Black Cohosh
Die Traubensilberkerze (Actaea racemosa) ist ein Hahnenfußgewächs aus Nordamerika. Verwendet werden Wurzel und Wurzelstock in pflanzlichen Präparaten.
Auch bekannt als Cimicifuga racemosa, Bugbane, Bugroot, Snakeroot
Wofür es untersucht wurde
Die am stärksten bewerteten Wirkungen zuerst. Die Balken zeigen die Größe der Wirkung, der Buchstabe die Qualität der Studienlage. Zu jeder Bewertung finden Sie die zugrunde liegenden Studien.
Was ist die Traubensilberkerze?
Die Traubensilberkerze (Actaea racemosa, früher Cimicifuga racemosa) gehört zu den Hahnenfußgewächsen und stammt aus Nordamerika. Verwendet werden Wurzel und Wurzelstock. 1 2
Nordamerikanische Ureinwohner nutzten sie unter anderem bei Nierenleiden, Halsschmerzen und Menstruationskrämpfen. In Deutschland wird sie seit dem späten 19. Jahrhundert medizinisch verwendet, heute vor allem bei Wechseljahresbeschwerden. 1
In der EU sind Cimicifuga-Extrakte als pflanzliche Arzneimittel gegen Wechseljahresbeschwerden zugelassen, gestützt auf eine „well-established use“. Daneben gibt es Nahrungsergänzungsmittel; in den USA werden die Produkte ohne Zulassung als Nahrungsergänzung verkauft. 1 2 3
Welche Inhaltsstoffe stecken darin?
Der Wurzelstock enthält mindestens 40 Triterpenglykoside, darunter Actein und das für die Pflanze typische 23-epi-26-Desoxyactein, mit dem Produkte oft standardisiert werden. Hinzu kommen Phenolsäuren wie Fukinolsäure und Alkaloide, die biologisch kaum untersucht sind. 2
Wie könnte sie wirken?
Laut EU-Monographie sind weder der Wirkmechanismus noch die für die Linderung verantwortlichen Inhaltsstoffe bekannt. 4
Lange galt die Pflanze als östrogenähnlich. Die wässrig-alkoholischen Extrakte, aus denen die meisten Präparate bestehen, zeigen in Labor- und klinischen Studien aber in der Regel keine östrogene Wirkung; fettlösliche Extrakte beeinflussen im Labor dagegen östrogenabhängige Gene. 2
In einer sechsmonatigen randomisierten Studie veränderten zwei Dosen eines Isopropanol-Extrakts weder die Vaginalzytologie noch die Hormonspiegel. Eine Göttinger Studie fand eine schwache östrogenartige Wirkung auf die Vaginalschleimhaut, aber keine auf die Gebärmutterschleimhaut. 5 6
Weitere Hypothesen betreffen Serotonin und das körpereigene Opioidsystem; eine kleine Studie mit Naloxon deutet auf eine zentrale Opioidwirkung hin. 2
Wofür wird die Traubensilberkerze untersucht?
Die meisten Studien betreffen Hitzewallungen und andere Wechseljahresbeschwerden, auch bei Frauen nach Brustkrebs. Kleinere Studien gibt es zu Schlaf, Stimmung, Knochenmarkern und Fruchtbarkeit beim PCO-Syndrom. Für andere Anwendungen ist die Forschung dünn; der Reiter Forschung behandelt jede Frage einzeln. 1 2 7
Wichtige Studien
Die neuesten Veröffentlichungen zu den Bewertungen von Black Cohosh.
Warum Menschen es einnehmen
Momentaufnahme der SuppCo-Community, 2026-09-28. Gründe für die Einnahme sind kein Beleg für eine Wirkung.
Häufige Fragen
Hilft Traubensilberkerze gegen Hitzewallungen?
Die Daten sind gemischt. Einige Metaanalysen und der IQWiG-Bericht von 2025 sehen einen mäßigen Nutzen standardisierter Extrakte, ein Cochrane-Review und eine einjährige US-Studie fanden keinen klaren Unterschied zu Placebo. Hormontherapie wirkt stärker. 7 8 9 10
Ist Traubensilberkerze ein pflanzliches Östrogen?
Wahrscheinlich nicht. Die üblichen Extrakte veränderten in Studien die Hormonspiegel nicht und wirkten nicht östrogenartig auf Brust oder Gebärmutter. Wie sie wirkt, ist unbekannt. 2 4 5
Schadet Traubensilberkerze der Leber?
Seltene, teils schwere Leberschäden wurden gemeldet; ob die Pflanze selbst die Ursache war, ist unklar, verfälschte Produkte könnten eine Rolle spielen. Bei Gelbfärbung der Haut, dunklem Urin oder ungewohnter Müdigkeit absetzen und ärztlich abklären lassen. 1 2 4
Darf ich Traubensilberkerze nach Brustkrebs nehmen?
Beobachtungsstudien zeigen kein erhöhtes Krebs- oder Rückfallrisiko, die EU-Monographie rät nach Brustkrebs oder anderen hormonabhängigen Tumoren aber nur zur Anwendung nach ärztlicher Rücksprache. 2 4
Wie lange kann man Traubensilberkerze einnehmen?
Studien liefen bis etwa ein Jahr. Laut EU-Monographie nicht länger als 6 Monate ohne ärztlichen Rat. 1 4
Was ist der Unterschied zwischen Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel?
Zugelassene Arzneimittel enthalten einen geprüften Extrakt in festgelegter Dosis, für den die EMA Nutzen und Risiken bewertet hat. Bei Nahrungsergänzungsmitteln wurden auch falsche Pflanzen und nicht deklarierte Kräuter gefunden. 1 3 4
Quellen
- Black Cohosh: Usefulness and Safety (last updated November 2024) National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH), 2024
- Black Cohosh (PDQ), Health Professional Version (updated 10/31/2024) National Cancer Institute, 2024
- Cimicifugae rhizoma: herbal medicinal product (summary for the public) European Medicines Agency, 2018
- European Union herbal monograph on Cimicifuga racemosa (L.) Nutt., rhizoma (EMA/HMPC/48745/2017) European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products, 2018
- Physiological investigation of a unique extract of black cohosh (Cimicifugae racemosae rhizoma): a 6-month clinical study demonstrates no systemic estrogenic effect Journal of Women's Health & Gender-Based Medicine (Liske et al.), 2002 · Studieneintrag
- Effects of black cohosh (Cimicifuga racemosa) on bone turnover, vaginal mucosa, and various blood parameters in postmenopausal women: a double-blind, placebo-controlled, and conjugated estrogens-controlled study Menopause (Wuttke et al., Universität Göttingen), 2006
- Black cohosh extracts in women with menopausal symptoms: an updated pairwise meta-analysis Menopause (Sadahiro et al.), 2023 · Studieneintrag
- Cimicifuga: Evidenzbericht zur S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen (IQWiG-Berichte Nr. 1923) Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), 2025
- Black cohosh (Cimicifuga spp.) for menopausal symptoms Cochrane Database of Systematic Reviews (Leach & Moore), 2012 · Studieneintrag
- Treatment of vasomotor symptoms of menopause with black cohosh, multibotanicals, soy, hormone therapy, or placebo: a randomized trial Annals of Internal Medicine (Newton et al.), 2006