Eisprung
Kann ein Präparat helfen, wenn der Eisprung ausbleibt? Was Zyklustests, mögliche Ursachen und Kinderwunschstudien dazu sagen.
Was passiert beim Eisprung?
Beim Eisprung wird eine Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt. Meist geschieht das etwa 10 bis 16 Tage vor der nächsten Periode. Der 14. Zyklustag ist deshalb keine allgemeine Regel. 1
Was verrät ein unregelmäßiger Zyklus?
Lange Blutungsabstände oder eine ausbleibende Periode können auf gestörte Eisprünge hinweisen. Mögliche Ursachen sind Schilddrüsenerkrankungen, starke Gewichtsveränderungen, übermäßiger Sport und hormonelle Störungen der Eierstöcke. 2
Warum ist häufig von PCOS die Rede?
PCOS kann Eisprünge stören und unregelmäßige Blutungen, Akne oder verstärkten Haarwuchs verursachen. Auch der Stoffwechsel kann betroffen sein, etwa durch Insulinresistenz. Seit 2026 heißt die Erkrankung polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom, kurz PMOS; ältere Studien verwenden PCOS. 3 4
Ein positiver Urintest ist ein indirekter Hinweis
Ovulationstests erfassen einen Hormonanstieg vor dem Eisprung. Bei PCOS sind falsch positive Ergebnisse möglich. Ein Progesteron-Bluttest etwa eine Woche vor der erwarteten Periode kann einen kürzlich erfolgten Eisprung nachweisen. 2
Wann lohnt sich eine Abklärung?
Bei Kinderwunsch und unregelmäßiger oder ausbleibender Periode muss man mit der Abklärung nicht die sonst übliche Wartezeit ausschöpfen. Entscheidend ist die Ursache, nicht ein weiterer Teststreifen. 2
Nährstoffe mit den stärksten Bewertungen
Sortiert nach der größten bewerteten Wirkung. Die Balken zeigen die Effektgröße, der Buchstabe die Evidenznote.
Alle BewertungenAlle Nährstoffe, die für Eisprung bewertet wurden, mit SucheWas spricht für Inositol, was bleibt offen?
Eine Übersicht von 2018 wertete zehn randomisierte Studien bei Frauen mit PCOS aus. Unter Inositol kam es häufiger zum Eisprung als unter Placebo, doch die Studienergebnisse unterschieden sich deutlich. Lebendgeburten und Fehlgeburten wurden nicht untersucht. 5
Wie gut sind pflanzliche Mittel untersucht?
Einige Studien prüften ein Pflanzenpräparat zusätzlich zu einem Kinderwunschmedikament. Daraus lässt sich keine gleichwertige Wirkung des Pflanzenmittels allein ableiten. 7
Eine systematische Übersicht fand Berichte über höhere Schwangerschaftsraten zusätzlich zu Clomifen. Die Studien hatten jedoch erhebliche methodische Schwächen; hochwertige Belege für eine verlässliche Aussage fehlen. 7
Laut NCCIH fehlen verlässliche Belege bei Unfruchtbarkeit. Ergebnisse zu prämenstruellen Beschwerden beweisen keinen Nutzen für Eisprung oder Schwangerschaftschancen. 8
Bei Kinderwunsch zählt auch die Sicherheit
Mönchspfeffer und Traubensilberkerze können in der Schwangerschaft unsicher sein. Zu Traubensilberkerzenpräparaten gibt es zudem seltene Berichte über schwere Leberschäden, ohne gesicherten ursächlichen Zusammenhang. Bei Kinderwunsch gehören solche Mittel vor der Anwendung ins ärztliche Gespräch. 8 9
Was ist wichtiger als die richtige Mischung?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei PMOS mit Unfruchtbarkeit durch ausbleibende Eisprünge und ohne weitere Unfruchtbarkeitsfaktoren empfiehlt die internationale Leitlinie Letrozol als erste medikamentöse Option. Die Behandlung erfolgt ärztlich begleitet. 6
Häufige Fragen
Beweist ein positiver Ovulationstest einen Eisprung?
Nein. Der Test erfasst ein Hormonsignal und liefert einen indirekten Hinweis. 2
Führt Inositol zu mehr Lebendgeburten?
Die zitierte Übersicht von 2018 enthielt dazu keine Daten. Die Leitlinie bewertet die Kinderwunschanwendung weiterhin als experimentell. 5 6
Welches Inositolverhältnis ist am besten?
Die Leitlinie kann keine bestimmte Zusammensetzung oder Kombination empfehlen. 6
Bedeutet PMOS, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist?
Nein. Trotz gestörter Eierstockfunktion kann eine Schwangerschaft nach Behandlung möglich sein. 3
Ist Mönchspfeffer ein harmloses Kinderwunschmittel?
Verlässliche Wirksamkeitsbelege fehlen; während einer Schwangerschaft kann die Anwendung unsicher sein. 8