällige Werte allein zeigen noch nicht, welches Präparat verantwortlich ist. 2
Kann sich die Leber erholen?
Meist bessert sich eine medikamentenbedingte Leberschädigung, wenn der Auslöser wegfällt. Leberversagen ist jedoch möglich. Zur Behandlung gehört, das verantwortliche Mittel unter ärztlicher Betreuung abzusetzen. 1
Was gilt bei einer Lebererkrankung?
Das BfR rät Menschen mit bestehender oder früherer Lebererkrankung von Ashwagandha ab. Die Warnung gilt auch für Kinder, Schwangere und Stillende. 3
Ist Mariendistel unbedenklich?
Laut NCCIH sind Verdauungsbeschwerden und allergische Reaktionen möglich, besonders bei Allergien gegen verwandte Pflanzen. Bei einigen Produkten wurden falsche Wirkstoffangaben oder Verunreinigungen festgestellt. Die Werbung als Leberschutz ist daher kein Qualitätsnachweis. 4
Nährstoffe mit den stärksten Bewertungen
Für diese Wirkung ist noch kein Nährstoff bewertet.
Helfen Präparate zum Leberschutz?
Dieser Abschnitt trennt Behandlungsversprechen von Hinweisen auf Schäden.
Studien bei Lebererkrankungen liefern widersprüchliche oder unzureichende Ergebnisse. Vom NCCIH geförderte Studien bei Hepatitis C und Steatohepatitis zeigten keinen Nutzen. Diese Erkrankungen unterscheiden sich zudem von einer akuten Reaktion auf ein Präparat. 4
Was ist über Ashwagandha bekannt?
Das BfR verweist auf Berichte über teils schwere Leberschäden im Zusammenhang mit Ashwagandha. Eine gesundheitlich unbedenkliche Aufnahmemenge ließ sich nicht ableiten. Solche Berichte sind ein Warnsignal, erlauben aber keine verlässliche Aussage über das persönliche Risiko. 3
Was hilft bei der Abklärung?
Die AASLD-Leitlinie betont Angaben zu Einnahmebeginn, Absetzen, Dosierung und Verlauf der Leberwerte. Auch virale und autoimmune Ursachen werden geprüft. Eine vollständige Präparateliste hilft mehr als die Annahme, pflanzliche Mittel kämen als Auslöser nicht infrage. 2
Häufige Fragen
Beweisen erhöhte Leberwerte eine Nebenwirkung?
Nein. Dafür müssen der Einnahmeverlauf und andere mögliche Ursachen geprüft werden. 2
Können pflanzliche Mittel beteiligt sein?
Ja. Das BfR hat Berichte über Leberschäden im Zusammenhang mit Ashwagandha bewertet. 3
Ist Mariendistel eine bewiesene Behandlung?
Die klinischen Daten sind zu begrenzt oder widersprüchlich, um einen Nutzen bei Lebererkrankungen allgemein zu belegen. 4
Gehören alle Präparate auf die Medikamentenliste?
Ja. MedlinePlus betont ausdrücklich auch rezeptfreie Mittel und pflanzliche Präparate. 1
Quellen
- Drug-induced liver injury MedlinePlus, 2024
- Ashwagandha: Schlafbeeren-Präparate mit möglichen Gesundheitsrisiken Bundesinstitut für Risikobewertung, 2024
- Milk Thistle NCCIH