Dandelion
Löwenzahn ist ein Korbblütler, der aus Europa stammt. Blüten, Blätter und Wurzel werden seit Langem in der Volksmedizin genutzt.
Auch bekannt als Taraxacum officinale, Dandelion Extract, Pisselent, Piss-in-bed
Welche Nebenwirkungen kann Löwenzahn haben?
Löwenzahn in Lebensmittelmengen gilt als wahrscheinlich sicher. Über größere Mengen ist weniger bekannt. 1
Berichtet werden Sodbrennen, Magenbeschwerden, Hautausschlag und bei hohen Mengen leichter Durchfall. Allergische Reaktionen sind möglich, ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. 2 3 4
Fallberichte beschreiben eine Unterzuckerung nach dem Verzehr von Löwenzahn, eine blutende Blasenentzündung nach einem Schlankheitsmittel mit Löwenzahn und Gewebeschäden an den Fingern durch Oxalatablagerungen bei einem Mann mit chronischer Nierenerkrankung, der sechs Monate lang täglich 10 bis 15 Tassen Löwenzahntee getrunken hatte. 2
Allergie gegen Korbblütler
Wer gegen Korbblütler (Asteraceae) allergisch ist, sollte keine Löwenzahn-Arzneimittel anwenden. Als Auslöser allergischer Hautreaktionen gelten die Sesquiterpenlactone, auch Anaphylaxien wurden beschrieben. 2 3 5
Äußerlich angewendet kann Löwenzahn bei Neurodermitis allergische Reaktionen auslösen. Ob Menschen, die auf Ambrosia, Chrysanthemen, Ringelblumen oder Gänseblümchen reagieren, auch auf Löwenzahn reagieren, ist unklar. 1
Wer sollte auf Löwenzahn-Zubereitungen verzichten?
Die EU-Monographien raten von Löwenzahn-Zubereitungen ab bei Verschluss der Gallenwege, Gallenwegsentzündung, Lebererkrankungen, Gallensteinen und anderen Erkrankungen der Gallenwege, weil Löwenzahn den Gallefluss anregen kann. Die Blatt-Monographie und der Bewertungsbericht zu Wurzel mit Kraut nennen außerdem aktive Magengeschwüre. 3 4 5
Bei Niereninsuffizienz, Diabetes oder Herzinsuffizienz sollte das Blatt wegen des Kaliums gemieden werden, weil der Kaliumspiegel im Blut zu stark steigen könnte. Wurzel-Zubereitungen werden nicht empfohlen, wenn ärztlich eine verringerte Trinkmenge angeraten ist. 3 4
Für Kinder unter 12 Jahren wird die Anwendung mangels Daten nicht empfohlen. 3 4
Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, Krämpfe oder Blut im Urin während der Anwendung sind ein Grund für einen Arztbesuch. 3 4
Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?
Die EU-Monographien nennen keine bekannten Wechselwirkungen. Das spiegelt eher fehlende Untersuchungen als erwiesene Sicherheit wider. Das NCCIH sieht theoretische Gründe für Wechselwirkungen mit Diabetesmitteln, Gerinnungs- und Plättchenhemmern sowie Entwässerungsmitteln. 1 3 4
Die Wirkungen können sich addieren, weil auch Löwenzahn die Harnmenge erhöht. 2
Theoretisch könnte ein harntreibendes Pflanzenmittel zu Flüssigkeitsverlust und damit zu einem gefährlich hohen Lithiumspiegel führen. 5
Labor- und Tierdaten deuten auf eine zusätzliche blutzuckersenkende Wirkung hin. Ein Fall von Unterzuckerung ist beschrieben. 2
Der EMA-Bewertungsbericht warnt vor der Kombination des kaliumreichen Löwenzahns mit Mitteln, die den Kaliumspiegel erhöhen, etwa kaliumsparende Diuretika, ACE-Hemmer, Heparin, NSAR, Tacrolimus und Trimethoprim. 5
Löwenzahn hemmte diese Leberenzyme in Tier- und Laborstudien. Bei einem Nierentransplantierten stiegen die Spiegel seiner Immunsuppressiva nach einem Kräutertee mit Löwenzahn auf toxische Werte. 2
Schwangerschaft und Stillzeit
Ob Löwenzahn in Mengen über dem üblichen Verzehr in Schwangerschaft und Stillzeit sicher ist, ist kaum untersucht. Weil die Sicherheit nicht belegt ist, empfehlen die EU-Monographien Löwenzahn-Zubereitungen in dieser Zeit nicht. 1 3 4
Ist eine längere Einnahme problematisch?
Werden Detox-Produkte mit entwässernden Zutaten wie Löwenzahn über längere Zeit und hoch dosiert verwendet, kann das die Ausscheidung von Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium erhöhen, den Elektrolythaushalt stören und die Wirkung von Medikamenten abschwächen. 8
Daten zu Erbgutschädigung, Krebsrisiko und Fortpflanzungstoxizität von Löwenzahn-Zubereitungen gibt es nicht. Eine Höchstmenge ist nicht festgelegt. 3 5
Information, keine individuelle medizinische Beratung. Studien zu einem Stoff belegen nicht die Wirksamkeit dieser Produkte.
Quellen
- Dandelion NIH National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH), 2024
- Dandelion (About Herbs, Botanicals and Other Products) Memorial Sloan Kettering Cancer Center, 2023
- European Union herbal monograph on Taraxacum officinale F.H. Wigg., radix (EMA/HMPC/475726/2020) European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), 2021
- Community herbal monograph on Taraxacum officinale Weber ex Wigg., folium (EMA/HMPC/579636/2008) European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), 2009
- Assessment report on Taraxacum officinale Weber ex Wigg., radix cum herba (EMA/HMPC/212897/2008) European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), 2009
- Dandelion greens, raw (FDC ID 169226, SR Legacy); record in official SR Legacy JSON dataset USDA FoodData Central, 2019
- Warfarin (drug information) MedlinePlus, U.S. National Library of Medicine, 2026
- Detox: überflüssig oder doch gesünder durch Entgiftung? Verbraucherzentrale (Klartext Nahrungsergänzung), 2026