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Mineralstoff

Zinc

Zink ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das der Körper nicht speichern kann und daher regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen muss.

Welche Nebenwirkungen kann Zink haben?

Zu viel Zink kann akut Übelkeit, Erbrechen und andere Magen-Darm-Beschwerden auslösen, außerdem Schwindel, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. 1 2

In den Erkältungsstudien berichteten Menschen unter Zink häufiger leichte Nebenwirkungen als unter Placebo. In der FAZST-Fruchtbarkeitsstudie traten unter 30 mg Zink plus Folsäure häufiger Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. 3 4

Wie beeinflusst Zink den Kupferhaushalt?

Mittelfristig kann zu viel Zink die Aufnahme von Kupfer und Eisen beeinträchtigen, da sie im Körper eng miteinander zusammenhängen. Ab etwa 50 mg täglich über Wochen kann ein Kupfermangel entstehen; zudem können Immunfunktion und HDL-Cholesterin sinken. 1 2

Nach Angaben des BfR können zu hohe Zinkgehalte bei langfristiger Einnahme unter anderem Blutarmut und Veränderungen der roten und weißen Blutkörperchen hervorrufen. Übermäßiger Gebrauch zinkhaltiger Haftcremes hat zu Kupfermangel mit neurologischen Ausfällen geführt. 1 2

Die AREDS-Augenrezeptur enthält deshalb neben 80 mg Zink auch 2 mg Kupfer. Sehr hohe Dosen um 142 mg täglich können zudem den Magnesiumhaushalt stören. 2

Ab wann ist es zu viel?

Die tolerierbare Gesamtzufuhr (UL) gilt für alle Quellen zusammen, also Lebensmittel und Präparate, über lange Zeit. Für Erwachsene liegt sie in der EU bei 25 mg pro Tag, auch in Schwangerschaft und Stillzeit. In den USA gilt ein UL von 40 mg. 2 5 6

Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das BfR höchstens 6,5 mg Zink pro Tagesdosis; dieser Wert berücksichtigt die Zufuhr aus normalen Lebensmitteln bereits. Angereicherte Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs sollten nach BfR gar kein Zink zugesetzt bekommen, weil männliche Jugendliche und Männer mit hoher Zufuhr aus der Nahrung sonst den UL überschreiten könnten. 1 6

Die BfR-Werte sind Empfehlungen: Verbindliche gesetzliche Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel gibt es nicht. Dosen aus Studien, etwa 45 bis 276 mg täglich in kurzen Erkältungsstudien oder 80 mg in der AREDS-Studie, liegen weit darüber und beschreiben das Experiment, keine allgemeine Zufuhr. 1 2 3

Erwachsene (EU, SCF/EFSA)

25 mg pro Tag aus allen Quellen, auch in Schwangerschaft und Stillzeit. 5

Jugendliche 15 bis 17 Jahre (EU)

22 mg pro Tag. 6

Nahrungsergänzungsmittel (BfR-Empfehlung)

Höchstens 6,5 mg pro Tagesdosis; Warnhinweis ab 3,5 mg. 6

Erwachsene (USA, NIH)

40 mg pro Tag. 2

Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Zink?

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte den Zinkstatus laut NIH mit Ärztin oder Arzt besprechen. 2

Chinolon- und Tetrazyklin-Antibiotika

Zink und diese Antibiotika können sich gegenseitig in der Aufnahme hemmen. Das Antibiotikum mindestens 2 Stunden vor oder 4 bis 6 Stunden nach dem Zink einzunehmen, verringert die Wechselwirkung. 2

Penicillamin

Zink kann Aufnahme und Wirkung dieses Mittels gegen rheumatoide Arthritis und Morbus Wilson verringern; laut NIH sollte mindestens 1 Stunde Abstand liegen. 2

Thiaziddiuretika

Entwässerungsmittel wie Chlortalidon und Hydrochlorothiazid erhöhen die Zinkausscheidung über den Urin und senken den Zinkspiegel. 2

Eisenpräparate

Ab 25 mg Eisen, gleichzeitig eingenommen, wird weniger Zink aufgenommen. 2

Kann Zink in der Nase den Geruchssinn schädigen?

Fallserien beschreiben einen schweren Verlust des Geruchssinns, nachdem ein Gel mit Zinkgluconat in die Nase gesprüht wurde. In einer Serie mit 17 Betroffenen berichteten alle von tiefem Einziehen des Gels, sofortigem Brennen und einem Riechverlust innerhalb von 48 Stunden. Ein weiterer Bericht fand, dass der Verlust in manchen Fällen lange anhielt oder dauerhaft war. 7 8

Wie häufig das vorkommt, können Fallserien nicht zeigen. Die Berichte betreffen Produkte für die Nase, nicht Lutschtabletten oder Tabletten. 7 8

Wer sollte vorsichtig sein?

In Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf, der UL bleibt aber gleich. Menschen mit Makuladegeneration sollten Zinkzufuhr und AREDS-Rezeptur mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen. 2 5 9

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Zöliakie, Alkoholabhängigkeit oder nach einer Magen-Darm-Operation ist ein Zinkmangel wahrscheinlicher. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann eine Ärztin oder ein Arzt beurteilen, da ein einzelner Blutwert nur begrenzt aussagekräftig ist. 2

Wie ist Zink in Deutschland und der EU geregelt?

Für Zink sind in der EU 18 gesundheitsbezogene Aussagen zugelassen, etwa dass Zink zu einer normalen Funktion des Immunsystems oder zur Erhaltung normaler Haut, Haare und Nägel beiträgt. Hersteller dürfen nur mit der Aufrechterhaltung normaler Funktionen werben. 1

Zinkhaltige Arzneimittel sind apothekenpflichtig und in höheren Dosierungen (laut Verbraucherzentrale ab 25 mg pro Tag) verschreibungspflichtig. 1

Information, keine individuelle medizinische Beratung. Studien zu einem Stoff belegen nicht die Wirksamkeit dieser Produkte.

Quellen

  1. Mehr Zink bei Erkältungen? Verbraucherzentrale (Klartext Nahrungsergänzung), 2026
  2. Zinc for prevention and treatment of the common cold Cochrane Database of Systematic Reviews (Nault et al.), 2024
  3. Intranasal zinc and anosmia: the zinc-induced anosmia syndrome The Laryngoscope (Alexander & Davidson), 2006
  4. Anosmia after intranasal zinc gluconate use American Journal of Rhinology (Jafek et al.), 2004
  5. Referenzwerte Zink Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2019