Krafttraining
Was Protein und Kreatin zum Krafttraining beitragen können, wie Studien Fortschritte messen und worauf es bei Ernährung und Produktsicherheit ankommt.
Braucht man Präparate, um stärker zu werden?
Kraft lässt sich mit Gewichten, Widerstandsbändern oder dem eigenen Körpergewicht trainieren. Für Erwachsene von 19 bis 64 Jahren empfiehlt der NHS, an mindestens zwei Tagen pro Woche alle großen Muskelgruppen zu beanspruchen. Zum Einstieg sind weder Fitnessstudio noch Präparat erforderlich. 1
Was gilt in Studien als Fortschritt?
Studien messen etwa das höchste einmal bewältigte Gewicht, Kraft bei unbewegtem Gelenk und die fettfreie Körpermasse. Diese Größen hängen zusammen, sind aber nicht austauschbar. Eine veränderte Körperzusammensetzung verrät allein noch nicht, wie viel mehr Gewicht jemand heben kann. 2 3
Nährstoffe mit den stärksten Bewertungen
Sortiert nach der größten bewerteten Wirkung. Die Balken zeigen die Effektgröße, der Buchstabe die Evidenznote.
Alle 19 BewertungenAlle Nährstoffe, die für Krafttraining bewertet wurden, mit SucheWas bringt zusätzliches Protein?
Eine Metaanalyse umfasste 22 Studien mit 680 Personen, die länger als sechs Wochen Krafttraining betrieben. Mit zusätzlichem Protein stieg die einmal maximal bewältigte Last an der Beinpresse im Mittel um 13,5 kg stärker als mit Placebo; das 95%-Konfidenzintervall betrug 6,4 bis 20,7 kg. Dieser zusammengefasste Wert gilt für den untersuchten Test, nicht als persönliche Vorhersage für jede Übung. 2
Was kommt durch Kreatin hinzu?
In einer kleinen Studie trainierten 28 Menschen über 65 Jahre dreimal wöchentlich über 14 Wochen. Dazu erhielten sie täglich 5 g Kreatinmonohydrat oder Placebo. Beide Gruppen machten Fortschritte. Kreatin brachte zusätzliche Vorteile bei einzelnen Kraftmessungen ohne Gelenkbewegung und bei der fettfreien Masse, jedoch keinen durchgängigen Zusatznutzen in allen Krafttests. 3
Welche Proteinmenge passt zur Belastung?
Für Sportler mit mehr als fünf Trainingsstunden pro Woche nennt die DGE täglich 1,2–2,0 g Protein pro kg Körpergewicht, angepasst an die Belastung. Gemeint ist das gesamte Protein, keine Pulvermenge. Für gezielten Muskelaufbau reicht es nicht, nur mehr Protein zu essen und das Training unverändert zu lassen. 5
Und BCAAs oder HMB?
Laut NIH ODS ist uneinheitlich belegt, ob verzweigtkettige Aminosäuren über ausreichend hochwertiges Protein hinaus den Muskelaufbau fördern. HMB ist ein Abbauprodukt der Aminosäure Leucin. In den Studien unterscheiden sich Teilnehmer und Trainingsbedingungen erheblich. Ein persönlicher Nutzen lässt sich deshalb schwer vorhersagen. 4
Was gehört zur Produktauswahl?
Kreatin führt häufig durch Wassereinlagerung zu Gewichtszunahme; Monohydrat ist die am besten untersuchte Form. Für teurere Formen ist keine klare Überlegenheit belegt. Die DGE warnt außerdem bei Kombinationen vor Überdosierungen und Verunreinigungen, darunter dopingrelevante Stoffe. 4 6
Umfang dieser Übersicht
Peptidprodukte, hormonbezogene Inhaltsstoffe und weitere Verzeichniseinträge werden hier nicht beurteilt.
Häufige Fragen
Lässt sich der Proteinbedarf mit Essen decken?
Die DGE stellt eine vielseitige, bedarfsgerechte Ernährung an erste Stelle. Präparate kommen für besondere, individuell geprüfte Situationen infrage. 6
Sagt das Beinpresse-Ergebnis meinen Fortschritt beim Bankdrücken voraus?
Nein. Die genannte zusammengefasste Kraftmessung betrifft die einmal maximal bewältigte Last an der Beinpresse. 2
Ist Kreatin nur für junge Sportler interessant?
Die zitierte Studie untersuchte Menschen über 65 Jahre. Ihre kleine Teilnehmerzahl begrenzt allerdings die Genauigkeit der Aussage. 3
Gilt der DGE-Sportbereich für jeden Studiobesuch?
Die genannte Spanne betrifft Sportler mit mehr als fünf Trainingsstunden pro Woche und wird an Belastung und Ziele angepasst. 5
Wann sollte ich den Einstieg ärztlich besprechen?
Der NHS empfiehlt das nach längerer Inaktivität sowie bei Erkrankungen oder gesundheitlichen Bedenken. 1
Quellen
- Protein supplementation augments the adaptive response of skeletal muscle to resistance-type exercise training: a meta-analysis American Journal of Clinical Nutrition, 2012 · Studieneintrag