Ängstlichkeit
Wann brauchen Sorgen professionelle Hilfe, und was können Präparate leisten? Ein Überblick über die Forschung und die Fragen, die für die Einordnung wichtig sind.
Wann wird Angst zum Problem?
Gelegentliche Angst kann schützen. Dauernde, kaum kontrollierbare Sorgen, die den Alltag beeinträchtigen, können dagegen auf eine generalisierte Angststörung hinweisen. Dazu können Verspannungen, Herzklopfen, Magenbeschwerden sowie Schlaf- und Konzentrationsprobleme kommen. 1
Wie entsteht eine Angststörung?
Eine einzelne Ursache ist nicht bekannt. Körperliche und psychische Faktoren, belastende Erlebnisse, familiäre Veranlagung und andere psychische Erkrankungen können beteiligt sein. Manchmal gibt es keinen erkennbaren Auslöser. 1
Wie wird Angst abgeklärt?
Zur Diagnose gehört ein ausführliches Gespräch mit geschultem Fachpersonal. Entscheidend sind Dauer, Kontrollierbarkeit, körperliche Begleitsymptome und Einschränkungen im Alltag. Eine Schilddrüsenüberfunktion, Arzneimittel oder aufputschende Drogen können ähnliche körperliche Beschwerden auslösen. 2
Nährstoffe mit den stärksten Bewertungen
Sortiert nach der größten bewerteten Wirkung. Die Balken zeigen die Effektgröße, der Buchstabe die Evidenznote.
Alle 45 BewertungenAlle Nährstoffe, die für Ängstlichkeit bewertet wurden, mit SucheWelche Präparate wurden am Menschen untersucht?
Diese Übersicht bewertet ausgewählte Präparate, nicht alle für Angst aufgeführten Stoffe.
Eine Übersicht von 2019 fand niedrigere Angstwerte mit dem speziellen Lavendelölpräparat Silexan: untersucht wurden 80 mg täglich über mindestens sechs Wochen. Die meisten Studien hatten ein hohes Verzerrungsrisiko. Daraus folgt kein Wirksamkeitsnachweis für beliebige Lavendelprodukte. Bei Massagen ließ sich die Wirkung des Öls nicht von der Massage trennen. 3
Kleine Studien zur generalisierten Angststörung liefern vorläufige Ergebnisse. Eine Übersicht mit drei Studien fand keine signifikante Abnahme situationsbedingter Angst. 4
Ein kleiner Nutzen bei Angst ist möglich. Dem stehen Berichte über schwere Leberschäden gegenüber. Ein möglicher Nutzen macht dieses Risiko nicht unbedeutend. 4
Die Wirkung auf Angst bleibt unklar, auch wenn einzelne Präparate bei Stress oder Schlaflosigkeit helfen könnten. Kleine Studien und unterschiedliche Extrakte erschweren die Bewertung. 5
Was ist besser untersucht?
Das IQWiG nennt die kognitive Verhaltenstherapie als am besten untersuchte Psychotherapie bei generalisierter Angststörung. Auch bestimmte Antidepressiva können helfen. Selbstbehandlung mit Pflanzenmitteln kann wirksame Hilfe verzögern; anhaltende Angst mit Alltagseinschränkungen gehört professionell abgeklärt. 6
Welche Risiken sind wichtig?
Ashwagandha kann schläfrig machen und Magen-Darm-Beschwerden verursachen; selten wurden Leberschäden berichtet. Das NCCIH rät bei Schwangerschaft, Stillzeit sowie Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen davon ab. Wechselwirkungen sind unter anderem mit Beruhigungsmitteln möglich. 5
Häufige Fragen
Sind alltägliche Sorgen schon eine Angststörung?
Nicht unbedingt. Anhaltende, unkontrollierbare Sorgen mit Einschränkungen im Alltag sind eher ein Warnzeichen als gelegentliche Angst. 1
Kann ein Präparat eine Therapie ersetzen?
Pflanzliche Mittel sind nur begrenzt untersucht. Verhaltenstherapie und bestimmte Medikamente haben einen belegten Stellenwert bei generalisierter Angststörung. 6
Wirkt Lavendelduft wie eine Kapsel?
Die Anwendungsformen sind in der Forschung nicht austauschbar. Die Übersicht von 2019 fand uneinheitliche Inhalationsstudien; bei Massagen blieb der eigenständige Effekt des Öls unklar. 3
Ist Kava als Naturprodukt unbedenklich?
Nein. Neben einer möglichen Angstlinderung wurden schwere Leberschäden mit Kava in Verbindung gebracht. 4
Quellen
- Generalisierte Angststörung: Symptome und Therapie Bundesministerium für Gesundheit