Magnesiumcitrat
Magnesiumcitrat ist ein Magnesiumsalz der Zitronensäure. Es ist eine verbreitete Magnesiumform in Nahrungsergänzungsmitteln und wird in größeren Mengen als Abführmittel verwendet.
Warum kann ein Präparat den Stuhl weicher machen?
Hohe ergänzende Magnesiummengen können Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe auslösen. Beim Abführmittel ist weicherer Stuhl beabsichtigt; bei einer Nahrungsergänzung kann derselbe Effekt unerwünscht sein. Eine eingeschränkte Nierenfunktion erhöht das Risiko, dass Magnesium bis zu schädlichen Konzentrationen ansteigt. 1 2
Warum unterscheiden sich deutsche und US-Grenzwerte?
Das BfR empfiehlt höchstens 250 mg Magnesium in der Tagesportion eines Nahrungsergänzungsmittels, verteilt auf mindestens zwei Einnahmen. Seine Bewertung erläutert den europäischen oberen Wert von 250 mg aus leicht löslichen ergänzenden und zugesetzten Magnesiumverbindungen. Natürlich in Lebensmitteln vorkommendes Magnesium bleibt dabei außen vor. Grundlage war vor allem das Durchfallrisiko. 3
In den USA liegt die obere Grenze für Erwachsene bei 350 mg täglich aus Präparaten und Arzneimitteln, ebenfalls ohne Lebensmittelmagnesium. Solche Grenzen betreffen die übliche eigenständige Zufuhr. Forschungsdosen und medizinische Abführanwendungen können davon abweichen und sind keine Ziele für die tägliche Nahrungsergänzung. 1 2
Welche Arzneimittel verdienen besondere Aufmerksamkeit?
Magnesium kann die Aufnahme von Tetracyclin- und Chinolon-Antibiotika sowie oralen Bisphosphonaten vermindern. Das NIH nennt für diese Antibiotika mindestens zwei Stunden vor oder vier bis sechs Stunden nach Magnesium; bei oralen Bisphosphonaten mindestens zwei Stunden Abstand. Maßgeblich bleiben die Hinweise zum konkreten Arzneimittel. 1
Entwässerungsmittel können die Magnesiumausscheidung verändern; Protonenpumpenhemmer können bei langfristiger Anwendung niedrige Magnesiumwerte verursachen. Deshalb gehört die gesamte Medikamentenliste zur Einordnung einer Ergänzung. 1
Wann sollte Verstopfung ärztlich eingeordnet werden?
MedlinePlus empfiehlt vor Magnesiumcitrat Rücksprache bei Nierenerkrankungen, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, einer plötzlichen Veränderung des Stuhlgangs über mehr als zwei Wochen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei Blutungen aus dem Enddarm oder ausbleibendem Stuhlgang nach der Anwendung soll das Mittel abgesetzt und ärztlicher Rat eingeholt werden. 2
Information, keine individuelle medizinische Beratung. Studien zu einem Stoff belegen nicht die Wirksamkeit dieser Produkte.
Quellen
- Magnesium: Fact Sheet for Health Professionals NIH Office of Dietary Supplements
- Magnesium Citrate MedlinePlus