Zum Inhalt springen
EN
Unerwünschte Wirkung

Verstopfung

Harter Stuhl, mühsames Pressen oder seltene Toilettengänge: Was hinter Verstopfung stecken kann und welche Behandlungen untersucht wurden.

Verstopft, obwohl der Stuhlgang regelmäßig ist?

Die Zahl der Toilettengänge erzählt nur einen Teil der Geschichte. Auch harter Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang oder das Gefühl, nicht vollständig entleert zu sein, können auf Verstopfung hinweisen. Weniger als drei Stuhlgänge pro Woche sind ein weiteres Merkmal, nicht die einzige Definition. 1

Welche Ursachen kommen infrage?

Ballaststoffarme Ernährung, Flüssigkeitsmangel, Bewegungsmangel und Medikamente können beitragen. Weitere mögliche Faktoren sind Eisenpräparate, eine verlangsamte Darmpassage und Beckenbodenstörungen. 1

Wann ist ärztliche Hilfe nötig?

Verstopfung mit Blut im Stuhl, anhaltenden Bauchschmerzen, Erbrechen oder fehlendem Windabgang erfordert rasche ärztliche Abklärung. 1

Nährstoffe mit den stärksten Bewertungen

Sortiert nach der größten bewerteten Wirkung. Die Balken zeigen die Effektgröße, der Buchstabe die Evidenznote.

Alle 43 BewertungenAlle Nährstoffe, die für Verstopfung bewertet wurden, mit Suche

Was empfiehlt die Leitlinie?

Die US-Leitlinie von 2023 behandelt chronische idiopathische Verstopfung bei Erwachsenen: anhaltende Beschwerden ohne festgestellte zugrunde liegende Ursache. Ihre Empfehlungen für Ballaststoffe, Magnesiumoxid und Senna sind bedingt. Die Wahl lässt deshalb Raum für persönliche Präferenzen und die Unsicherheit der Daten. 2

BallaststoffeZu wenig belegt

Die Evidenzsicherheit ist niedrig; eine bedingte Empfehlung belegt keinen gleichwertigen Nutzen aller Ballaststoffe. 2

MagnesiumoxidZu wenig belegt

Die Empfehlung beruht auf Evidenz sehr niedriger Sicherheit. 2

SennaZu wenig belegt

Die Empfehlung ist bedingt, bei niedriger Evidenzsicherheit. 2

Was änderte sich in der Studie zu Senna und Magnesium?

Eine randomisierte Studie verglich Senna, Magnesiumoxid und Placebo über 28 Tage bei 90 Erwachsenen mit chronischer Verstopfung; 93 % waren Frauen. Untersucht wurden 1,0 g Senna und 1,5 g Magnesiumoxid, keine persönlichen Dosierungsempfehlungen. Eine allgemeine Besserung berichteten 69,2 % unter Senna, 68,3 % unter Magnesiumoxid und 11,7 % unter Placebo. Beide Wirkstoffe verbesserten auch Stuhlhäufigkeit und Lebensqualität. Das sind ermutigende Ergebnisse einer kurzen, überwiegend mit Frauen durchgeführten Studie; langfristiger Nutzen und Sicherheit sind damit nicht geklärt. 3

Was sich im Alltag beeinflussen lässt

Ernährung, Flüssigkeit und Toilettengewohnheiten bieten konkrete Ansatzpunkte. Das NIDDK empfiehlt ausreichend Flüssigkeit bei zusätzlicher Ballaststoffzufuhr, regelmäßige Bewegung und Zeit für einen ungestörten Stuhlgang. Wenn ein Medikament oder Eisenpräparat die Beschwerden verstärkt, lässt sich die Behandlung ärztlich überprüfen; eigenständiges Absetzen ist nicht der empfohlene Weg. 4

Wenn die Ernährung allein nicht reicht

Polyethylenglykol, ein osmotisches Abführmittel, wird in der US-Leitlinie bei moderater Evidenzsicherheit stark empfohlen. Wenn frei verkäufliche Mittel nicht ausreichend helfen, kommen auch verschreibungspflichtige Behandlungen infrage. Ein Präparat ist also eine mögliche Maßnahme innerhalb einer breiteren Auswahl. 2

Wenn Verstopfung zu einem Reizdarm gehört

Bei einem Reizdarm können Bauchschmerzen, Verstopfung und Durchfall auftreten. Das IQWiG beschreibt eine Linderung durch Probiotika bei einem Teil der Studienteilnehmenden; welche Bakterienart und Dosis am ehesten helfen, bleibt offen. Diese Ergebnisse betreffen Reizdarmbeschwerden. Sie versprechen nicht, dass jedes Probiotikum den Stuhlgang normalisiert. 5

ProbiotikaZu wenig belegt

Die Daten zur Linderung von Reizdarmbeschwerden bestimmen kein verlässlich wirksames Produkt und keine Dosis gegen Verstopfung. 5

Häufige Fragen

Zählt nur die Häufigkeit?

Nein. Schmerzen und unvollständige Entleerung gehören ebenfalls dazu. 1

Kann Eisen Verstopfung verursachen?

Eisenpräparate können Verstopfung verstärken. 1

Ist Trinken bei Ballaststoffen wichtig?

Das NIDDK empfiehlt ausreichend Flüssigkeit bei erhöhter Ballaststoffzufuhr. 4

Gibt es andere Möglichkeiten?

Ja. Die US-Leitlinie empfiehlt Polyethylenglykol bei chronischer idiopathischer Verstopfung mit starker Empfehlungsstärke. 2

Können Abführmittel Durchfall auslösen?

Ja. Das IQWiG weist darauf hin, besonders wenn sich bei Reizdarm Verstopfung und Durchfall abwechseln. 5

Quellen

  1. ACG and AGA guideline on chronic constipation management American Gastroenterological Association