Lactoferrin
Lactoferrin ist ein eisenbindendes Protein in Muttermilch, Kuhmilch, Speichel und Tränen. Untersucht werden seine Rollen bei Keimabwehr und Entzündungen.
Verhindert Lactoferrin Atemwegsinfekte?
Eine Metaanalyse von 2022 fand weniger Atemwegsinfekte bei Säuglingen und Kindern, aber keine Verringerung bei Erwachsenen. In derselben Auswertung sank das Entzündungssignal IL-6, während C-reaktives Protein nicht eindeutig abnahm. Veränderungen von Laborwerten und Schutz vor Erkrankungen sind unterschiedliche Ergebnisse. 1
Das zusammengefasste Infektionsrisiko sank bei jüngeren Teilnehmenden, nicht bei Erwachsenen. 1
Was zeigte die große Frühgeborenenstudie?
ELFIN nahm 2.203 vor der 32. Schwangerschaftswoche geborene Kinder in britischen Kliniken auf. Lactoferrin aus Kuhmilch senkte das Risiko später auftretender Infektionen nicht signifikant: Etwa 29 % erkrankten, gegenüber 31 % unter Placebo. Eine routinemäßige Anwendung für diesen Zweck bei sehr frühen Frühgeborenen stützt das Ergebnis nicht. 2
Kann Lactoferrin Eisen bei Anämie ersetzen?
Frühere zusammengefasste Studien, überwiegend mit Schwangeren, fanden bessere Hämoglobin- und Eisenwerte unter Lactoferrin als unter Eisensulfat. Die Ergebnisse unterschieden sich allerdings stark zwischen den Studien. Als Erklärung diskutierten die Autoren eine verringerte Entzündungsaktivität statt einer bloß erhöhten Eisenaufnahme. 3
Was trägt eine neuere Studie dazu bei?
Eine Studie von 2026 teilte 555 nicht schwangere Frauen mit Eisenmangelanämie in Bangladesch zufällig drei Gruppen zu: täglich 200 mg oder 400 mg Lactoferrin oder 60 mg elementares Eisen als Eisensulfat über zwölf Wochen. Beide Lactoferrin-Dosen verbesserten den Hämoglobinwert schlechter als Eisensulfat. Alle Gruppen erhielten zusätzlich Folsäure. Unter vergleichbaren Bedingungen spricht das gegen einen Ersatz von Eisen durch Lactoferrin. 4
Gibt es einen interessanten Ansatz für den Darm?
Eine Crossover-Pilotstudie mit zwölf gesunden Männern verglich gewöhnliches und mikroverkapseltes Lactoferrin mit 200 oder 600 mg täglich in vierwöchigen Phasen. Darmmikroben und Immunmarker veränderten sich. Das ist ein vorläufiger Befund am Menschen, der weitere Forschung begründet, aber noch keine Besserung von Verdauungsbeschwerden belegt. 5
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